Rafz

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Rafz
Wappen von Rafz
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Bülachw
BFS-Nr.: 0067i1f3f4
Postleitzahl: 8197
UN/LOCODE: CH RFZ
Koordinaten: 682871 / 27411847.61258.540836419Koordinaten: 47° 36′ 45″ N, 8° 32′ 27″ O; CH1903: 682871 / 274118
Höhe: 419 m ü. M.
Fläche: 10.74 km²
Einwohner: 4175 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 353 Einw. pro km²
Website: www.rafz.ch
Karte
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Rafz ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Silber eine grüne Leiste, oben ein roter Pflug mit blauen Eisenteilen, unten drei verkürzte rote Spitzen

Geografie[Bearbeiten]

Rafz liegt nahe der deutschen Grenze auf 424 m ü. M. (Post), die Fläche der Gemeinde beträgt 1074 ha. Bei einer Einwohnerzahl von 3983 Personen (Stand 2009) beträgt der Frauenanteil 50,1 %. Zudem sind 639 Ausländer in Rafz angemeldet, was einem Anteil von 16,0 % entspricht. Die 1074 ha grosse Gemeindefläche setzt sich wie folgt zusammen: Landwirtschaft 52 %, Wald 33 %, Verkehr 4 %, Siedlungen 11 %.

Politik[Bearbeiten]

Die Rafzer wählten vor allem Kandidaten der SVP (43 %) und der SP (22 %) in den Nationalrat (Prozentangaben der Nationalratswahlen 2003). Gemeindepräsident ist Jürg Sigrist-Liechtlin (Stand 2009).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Haupterwerbszweig war während Jahrhunderten die Landwirtschaft, die auch bestimmend für die kulturelle Ausrichtung der Gemeinde war. Erst später, nach der Erschliessung von Rafz durch die S-Bahn Zürich und die Autobahn A51 BülachZürich, siedelten sich neue Branchen im Rafzerfeld an. Bekannt wurde es vor allem durch den Kiesabbau, der die Landschaft mancherorts geprägt hat. Heute ist Rafz das Zentrum dieses nördlichen Zipfels des Kantons Zürich. Die über 800 Arbeitsplätze von Rafz sind vorwiegend im Bereich Gartenbau, Hoch- und Tiefbau und Textilindustrie angesiedelt. Erwähnenswert ist auch die alle drei Jahre stattfindende Rafzer Herbstmäss, wo vor allem dem lokalen Wein ein starker Auftritt verschafft wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Rafz in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 870, ausgestellt von König Ludwig dem Deutschen, einem Enkel Karls des Grossen. Um „für sein eigenes Seelenheil und das seiner Vorfahren“ etwas zu tun, übertrug er den Besitz des Odilloz zu Rafz dem Kloster Rheinau. Die Siedlung Rafz erlebte aber bald wieder andere Besitzverhältnisse durch verschiedene Tausch- und Abtretungsgeschäfte. Über Umwege wurde die Niedere Gerichtsbarkeit im Jahr 1496 an die Stadt Zürich verkauft. Von nun an war der Zürcher Landvogt zu Eglisau für die Bewohner des Rafzerfeldes zuständig. Die hohe Gerichtsbarkeit verblieb den deutschen Grafen von Sulz. Die drei roten Spitzen im unteren Teil des Rafzer Wappens symbolisieren ihren Schild. Diese Herren führten ein bewegtes und aufwändiges Leben. Auch drückten die Nachwehen des Dreissigjährigen Krieges schwer auf das sulzische Haus. Man sah sich gezwungen, im Jahr 1651 die Hohe Gerichtsbarkeit ebenfalls an die Stadt Zürich zu verkaufen. Seither gehört das Rafzerfeld zum Stande Zürich und zur Eidgenossenschaft.

Am 22. Februar 1945 bombardierte die US-Armee Rafz irrtümlicherweise, hierbei starben acht Menschen.

Kirchen[Bearbeiten]

In Rafz sind fünf christliche Gemeinschaften präsent:

  • Die Kirche im Zentrum von Rafz befindet sich an der Chilegass und wird von der Evangelisch-reformierten Landeskirche genutzt. Das Gebäude geht auf das Jahr 1585 zurück. An der gleichen Stelle soll sich im Mittelalter eine Kapelle befunden haben, die dem Hl. Nikolaus von Myra geweiht gewesen war. Bis 1496 war diese Kapelle eine Filiale der Mutterkirche in Lottstetten.[2]
  • Die Römisch-katholische Landeskirche ist in Rafz mit der Auferstehungskirche St. Maria Magdalena präsent, die sich an der Badener-Landstrasse 12 befindet. Sie wurde 1994 eingeweiht und bietet als Besonderheit ein Gesamtkunstwerk vom Künstler Alois Spichtig, das sich von der Strasse durch das Gebäude hindurch bis zum Altarraum hinzieht.[3]
  • Die Neuapostolische Kirche besitzt eine Kirche, die im Hegi 25 (beim Friedhof von Rafz) liegt.[4]
  • Die Evangelische Freikirche Rafz (EFRA) ist im Jahr 2002 durch den Zusammenschluss zweier freikirchlicher Gemeinden entstanden: der Chrischonagemeinde Rafz und der Freien Missiongemeinde Rafz. Die Mitglieder der EFRA gehören zum Verein Chrischonagemeinden Schweiz. Die Gottesdienste der EFRA finden im Zentrum Tannewäg statt.[5]
  • Die Gemeinde für Christus (vormals Evangelischer Brüderverein) versammelt sich im Gemeindehaus GfC am Chrischonawäg 7.[6]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rafz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Kirchgemeinde Glegra (Hg.): Auferstehungskirche St. Maria Magdalena Rafz, Rafz 1994, S. 34.
  3. Website der Pfarrei Glegra. Abgerufen am 16. November 2013.
  4. Website der NAK, Abschnitt Rafz. Abgerufen am 16. November 2013.
  5. Website der EFRA, Abschnitt über uns. Abgerufen am 16. November 2013.
  6. Website der GfC, Abschnitt Gemeinden. Abgerufen am 16. November 2013.