Hamburg-Wohldorf-Ohlstedt

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Wappen von Hamburg
Wohldorf-Ohlstedt
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 41′ 34″ N, 10° 7′ 52″ O53.6928210.13117Koordinaten: 53° 41′ 34″ N, 10° 7′ 52″ O
Fläche 17,3 km²
Einwohner 4433 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 256 Einwohner/km²
Postleitzahl 22397
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Wohldorf-Ohlstedt ist heute ein Stadtteil der Freien und Hansestadt Hamburg im Bezirk Wandsbek. Er wurde 1872 aus den Hamburger Ortsteilen Ohlstedt im Süden und Wohldorf im Norden zusammengelegt. Ohlstedt gehört zu den wohlhabendsten Stadtteilen Hamburgs. Das Bild dieses Stadtteils ist überwiegend durch herrschaftliche Villenanwesen auf großzügigen, parkähnlichen Grundstücken geprägt. Wohldorf-Ohlstedt ist eines der sechs so genannten Walddörfer. Diese zählen zu den natürlichsten und von der Vegetation her reichsten Wohnregionen Hamburgs.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Wohldorfer Herrenhaus von 1714 residierten die Hamburger Ratsherren und später Senatoren, wenn sie die Walddörfer bereisten.
Die Kate von 1834 ist das älteste erhaltene Gebäude in der Alten Dorfstraße.
Der Kupferhof in Wohldorf und seine Umgebung tragen ihren Namen von dieser Kupfermühle.
Von Karl Schneider entworfenes Wohnhaus in der Bredenbekstraße 29. Der Bauherr brauchte 1928 für dieses damals avantgardistische Gebäude eine Sondergenehmigung von Fritz Schumacher

Die erste urkundliche Erwähnung von Ohlstedt war 1292. Elf Jahre später wurde Wohldorf 1303 erstmals erwähnt. Seit 1306 lässt sich die Burganlage des Herrenhauses in Wohldorf nachweisen. Wohldorf kam 1370 in den Besitz von Hamburger Bürgern. 1374 wurde die Burganlage von Hamburg zerstört. Ohlstedt wurde 1391 an hamburgische Bürger verpfändet und 1407 an Bürgermeister Hildemar Lopowe verkauft. 1437 ging Wohldorf endgültig in Hamburger Besitz über, Ohlstedt folgte im Jahre 1463. 1471 entstand die Wohldorfer Kornmühle und 1489 fand die Errichtung des Wohldorfer Herrenhauses statt, das 1712 bis 1714 durch einen Neubau ersetzt wurde. Spätestens 1529 (eventuell aber auch schon Mitte des 15. Jahrhunderts) wurde die Alsterschleuse errichtet, die früher erhebliche Bedeutung für die Alsterschiffahrt hatte (Ende des 16. Jahrhunderts wurden bis zu 600 Schleusungen pro Jahr gezählt), heute jedoch nur noch der Wasserregulierung dient.[1] 1622 wurde der Kupferhof in Wohldorf als Messingdrahtmühle errichtet. Später diente er als Walckmühle. Den heutigen Namen hat das Gebäude von seiner Nutzung als Kupferhammer seit 1686. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dort eine Baumwollweberei betrieben, die bis zu 150 Arbeiter beschäftigt. Nach deren Stilllegung 1899 kaufte Johannes Semler den Kupferhof und baute ihn zu seinem Wohnsitz um.[1]

Der Ohlstedter Dorfmittelpunkt befand sich ursprünglich am Ohlstedter Platz, wo die Höfe der drei Vollhufner und der beiden Halbhufner standen. Das heutige Ortszentrum beim U-Bahnhof an der Alten Dorfstraße war bis zum 18. Jahrhundert unbebaut. Erst dann ließen sich dort die neuangesiedelten Kätner nieder.[1] Mit den Gebäuden Alte Dorfstraße 19 (von 1834) und Westerfelde 1 (von 1840) sind noch zwei Katen aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Die Kate von 1834 wurde vom Ohlstedter Vollhufner Cord Hinrich Buck für seine Tochter erbaut.

