Tschagguns
| Tschagguns | ||
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Vorarlberg | |
| Politischer Bezirk: | Bludenz | |
| Kfz-Kennzeichen: | BZ | |
| Fläche: | 57,56 km² | |
| Koordinaten: | 47° 5′ N, 9° 54′ O47.0766666666679.9008333333333685Koordinaten: 47° 4′ 36″ N, 9° 54′ 3″ O | |
| Höhe: | 685 m ü. A. | |
| Einwohner: | 2.190 (30. Sep. 2011) | |
| Bevölkerungsdichte: | 38,05 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 6774 | |
| Vorwahl: | 05556 | |
| Gemeindekennziffer: | 8 01 28 | |
| NUTS-Region | AT341 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Latschaustraße 1 6774 Tschagguns |
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| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Herbert Bitschnau | |
| Gemeindevertretung: (2010) (21 Mitglieder) |
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| Lage der Gemeinde Tschagguns im Bezirk Bludenz | ||
Blick auf Tschagguns vom Mottabühl aus |
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| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Tschagguns ist eine vom Tourismus geprägte Gemeinde in Österreich in Vorarlberg mit 2190 Einwohnern (Stand 30. September 2011). Sie liegt im Montafon, einer Talschaft im Bezirk Bludenz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Geographische Lage
Tschagguns liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz. Das Siedlungsgebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine Höhe von 650 bis 1.200 Metern Höhe.
34,2 % der Fläche sind bewaldet, 33,4 % der Fläche Alpen. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Tschagguns.
Oberhalb vom Ortskern Tschagguns liegt die Ortschaft Latschau mit dem Speichersee des Lünerseewerks und einer Station der Golmerbahn. Die Stationen sind in aufsteigender Reihenfolge:
- Talstation in Vandans (654 m)
- Station Latschau (985 m)
- Station Matschwitz (1.500 m)
- Bergstation Golm (2.124 m)
Der „Hausberg“ der Tschaggunser ist die Mittagspitze (2.168 m).
[Bearbeiten] Ortsteile
- Tschegga
- Krista
- Nira
- Lochmühle
- Latschau
- Lantschisott
- Bitschweil
- Ganzenahl
- Zelfen
- Bödmenstein
- Mauren
[Bearbeiten] Geschichte
Die erste urkundliche Nennung von Tschagguns erfolgte 1431, als „Liebfrauenpfarre im Montafon“.[1]
Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Tschagguns seit der Gründung 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.
Das alte Kirchlein von Latschau über Tschagguns ist 1973 abgebrannt.[2]
Bevölkerungsentwicklung
| Volkszählung | Einwohner |
|---|---|
| 2006 | 2.305 |
| 2001 | 2.335 |
| 1991 | 2.237 |
| 1981 | 2.176 |
| 1971 | 2.196 |
Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria
Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde 2.539 Einwohnern (inkl. Zweitwohnsitze). Der Ausländeranteil lag 2002 bei 7,8 Prozent.
[Bearbeiten] Politik
Die Gemeindevertretung besteht aus 21 Mitgliedern. Bei der Gemeindevertretungswahl 2010 erreichte die als einzige Liste kandidierende Offene Liste Volkspartei Tschagguns alle 21 Mandate. Als Bürgermeister wurde Herbert Bitschnau mit 83,70 % der Stimmen im Amt bestätigt.
[Bearbeiten] Wappen
Die Verleihung des Wappens an die Gemeinde Tschagguns erfolgte am 13. Dezember 1965 durch die Vorarlberger Landesregierung.
Das Wappen stellt einen gespaltenen Schild dar: Vorne auf Blau ist eine silberne Kirche mit schwarzem Dach und Turmhelm dargestellt. Das Wappen ist hinten in Silber und Rot geteilt, oben ist ein gekreuztes schwarzes Schlüsselpaar und unten ein goldenes Schaufelrad sichtbar.
- Die Kirche als Wahrzeichen von Tschagguns erinnert an die Bedeutung des Ortes als Wallfahrtsstätte.
- Das Schaufelrad symbolisiert die Wasserkraft, die einst von zahlreichen Korn- und Sägemühlen, heute von vier Elektrizitätswerken (Illwerke) ausgenutzt wird.
- Die Schlüssel bekunden die Zugehörigkeit zur Talschaft Montafon: Dieses Symbol wird seit dem frühen 15. Jahrhundert eingesetzt.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Der Grundstein für die Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau Mariä Geburt wurde im Jahre 1452 gelegt. Sie wurde zu Ehren des heiligen Ulrich im spätgotischen Stil erbaut. 1598 und 1751 wurde die Kirche erweitert und in den Jahren 1812 bis 1816 wurde die Kirche in einem weiteren Ausbau verlängert und erhöht, sowie durch das Anfügen eines neuen Seitenschiffes zu einer symmetrischen Anlage erweitert.
- Filialkirche Verklärung Jesu in Latschau [3]
- Kapelle hl. Maria in Bitschweil [3]
- Kapelle am Weg nach Bitschweil [3]
- Kapelle hl. Rosenkranzkönigin in Bödmenstein [3]
- Kapelle Schmerzhafte Gottesmutter in Krista [3]
- Kapelle Mariä Himmelfahrt in Ziegerberg [3]
- Sandrellhaus
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Im Ort gab es im Jahr 2003 33 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 264 Beschäftigten und 20 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 1.030. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2001/2002 waren es insgesamt 297.819 Übernachtungen. In Schruns-Tschagguns und Umgebung gibt es Skigebiete von 700 bis 2.400 Meter, 62 Lift- und Seilbahnanlagen in den Orten und in der näheren Umgebung mit 200 km präparierten Pisten. Es gibt zudem 90 Haupt- und Nebenerwerbslandwirte mit insgesamt 540 Großvieheinheiten sowie einer bewirtschafteten landwirtschaftliche Fläche ca. 500 ha.
