Nick de Firmian

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Nick de Firmian (1986)

Nicholas Ernest de Firmian (Nick de Firmian; * 26. Juli 1957 in Fresno, Kalifornien) ist ein Schachgroßmeister und Autor von Schachbüchern.

De Firmian hat Physik studiert und einen Abschluss an der Universität von Kalifornien in Berkeley gemacht. 1979 wurde er Internationaler Meister und 1985 Großmeister.[1]

Dreimal, 1987 zusammen mit Joel Benjamin, 1995 und 1998 hat er die US-amerikanische Meisterschaft gewonnen. Im Jahre 2002 war er mit Larry Christiansen geteilter Erster und verlor gegen diesen den Stichkampf.

Mehrfach hat er an Interzonenturnieren um die Schachweltmeisterschaft teilgenommen. Er war Mitglied der US-amerikanischen Mannschaften bei den Schacholympiaden der Jahre 1980, 1984 in Thessaloniki (Bronzemedaillen sowohl mit der Mannschaft als auch als Spieler am zweiten Ersatzbrett), 1986, 1988, 1900, 1996, 1998 und 2000.[2]

Unter seinen Erfolgen bei offenen Turnieren ragen sein Sieg bei der kanadischen offenen Meisterschaft 1983 und der Gewinn des ersten Preises beim World Open 1986 heraus, welcher in seiner Höhe von 21.000 US-$ zur damaligen Zeit einen Rekord für offene Turnieren darstellte. Der Firmian ist Gründungsmitglied von Prochess, einer Interessengruppe von Großmeistern zur Förderung des Schachspieles in den Vereinigten Staaten. Er hat auch in der Schachbundesliga gespielt. Er gehörte der Mannschaft des Lübecker Schachverein von 1873 an, die in den Jahren 2001-2003 jeweils Meister wurde. Im November 2009 betrug seine Elo-Zahl 2553.

De Firmian gilt als Fachmann für Schacheröffnungen. Er ist Autor von Eröffnungsbüchern und hat die 13. - 15. Ausgabe des Standardwerkes Modern Chess Openings verfasst. Er war beteiligt am Aufbau des Eröffnungsbuches für den Schachcomputer Deep Blue vor dessen zweitem Match 1997 gegen den Weltmeister Garri Kasparow, welches der Computer gewonnen hat.

Im Jahre 2006 hat de Firmian eine revidierte und erweiterte Ausgabe von Chess Fundamentals, einem Werk des dritten Schachweltmeisters José Raúl Capablanca aus dem Jahre 1921, herausgegeben. Diese Ausgabe stieß auf Widerspruch vonseiten des Schachhistorikers Edward Winter, weil Capablancas Text verändert und Partien aus vorherigen Ausgaben entfernt worden seien, um neue Partien zu ergänzen, die nicht von Capablanca gespielt wurden.[3]

De Firmian lebt in Dänemark gemeinsam mit seiner Frau Christine, die ebenfalls Schachexpertin ist und bereits in der dänischen Damen-Nationalmannschaft gespielt hat.

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 78
  2. Nick De Firmian, Angaben auf Olimpbase.org (englisch)
  3. Edward Winter: "Capablanca Goes Algebraic", Rezension zu Nick de Firmian (Hrsg.), José Capablanca Chess Fundamentals, 2006 in Chess Notes, 1997