Nigel Farage

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Nigel Farage (2014)
Nigel Farage (2008)

Nigel Paul Farage (ˈfærɑːʒ; * 3. April 1964 in Farnborough[1]) ist ein ehemaliger Rohstoffhändler sowie britischer Politiker und Vorsitzender der United Kingdom Independence Party (UKIP). Er ist seit 1999 Mitglied des Europäischen Parlaments, in dem er 2004 bis 2009 einer der beiden Vorsitzender der EU-skeptischen Fraktion Unabhängigkeit/Demokratie und seit 2009 einer der beiden Vorsitzenden der Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie ist. Farage beschreibt sich selbst als „Libertärer“.

Leben[Bearbeiten]

Farage hat hugenottische Vorfahren. Er wurde 1964 als einer von zwei Söhnen eines Börsenmaklers, der in der City of London arbeitete, geboren. Sein Vater war alkoholabhängig und verließ die Familie in seiner Kindheit. Farage besuchte bis 1982 das angesehene Dulwich College in London. Statt eines Studiums arbeitete er nach dem Schulabschluss als Rohstoffhändler beim London Metal Exchange. Farage war später für die Investmentbank Drexel Burnham Lambert, das Kretitinstitut Crédit Lyonnais, das Wertpapierhandelsunternehmen Refco und die Investmentbank Natixis tätig.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Farage trat schon während seiner Schulzeit in die britische Konservative Partei ein, verließ diese jedoch, als die konservative Regierung unter John Major 1992 den Vertrag von Maastricht unterzeichnete. 1993 war Farage eines der Gründungsmitglieder der United Kingdom Independence Party (UKIP), die einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union anstrebt.

Bei der Europawahl 1999 wurde Farage ins Europäische Parlament gewählt, ebenso wie bei der Europawahl 2004, bei der die UKIP ihr Ergebnis von drei auf zehn Abgeordnete steigern konnte. Farage wurde Vorsitzender der Fraktion Unabhängigkeit/Demokratie sowie 2006 auch Vorsitzender der Partei, nachdem er angekündigt hatte, durch eine straffere Parteiführung ihre Abgeordnetenzahl bei lokalen, nationalen und anderen Wahlen steigern zu wollen. UKIP solle aufhören, als eine Ein-Themen-Partei wahrgenommen zu werden, und für ihr Ziel des EU-Austritts Verbündete in anderen Parteien suchen. Allerdings stieß seine Kampagne Better Off Out („Draußen besser dran“) nur auf geringen Widerhall in anderen Parteien. Bei der Europawahl 2009 wurde Farage wiedergewählt und übernahm zusammen mit Francesco Speroni den Vorsitz in der Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie (EFD), der Nachfolgerin der Fraktion Unabhängigkeit/Demokratie.

Als Fraktionsvorsitzender fiel Farage durch verschiedene Kontroversen auf, bei denen er etwa eine durch eine Amnestie erlassene Vorstrafe auf Bewährung des französischen EU-Kommissars für Verkehr Jacques Barrot oder einen Segelurlaub des Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso mit einem griechischen Millionär öffentlich machte. 2010 zweifelte er die Rechtmäßigkeit der Methode an, mit der Herman Van Rompuy als Präsident des Europäischen Rates an die Macht gekommen war. Diesem attestierte er das „Charisma eines feuchten Lappens“ und bezeichnete Belgien als „so ziemlich ein Nicht-Land“, woraufhin ihm eine Geldbuße in Höhe von 3000 Euro auferlegt wurde.[2]

Im Zuge der Vorbereitung für die britischen Unterhauswahlen 2010 kündigte Farage im September 2009 seinen Rücktritt als UKIP-Vorsitzender an, um sich auf seine Kandidatur gegen den Speaker of the House John Bercow zu konzentrieren. Sein Nachfolger wurde Malcolm Pearson, der allerdings ein Jahr später selbst wieder zurücktrat. Farage, dessen Unterhauskandidatur erfolglos geblieben war, kandidierte daraufhin erneut um den Parteivorsitz und setzte sich bei der parteiinternen Wahl gegen David Campbell Bannerman, Tim Congdon und Winston McKenzie durch.

Als EU-Parlamentarier ist Farage in der Periode ab 2009 als Ko-Vorsitzender der FraktionEuropa der Freiheit und der Demokratie“ Mitglied in der Konferenz der Präsidenten. Sonst ist Farage in keinen Ausschüssen oder Delegationen tätig.[3]

Am 6. Mai 2010 stürzte er als Passagier mit einem Kleinflugzeug ab, das ein UKIP-Werbebanner mitzog, und erlitt mehrere Verletzungen sowie Ohnmachtszustände.[4][5]

Im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise im Euroraum und dem Rettungspaket sprach sich Farage klar gegen den Bail-out Griechenlands aus und bezeichnete ihn als Manöver, um von den Problemen in Spanien und Italien abzulenken.[6]

Familie[Bearbeiten]

Er ist seit 1999 in zweiter Ehe mit der Deutschen Kirsten Mehr verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. Außerdem hat er zwei weitere Kinder aus erster Ehe.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nigel Farage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Europäisches Parlament: Nigel FARAGE
  2. Carsten Volkery: Britischer Rechtspopulist bepöbelt EU-Ratspräsidenten. In: Spiegel Online. 2. März 2010, abgerufen am 31. Dezember 2011.
  3. Website des Europäischen Parlaments
  4. Matthew Weaver: Ukip's Nigel Farage injured in aeroplane crash. In: The Guardian. 6. Mai 2010, abgerufen am 31. Dezember 2011 (englisch).
  5. UKIP MEP Nigel Farage crashes in light plane during 2010 Election Day in UK. In: Youtube. Abgerufen am 31. Dezember 2011 (englisch).
  6. Dorothea von Wurmbrand-Stuppach: Je schneller der Euro verschwindet, desto besser für jeden. In: markenpost.de. 26. Juli 2011, abgerufen am 31. Dezember 2011 (Interview).