Oggau am Neusiedler See

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Oggau am Neusiedler See
Wappen von Oggau am Neusiedler See
Oggau am Neusiedler See (Österreich)
Oggau am Neusiedler See
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Eisenstadt-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: EU
Fläche: 52,08 km²
Koordinaten: 47° 50′ N, 16° 40′ O47.83333333333316.666666666667130Koordinaten: 47° 50′ 0″ N, 16° 40′ 0″ O
Höhe: 130 m ü. A.
Einwohner: 1.785 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 34 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7063
Vorwahl: 02685
Gemeindekennziffer: 1 03 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 52
7063 Oggau am Neusiedler See
Website: www.oggau.at
Politik
Bürgermeister: Ernst Schmid (SPÖ)
Gemeinderat: (2007)
(21 Mitglieder)
10
9
2
10 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Oggau am Neusiedler See im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Breitenbrunn am Neusiedler See Donnerskirchen Großhöflein Hornstein Klingenbach Leithaprodersdorf Loretto Mörbisch am See Müllendorf Neufeld an der Leitha Oggau am Neusiedler See Oslip Purbach am Neusiedler See Sankt Margarethen im Burgenland Schützen am Gebirge Siegendorf Steinbrunn Stotzing Trausdorf an der Wulka Wimpassing an der Leitha Wulkaprodersdorf Zagersdorf Zillingtal Eisenstadt Rust BurgenlandLage der Gemeinde Oggau am Neusiedler See im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Weinlehrpfad bei Oggau

Oggau am Neusiedler See ist ein Ort mit 1785 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Burgenland am Westufer des Neusiedler Sees. Seit 1994 hat der Ort den Status einer Marktgemeinde.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]

Der Ortsname ist zum ersten Mal 1344 als villa Zaka bezeugt. Diese Form stammt aus dem altungarischen Personennamen Sac. Die Siedlung ist also nach ihrem ersten Besitzer benannt.

Im Deutschen wurde der anlautende Zischlaut /s/ des nicht weiter verständlichen Namens mit der mhd., bei Ortsbestimmungen überaus häufigen Präposition ze ("zu; in") identifiziert; wenn man die vermeintliche Präposition wegließ, blieb als Ortsname nur noch das heutige Oggau übrig. Diese eingedeutschte Form wiederum wurde bald ins Ungarische zurückentlehnt und ist seit 1393 als Oka bezeugt.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Oggau dann in der Provinz Pannonia.

Die erste urkundliche Erwähnung Oggaus (eigentlich des ungarischen Ortsnamens Oka) geht auf das Jahr 1344 zurück. Bei Ausgrabungen wurden Trinkschalen mit Rotweinresten aus der Römerzeit gefunden. Aufgrund dieses Fundes ist Oggau die „älteste Rotweingemeinde Österreichs“.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach bittere Verhandlungen ein Teil Ungarns in den Vertrag von Trianon 1920 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Marktgemeinde ist Oggau am Neusiedler See seit 1994 (durch VO 16).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Ernst Schmid von der SPÖ.

Die Mandatsverteilung (21 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 10, ÖVP 9, FPÖ 0, Grüne 0 und andere Listen FBL 2 Mandate.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein silberner, zweitürmiger, gezinnter Torbau mit geöffnetem Rundbogentor, aufgezogenem goldenen Fallgitter, Kegeldächern und je einem geöffneten Rundbogenfenster an den Türmen. Aus dem linken Obereck bricht eine goldene Sonne hervor. Die Ortsfarben sind den Tinkturen des Wappens entsprechend Silber- (Weiß-) Blau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die barocke Pfarrkirche wurde von 1727 bis 1731 erbaut und besitzt einen Schrein aus dem Rokoko. Der Pfarrhof wurde 1795 errichtet. In Oggau befinden sich zwei Pestsäulen (errichtet 1695 und 1713).

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der Hölzlstein, ein rund 10 mal 20 Meter großer Kalkstein, der etwas außerhalb der Ortschaft liegt. Dabei handelt es sich um einen Überrest aus der Zeit, als die Gegend noch unter dem Meeresspiegel lag. Einer Sage nach bewohnten einst Hexen den Hölzlstein.

Jedes Jahr Ende August wird ein Kirtagbaum aufgestellt. Dies wird von Generation zu Generation weitergegeben. Anlass dafür ist die Musterung. Alle zukünftigen Soldaten bzw. Zivildiener stellen diesen Baum gemeinsam auf.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Oggau am Neusiedler See

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Paul Fasching (* 1951), Landwirt und Politiker, Mitglied des Gemeinderats von Oggau
  • Josef Lentsch (1909–1988), Politiker, Landeshauptmann des Burgenlands
  • Elias Wimmer (1889–1949), Politiker, Bürgermeister von Oggau

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oggau am Neusiedler See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien