Munderkingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Munderkingen
Munderkingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Munderkingen hervorgehoben
48.2352777777789.6438888888889516Koordinaten: 48° 14′ N, 9° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 516 m ü. NHN
Fläche: 13,08 km²
Einwohner: 4969 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 380 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89597
Vorwahl: 07393
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 081
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 1
89597 Munderkingen
Webpräsenz: www.munderkingen.de
Bürgermeister: Michael Lohner
Lage der Stadt Munderkingen im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Munderkingen ist die kleinste Stadt im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der historische Stadtkern liegt in einer Schleife der Donau etwa 33 km südwestlich von Ulm, hat sich jedoch zu beiden Seiten des Flusses ausgedehnt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Norden an die Stadt Ehingen, im Osten an Rottenacker, im Süden an Unterstadion, Emerkingen und Hausen am Bussen, sowie im Westen an Obermarchtal und Untermarchtal.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde aus der Römerzeit weisen darauf hin, dass das Gebiet der heutigen Stadt Munderkingen schon in spätantiker Zeit besiedelt war. Von einer durchgehenden Besiedlung bis ins Frühmittelalter kann nicht ausgegangen werden.

Fachwerkhaus in der mittelalterlichen Innenstadt
Der 1870 erbaute Bahnhof von Munderkingen

Erstmals wurde Munderkingen im Jahr 792 in einer Urkunde des Klosters Sankt Gallen erwähnt. Das Stadtrecht wurde Munderkingen im Jahr 1230 von den Herren von Emerkingen verliehen. Ende des 14. Jahrhunderts verpfändeten die Habsburger Munderkingen an die Truchsessen von Waldburg. Die Stadt schloss sich daraufhin mit den ebenfalls an die Truchsessen verpfändeten Städten Mengen, Riedlingen, Saulgau und Waldsee zum Bündnis der Donaustädte zusammen. 1680 gelang es diesen, die Pfandherrschaft abzuschütteln und wieder direkt unter österreichische Herrschaft zu kommen. Mit dem Pressburger Frieden kam Munderkingen 1805 zu Württemberg. War Munderkingen früher von Handel und Handwerk geprägt, so führte der Anschluss an die Donautalbahn 1870 zur Ansiedlung von Industriebetrieben. Um 1900 wurden die Mühlen an der Donau auf die Erzeugung von Elektrizität umgestellt, noch heute besteht in der Stadt ein größeres Elektrizitäts- und Umspannwerk der EnBW. 1945 wurde Munderkingen zuerst durch Amerikanische Truppen besetzt und kurze Zeit später der französischen Militärverwaltung übergeben. Munderkingen blieb so Teil der französischen Besatzungszone.

Munderkingen mit Donau und katholischer Stadtpfarrkirche

Religionen[Bearbeiten]

Munderkingen ist von jeher katholisch geprägt. Zwar gab es in der Reformationszeit hier protestantische Bestrebungen, die jedoch von den Stadtoberen bekämpft wurden. Heute verteilen sich die Konfessionen so: katholisch 73 %, evangelisch 16 %, muslimisch 5 %.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Der nahe gelegenen Weiler Algershofen ist Teil der Stadt Munderkingen.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus von Munderkingen

Munderkingen ist Sitz des 1973 gegründeten Gemeindeverwaltungsverbands Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen, dem neben der Stadt die Gemeinden Emeringen, Emerkingen, Grundsheim, Hausen am Bussen, Lauterach, Obermarchtal, Oberstadion, Rechtenstein, Rottenacker, Untermarchtal, Unterstadion und Unterwachingen angehören.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Bei den Bürgermeisterwahlen am 22. April 2007 wurde Michael Lohner mit einem Ergebnis von 98,8 % in seinem Amt bestätigt.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 53,7 % (2004: 56,1 %)
 %
50
40
30
20
10
0
49,5 %
30,4 %
18,3 %
1,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,7 %p
+0,2 %p
+3,6 %p
+1,8 %p

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte zu folgendem Ergebnis:[2]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze (+/–)
CDU 49,5 % 10 (–1)
FWG 30,4 % 6 (±0)
GRÜNE 18,3 % 3 (+1)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 1987 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Munderkingen und der französischen Stadt Riedisheim im Elsass.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Regionalexpress nach Neustadt im Bahnhof Munderkingen

Verkehr[Bearbeiten]

Munderkingen liegt an der Donautalbahn von Donaueschingen nach Ulm. Es besteht ein Stundentakt nach Ulm und Sigmaringen und ein Zwei-Stunden-Takt nach Tuttlingen, Donaueschingen und Neustadt (Schwarzwald). Munderkingen ist dem Donau-Iller-Nahverkehrsverbund angeschlossen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Munderkingen verfügt je über eine Grund-, Haupt-, Real- und Förderschule. Ein Gymnasium gibt es in Munderkingen nicht, obwohl die Stadt früher eine eigene Lateinschule besaß. Die nächsten Schulstädte sind Ehingen (Donau) und Biberach an der Riß. Die Erwachsenenbildung wird von der stadteigenen Volkshochschule organisiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Narrenfigur Wusele der Trommgesellenzunft Munderkingen

Munderkingen liegt an der Hauptroute der Oberschwäbischen Barockstraße sowie am Donauradweg von Donaueschingen nach Wien. Munderkingen ist so vor allem im Sommer ein beliebter Rastpunkt für viele Radwanderer.

