Pantera

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Dieser Artikel behandelt die Band. Für das Automodell siehe De Tomaso Pantera. Zum römischen Soldat siehe Tiberius Iulius Abdes Pantera.
Pantera
Pantera.svg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Glam Metal und
Heavy Metal (bis etwa 1985-1988),
Speed Metal (etwa 1985-1990),
Groove Metal und
Thrash Metal(seit 1990)
Gründung 1981 (als Panteras Metal Magic)
1982 (Umbenennung in Pantera)
Auflösung 2003
Website www.pantera.com
Gründungsmitglieder
Donnie Hart (bis 1982)
Gitarre,
später Gesang
Terrence „Terry“ Lee Glaze (Gitarre: bis 1982, Gesang: 1982-1986)
Darell Lance „Diamond Darrell“/„Dimebag Darrell“ Abbott († 8. Dezember 2004)
Tommy Bradford (bis 1982)
Vinnie Paul
Letzte Besetzung
Gesang
Philip „Phil“ Anselmo (seit 1987)
Gitarre, Hintergrundgesang
Darell Lance „Diamond Darrell“/„Dimebag Darrell“ Abbott († 8. Dezember 2004)
Bass, Hintergrundgesang
Rex „Rocker“ Brown (seit 1982)
Schlagzeug
Vinnie Paul
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Rick Mythiasin (1986)
Gesang
David Peacock (1986)
Gesang
Matt L’Amour (1986)
Live-Unterstützung und Session-Musiker
Gesang
Seth Putnam (Studio-Gesang: 1995/1996)
Gitarre
Kerry King (Studio-Gitarre: 1 Song 2000)
Ross Karpelman (Studio-Keyboard: 1995/1996)

Pantera (spanisch: Panther) war eine US-amerikanische Metal-Band aus Fort Worth, Texas. Der genaue Zeitpunkt der Bandgründung kann derzeit nicht durch offizielle Quellen exakt nachgewiesen werden, erfolgte aber höchstwahrscheinlich 1981. Panteras Musik hatte starken Einfluss auf die Entwicklung des modernen Metal.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Von 1983 bis 1985 veröffentlichten Pantera ohne Unterstützung einer Plattenfirma die Alben Metal Magic, Projects in the Jungle und I Am the Night. Die erste Platte, Metal Magic, ist eine Sammlung von Liedern, die stilistisch zwischen kommerziellen Kiss und Glam Metal angesiedelt ist. Ab 1984 wurde der Stil härter und es entstand mit Projects in the Jungle ein Album, das stilistisch zwischen Def Leppards Pyromania und Iron Maidens Killers anzusiedeln ist. Das dritte Album I Am the Night enthält den ersten Speed-Metal-Song der Gruppe (das Titelstück) und bewegt sich ansonsten zwischen Heavy Metal und Power Metal. Das Album schließt mit der Halbballade Forever Tonight.

Die kurz darauf vollzogene Trennung von ihrem damaligen Sänger Terrence Lee und die Aufnahme des aus New Orleans stammenden Phil Anselmo leitete eine Reihe von Veränderungen in der Band ein. 1988 erschien mit Power Metal ein weiteres Album im Eigenvertrieb. Auf der CD ist eine Neufassung des Liedes Down Below (im Original ein Stück vom Album I Am the Night), sowie ein Lied namens Pussy tight, das Dimebag Darrell sang, enthalten. Die Band spielte auf Power Metal einen Stil zwischen Speed Metal und dem Iron Maidens und Mötley Crües. Danach begann die Gruppe damit, einen deutlich härteren, eigenständigen Sound zu verfolgen, den sie selbst Groove Metal nannte.

Im Jahr 1989 erhielten Pantera nach unzähligen Anläufen beim Major Label Atlantic Records den lang ersehnten Plattenvertrag und es erschien ein Jahr darauf mit dem von Terry Date produzierten Cowboys from Hell ihr erstes Album, das nicht im Eigenvertrieb entstanden war. Der herausragende Stil der Gruppe – geprägt von Phil Anselmos aggressivem, kraftvollen Gesang, der extravaganten Spielweise von Gitarrist Dimebag Darrell und dem präzisen Doublebass-Spiel seines Bruders Vinnie Paul – ließ Kritiker aufhorchen und läutete den Start einer steilen Karriere ein.

Nach ausgiebigen Touren quer durch die Welt schaffte es die Single Mouth for War vom 1992er Album Vulgar Display of Power als erste Albenauskopplung überhaupt direkt Platz 1 in den US-Metal-Charts zu erreichen. Pantera erhielten in dieser Zeit allgemein viel Aufmerksamkeit und Bestätigung für die Verfolgung ihres zuvor eingeschlagenen musikalischen Weges.

1994 veröffentlichten Pantera das Album Far Beyond Driven, das nach eigener Aussage das härteste Album aller Zeiten sein soll. Abgeschlossen wird die CD durch ein Cover von Black Sabbaths Planet Caravan, das durch seine ruhige Atmosphäre, den Einsatz von Akustikgitarren und außergewöhnlicher Percussion einen Kontrapunkt zu den vorigen Tracks darstellt. Die Band erreichte ohne jegliche Radio-Unterstützung die Spitze der Billboard-Charts und galt Mitte der 1990er als einflussreichste und wegweisendste harte Gruppierung. Songs wie I’m Broken oder 5 Minutes Alone sind bis heute Klassiker im Metalgenre.

