Hadza

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Hadza in Tansania

Die Hadza (auch Hadzabe, Hadapi, Kindiga, Tindiga, Wakindiga, Kangeju) sind eine Volksgruppe in Tansania, die 1988 schätzungsweise 1000 Menschen umfasste und heute auf etwa 700 geschätzt wird. Sie leben verstreut an den Ufern des Eyazi-Sees in einem unzugänglichen und wenig fruchtbaren Gebiet von etwa 1500 Quadratkilometern.

Sie sind traditionell Jäger und Sammler und eine der letzten Volksgruppen, die noch Steinwerkzeuge verwendet beziehungsweise in jüngster Vergangenheit verwendet hat. Mittlerweile wächst ihre Beeinflussung durch die Moderne.

Die Hadza-Sprache ist isoliert, weist aber typologische Ähnlichkeiten mit den sog. Khoisan-Sprachen auf.

Lebensraum[Bearbeiten]

Hadza bei der Jagd

Es gibt traditionell vier verschiedene Gebiete, in denen die Hadza während der Trockenzeit leben: Westlich vom Südende des Eyazi-Sees, zwischen Eyazi-See und dem östlich davon gelegenen Yaeda-Sumpf, östlich des Yaeda-Tales im Mbulu-Hochland und nördlich des Tales rund um das Dorf Mang'ola. Bei Trockenheit können sie leicht von einem Lebensraum zum nächsten wechseln. Der Zugang zum westlichsten Gebiet erfolgt über das Südende des Eyazi-Sees, der in der Trockenzeit zuerst austrocknet, oder über die Böschung des Serengeti-Plateaus am Nordufer. Auch das Yaeda-Tal kann leicht überquert werden. Während der Regenzeit leben die Hadza zwischen und außerhalb der beschriebenen Gebiete, da diese dann schlecht zugänglich sind.

Die Hadza suchten traditionell außerhalb der beschriebenen Gebiete bis in die Serengeti hinein nach Nahrung. Nahrungsquellen sind die Jagd und das Sammeln von Beeren und Honig. Obwohl die Jagd in der Serengeti verboten ist, erkennen die tansanischen Behörden an, dass hier ein Sonderfall vorliegt, und setzen die Verordnungen nicht durch. Ebenso sind die Hadza die einzige Volksgruppe in Tansania, die keine Steuern zahlen müssen.

Im Oktober 2011 hat die Regierung Tansanias zum ersten Mal die Landrechte einer Hadza-Gemeinde formal anerkannt und Eigentumsurkunden übergeben. [1] Für andere Gemeinden geht der Kampf um die Sicherung ihrer Landrechte jedoch weiter.

Existenzbedrohung[Bearbeiten]

Die verbliebenen Jagd-, Beeren- und Honiggründe der Hadza sind durch Eingriffe bedroht. Der westliche Lebensraum der Hadza befindet sich in einem privaten Jagdgebiet; der Aufenthalt der Hadza ist auf ein Reservat beschränkt, in dem sie nicht jagen dürfen. Das Yaeda-Tal, lange wegen der Tsetse-Fliege unbesiedelt, wird nun von Datooga-Hirten beansprucht. Die Datooga räumen die Hadza-Ländereien auf beiden Seiten des Tales als Weidegebiet für ihre Ziegen und Rinder. Das Wild wird bejagt und aus dem Gebiet vertrieben, die Beeren, Knollen, Honigstöcke und Wasserlöcher, auf die die Hadza angewiesen sind, verschwinden.

Die Mang'ola-Region schließlich wurde zum Hauptanbaugebiet für Zwiebeln in Ostafrika und führte zu einem starken Bevölkerungsanstieg in den letzten Jahren. Durch Dokumentationen in den Medien wurden die Mang'ola-Hadza zu einer Touristenattraktion. Das brachte sie aber auch erstmals in Kontakt mit Alkohol und der Tuberkulose-Epidemie, für die vom Alkoholismus geschwächte Organismen besonders anfällig sind.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hadza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Referenz[Bearbeiten]

  • Ludwig Kohl-Larsen: Das Elefantenspiel. Mythen, Riesen und Stammessagen. Volkserzählungen der Tindiga. Erich Röth-Verlag, Eisenach • Kassel 1956.. Eine Sammlung von Mythen der Hadzabe: Riesen, Origin der Ordnung in der Welt, Stammessagen, anekdotische Märchen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Survival International - "Hadza feiern Landtitel"