Pia Cramling

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Pia Cramling (* 23. April 1963 in Stockholm) ist eine schwedische Schachspielerin.

Pia Cramling, Kallithea (Chalkidiki) 2008

Leben[Bearbeiten]

Pia Cramling begann als Zehnjährige im Huddinger Schachverein SK Passanten mit dem Schachspielen und nahm mit zwölf Jahren erstmals an Turnieren teil.[1]

Pia Cramling, Borislava Borisova und Margaretha Aatolainen bei der Schacholympiade 1982 in Luzern

Im Alter von 15 Jahren nahm sie 1978 in Buenos Aires erstmals mit der schwedischen Auswahl an der Schacholympiade der Frauen teil.

Als Mädchen spielte sie bei der ersten Jugendeuropameisterschaft, dem zweiten Europacup für Mädchen in Kikinda 1978.[2][3]

Pia Cramling gewann bei der Schacholympiade 1988 die Goldmedaille am ersten Brett.

1983 wurde ihr der Titel eines Internationalen Meisters der Männer verliehen, 1992 der Großmeister-Titel der Männer.

2003 in Istanbul und 2010 in Rijeka gewann Cramling die Europameisterschaft der Frauen.

Im Juli 2007 gewann sie das Finale des MonRoi International Women’s Grand-Prix in Montreal. Bei der Weltmeisterschaft der Frauen 2008 in Naltschik schied sie im Halbfinale gegen Alexandra Kosteniuk aus.

Im Februar 2012 gewann sie in Tiflis das Schnellschachturnier ACP Women Cup Rapid gemeinsam mit Nana Dsagnidse.

Pia Cramling ist mit dem spanischen Großmeister Juan Manuel Bellón López verheiratet und Mutter einer Tochter. Ihr Bruder Dan (* 1959) ist Internationaler Meister und gewann 1981 die schwedische Einzelmeisterschaft.[4]

Ihre Elo-Zahl beträgt 2491 (Stand: Juli 2014); damit belegt sie Platz 1 in der schwedischen Elo-Rangliste der Frauen, den 10. Platz in der gesamten schwedischen Rangliste und den 19. Platz der Frauenweltrangliste der FIDE. Im Oktober 2008 erreichte sie ihre höchste Elo-Zahl von 2550. Im Januar 1984 stand Pia Cramling allein[5], im Juli 1984 zusammen mit Zsuzsa Polgár an der Spitze der Frauen-Weltrangliste[6].

Mannschaftsschach[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Pia Cramling nahm seit 1978 an zehn Schacholympiaden teil. Sie spielte 1978, 1982, 1984, 1988, 2004 und 2008 in der schwedischen Frauenmannschaft[7] und 1990, 1992, 1996 und 2000 in der offenen Klasse.[8] Cramling erreichte 1978 (am Reservebrett), 1982 und 1984 (jeweils am ersten Brett) jeweils das zweitbeste Einzelergebnis an ihrem Brett; 1984 und 1988 erzielte sie die beste Elo-Leistung aller Teilnehmerinnen. Cramling hat seit 1989 viermal an Mannschaftseuropameisterschaften teilgenommen. Sie spielte 1989, 1992 und 1997 in der offenen Klasse, wobei sie 1989 am fünften Brett das zweitbeste Einzelergebnis erreichte[9], 2005 in der schwedischen Frauenauswahl.[10]

Vereine[Bearbeiten]

In Schweden spielte Pia Cramling bis 2004 beim SK Passanten, der jahrelang in der höchsten Spielklasse (bis 1987 Division I, danach Elitserien) vertreten war. In der Saison 2005/06 spielte sie bei der Linköpings Allmäna Schacksällskap, seit 2007 gehört sie dem Team Viking (bis 2009 Sollentuna SK) an, mit dem sie 2010 und 2012 die schwedische Mannschaftsmeisterschaft gewann. In der deutschen Schachbundesliga spielte Cramling als erste Frau in dieser Spielklasse in der Saison 1986/87 bei Lasker Steglitz, in der Saison 2002/03 und von 2008 bis 2011 spielte sie erneut in der Bundesliga, und zwar beim SK Turm Emsdetten, mit dem sie von 2000 bis 2004 auch in der Frauenbundesliga spielte und diese 2001 gewann. In der britischen Four Nations Chess League (4NCL) spielt Cramling seit 2004 bei Wood Green Hilsmark Kingfisher (bis 2008 Wood Green) und gewann mit diesem 2005, 2006, 2009, 2010 und 2012 die 4NCL. In Frankreich spielte Cramling von 2002 bis 2006 für Évry Grand Roque, mit dem sie 2006 die Mannschaftsmeisterschaft der Frauen gewann, in China gehörte sie 2008 der Mannschaft des Meisters Shanghai Jianqiao University an.

Am European Club Cup der Frauen nahm Cramling seit 2005 zweimal mit dem ŠK Internet-CG Podgorica und siebenmal mit CE Monte Carlo teil, sie gewann den Wettbewerb 2007, 2008, 2010, 2012 und 2013.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pia Cramling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Pia Cramling im LIMHAMNS SCHACK magasin 3/2001 (schwedisch)
  2. Barbara Hund: Mein Weg zum Erfolg. Walter Rau Verlag, Düsseldorf 1983, S. 46-51 (Bericht, Bild der 18 Mädchen und Kreuztabelle)
  3. Tabelle des zweiten Mädchen-Europacups 1978 in Kikinda
  4. Liste schwedischer Meister beim schwedischen Schachverband (schwedisch)
  5. Eloliste der Frauen Januar 1984 auf olimpbase.org (englisch)
  6. Eloliste der Frauen Juli 1984 auf olimpbase.org (englisch)
  7. Pia Cramlings Ergebnisse bei Schacholympiaden der Frauen auf olimpbase.org (englisch)
  8. Pia Cramlings Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  9. Pia Cramlings Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  10. Pia Cramlings Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften der Frauen auf olimpbase.org (englisch)
  11. Pia Cramlings Ergebnisse bei European Club Cups der Frauen auf olimpbase.org (englisch)