Lorüns

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lorüns
Wappen von Lorüns
Lorüns (Österreich)
Lorüns
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 8,35 km²
Koordinaten: 47° 8′ N, 9° 51′ O47.1313888888899.85583Koordinaten: 47° 7′ 53″ N, 9° 51′ 0″ O
Höhe: 583 m ü. A.
Einwohner: 276 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 33 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6700
Vorwahl: 05552
Gemeindekennziffer: 8 01 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lorüns 1
6700 Lorüns
Website: www.loruens.at
Politik
Bürgermeister: Lothar Ladner (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2010)
(9 Mitglieder)
9 Lorünser Volkspartei und Unabhängige
Lage der Gemeinde Lorüns im Bezirk Bludenz
Bartholomäberg Blons Bludenz Bludesch Brand Bürs Bürserberg Dalaas Fontanella Gaschurn Innerbraz Klösterle Lech Lorüns Ludesch Nenzing Nüziders Raggal Sankt Anton im Montafon Sankt Gallenkirch Sankt Gerold Schruns Silbertal Sonntag Stallehr Thüringen Thüringerberg Tschagguns Vandans VorarlbergLage der Gemeinde Lorüns im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Der Tourismusort Lorüns ist eine Gemeinde im Bezirk Bludenz in Vorarlberg, Österreich. mit 276 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geografie[Bearbeiten]

Lorüns liegt auf 583 Metern Höhe in Vorarlberg, dem westlichsten Bundesland Österreichs. Die Ortschaft liegt eingebettet zwischen den Gebirgszügen des Rätikon und des Verwall. 74,8 % der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Lorüns.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ebene am Eingang des Montafons war bereits im Mittelalter besiedelt.

In alten Urkunden wurde der Ort 1430 „Aruns“, 1423 „Arüns“, 1442 und 1490 „Laruns“, 1522 „Larüns“ und ab 1630 „Lorüns“ genannt

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Lorüns seit der Gründung 1861.

Schon um 1500 stand in Loruns eine Kapelle, die 1820 vergrößert wurde. Das heutige Kirchlein wurde 1956–1960 errichtet und dem Wasserpatron, dem Heiligen Johann Nepomuk geweiht.[1] Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 9,2 Prozent.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 9 Mitgliedern. Bürgermeister ist Lothar Ladner. Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 277.226 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 1.740.205 €. Der Schuldenstand betrug 2001 906.319 €.

Wappen[Bearbeiten]

Lorüns

Blasonierung: In Blau ein silberner Wellenbalken, begleitet oben von einer goldenen Sonne, unten von zwei goldenen sechsstrahligen Sternen.

Das Wappen wurde Lorüns im Jahr 1967 von der Vorarlberger Landesregierung verliehen. Das Wappenbild ist dem Wappen der mittelalterlichen Familie der Arünser entnommen, welches ins 15. Jahrhundert zurückgreift.

Bis Anfangs des 17. Jahrhunderts hat sich der Ortsname Arüns erhalten, ebenso haben sich die Familien „von Arüns“ bezeichnet. Mit der Umänderung des Ortsnamens von „Arüns“ in „Lorüns“ hat auch der Familienname sich entsprechend gewandelt. In der Tat ist das Wappen derer von Arüns und der späteren Lorünser identisch.


Dieses alte Wappen ist nicht von der Art der meisten Familienwappen, die gewöhnlich eine Eigentümlichkeit des Trägers andeuten. Das Wappen derer von Arüns bezeichnet vielmehr den Ort.
Schon Friedrich Wilhelm Lorinser schreibt 1868, dass im Wappen der Illfluss gezeicht ist, der von Mittag (Sonne - Süden) nach Mitternacht (Sterne - Norden) fließt. Herr Dr. Bilgerie schreibt dazu: "Es liegt also ein echtes Ortswappen von nicht alltäglichem Alter vor."

(Originaltext aus dem Ansuchens um die Verleihung) [2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lorüns
Bludenz um 1643 (Kupferstich von Merian); rechts im Hintergrund sind zwei Burganlagen zu erkennen
Diebsschlössle

Oberhalb von Lorüns, am Lorünser Schlosskopf – fast gänzlich auf Gemeindegebiet Stallehr – liegen Mauerreste einer mittelalterlichen Anlage mit vier deutlich erkennbaren Mauerzügen, welche ins frühe 14. Jahrhundert datiert wurden.[3] Das Diebsschlössle wird auch „Lorünser Schlössle“ genannt.[4]

Über die Geschichte dieser Anlage ist wenig bekannt. Ein Hinweis ist ein Merian-Kupferstich der Stadt Bludenz aus dem 17. Jahrhundert: Im Hintergrund sind auf diesem Bild die Reste zweier Burganlagen im Montafon zu erkennen, in welchen das Diebsschlössle und die Burg Valcastiel vermutet wurden.
2001 erfolgte eine archäologische Untersuchung der Ruinenreste oberhalb von Lorüns. Die Mauerreste der Anlage weisen mit sieben Steinlagen alle fast dieselbe Höhe auf und dies führte zur Annahme, dass die Anlage nie fertiggestellt worden war.[5]

Alfenzbrücke
Alfenzbrücke

Die 2010 in außergewöhnlicher Betonbauweise bei Lorüns nach Plänen der Architekten Marte/Marte neu errichtete Brücke über die Alfenz wurde bereits mit mehreren internationalen Architekturpreisen ausgezeichnet.[6][7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Am Ort gab es im Jahr 2003 6 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 26 Beschäftigten und 2 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 119. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2001/2002 gab es insgesamt . Übernachtungen.

Verkehr[Bearbeiten]

Lorüns ist mit einer Haltestelle an der durch die Montafonerbahn betriebenen Bahnstrecke Bludenz–Schruns an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Bildung[Bearbeiten]

Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 14 Schüler. In Lorüns gibt es keinen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger:

  • Otto Ladner, Altbürgermeister

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lorüns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Montafoner Heimatbuch
  2. Gemeinde Lorüns
  3. Bauforscher Martin Bitschnau
  4. http://www.vorarlberg.at/pdf/vv08anmittelalter.pdf Neues aus dem „finsteren“ Mittelalter (von Alois Niederstätter)
  5. vgl. Befund von Karsten Wink, Christina Kaufer und Ralf Wallnöfer
  6. Alfenzbrücke (360° Panorama)
  7. Preisgekröntes „Tor ins Montafon“