Regensdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Regensdorf
Wappen von Regensdorf
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Dielsdorfw
BFS-Nr.: 0096i1f3f4
Postleitzahl: 8105 Regensdorf
8105 Watt
8106 Adlikon
UN/LOCODE: CH RGF
Koordinaten: 678135 / 25471747.4386078.47445443Koordinaten: 47° 26′ 19″ N, 8° 28′ 28″ O; CH1903: 678135 / 254717
Höhe: 443 m ü. M.
Fläche: 14.62 km²
Einwohner: i16'975 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1161 Einw. pro km²
Website: www.regensdorf.ch
Ansicht vom Gubrist auf das Stadtzentrum

Ansicht vom Gubrist auf das Stadtzentrum

Karte
Katzensee Deutschland Kanton Aargau Bezirk Andelfingen Bezirk Bülach Bezirk Dietikon Bezirk Pfäffikon Bezirk Uster Bezirk Zürich Bachs Boppelsen Buchs ZH Dällikon Dänikon Dielsdorf ZH Hüttikon Neerach Niederglatt ZH Niederhasli Niederweningen Oberglatt ZH Oberweningen Otelfingen Regensberg Regensdorf Rümlang Schleinikon Schöfflisdorf Stadel bei Niederglatt Steinmaur WeiachKarte von Regensdorf
Über dieses Bild
w
Das Ortszentrum Regensdorf
Gut Katzensee
Watt, Ansicht vom oberen Katzensee
Das Riedgebiet am Katzensee, unweit der Grenze zur Stadt Zürich (Affoltern)

Regensdorf ist die grösste politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich in der Schweiz. Seit den späten 1950er Jahren entwickelte sich das am Ostrand des Furttals gelegene frühere Bauerndorf zu einer Stadt in der Agglomeration Zürich.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Silber drei blaue Pfähle, überzogen von einem roten Balken

Geographie[Bearbeiten]

Nur wenige Kilometer in westlicher Richtung vom Zentrum der Stadt Zürich und vom Flughafen entfernt erstreckt sich die Gemeinde quer über das Zürcher Furttal. Das Tal bildet eine direkte Verbindung zwischen den beiden starken Wirtschaftsregionen im Raum Zürich Nord und Zürich West.

Ortsteile[Bearbeiten]

Die Gemeinde Regensdorf besteht aus drei Ortsteilen: Regensdorf, Adlikon und Watt. Unter ihnen besteht eine Art Arbeitsteilung:

Regensdorf ist der grösste Ortsteil der Gemeinde. Hier sind das Einkaufszentrum, Hotels, verschiedene Geschäfte und auch die Gemeindeverwaltung. Der Bahnhof Regensdorf-Watt befindet sich auch auf Regensdorfer Boden. Vom einstigen Bauerndorf Regensdorf ist nicht mehr viel zu sehen. Der Rest des alten Ortskerns befindet sich nahe der reformierten Kirche.

Adlikon fällt vor allem mit der grossen Wohnüberbauung Sonnhalde auf. Sie wurde von der Immobilienfirma Göhner erstellt und wird daher auch Göhnerswil genannt. Die Siedlung gehört zu einer der wenigen prämierten Siedlungen des Schweizerischen Werkbundes. Daneben gibt es noch eine alte dörflich-ländliche Umgebung. Adlikon war bis Ende 2009 eine Zivilgemeinde.

Watt ist im Kern immer noch ein Bauerndorf. Auch Watt war bis Ende 2009 eine Zivilgemeinde. Die drei Ortsteile sind miteinander zusammengewachsen. Das gut ausgebaute Strassen- und Busnetz verbindet sämtliche Ortsteile und Industriegebiete untereinander.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge der modernen Ansiedlungen gründen im 6. Jahrhundert, in der Zeit der Landnahme der Alemannen. Die älteste erhaltene Urkunde, die Regensdorf als Reganesdorf erwähnt, datiert vom Jahre 870.

Ruine Alt-Regensberg auf einem Aquarell von Ludwig Schulthess

Eine wesentliche Rolle spielten im Hochmittelalter die Freiherren von Regensberg, die auf einem kleinen Moränenhügel beim heutigen Weiler Altburg im 11. Jahrhundert eine Burg erbauten. Deren Überreste, die Ruine Alt-Regensberg (im Volksmund Altburg nach dem Weiler) sind noch heute zu besichtigen.

Seit dem 12. Jahrhundert bestehen in Regensdorf gleich zwei nahe beieinander liegende Kirchen, weshalb sich zwei Dorfteile herausgebildet haben, das Vorderdorf und das Hinterdorf.

Geschichte der mittelalterlichen Kirchen[Bearbeiten]

Die eine Kirche in Regensdorf war dem Hl. Nikolaus geweiht.[2] Diese Kirche befand sich in Nieder-Regensdorf und war eine Filiale von Höngg. Sie wird als Kapelle im Jahr 1280 erstmals erwähnt. Die Kollatur ging 1359 vom Ritter Johannes von Sehein (Seen) an Wettingen über. Gottesdienstlich wurde diese Kapelle von Höngg aus betreut, seit 1417 ist die Messe an Sonn- und Feiertagen belegt. Im Jahr 1485 gab es das Bestreben zur Gründung einer Kaplanei. 1493 erhielt diese Kirche pfarreiliche Rechte. Nach der Reformation 1524 wurde die Kapelle zum Schopf degradiert, 1956 jedoch restauriert und kirchlichen Zwecken zurückgegeben.