Noch im selben Jahr wurden Pantera für einen Soundtrack-Beitrag für den Hollywoodfilm The Crow – Die Krähe angefragt. Sie steuerten mit dem Song The Badge (ursprünglich von Poison Idea) ein für die Band untypisches Stück bei.

The Great Southern Trendkill erschien 1996 und sollte in Anbetracht des aufgekommenen Hypes um einzelne Rockgruppen jegliche kommerzielle Anleihen der vorigen Tage vergessen machen. Pantera erreichten insofern ihr Ziel, als es bis heute das am wenigsten beachtete Album der Band blieb. Fachmagazine kritisierten dabei die übertriebene musikalische Brutalität und verschiedene – auch textlich thematisierte – Drogeneskapaden von Phil Anselmo bis hin zu einer notwendigen Wiederbelebung. Teils als rassistisch interpretierte Ansagen auf Konzerten hinterließen erstmals einen Knick in der Karriereleiter.

Ihre Veröffentlichung Reinventing the Steel aus dem Jahr 2000 ist musikalisch ein Rückgriff auf die vorherigen Alben ohne wirklich erkennbare Weiterentwicklung. Dennoch wurde das Album von Fans und Kritikern überwiegend positiv aufgenommen. Kerry King von Slayer hat einen Gastauftritt auf Goddamn Electric. Nach einem weiteren Soundtrack-Beitrag für Heavy Metal 2000 wurde es still um Pantera. Verschiedene Streitigkeiten zwischen Phil Anselmo und dem Rest der Bandmitglieder ließen Trennungsgerüchte aufkommen, ab 2003 galt die Band offiziell als aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt war Phil Anselmo schon mit seinem Hardcore-Projekt Superjoint Ritual unterwegs, sowohl in Interviews als auch auf Konzerten ließ er kein gutes Haar an seinen ehemaligen Mitmusikern. Vinnie Paul und Dimebag Darrell gründeten daraufhin ihrerseits eine neue Band namens Damageplan.

Tod von Dimebag Darrell[Bearbeiten]

Dimebag Darrell kam am 8. Dezember 2004 bei einem Konzert seiner neuen Band Damageplan im Alrosa Villa Club in Columbus, USA zu Tode, als ein 25-jähriger, geistig verwirrter Mann auf die Bühne sprang und gezielt auf ihn schoss.

Bandmitglieder im Laufe der Zeit[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Vulgar Display of Power
  DE 69 01.03.1993 (9 Wo.)
  UK 64 07.03.1992 (1 Wo.)
  US 44 14.03.1992 (77 Wo.)
Far Beyond Driven
  DE 7 04.04.1994 (26 Wo.)
  AT 8 03.04.1994 (22 Wo.)
  CH 21 03.04.1994 (9 Wo.)
  UK 3 02.04.1994 (4 Wo.)
  US 1 09.04.1994 (29 Wo.)
The Great Southern Trendkill
  DE 29 20.05.1996 (9 Wo.)
  AT 14 19.05.1996 (16 Wo.)
  CH 37 19.05.1996 (3 Wo.)
  UK 17 18.05.1996 (3 Wo.)
  US 4 28.05.1996 (16 Wo.)
Official Live 101 Proof
  DE 84 18.08.1997 (1 Wo.)
  AT 46 07.09.1997 (1 Wo.)
  UK 54 30.08.1997 (1 Wo.)
  US 15 16.08.1997 (12 Wo.)
Reinventing the Steel
  DE 18 10.04.2000 (7 Wo.)
  AT 26 09.04.2000 (3 Wo.)
  CH 84 09.04.2000 (2 Wo.)
  UK 33 08.04.2000 (1 Wo.)
  US 4 08.04.2000 (12 Wo.)
The Best of Pantera
  US 38 11.10.2003 (5 Wo.)
Cowboys from Hell
  US 117 02.10.2010 (1 Wo.)
Singles[1]
Mouth for War
  UK 73 10.10.1992 (1 Wo.)
Walk
  UK 35 27.02.1993 (2 Wo.)
I'm Broken
  UK 19 19.03.1994 (2 Wo.)
Planet Caravan
  UK 26 22.10.1994 (3 Wo.)

Studioalben[Bearbeiten]

Live-Alben und Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1994: Driven Down Under (Live)
  • 1997: Official Live: 101 Proof
  • 1998: Singles 1991–1996
  • 2003: Reinventing Hell: The Best of Pantera

Singles und EPs[Bearbeiten]

  • 1992: Mouth for War
  • 1992: Walk
  • 1994: I’m Broken
  • 1994: 5 Minutes Alone
  • 1994: Planet Caravan
  • 1994: Walk EP
  • 1994: Alive and Hostile EP

Videos und DVDs[Bearbeiten]

  • 1985: The Hot 'N' Heavy Home Vid (VHS)
  • 1991: Cowboys from Hell – The Videos (VHS)
  • 1993: Vulgar Video (VHS)
  • 1997: Pantera 3 – Watch It Go (VHS)
  • 1999: Pantera 3 – Watch It Go (DVD)
  • 2006: 3 Vulgar Videos from Hell (Wiederveröffentlichung) (Doppel-DVD)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pantera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: DE AT UK US