Mittelthurgaubahn
| Mittelthurgaubahn | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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MThB-Steuerwagen (Bt 202) mit Ziel Engen
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| Fahrplanfeld: | 830, 835 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 39.58 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Stromsystem: | 15 kV 16.7 Hz ~ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Maximale Neigung: | 24 ‰ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Wil–Kreuzlingen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Mittelthurgaubahn (abgekürzt MThB) mit Sitz in Weinfelden war eine Schweizer Privatbahn. Sie wurde 2003 einschliesslich ihrer Gütertochter Lokoop freihändig liquidiert, ihre Aktivitäten sowie das Infrastruktureigentum wurden hauptsächlich von der SBB-Tochter Thurbo übernommen, die ursprünglich eine Allianz zwischen der MThB und SBB bilden sollte.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Nachdem am 11. August 1890 ein Initiativkomitees zum Bau der Mittel-Thurgau-Bahn (MThB) in Kreuzlingen gegründet worden war, knüpfte dieses 1899 die ersten Kontakte zur Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft AG (WeEG) mit Sitz in Köln. 1901 wurde dem Bundesrat ein Konzessionsgesuch für eine Normalspurbahn eingereicht, das von Ingenieur Jakob Ehrensperger ais Winterthur ausgearbeitet worden war. Die Schweizerische Bundesversammlung erteilte am 19. Dezember 1902 die Konzession für eine Eisenbahn von Wil über Weinfelden bis zur Landesgrenze bei Konstanz. 1903 wurde vom Großherzoglich Badischen Staatsministerium die Einführung der Bahnstrecke in den Bahnhof Konstanz zugelassen. 1906 schloss das Initiativkomitee einen für 15 Jahre unkündbaren Vertrag über den Bau und den Betrieb einer normalspurigen Eisenbahn Wil-Weinfelden-Konstanz mit der WeEG. In diesem Vertrag erschien erstmals der Name "Mittel-Thurgau-Bahn - MThB", unter welchem Namen am 28. April 1908 eine Aktiengesellschaft gegründet wurde. Die Aktienzeichnung begann am 26. November 1906. Das grösste Aktienpaket übernahm der Kanton Thurgau, weitere namhafte Beträge zeichneten die drei Städte Konstanz, Weinfelden und Wil SG sowie der Kanton St. Gallen. Weiter stiessen 27 Gemeinden sowie private Interessenten zum Aktionsärskreis. Die WeEG steuerte ein pfandrechtlich gesichertes Obligationenkapital von 3 Mio Franken bei.
Am 10. September 1909 erfolgte zwischen Weinfelden und der Thur der erste Spatenstich. 60 000 Kubikmeter Erdmassen wurden bewegt, unter den sieben zu erstellenden Kunstbauten waren vier grössere Objekte. Der Bussnanger Viadukt wurde erst spät in Angriff genommen, zuletzt der Abschnitt vom Weinfelden-Berg hinunter nach Weinfelden, weil Detailzulassungen auf sich warten liessen. 1911 begannen die Abnahmen der eisernen Brücken. Die Thurbrücke wurde mit drei Schlepptenderloks vom Typ B 3/4 der SBB durch je etwa 85 Tonnen Fahrmasse belastet. Weitere Untersuchungen des Unter- und Oberbaus, der Kreuzungen der Bahn mit Starkstromleitungen, der baulichen Anlagen und des Rollmaterials, erlaubten schliesslich am 16. Dezember 1911 die Eröffnung der Stammstrecke Wil-Weinfelden-Kreuzlingen-Konstanz. Vertragsgemäss führte die WeEG den Betrieb. 1931 ging der Vertrag auf die Vereinigte Kleinbahnen AG (VKA) in Frankfurt am Main über. Diese veräusserte ihre Beteiligung, insbesondere die verzinslichen Obligationen an die AG für Verkehrswesen in Berlin Wilmersdorf und zu einem kleinen Teil an die Overseas Trust Corporation Ltd. in Johannesburg. Ein Paket Inhaberaktien wurde an die Midland Bank Ltd. in London verkauft, kam aber von dort 1938 an die VKA zurück. In den Kriegsjahren wurde der Vertrag zeitweise sistiert. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg war die MThB in den Inflationszeiten für die deutschen Vertragspartner eine wichtige Einnahmequelle von harter Währung. Auf Ende 1950 wurde der Vertrag aufgelöst und die MThB ging definitiv in Eigenbetrieb über.
Die 41 km lange, normalspurige und eingleisige Stammstrecke von Kreuzlingen über Weinfelden nach Wil liegt überwiegend im Kanton Thurgau, nur der letzte, vier Kilometer lange Abschnitt gehört zum Kanton St. Gallen. Sie wurde am 20. Dezember 1911 für den Personen- und Güterverkehr eröffnet und mit Dampfzügen und ab 1938 auch mit zunächst gemieteten Dieseltriebwagen befahren. Als letzte nennenswerte Privatbahn der Schweiz führte sie am 24. September 1965 den elektrischen Betrieb ein.
Die Züge begannen und endeten regelmässig in Konstanz, wo Anschluss an das deutsche Staatsbahnnetz bestand. Sie benutzten dabei die 1 km lange Strecke Kreuzlingen – Konstanz, die schon am 17. Juli 1875 von der Schweizerischen Nationalbahn (SNB) in Betrieb genommen worden war und später auf die SBB überging.
[Bearbeiten] Erweiterte Betriebsführung
Ausser ihrer Stammstrecke übernahm die MThB in den 1990er-Jahren die Betriebsführung auf folgenden Strecken in Deutschland und der Schweiz:
- Konstanz – Radolfzell – Singen (Hohentwiel) – Engen
- Radolfzell – Stockach
- Deutschland: Seehäsle, im Auftrag des Landkreises Konstanz (reaktivierte, nicht elektrifizierte Strecke: Stahringen an der Bodenseegürtelbahn – Stockach)
- Romanshorn – Kreuzlingen – Stein am Rhein – Schaffhausen
- SBB-Seelinie, der Betrieb der Strecke wurde im Wettbewerb mit der SBB gewonnen; es erfolgten: technische Aufrüstung der Strecke, Beschaffung von neuem Rollmaterial und Taktverdichtung
Diese Aufgaben haben die SBB-Tochterfirmen SBB GmbH (Deutschland) und Thurbo (Schweiz) übernommen, letztere ist jetzt auch Eigentümerin der Stammstrecke (Kreuzlingen–) Tägermoos – (Weinfelden) – (Wil). Der Infrastrukturbetrieb der Seelinie ging zurück zur SBB, welche auch die Infrastruktur der Stammstrecke im Auftrag der Thurbo betreibt.
[Bearbeiten] Literatur
- Michael Mente: 100 Jahre Mittel-Thurgau-Bahn. Die MThB und thurbolente Jahre des Regionalverkehrs. In: Eisenbahn-Amateur Nr. 11 und 12/2011, ISSN 0013-2764
- Peter Schulijk: Das Ende einer Privatbahn. Mittelthurgaubahn liquidiert. In: LOK MAGAZIN. Nr. 256/Jahrgang 42/2003. GeraNova Zeitschriftenverlag GmbH München, ISSN 0458-1822, S. 24.
[Bearbeiten] Weblinks
- Kultureller Verein zum Erhalt des historischen Erbes der M.Th.B.: Verein «Historische Mittel-Thurgau-Bahn»
- Standort der historischen Fahrzeuge der ehemaligen M.Th.B.: Eisenbahn-Erlebniswelt «LOCORAMA ® Romanshorn»
- Mittelthurgaubahn.ch: Die Geschichte der Mittelthurgau-Bahn