Affoltern (Stadt Zürich)

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Wappen von Affoltern
Wappen von Zürich
Affoltern
Quartier von Zürich
Karte von Affoltern
Koordinaten 680580 / 25258047.4190948.506474460Koordinaten: 47° 25′ 9″ N, 8° 30′ 23″ O; CH1903: 680580 / 252580
Höhe 460 m
Fläche 6,04 km²
Einwohner 24'627 (31. Mrz. 2012)
Bevölkerungsdichte 4077 Einwohner/km²
BFS-Nr. 261-111
Postleitzahl 8046
Stadtkreis Kreis 11 seit 1934

Affoltern ist ein Quartier der Stadt Zürich. Die ehemals selbständige Gemeinde Affoltern wurde 1934 eingemeindet und bildet heute zusammen mit Oerlikon und Seebach den Kreis 11.

Affoltern ist durch den Käferberg von der Innenstadt getrennt. Es ist vorwiegend ein Wohnquartier.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

Gespalten von Gold und Rot, rechts ein grüner Apfelzweig mit drei roten Früchten, links im Schildhaupt ein goldener Stern.

Das Wappen deutet mit dem Apfelzweig auf den Ortsnamen hin. Der goldene Stern bezieht sich auf das Kloster Wettingen, dass in der Gemeinde Grundbesitz und Zehntenrechte hatte.

Geschichte[Bearbeiten]

Bauernhof in Unteraffoltern, 1671 anstelle eines Vorgängerbaus erstellt

Die erste Erwähnung stammt aus dem 9. Jahrhundert. Ein Zinsrodel des Klosters St. Gallen, welcher in der Stiftsbibliothek aufbewahrt wird, vermerkt den Besitz der Höfe Affaltrahe, Affaltra, Affoltera und Affaltron. Es handelt sich um die Vorläufer der heutigen Quartiere Ober- und Unterdorf. Im 11. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Freiherren von Regensberg adaptiert, welche in der Stammburg Alt-Regensberg lebten. Das Geschlecht verschwand nach wenigen Generationen und damit auch die Bedeutung der meisten Güter im Furttal – dazu gehörten auch diejenigen in Affoltern. Bis ins 17. Jahrhundert gehörte Affoltern zur Kirchgemeinde Höngg, dann eine kurze Zeit zu Dielsdorf und schliesslich bis ins 19. Jahrhundert zu Bülach. Im Jahre 1934 wurde Affoltern zusammen mit den Gemeinden Albisrieden, Altstetten, Höngg, Seebach, Oerlikon, Schwamendingen und Witikon eingemeindet.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Affoltern stammt ab vom althochdeutschen Wort „aphaltra“ (Apfelbaum, ahd. aphal=Apfel, ahd. tra=Baum) [1]

Eingemeindung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Affoltern bei Zürich und sieben weitere selbständige Gemeinden wurden 1934 Teil der Stadt Zürich. Zusammen mit den weiteren Glattal-Gemeinden Oerlikon, Seebach und Schwamendingen wurde Affoltern in den neuen Stadtkreis 11 eingeteilt, wobei Schwamendingen anlässlich einer Revision der Stadtkreise 1971 in einen eigenen, neu geschaffenen Kreis 12 umgeteilt wurde.

Bezirksgliederung[Bearbeiten]