Museen[Bearbeiten]

Das Städtisches Museum ist im ehemaligen Heilig-Geist-Spital untergebracht. Es widmet sich den Römern und Alemannen, der Stadtgeschichte, dem Handwerk der Munderkinger Bürstenmachern Menne und Bremensdorfer, der Postgeschichte, Munderkinger Persönlichkeiten, Radhauben und Puppen.[3]

Bauwerke[Bearbeiten]

Donaubrücke[Bearbeiten]

Die sogenannte „Neue Donaubrücke“ war 1893 die erste massive Betonbogenbrücke, die mit Dreigelenkbogen und mit einer Bogenspannweite von mehr als 50 m erbaut wurde: Ingenieur Leibbrand aus Stuttgart war der Erbauer, die Arbeiten wurden von der Baufirma Buck aus Ehingen durchgeführt.[4][5] Die Bautechnik der Munderkinger Donaubrücke wird heute als herausragende Brückenbauleistung im Deutschen Museum in München dargestellt. Die Brücke wurde bei Kriegsende, am 22. April 1945, von abrückenden deutschen Pioniertruppen, unter Aufsicht einer SS-Einheit, gesprengt. Der Wiederaufbau begann unmittelbar nach dem Krieg. Bereits im Juni 1948 wurde die wiedererstellte Donaubrücke durch die Besatzungsmacht der französischen Zone eingeweiht.

Altes Krankenhaus[Bearbeiten]

Das 1889/90 errichtete historistische Bauwerk gehört zu den stadtbildprägenden Bauwerken der Stadt im Alb-Donau-Kreis. Der Kunsthistoriker Guido Hinterkeuser würdigte es als „bedeutendes Baudenkmal“: „Blickfang des Gebäudes, dessen zweigeschossige Hauptschaufront sich entlang der Schillerstraße erstreckt, ist ein markanter Turm, der für viele Munderkinger auch ein Stück Identität verkörpert. Mit einem Fachwerkgeschoss spielte der aus Ehingen stammende Architekt Joseph Breig auf die traditionelle Munderkinger Bauweise an, während der neogotische Knickhelm als Anleihe aus der rheinischen Gotik interpretiertwerden kann. Damit erweist sich der Turm als typischer Vertreter des historistischen Baustils. Das geböschte Erdgeschoss und die unregelmäßige Eckquaderung entlang der Mauerkanten verleihen ihm Wehrhaftigkeit. Das Portal vereint Elemente von Gotik und Renaissance, einen besonderen Akzent setzen hier die hervorstehenden Kragsteine“.[6]

Kirchen[Bearbeiten]

Die katholischen Pfarrkirche St. Dionysius verbindet mittelalterliche gotische Bausubstanz mit Veränderungen aus der Zeit der Renaissance und des Barock. Chor und Kirchenschiff wurden um 1700 gänzlich neu im Stil des Barock ausgeschmückt. Einige Tafelbilder des ehemaligen gotischen Hochaltars finden sich heute an den Seitenwänden. Die Kirche und die von dem namentlich nicht bekannten Meister des Munderkinger Altars geschaffenen Bilder dieses gotischen Altars gelten heute als eine besondere Sehenswürdigkeit des Alb-Donau-Kreises[7].

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Munderkingen ist traditionell eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten]

Stadtansicht von Munderkingen mit Portrait Weitzmanns

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  3. Karl-Heinz Burghart (khb): Nach der Zwangspause öffnet das Munderkinger Museum wieder. In: Schwäbische Zeitung vom 26. Juni 2012
  4. Munderkinger Donaubrücke. In: Structurae.
  5. Betonbrücken bei Zeno.org. Artikel aus: Viktor von Röll (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, 2. Aufl. 1912–1923, Bd. 2, S. 271 ff. (Mit Darstellung des Längsschnittes und Gelenks der Donaubrücke)
  6. Ehinger Tagblatt, 26. August 2010
  7. Alb-Donau-Kreis –Tourismus (Hrsg.): kultiurraum albdonaukreis. Ausgabe 08/2009 (Ulm 2009)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Munderkingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien