Niederglatt ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Niederglattf zu vermeiden.
Niederglatt
Wappen von Niederglatt
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Dielsdorfw
BFS-Nr.: 0089i1f3f4
Postleitzahl: 8172
UN/LOCODE: CH NTT
Koordinaten: 680253 / 26073847.49258.503607411Koordinaten: 47° 29′ 33″ N, 8° 30′ 13″ O; CH1903: 680253 / 260738
Höhe: 411 m ü. M.
Fläche: 3.62 km²
Einwohner: 4657 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 1201 Einw. pro km²
Website: www.niederglatt.zh.ch
Niederglatt aus der Luft

Niederglatt aus der Luft

Karte
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Niederglatt ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Blau ein fünfstrahliger goldener Stern, überhöht von einem gestürzten, gebildeten goldenen Halbmond

Das Gemeindewappen Niederglatt ist dem Wappen der Obervogtei Neuamt nachempfunden. Es zeigt auf blauem Grund einen goldenen Stern und darüber einen goldenen Halbmond.

Geographie[Bearbeiten]

Niederglatt liegt im Zürcher Unterland auf beiden Seiten der Glatt. Nördlich liegt die Stadt Bülach und die Gemeinde Höri, südwestlich die Gemeinde Niederhasli, südöstlich die Gemeinde Oberglatt ZH. Im Nordwesten begrenzt das Neeracherried, ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung, die Gemeinde. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Nöschikon und Grafschaft.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1880 572
1920 635
1950 872
1960 1505
1970 2421
1980 2950
1990 3379
2000 3719
2003 3947
2007 4346
2008 4459
2009 4547
2010 4570

siehe auch Kanton Zürich - Statistisches Amt: Zürcher Gemeindeporträts

Das starke Wachstum wurde durch die Nähe zur Stadt Zürich und den Bau des Flughafens Zürich-Kloten sowie den Bau der Eisenbahn Zürich–Bülach ausgelöst.

SBB-Doppelspur Niederglatt-Bülach ab 1980

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung des Ortsnamens erfolgte 1141 als Niderunglatto. Nöschikon ist jedoch viel älter. Bei der alemannischen Landnahme (zwischen 500 und 700) muss ein Clanchef namens Nosso sich mit seinen Leuten in Nossinchova niedergelassen haben.

Das Gemeindegebiet gehörte von 1442 bis 1798 zur Obervogtei Neuamt. Der Ortsteil rechts der Glatt gehörte im Gegensatz dazu zur Grafschaft Kyburg und wird heute noch als Grafschaft bezeichnet.

1840 wurde die bisherige Zivilgemeinde Niederglatt mit Beschluss des Grossen Rates des Kantons Zürich von der Gemeinde Niederhasli abgetrennt und zur selbstständigen politischen Gemeinde erklärt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Seit alters her war Niederglatt das Zentrum des Neuamts. Das Notariat für die Gemeinden des früheren Neuamts steht bis heute in Niederglatt.

1972 erhielt die Gemeinde einen eigenen Friedhof. Im neuen Dorfzentrum Eichi wurde 1980 eine Kirche, ein Oberstufenschulhaus und ein grösserer Mehrzwecksaal fertiggestellt. 1990 wurde dieses Zentrum mit einem Gemeindehaus und einem Altersheim mit 40 Betten ergänzt. Am Altersheim sind auch die Gemeinden Höri, Neerach, Stadel und Weiach beteiligt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der bedeutendste Betrieb war im 20. Jahrhundert die Metallwerke Refonda AG direkt beim Bahnhof. Dort wurde Neu- und Altaluminiumschrott zur Wiederverwertung eingeschmolzen. Der Schmelzbetrieb wurde 1992, nachdem bekannt wurde, dass in der Umgebung der Grenzwert für Dioxinablagerungen überschritten war[2], aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Neu ist dort die Allega GmbH, zunächst wie die Refonda eine Tochterfirma der Alusuisse, jetzt Bestandteil des Alcan-Konzerns ansässig. Ebenfalls beim Bahnhof bedruckt die Firma ISCO Verpackungsmaterial. Eine weitere Firma ist die sto AG, welche Fassadendämmsysteme, Putze und Farben herstellt. Daneben hat Niederglatt etliche Gewerbebetriebe.

Niederglatt war ursprünglich ein reines Bauerndorf. Nach dem Bau der Eisenbahnen ins Wehntal und nach Bülach liessen sich um 1900 Industriebetriebe nieder, die neue Verdienstmöglichkeiten brachten. Heute gibt es nur noch wenige Landwirte, die vorwiegend im Ackerbau tätig sind, der traditionellen Wirtschaftsform im Zürcher Unterland.

Ein Teil der Bevölkerung ist im örtlichen oder regionalen Gewerbe beschäftigt, der grössere jedoch in der Region Flughafen und in der Stadt Zürich.

Politik[Bearbeiten]

Die SVP hat 46,6 %, die SP 17,3 %, die FDP 14,2 %, die GP 7,0 %, die CVP 4,5 % und die EVP 2,6 % der Wählerstimmen.

Gemeinderat stand 2010
Amt Name
1 Präsident, Kulturvorsteher L. Hartmann
2 Vizepräsident, Tiefbau- und Werkvorstand A. Wittwer
Finanzvorstand H. P. Bächli
Gesundheits- und Umweltvorstand K. Kaufmann
Hochbauvorstand P. Balsiger
Sicherheits-, Landwirtschafts- und Forstvorstand R. Ammann
Sozialvorstand R. Bürer

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Ortsteil Nöschikon befindet sich der Aussichtspunkt Eschenberg (Wanderwegweiser am Bahnhof und in Nöschikon). Von unter einem Nussbaum aufgestellten Sitzbänken geniesst man eine schöne Aussicht über Niederglatt und Höri bis Bülach, über das Neeracherried und den Eingang zum Wehntal bei Steinmaur und Dielsdorf. Die Lägern mit Regensberg ist genau so sichtbar wie der Stadlerberg, Höhenzüge in Süddeutschland und der Irchel.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niederglatt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Kantonales Amt für Landschaft und Natur: Bodenbelastung mit Dioxinen und Furanen im Kanton Zürich, Zugriff am 19. Juli 2009