Die zweite Kapelle war diejenige von Ober-Regensdorf, deren Titel aber unbekannt ist. Die Kollatur besassen die von Landenberg-Greifensee, sesshaft zu Alt-Regensberg. Mit dieser Veste ging auch die Kapelle an Zürich über. Zehntenbezüger war der Pfarrer von Höngg. 1470/72 erhielt die Kirche die bischöfliche Erlaubnis zur Feier der Messe auf einem Tragaltar. Die Kapelle wurde in der Reformation in die Pfarrhaus-Remise umgewandelt. 1529 wurden beide Kapellen zu einer reformierten Pfarrei vereint.

Jüngere Geschichte[Bearbeiten]

Die Ebene des Furttals (heute weitgehend überbaut), an deren Südrand Regensdorf liegt, war bis zur Absenkung des Furtbachs (ab 1870) versumpftes Riedland und damit für landwirtschaftliche Zwecke nur eingeschränkt nutzbar. Reste des Sumpflandes finden sich noch in der Umgebung des Katzensees, insbesondere auf der Südseite.

Auf der Nordseite des ehemaligen Rieds liegen, nach Süden exponiert, Watt und Adlikon. Die Trockenlegung des Furttals ermöglichte eine Erschliessung durch Landwirtschaft und Industrie. Auf den Bau der Eisenbahn folgten bald die ersten Fabriken. Auch eine kantonale Strafanstalt wurde in Regensdorf errichtet, was im Rest des Kantons dem Satz "nach Regensdorf gehen" einen besonderen Beigeschmack gab.

Die Geschichte der Region wird von der HVF (Heimatkundliche Vereinigung Furttal) erforscht. Die Vereinigung setzt sich für die Wahrung wertvoller Objekte und Landschaften ein.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Regensdorf nahm vor allem zwischen 1960 und 1980 stark zu. Die Einwohnerzahl beträgt 16.975 (Stand 31. Dezember 2012), Tendenz zunehmend. Der Ausländeranteil liegt bei 31,5 %.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1468 97
1634 553
1850 1 201
1880 1 020
1950 2 093
1960 4 997
1970 8 566
1980 12 553
1990 13 263
2000 14 628
2005 15 425
2006 15 506
2007 15 673
2008 16 040
2009 16 270
2010 16 518

Politik[Bearbeiten]

Politisch gesehen ist Regensdorf weiterhin eine Gemeinde. Gemeindepräsident ist Maximilian Walter (Stand 2010). Die Legislative bildet die Gemeindeversammlung und als Exekutive amtet der Gemeinderat. Für die Gemeindeverwaltung wurde 2010/11 das Gemeindehaus in Regensdorf erweitert.

Zivilgemeinden[Bearbeiten]

In der Politischen Gemeinde Regensdorf hatten die beiden Orte Watt und Adlikon je eine eigene Zivilgemeinde beibehalten.

Zivilgemeinde Adlikon: Sie unterhielt die Flurwege und betrieb eine eigene Wasserversorgung für den alten Teil von Adlikon. Die Vorsteherschaft umfasste drei Mitglieder (Präsident, Gutsverwalter und Beisitzer). Jährlich fanden drei bis vier Gemeindeversammlungen statt – im Gegensatz zur Stadt, die als Legislative ein Parlament besitzt.

Zivilgemeinde Watt: Dazu gehörten der Ortsteil Watt und der Weiler Altburg. Die Fläche betrug total 588 ha. Wie bei Adlikon war auch hier die Wasserversorgung zentraler Aufgabenbereich der Zivilgemeinde.

Die Zivilgemeinden Adlikon und Watt mussten auf Grund der neuen Verfassung des Kantons Zürich bis Ende 2009 aufgehoben werden.

Kirchen[Bearbeiten]

In Regensdorf gibt es drei Kirchen:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Regensdorf verfügt über eines der grössten Industriegebiete im Kanton Zürich. Darum gibt es in Regensdorf auch gegen 10 000 Arbeitsplätze. Die verkehrstechnischen Vorteile in der Nähe der Autobahn-Nordumfahrung der Stadt Zürich und des Flughafens haben viele Unternehmen (u.a. SAP, Mövenpick, Dachser und DHL) dazu bewogen, in der grossen Gewerbezone ihre Administration und teilweise auch Produktion anzusiedeln.

Einkaufszentrum[Bearbeiten]

Das Einkaufszentrum Regensdorf liegt zusammen mit dem Mövenpick Hotel im Herzen von Regensdorf. Die Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Wie alle Zürcher Gemeinden gehört Regensdorf zum Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Der Bahnhof Regensdorf-Watt der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wird halbstündlich von der S 6 (Baden AG –) OtelfingenRegensdorfZürich HBUetikon der S-Bahn Zürich bedient. Der Bahnhof ist auch Knotenpunkt der meisten Buslinien im Furttal, die von den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG) betrieben werden. Mit dem Projekt "Zürcher S-Bahn 4. Teilergänzungen" ist ab Dezember 2015 die Aufnahme der neuen S-Bahn-Linie S21 vorgesehen, die zu Hauptverkehrszeiten Regensdorf mit Zürich HB verbindet.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Markus Stromer, Lucas Wüthrich: Regensdorf, Watt und Adlikon: Eine Dorfgeschichte. Chronos, Zürich 2009, ISBN 978-3-0340-0772-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Regensdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Vgl. zum Folgenden Felix Marbach: Pfarrei zum hl. Mauritius, in: Bischöfliches Ordinariat Chur (Hg.): Schematismus des Bistums Chur., S. 235