Neuenwalde

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53.67788.677659Koordinaten: 53° 40′ 40″ N, 8° 40′ 40″ O

Neuenwalde
Stadt Langen
Ortswappen
Höhe: 9 m
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27607
Langen Debstedt Imsum Sievern Hymendorf Holßel Neuenwalde Krempel (Langen) Neuenwalde Samtgemeinde Land Wursten Nordholz Samtgemeinde Land Hadeln Bremerhaven Bremerhaven Schiffdorf Samtgemeinde Bederkesa Samtgemeinde Bederkesa Samtgemeinde Land WurstenKarte
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Lage von Neuenwalde in Langen (bei Bremerhaven)

Neuenwalde (plattdeutsch Niewohl) ist eine Ortschaft in der Stadt Langen im Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt nordöstlich der Langener Kernstadt sowie zwischen Bremerhaven und Cuxhaven. In Neuenwalde kreuzen sich die Landesstraßen 118 und 119. Westlich befindet sich außerdem die eigene Anschlussstelle an der Bundesautobahn 27. Die Nachbarorte sind Krempel (im Norden), Holßel (im Westen) und Hymendorf (im Süden).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ortschaft wurde 1334 erstmals urkundlich erwähnt.[1] Im Jahr 1971 bildeten die Gemeinden Krempel, Holßel, Hymendorf und Neuenwalde die Samtgemeinde Neuenwalde mit selbständigen Mitgliedsgemeinden. Die Samtgemeinde musste jedoch 1974 wieder aufgelöst werden und die Mitgliedsgemeinden wurden am 1. März 1974 der neugebildeten Einheitsgemeinde Langen zugeordnet.[1]

Damenstift Neuenwalde

Kloster Neuenwalde[Bearbeiten]

1219 wurde in Midlum am Rande des Geestrückens Hohe Lieth durch die Edelherren von Diepholz auf ihrem Erbgut der Vorläufer des Klosters Neuenwalde gegründet. Die dortigen Benediktinerinnen mussten wegen der Feindschaft mit den Bewohnern des Landes Wursten zweimal umziehen, zunächst 1282 nach Altenwalde und schließlich 1334 nach Neuenwalde.

Um 1571 wurde die Reformation eingeführt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielt die Ritterschaft des Herzogtums Bremen-Verden das Kloster von den damaligen schwedischen Landesherren unter König Karl XI. Die Absicht war, den unverheirateten Töchtern der Adeligen eine unabhängige Versorgungsstätte als Konventualinnen des Klosters zu bieten. Noch heute wird das Kloster von Konventualinnen und der Priorin bewohnt. Ihre Aufgabe ist es, die gesamte denkmalgeschützte Anlage zu betreuen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Dahlemer Holz – es gehört seit dem Mittelalter zum Grundbesitz des Klosters – hat das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung, Wilhelmshaven, die Wüstung Dalem ausgegraben. Das Dorf bestand vom 7. bis 14. Jahrhundert. Auffällig sind die zum Teil sehr großen, aus gewaltigen Baumstämmen errichteten Häuser.

Politik[Bearbeiten]

Das Dorf wird heute durch Ortsbürgermeisterin Ellen Frank und den Ortsrat politisch repräsentiert.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dirk Behrens: Kloster Neuenwalde: zur Geschichte des ehemaligen Nonnenklosters und heutigen Damenstiftes Neuenwalde, Stade 2008.
  • Heinrich Rüther: Urkundenbuch des Kloster Neuenwalde, 1905. Reprint durch die Ev.-luth. Kirchengemeinde Neuenwalde 2005
  • Robert Wöbber: Festschrift Neuenwalde 1334-1984, Bremerhaven 1984.
  • Heinz J. Schulze: Neuenwalde. In: Bayerische Benediktiner-Akademie München, Abt-Herwegen-Institut Maria Laach (Hg.): Die Frauenklöster in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. (Germania Benedictina, Bd. 11). Bearbeitet v. Ulrich Faust. St. Ottilien 1984, S. 429-446.
  • W. H. Zimmermann 1991: Die früh- bis hochmittelalterliche Wüstung Dalem, Gem. Langen-Neuenwalde, Kr. Cuxhaven. – Archäologische Untersuchungen in einem Dorf des 7.-14. Jh. n. Chr. In: Böhme, H.W. (ed.): Siedlungen und Landesausbau zur Salierzeit 1. In den nördlichen Landschaften des Reiches. Monographien RGZM, Mainz 27, 37-46, Sigmaringen.
  • Thomas Sterba, Neues Klösterlexikon. Herder Freiburg 2010, Neuenwalde S. 541

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuenwalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stadt Langen: Neuenwalde
  2. Stadt Langen (Bürgerinformationsdienst): Ortsrat Neuenwalde