Oberhalb vom Ortskern Tschagguns liegt die Ortschaft Latschau mit dem Speichersee des Lünerseewerks. Dort besitzt das Wuppertaler Carl-Duisberg-Gymnasium bereits seit 1927 ein Schullandheim („Sulzfluh“).[4]
[Bearbeiten] Verkehr
Tschagguns ist mit einem Bahnhof an der Bahnstrecke Bludenz–Schruns an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Ein weiteres bedeutendes Verkehrsbauwerk bzw. Sehenswürdigkeit ist der Maurentobeltunnel am Ortsende von Tschagguns.
[Bearbeiten] Sport
[Bearbeiten] Rückblick
Im Jänner 1946 finden der „Drei-Türme-Riesentorlauf“ und die Alpine Kombination der Vorarlberger Landesmeisterschaft in Tschagguns statt. Am 29. Dezember 1946 erfolgt das Eröffnungsspringen auf der neuerbauten Ing. Ohneberg-Schanze.
Der Sessellift auf Grabs wird am 15. Februar 1947 in Betrieb genommen. Es war der erste Sessellift Vorarlbergs und die damals längste Sesselbahn in Österreich. Erbaut wurde die Grabserbahn von Robert Plankl, dem Pächter des Sporthotels „Adler“ (wo heute das Gemeindeamt ist). Er wollte ursprünglich einen Lift auf den Golm errichten. Da die Illwerke aber bereits Transportanlagen für den Bau des Lünerseewerks planten, entschied er sich für Grabs. Seit dem Winter 1951/52 war dort auch der Schilift Hochegga in Betrieb.
Vom 18. bis 23. Februar 1947 fanden die Österreichischen Meisterschaften in Alpiner und Nordischer Kombination in Tschagguns statt:
- Langlauf vom Ortszentrum Tschagguns bis nach Zelfen und zurück
- Abfahrts- und Torlauf auf Grabs („Hartmann-Abfahrt“)
- Schisprung auf der Ing. Ohneberg-Schanze (in der Nähe der Talstation der Grabserbahn)
Mit den Goldschlüsselrennen wurden in den Jahren 1963 bis 1983 internationale Schi-Weltcuprennen der Damen abwechselnd auf Grabs, der Kapellalpe und dem Golm ausgetragen.
Der Sessellift Grabs wurde Anfang 2008 abgebaut, der Schlepplift Hochegga ist noch vorhanden.
[Bearbeiten] Einrichtungen
- Schwimmbad
- Golfplatz (9-Loch)
- Aktivpark Montafon
- Klettergarten
- Tennisplatz
- Kneippanlage
- Alpine-Coaster-Golm [5]
[Bearbeiten] Bildung
In Tschagguns gibt es zwei Kindergärten (Tschagguns und Latschau). Am Ort gibt es auch zwei Volksschulen (Tschagguns und Latschau) mit 82 Schülern:
- Die Volksschule Tschagguns umfasst aktuell 58 Kinder, die in vier Klassen unterrichtet werden. Der Schulleiter heißt ab September 2011 Rainer Schlatter.
[Bearbeiten] Feuerwehr
Die Gemeinde Tschagguns umfasst zwei Freiwillige Feuerwehren, die Ortsfeuerwehren Tschagguns und Latschau. Die Freiwillige Feuerwehr Tschagguns zählt in etwa 50 Wehrmänner und ist im kürzlich renovierten Feuerwehrhaus in der Zelfenstraße untergebracht. Der Fuhrpark besteht aus einem Tanklöschfahrzeug, einem Pumpenfahrzeug und einem Mannschaftstransportfahrzeug. Die Funktion des Kommandanten erfüllt seit dem Jahr 2000 Herbert Marent.
Die Freiwillige Feuerwehr Latschau ist mit etwas weniger Wehrmännern im Feuerwehrhaus oberhalb des Lünerseewerkes stationiert und wird vom Kommandanten Dietmar Bitschnau geleitet. Dessen Fuhrpark besteht ebenfalls aus den oben genannten 3 Fahrzeugen.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter des Ortes
- Johann Josef Ganahl (* 1770 in Tschagguns; † 1843 in Feldkirch), Textilfabrikant
- Werner Bleiner (* 1946), Skirennläufer
- Georg Friedrich Haas (* 1953 in Graz), Komponist, ist in Tschagguns aufgewachsen
[Bearbeiten] Ehrenbürger
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Das Montafon im Mittelalter
- ↑ Montafoner Heimatbuch
- ↑ a b c d e f Dehio Vorarlberg 1983, Tschagguns, Seiten 395ff
- ↑ Das Bergheim auf der Webseite der Schule
- ↑ Illwerke bauen Alpine-Coaster im Montafon (15. Juli 2008)
[Bearbeiten] Weblinks
- Website der Gemeinde Tschagguns
- Gemeindedaten von Tschagguns. In: Statistik Austria.
- Website der VS-Tschagguns
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