Eine gemeinsame Dorfschule von Wohldorf und Ohlstedt „Im Busch 8“ wurde 1751 errichtet, brannte aber 1911 ab. 1784 erteilte die für die hamburgischen Walddörfer zuständige Waldherrenschaft eine Genehmigung für den Bau einer ersten „Wirtschaft und Hökerei“ in Ohlstedt, die an der Alten Dorfstraße errichtet wurde. Branntwein und Bier musste der Wirt von der „Herrschaftlichen Brau- und Brennerei des Wohldorfer Hofes“ beziehen. Anstelle des 1927 aufgrund Blitzschlages abgebrannten Gasthauses steht heute ein Hotel.[1] Der Wohldorfer Wald wurde 1770 zum Erholungsgebiet erklärt.

Die 1843 im Duvenstedter Triftweg errichtete Wohldorfer Schmiede wurde in den 1970er Jahren abgetragen und im Museumsdorf Volksdorf wieder aufgebaut.[1] 1872 wurden die beiden Gemeinden Wohldorf und Ohlstedt zur Gemeinde Wohldorf-Ohlstedt zusammengefasst. Das Gebäude der heutigen Freiluftschule an der Bredenbekstraße in Wohldorf wurde 1884 anstelle eines abgebrannten Vorgängerbaus von 1773 als Gastwirtschaft errichtet und bis in die 1940er Jahre betrieben. Nach der Nutzung als Lazarett (seit 1943) und Altersheim war dort von 1950 an für knapp zwanzig Jahre eine Grundschule untergebracht.[1] Die Freiwilligen Feuerwehren in Wohldorf und Ohlstedt wurde 1894 gegründet.

Der Bau der Elektrische Kleinbahn Alt-Rahlstedt–Volksdorf–Wohldorf (Kleinbahn (EKV)) begann 1904. Der Streckenabschnitt zwischen Volksdorf und Wohldorf wurde im Mai 1907 eröffnet. Mit der Inbetriebnahme der Walddörferbahnverlängerung von Volksdorf nach Ohlstedt 1925 wurde der Betrieb nach Süden eingestellt, die Kleinbahn fuhr nur noch zwischen Wohldorf und Ohlstedt, bis auch dieses Reststück am 29. Januar 1961 stillgelegt wurde.[1]. Nachdem sich die Planungen für einen Museumsbahnbetrieb zerschlagen hatten, wurde auf der Strecke ein Wanderweg errichtet. Für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs entstand ein Ehrenmal im Wohldorfer Wald. Nach dem Richtfest 1927 wurde das neue Rathaus der Verbandsgemeinde 1928 eröffnet. Es beherbergte auch eine Filiale der Hamburger Sparkasse und ist bis heute Standort der Freiwilligen Feuerwehr. Nach der Eingemeindung nach Hamburg durch das Groß-Hamburg-Gesetz 1937 zog anstelle der nicht mehr existierenden Gemeindeverwaltung für die nächsten 50 Jahre die Post in das Gebäude, das heute nach dem Gemeindevorsteher der Weimarer Zeit „Richard-Timmermann-Haus“ heißt. Ebenfalls 1928 wurde in der Bredenbekstraße 29 eine für die damalige Zeit extravagante Backsteinvilla nach Plänen von Karl Schneider errichtet. Da die Gemeindeverwaltung dem Bau ablehnend gegenüberstand, bedurfte der Bauherr einer Ausnahmegenehmigung des Hamburgischen Oberbaudirektors Fritz Schumacher. Die „Schule am Walde“ wurde 1931 im Kupferredder gebaut und im August des Jahres eröffnet. Sie ersetzte das alte Schulhaus aus den 1850er Jahren. Nachdem sie 1997 um einen Realschulzweig erweitert wurde, ist sie seit dem Schuljahr 2011/2012 wieder eine reine Grund- und Vorschule.

