Niederweningen

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Niederweningen
Wappen von Niederweningen
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Dielsdorfw
BFS-Nr.: 0091i1f3f4
Postleitzahl: 8166
UN/LOCODE: CH NWG
Koordinaten: 670835 / 26231647.5077748.378892505Koordinaten: 47° 30′ 28″ N, 8° 22′ 44″ O; CH1903: 670835 / 262316
Höhe: 505 m ü. M.
Fläche: 6.88 km²
Einwohner: 2787 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 405 Einw. pro km²
Website: www.niederweningen.ch
Blick von der Lägern auf Niederweningen

Blick von der Lägern auf Niederweningen

Karte
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Niederweningen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Rot ein achtstrahliger silberner Stern vor einem gebildeten silbernen Halbmond

Geographie[Bearbeiten]

Niederweningen liegt zwischen Eggwald und Lägern am westlichen Ende des Wehntales, welches durch die Surb entwässert wird. Die 688 ha Gesamtfläche der Gemeinde verteilt sich auf 49 % Landwirtschaft, 38 % Wald, 4 % Verkehrsfläche und 9 % Siedlungsgebiet.

Die Gemeinde grenzt im Norden an Siglistorf (AG), im Osten an Schleinikon, im Südosten an Otelfingen, im Süden an Wettingen (AG), im Westen an Ehrendingen (AG) und im Nordwesten an Schneisingen (AG).

Niederweningen ist die westlichste Gemeinde im Kanton Zürich. Die höchste Erhebung liegt beim Burghorn auf 859 müM an der Lägernkrete in unmittelbarer Grenze zur Aargauer Gemeinde Wettingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei den Grabungen von 1840 bis 1911 auf der Schöfflisdorfer-, der Oberweningen- und der Schleinikerplatte sowie in Niederweningen wurden die 28 Grabhügel auf der Egg erforscht, die der jüngeren Steinzeit (2000 v. Chr) zugerechnet wurden. Das Wehntal war bereits in römischer Zeit besiedelt. Davon zeugen die beiden Gutshöfe in Oberweningen und in Schleinikon-Dachsleren. Im Jahre 507 geriet die Region unter die Herrschaft des burgundischen Königs Gundobad. Um 700 besiedelten die Alemannen das Tal. In Wenigen liess die Sippe des Wano nieder. Der Ortsnamen leitet sich aus der Bezeichnung „situs Waninctale“ (bei den Leuten des Wano) ab. Ab dem Jahre 1000 gehörte das Wehntal innerhalb des deutschen Reiches zum Herzogtum Schwaben-Alemanien. Von 1127 bis 1218 regierten die Zähringer. Ihnen folgten im 11. Jahrhundert die Freiherren von Regensberg. Ulrich von Weningen war der Vorsteher des regensbergischen Meierhofes zu Niederweningen und bekleidete als solcher das höchste Amt im Dorf.

Am 17. März 1409 gelangte Niederweningen unter die Botmässigkeit des Stadtstaates Zürichs, das dem verarmten Adel Geld auslieh und dem durch nicht eingelöste Pfandschaften Teile des heutigen Kantonsgebietes zufiel. 1431 schon klagte Regensberg über die Verletzung seiner alten Freiheiten. 1439 brach dann der so genannte Alte Zürichkrieg aus. Die Landwirtschaft musste zur Zeit der Regensberger Herrschaft Zinsen in Form von Kernen, Hafer und Dinkel sowie von Hühnern, Eiern, Gänsen und Schweinen abliefern. Ein Wachszins verbürgt das Bestehen der Bienenzucht. Freie Bauern gab es im Wehntal des 14. Jahrhunderts laut dem Habsburgischen Urbar nun mehr in Schleinikon und Dachsleren.

Im 16. und 17. Jahrhundert befand sich die Landwirtschaft in Niederweningen im Umbruch. Von 1608 bis 1668 wurden 150 Jucharten Wald zugunsten von Ackerland und Rebgelände gerodet. Als Hauptort des Wehntals konnte die Gemeinde manches selber ordnen, anderes fiel in die Zuständigkeit des Amtmanns des Domkapitels Konstanz und des Obervogtes auf Regensberg.