Ansicht vom oberen Katzensee, im Hintergrund die ETH-Hönggerberg

Affoltern besteht aus den Quartieren Neu-Affoltern, Ober-Affoltern und Unter-Affoltern. Neu-Affoltern grenzt an die Stadtbezirke Oerlikon und Seebach. Ober-Affoltern bildet die Verbindung zu Höngg und der ETH Science City. Unter-Affoltern grenzt an das Naturschutz- und Naherholungsgebiet Chatzensee.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1941 hatte der Stadtbezirk Affoltern noch überschaubare 3000 Einwohner. Bis zu Beginn der 1950er Jahre wurde das Quartier kaum wahrgenommen. Dann kam der erste grosse Bauboom, wo unter anderem neben den bestandenen Quartieren Ober- und Unter-Affoltern das dritte Quartier Neu-Affoltern entstand. Innerhalb von nur 10 Jahren wurden Wohnungen für mehr als 10'000 neue Einwohner gebaut. Die Einwohnerzahl stagnierte dann 40 Jahre lang bis ins Jahr 2002 bei ca 18'000 Einwohnern. Anfang des 21. Jahrhunderts erlebt die Stadt Zürich einen bis heute andauernden Wohnungsmangel, weshalb um diese Zeit der zweite grosse Bauboom startete. Diesmal wurden vor allem die noch freiliegenden Landflächen vom Zehntenhausplatz / In Böden bis nach Holzerhurd und dem Chatzensee Erholungsgebiet umgezont und grosszüg, modern und familiengerecht bebaut. Dazu kamen neue Strassen, Alleen und Parkanlagen. Der Bezirk zählte Ende 2009 mehr als 24'000 Einwohner, doch auch im Jahre 2010 ist die Bebauung der Flächen noch nicht abgeschlossen. Somit ist Affoltern der bevölkerungsreichste Bezirk in Zürich-Nord und, nach Altstetten, der ganzen Stadt Zürich. Seit acht Jahren ist Affoltern der Stadtbezirk mit dem jährlich höchsten Bevölkerungswachstum.

Leben in Affoltern[Bearbeiten]

Das Gebiet um den Zehntenhausplatz / „In Böden“ mit seinen Boutiquen, einigen Restaurants und Gasthäusern, kleinen Einkaufszentren und anderen Geschäften ist eher städtisch geprägt. Damit kontrastiert der alte Dorfkern mit seinen Riegelbauten und Bauernhöfen. Jenseits der Autobahnbrücken liegt ein Naturschutzgebiet mit drei kleinen Seen und einem Strandbad. Das Naherholungsgebiet ist an schönen Tagen und auch im Winter, wenn die Seen zugefroren sind, bei Erholungssuchenden aus der Innenstadt beliebt. In Affoltern leben vorwiegend junge Familien mit Kindern, welche eine ruhige Umgebung suchen und dennoch auf eine gute Infrastruktur zurückgreifen wollen.

Das Bild von Affoltern ist geprägt durch seine vielen Neubauwohnungen. Die meisten wurden im Flachdachdesign gestaltet. Überbauungen wie N-Joy [Quartieren Ober- und Unter-Affoltern das dritte Quartier/] oder Wolfswinkel[2] erhielten nationales Interesse unter Architekten für den modernen Urbanbau. Die meisten Bauten wurden im Minergiestandard mit Wärmepumpen und Solarzellen gebaut. Nachhaltigkeit wurde bei der Gestaltung gross geschrieben.

Verkehr[Bearbeiten]

Affoltern verfügt über einen S-Bahnhof, welcher von der S-Bahnlinie 6 bedient wird. Die Linie 6 fährt im 30min Takt von Uetikon nach Baden via Stadelhofen, Hauptbahnhof, Oerlikon.

Weiter gibt es einen Autobahnanschluss an den Nordring (Nordumfahrung Zürich), welcher einen Teil der Autobahn A1 von Genf nach St. Gallen und der Autobahn A4 von Schaffhausen in die Zentralschweiz ist. Der Autobahnanschluss ist verbunden mit der Wehntalerstrasse, welche eine wichtige Strasse für die Erschliessung des nordwestlichen Teils des Kanton Zürichs ist.

Weiter wird Affoltern über die Wehntalerstrasse mit der Trolleybuslinie 32 und den Autobuslinien 61/62 bedient. Die Linie 32 fährt im Fünf-Minuten-Takt (morgens/abends, sonst 7/8-Minuten-Takt) via Bucheggplatz zum Limmatplatz (Langstrasse) bis zum Strassenverkehrsamt. Die Linien 61/62 verbinden Affoltern mit Oerlikon und Schwamendingen. Die Busse verkehren im Sechs-Minuten-Takt (ab Bahnhof Affoltern) und alle zwölf Minuten nach Unteraffoltern oder ins Neubaugebiet Ruggächern (Endhaltestelle Mühlacker). Weiter werden ab der Station Glaubtenstrasse mit der Linie 80 im Fünf-Minuten-Takt die Quartiere Altstetten und Neu-Oerlikon bedient. Mit der Linie 29 wird der Bezirk Seebach verbunden. Die Linie 40 fährt ab Glaubtenstrasse zum Bucheggplatz. Weiter fährt ab Unteraffoltern die Linie 37, welche direkt die ETH Science City auf dem Hönggerberg anfährt.

