Granatwerfer 34

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Granatwerfer 34


Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: Granatwerfer 34
Herstellerland: Deutsches Reich
Entwickler/Hersteller: Rheinmetall
Entwicklungsjahr: 1932 / 1933
Produktionszeit: 1934 bis 1945
Mannschaft: 3 Soldaten
Technische Daten
Rohrlänge: 1,14 m
Kaliber:

8,14 cm

Kaliberlänge: L/14,1
Kadenz: 15 bis 25 Schuss/min
Höhenrichtbereich: 45°– 95 Winkelgrad
Seitenrichtbereich: 10°– 23°

Der Granatwerfer 34 war ein Standardgranatwerfer der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entwicklung des GrW 34 begann 1932 bei Rheinmetall in Düsseldorf und endete 1934 mit der Einführung als schwerer (später mittlerer) Granatwerfer beim Heer. Weitere Hersteller waren Gellnow in Oberdorla, Ruhrstahl AG in Hattingen und die Neuhoffnungshütte in Wetzlar. Ab 1940 wurde aus dem GrW 34 der kurze 8-cm-Granatwerfer 42 entwickelt.[1]

Bedienung[Bearbeiten]

Der Granatwerfer bestand aus den drei Einzelteilen: Rohr mit Verschlussstück, Bodenplatte und Zweibein mit Halterung und Gleitstück mit Spindelmutter, die sich innerhalb von drei Minuten zum feuerbereiten Werfer zusammensetzen ließen. Die Abfeuerung erfolgte auf einfache Weise, durch einen Bolzen am inneren Ende des Rohres, in das der Ladeschütze die scharfgemachte Granate von oben hineingleiten ließ. Der schwere Granatwerfer war ein Vorderlader, wie auch der leichte Granatwerfer 36. Vor dem Wirkungsfeuer musste der Werfer je nach Untergrund erst durch ein bis zwei Granaten festgeschossen werden, damit die Bodenplatte stabil auflag. Dem Festschießen folgte das Einschießen. Dies geschah etwa auf folgende Weise: Schütze 1 „Feuerbereit“, Truppführer: „350(Meter) ein Schuss-Feuer frei!“; Schütze 1: „Abgefeuert“. Truppführer: „40 nach rechts-50 kürzer-ein Schuss-Feuer frei!“; Schütze 1:„Abgefeuert“.[2]

Munition[Bearbeiten]

Für den GrW 34 gab es Sprenggranaten und Nebelgranaten. Die Sprenggranaten mit einem Gewicht von 3,5 Kilogramm hatten eine Flugdauer von 26 Sekunden. Dadurch befanden sich bei einer eingeübten Bedienung etwa sechs bis sieben Granaten gleichzeitig auf dem Flug, die dann innerhalb einer halben Minute auf das Ziel niedergingen. Beim Einschlag in das Ziel wurden Splitter im Umkreis von 30 Meter verteilt. Die Lebensdauer eines Rohres betrug ungefähr 16.000 bis 20.000 Schuss.[3]

Insgesamt gab es folgende Munition für den Werfer:

  • 8-cm Wurfgranate 34
  • 8-cm Wurfgranate 34 Kh
  • 8-cm Wurfgranate 34 Üb
  • 8-cm Wurfgranate 38
  • 8-cm Wurfgranate 38 Deut
  • 8-cm Wurfgranate 39
  • 8-cm Wurfgranate 40

Einsatz[Bearbeiten]

Der schwere Granatwerfer wurde als Granatwerfer-Zug in den Maschinengewehrkompanien der Infanteriebataillone und Schützenbataillone (mot.) eingesetzt. Je sechs schwere Granatwerfer bildeten den Granatwerfer-Zug.[4]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Terry Gander, Peter Chamberlain: Enzyklopädie deutscher Waffen 1939–1945. Motorbuchverlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02481-6.
  • Alex Buchner: Das Handbuch der deutschen Infanterie 1939–1945. Dörfler Zeitgeschichte, Utting 2001, ISBN 3-89555-041-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 8 cm Granatwerfer 34 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Terry Gander, Peter Chamberlain, S. 298
  2. Alex Buchner, S. 39
  3. Terry Gander, Peter Chamberlain, S. 300
  4. Alex Buchner, S. 31–33