Die Helvetik brachte im Jahre 1803 die Mediationsverfassung und mit ihr die politische Gemeinde Niederweningen mit dem fünf Mitglieder zählenden Gemeinderat und dem Gemeindepräsidenten an der Spitze. Niederweningen gehörte zum Bezirk Bülach und innerhalb dieser Verwaltungseinheit zum Zunftgericht Schöfflisdorf. Mit der Bezeichnung Zunftgericht betonte man die Gleichstellung der Landschaft mit der Stadt Zürich, die bis 1798 allein eine Zunftverfassung gekannt hatte.

Im Jahre 1842 wurde eine Postverbindung nach Zürich eingerichtet. Im Sommer 1890 begann die Schweizerische Nordostbahn mit dem Bau der Eisenbahnlinie von der bisherigen Endstation Dielsdorf her ins Wehntal bis nach Niederweningen, der sogenannten Wehntalbahn.

Politik[Bearbeiten]

Die SVP hat 42.0 %, die SP 21.1 %, die FDP 13.9 %, die Grüne 9.0 %, die CVP 4.6 %, und die EVP 3.8 % der Wählerstimmen. Als weitere wichtige Gruppe sind die Freien Wähler Niederweningen aktiv. Gemeindepräsidentin ist Andrea Weber Allenspach. Die Gemeinderäte sind Walter Bleuler, Hubert Graf, Sybille Hauser und Christian Moser.

Schulen[Bearbeiten]

Neben der Primarschule Mammutwies und dem Kindergarten ist Niederweningen das lokale Sekundarschul-Zentrum, welches mit der Schulanlage Schmittenwies die Sekundarschule der Wehntaler Gemeinden Niederweningen, Schleinikon, Schöfflisdorf und Oberweningen beherbergt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Niederweningen ist der Endpunkt der Wehntalbahn (Oberglatt–Niederweningen), die von den Linien S5 (Pfäffikon SZZürich HB–Niederweningen) und S55 (Oberglatt–Niederweningen) der S-Bahn Zürich befahren wird. Die Züge der halbstündlich verkehrenden S5 bedienen alternierend die Endpunkte Niederweningen und Rafz, wodurch die Wehntalbahn nur stündlich bedient wird, die S55 stellt tagsüber eine zweite stündliche Bahnverbindung her. Das Gemeindegebiet wird von den beiden Bahnstationen Niederweningen Dorf und Niederweningen erschlossen, letztere liegt unmittelbar an der Grenze zur Aargauer Nachbargemeinde Schneisingen. Im weiteren Verlauf des Surbtales verkehren Postautos nach Döttingen, da die 1915 per Bundesgesetz vorgesehene Surbtalbahn nie gebaut wurde. Auch Richtung Baden und Siglistorf, Kaiserstuhl führen Postautolinien

Die Hauptstrasse 17 von Zürich nach Döttingen führt durch Niederweningen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Adolf Meyer (1866-1950), schweizerisch-amerikanischer Psychiater.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mammutfunde[Bearbeiten]

Mammutfund 2003

Bei den Bauarbeiten für die Wehntalbahn wurden Knochen von sieben Mammuts gefunden. 1967 wurden bei Aushubarbeiten auf dem Areal der Firma Bucher-Guyer AG Überreste eines 20'000 Jahre alten nacheiszeitlichen Wildpferdes gefunden. Im Jahre 2003 wurde bei verschiedenen Aushubarbeiten Überreste eines Mammutbullen und ein Stosszahn ausgegraben. Dies veranlasste den Verein für Ortsgeschichte zusammen mit Vertretern des paläontologischen Museums und der Kantonsarchäologie in Niederweningen ein Mammutmuseum zu errichten. Seit Oktober 2005 bietet das "Mammutmuseum Niederweningen" einen umfassenden Überblick über die grössten Mammutfunde in der Schweiz.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niederweningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. mammutmuseum.ch: Home - Mammutmuseum Niederweningen, Zugriff am 15. Februar 2011