Panzerbüchse Modell 1935

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Panzerbüchse Modell 1935
Panzerbüchse Modell 1935
Allgemeine Information
Militärische Bezeichnung: Modell P35, Karabin przeciwpancerny wz.35,PzB770(p)
Einsatzland: Polen, Deutsches Reich
Entwickler/Hersteller: Dr. T. Felsztyn und Ingenieur Josef Maroszek
Herstellerland: Polen
Produktionszeit: 1937 bis 1939
Waffenkategorie: Panzerbüchse
Ausstattung
Gesamtlänge: 1760 mm
Gewicht: (ungeladen) 9,50 kg
Visierlänge: 300 mm
Lauflänge: 1200 mm
Technische Daten
Kaliber: 7,92 × 107
Mögliche Magazinfüllungen: 3 Patronen
Kadenz: 6 Schuss/min
Feuerarten: Einzel
Anzahl Züge: sechs Züge
Drall: Rechts
Visier: Kimme und Korn
Verschluss: Zylinderdrehverschluss
Ladeprinzip: Mehrlader
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Die polnische Panzerbüchse Modell 1935 (polnische Bezeichnung: Karabin przeciwpancerny wzór 35) wurde Anfang der dreißiger Jahre von einem Konstrukteursteam unter der Leitung von Oberstleutnant Dr. T. Felsztyn und Ingenieur Josef Maroszek entwickelt.

Erste Versuche konnten im Herbst 1935 gemacht werden. Nach kurzem Testen ging die Waffe in Produktion. Bis 1939 wurden etwa 7.600 Einheiten hergestellt, wovon bis September 1939 etwa 6.500 an die polnische Armee geliefert wurden. Die Waffe zeigte sehr gute Schussleistungen; sie durchschlug bei 30° Auftreffwinkel aus 300 m Entfernung noch 15 mm und auf 100 Meter 33 mm Panzerstahl, damit war sie selbst der nahezu fünfmal schwereren finnischen Panzerbüchse Lahti L-39 überlegen. Ein zeitgenössisches italienisches Handbuch beziffert die Durchschlagswirkung mit 40 mm.

Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Existenz der Waffe weitgehend geheim gehalten und die Schützen wurden auf geheimen Lehrgängen ausgebildet. Im Krieg wurde die Panzerbüchse Modell 35 neben der überschweren Maschinenkanone Nkm wz.38 FK zur Hauptwaffe der infanteristischen Panzerabwehr der polnischen Armee.

Die Waffe wurde vom Heereswaffenamt offiziell als PzB 770(p) geführt und von deutschen und italienischen Truppen als Beutewaffe eingesetzt. Die durch die Rote Armee erbeuteten Waffen wurden in der Sowjetunion zur Entwicklung des PTRD herangezogen, was sich vor allem in der Bauweise des Verschlusses niederschlug.

Im Jahr 1940 verkaufte das Deutsche Reich 800 Einheiten des Gewehrs an Italien, welche dort bis zum Kriegsende benutzt wurden.

Technisches[Bearbeiten]

Die Waffe ist ein Mehrlader mit Zylinderdrehverschluss und symmetrischer Zapfenverriegelung. Es befinden sich zwei Zapfen vorn im Verschluss und einer zusätzlich hinten. Der sehr dünne lange Lauf hat sechs Züge mit Rechtsdrall und kann für maximal 300 Schuss verwendet werden. Am Lauf befindet sich eine Mündungsbremse, die bis zu 65 % des Rückstoßes absorbiert. Dadurch ist der Rückschlag für eine Waffe solchen Kalibers sehr gering. Das auswechselbare Magazin enthält vier Patronen. Des Weiteren besitzt die Waffe ein Zweibein und eine feststehende Zielvorrichtung.