Roman Dzindzichashvili

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Roman Dzindzichashvili bei der Schacholympiade 1984

Roman Dzindzichashvili (georgisch რომან ჯინჯიხაშვილი, deutsche Transkription Roman Dschindschitschaschwili; * 5. Mai 1944 in Tiflis) ist ein US-amerikanischer Schachspieler georgischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten]

1962 gewann er die Juniorenmeisterschaft im Schach der Sowjetunion, 1966 und 1968 die Studentenmeisterschaft. 1970 errang er den Titel eines Internationalen Meisters. 1972 kam er bei der UdSSR-Meisterschaft in Baku mit 9,5 Punkten aus 21 Partien auf den geteilten 13. bis 16. Platz.[1] Im Jahr danach gewann er das Turnier der 1. Liga. Dzindzichashvili war sechsmal georgischer Meister.

1976 emigrierte er nach Israel. 1977 wurde er Schachgroßmeister. 1978 gewann er die israelische Meisterschaft und spielte bei der Schacholympiade in Buenos Aires am ersten Brett für Israel. Ebenfalls 1978 gewann er das Turnier in Hastings ungeschlagen. 1979 lebte er für einige Monate in Deutschland und absolvierte zwei Partien in der Schachbundesliga für Königsspringer Frankfurt. In dieser Zeit gehörte er mit einer Elo-Zahl von 2595 zu den zwanzig besten Spielern der Welt.

Danach übersiedelte er in die USA und gewann dort 1979 und 1980 mehrere Turniere, unter anderem die Open-Turniere in Lone Pine und Philadelphia. 1983 und 1989 gewann er die Meisterschaft der USA.

Später arbeitete „Dzindzi“, wie er wegen seines schwierig auszusprechenden Namens meist genannt wird, als Schachtrainer und betreute unter anderem den Weltklassespieler Gata Kamsky. Er produzierte unter dem Titel Roman's Lab über 70 Lehrvideos über Schach auf DVD. Außerdem veröffentlichte er 2005 zusammen mit den Co-Autoren Lev Alburt, Al Lawrence und Eugene Perelshteyn die Bücher Chess Openings For White, Explained (ISBN 1-889323-11-X) und Chess Openings For Black, Explained (ISBN 1-889323-12-8).

Er ist ein ausgezeichneter Blitzspieler und genießt im Internet Chess Club, wo er viele tausend Partien spielte, legendären Status.

Nach ihm sind mehrere Eröffnungsvarianten benannt:

  • Djin (ECO Code E10) 1. d2-d4 Sg8-f6 2. Sg1-f3 e7-e6 3. c2-c4 a7-a6, was nach den weiteren Zügen 4. Sb1-c3 c7-c5 5. d4-d5 b7-b5 dem Blumenfeld-Gambit ähnliche Stellungen ergibt [2].
  • Dzindzi-Indisch (ECO Code A40) 1. d2-d4 g7-g6 2. c2-c4 Lf8-g7 3. Sb1-c3 c7-c5 4. d4-d5 Lg7xc3+ 5. b2xc3 f7-f5.

In dem Film Searching for Bobby Fischer (1993) hat er einen Cameo-Auftritt.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bernard Cafferty und Mark Taimanow: The Soviet Championships. Cadogan, London 1998. ISBN 1-85744-201-6. S. 157
  2. Eric Schiller: Win with the Djin. Chess Enterprises, Coraopolis 1994. ISBN 0-945470-40-1

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred van Fondern: Roman Dzindzichashvili, sein Aufstieg zur Weltspitze. Beyer-Verlag, Hollfeld 1982. ISBN 3-921202-66-3

Weblinks[Bearbeiten]