Das Zürcher Nachtnetz verbindet Affoltern mit der Buslinie N1, welche an den Wochenenden im 30-Minuten-Takt verkehrt.

Verkehrszukunft[Bearbeiten]

Die Verkehrsplanung der Stadt Zürich sieht ab 2016 vor, dass die neue S-Bahnlinie 21[3] vom Hauptbahnhof via Oerlikon nach Affoltern verkehrt, um in den Hauptverkehrszeiten einen 15-Minuten-Takt zu gewährleisten.

2023 soll Affoltern ein Tram via Bucheggplatz in die City erhalten. Die Tramlinie 11 wird ins Holzerhurd verlängert. 2028 soll zudem die Tramlinie "Nordtangente" von Affoltern über Oerlikon nach Schwamendingen führen.

Kirchen[Bearbeiten]

Reformierte Kirche Unterdorf von 1683

In Affoltern befinden sich folgende Kirchen und Gotteshäuser:[4]

Die evangelisch-reformierte Kirche besitzt in Affoltern zwei Kirchen:

  • die Kirche Unterdorf, welche im Jahr 1683 erbaut wurde. Sie war bis 1664 nach Höngg kirchengenössig. Die einfache, kleine Barockkirche befindet sich im Inventar der schützenswerten Gärten und Anlagen und besitzt eine Orgel der Firma Kuhn, Männedorf, die im Jahr 1983 gebaut wurde.
  • die Kirche Glaubten, welche in den Jahren 1971/1972 nach Plänen der Architekten Esther und Rudolf Guyer, Zürich und Zumikon erbaut wurde. Sie besitzt eine Orgel, die durch die Manufacture d’Orgues Muhleisen, Strasbourg, erbaut wurde.
  • Ebenfalls für einen Teil von Affoltern zuständig ist die sich auf dem Gebiet von Unterstrass befindliche Matthäuskirche, welche in den Jahren 1949–1950 nach Plänen des Architekten Max Gomringer erbaut wurde.

Für die römisch-katholischen Bewohner von Affoltern sind zwei Pfarreien zuständig:

  • Die Pfarrkirche St. Katharina, welche in den Jahren 1969–1972 von den Architekten Wilhelm und Eugen O. Fischer erbaut wurde.
  • Für Neuaffoltern zuständig ist die auf dem Gebiet von Unterstrass gebaute Kirche Allerheiligen (Baujahr 1963–1964). Sie wurde vom Architekt Karl Higi erbaut und besitzt eine 2008 von Bernhardt Edskes erbaute Orgel sowie ein Fresko des Künstlers Ferdinand Gehr.

Die Neuapostolische Kirche besitzt die 1964-1965 erbaute Kirche an der Zehntenhausstrasse 12.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Affoltern beschäftigt 2800 Arbeitende. Die grossen ansässigen Unternehmen sind Gastrosuisse und BOPP.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Affoltern (Quarter Zürich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Albert Samuel Gatschet: Affoltern. In: Ortsetymologische Forschungen als Beiträge zu einer Toponomastik der Schweiz., S. 95-96.
  2. erp-architekten.ch: Egli Rohr Partner AG | Wohnüberbauung Wolfswinkel Zürich, Zugriff am 4. Juni 2010
  3. S-Bahn Zürich 4. Teilergänzungen. auf: 4-teilergaenzungen.ch Zugriff am 4. Juni 2010.
  4. Vgl. zum Folgenden: Robert Schönbächler: Kirchen und Gotteshäuser der Stadt Zürich. Neujahrsblatt Industriequartier/Aussersihl. Zürich 2012.