Im Zweiten Weltkrieg war die 1912/13 erbaute Villa Westphal (auch Neuer Kupferhof genannt) in Wohldorf Sitz der Übersee-Funkzentrale für den deutschen Agentenfunk. Später diente sie als Seminargebäude der Hamburgischen Verwaltung.[1]

1954 wurde die Matthias-Claudius-Kirche in Ohlstedt gebaut und am 4. Dezember des Jahres eingeweiht. Der heutige Sportplatz des TSV Duwo 08 wurde 1956 an der Sthamerstraße errichtet. Seit 1958 steht der Duvenstedter Brook unter Naturschutz. 1968 wurde die erste Fernsprechvermittlungsstelle der Bundespost in der Ohlstedter Straße in Betrieb genommen. 1971 nahm das Gymnasium Ohlstedt seinen Unterricht in provisorischen Pavillons auf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner [2]
1987 3693
1991 3770
1995 4018
2000 4085
2001 4156
2002 4229
2003 4241
2004 4260
2005 4335
2006 4402
2007 4419
2008 4395
2009 4392
2010 4437

Bevölkerung[Bearbeiten]

  • Minderjährigenquote: 21,7 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 15,6 %.
  • Altenquote: 21,9 %, liegt leicht über dem Hamburger Durchschnitt von 19,1 %.
  • Ausländeranteil: 4,7 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 13,6 %.
  • Arbeitslosenquote: 1,7 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 6,3 %.

Wohldorf-Ohlstedt zählt zu den wohlhabenden Hamburger Stadtteilen. Das durchschnittliche Einkommen beträgt hier etwa 92.000 Euro jährlich und entspricht somit fast dem dreifachen Wert des Hamburger Gesamtdurchschnittes.[3]

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Wohldorf-Ohlstedt zum Wahlkreis Alstertal-Walddörfer. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[4]:

  • SPD 38,7 % (+16,4)
  • CDU 27,3 % (-22,4)
  • GAL 15,1 % (-0,1)
  • FDP 14,1 % (+4,7)
  • Die Linke 2,4 % (-0,1)
  • Übrige 3,4 % (+2,5)

Institutionen und öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Am U-Bahnhof Ohlstedt

In Wohldorf-Ohlstedt gibt es den Grill- und Spielplatz Haselknick bei den Ohlstedter Alsterwiesen, zwei Freiwillige Feuerwehren, einen U-Bahnhof, den Sportverein TSV Duwo 08, zwei Schulen, eine evangelische Kirche (Matthias-Claudius-Kirche) und einen Waldfriedhof. Außerdem gibt es diverse private Einrichtungen. Neben einer Bank und einigen Geschäften gibt es auch eine Kneipe, einige Läden, eine Eisdiele und ein Hotel-Restaurant.

Schulen[Bearbeiten]

In Wohldorf-Ohlstedt gibt es zwei Schulen, die „Schule am Walde“ und das Gymnasium Ohlstedt. Die „Schule am Walde“ ist zwei- bis dreizügig, das Gymnasium Ohlstedt überwiegend vierzügig, die neuen fünften Klassen im Schuljahr 2011/12 sogar fünfzügig. Die Schule am Walde ist Vor- und Grundschule.

Freiwillige Feuerwehren[Bearbeiten]

In Wohldorf-Ohlstedt gibt es mit der Freiwilligen Feuerwehr Wohldorf [5] und der Freiwilligen Feuerwehr Ohlstedt zwei Freiwillige Feuerwehren. [6]. Da Wohldorf-Ohlstedt am Rand Hamburgs liegt, sind die FF Wohldorf und FF Ohlstedt zusätzlich First Responder.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Alf Schreyer, Spuren der Vergangenheit in Wohldorf/Ohlstedt, in: 75 Jahre - Duwo 08 - 1908-1983, Festausgabe der Duwo-Post zum 75-jährigen Jubiläum 1983, Hamburg 1983, Seiten 11 ff.
  2. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
  3. Stadtteil-Profil (PDF; 3,4 MB)
  4. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  5. Freiwillige Feuerwehr Wohldorf
  6. Freiwillige Feuerwehr Ohlstedt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Wohldorf-Ohlstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien