Quebecair

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Quebecair
Quebecair 1970s logo n.png
IATA-Code: QB
ICAO-Code: QBA
Rufzeichen: Quebecair
Gründung: 1953
Betrieb eingestellt: 1987
Sitz: Dorval
Heimatflughafen: Flughafen Montreal-Trudeau
Flottenstärke: 15
Ziele: national und international
Quebecair hat den Betrieb 1987 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.
Eine BAC 1-11 der Quebecair im Jahr 1971.

Quebecair war eine auf dem Flughafen Montreal-Trudeau beheimatete kanadische Fluggesellschaft, die primär Linienstrecken innerhalb Québecs bediente und daneben internationale Charterflüge durchführte.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Boeing 737-200 der Quebecair im Jahr 1985

Die Quebecair ging aus der 1946 in Rimouski gegründeten Flugschule Rimouski Aviation Syndicate hervor. Nach der Umbenennung in Rimouski Airlines führte das Unternehmen ab 1947 Bedarfsflüge in der Provinz Québec durch. Der Name Quebecair wurde 1953 angenommen, nachdem die Fluggesellschaft Gulf Aviation erworben und in das Unternehmen integriert wurde.[1] Anfangs bediente Quebecair mit Maschinen der Typen DHC-2 Beaver und Douglas DC-3 ein von Rimouski ausgehendes regionales Linienflugnetz, in das 1955 die Provinzhauptstadt Quebec City und 1958 Montreal aufgenommen wurden. Im selben Jahr erhielt die Gesellschaft die ersten Turboprop-Maschinen des Typs Fairchild F-27, welche die kleineren DHC-2 Beaver schrittweise ersetzten. In der Folgezeit expandierte das Unternehmen weiter und übernahm im April 1965 die in Matane beheimatete Regionalfluglinie Matane Air Service sowie im Mai 1965 die in Sept-Îles ansässige Northern Wings und deren Tochterfirma Northern Wings Helicopters.[2][3] Quebecair und vier weitere Regionalfluglinien wurden 1966 von staatlicher Seite als Zubringer für die zwei größten kanadischen Fluggesellschaften Air Canada und Canadian Pacific Airlines ausgewählt.[2] Infolge dieses Abkommens beteiligte sich die Provinz Québec an der Gesellschaft. Im Jahr 1969 verlegte Quebecair den Firmensitz nach Montreal und erwarb mit der Royalair eine weitere Regionalfluglinie.[4] Im selben Jahr erhielt das Unternehmen die ersten zwei Düsenflugzeuge des Typs BAC 1-11, die werktags auf nationalen Linienstrecken, primär zwischen Montreal und Toronto, sowie an Wochenenden auf Charterflügen nach Florida, Freeport und Montego Bay eingesetzt wurden.[2] Die Aufnahme von Charterflügen nach Großbritannien, Irland und Westdeutschland erfolgte Ende 1974 mit zwei Maschinen des Typs Boeing 707-123B, die aus den Beständen der American Airlines stammten. Die transatlantischen Flüge wurden 1979 zunächst eingestellt, nachdem eine Boeing 707 aufgrund eines Unfalls abgeschrieben werden musste und das zweite Langstreckenflugzeug verkauft wurde. Im selben Jahr erhielt die Gesellschaft ihre erste Boeing 737-200, die unter anderem auf zwei neu eingerichteten Linienstrecken von Montreal nach New York und Boston zum Einsatz kam. Ab 1984 führte Quebecair erneut Charterflüge nach Europa durch. Eingesetzt wurden geleaste Maschinen des Typs Douglas DC-8-63.[5]

Anfang der 1980er-Jahre geriet Quebecair in finanzielle Schwierigkeiten. Um den drohenden Konkurs des Unternehmens abzuwenden, beteiligte sich die Provinz Québec im Jahr 1981 mehrheitlich an der Gesellschaft und bemühte sich um eine wirtschaftliche Sanierung. Das Unternehmen arbeitete jedoch auch nach der Verstaatlichung defizitär. Infolge der hohen Verluste und der beginnenden Deregulierung des kanadischen Luftverkehrs wurde Mitte der 1980er-Jahre eine Reprivatisierung des Unternehmens angestrebt. Im Jahr 1986 übernahm die Regionalfluggesellschaft Nordair-Metro, einer Tochterfirma der Fluglinie Nordair, die Quebecair und führte das Unternehmen zunächst unter seinem bisherigen Markennamen weiter.[3][6] Nachdem die Nordair am 27. März 1987 in der neu gegründeten Fluggesellschaft Canadian Airlines International aufging, wurden die Tochterunternehmen Quebecair, Nordair-Metro und Quebec Aviation im November 1987 zur Regionalfluglinie Inter-Canadian zusammengeschlossen, die sich vollständig im Besitz der Canadian Airlines International befand.[7]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 19. Februar 1979 geriet eine mit 171 Insassen besetzte Boeing 707-123 (C-GQBH) unmittelbar vor der Landung in Hewanorra auf der Insel St. Lucia in eine Windscherung. Die Maschine prallte aus einer Höhe von sechs Metern hart auf die Landebahn, wobei das Bugfahrwerk abriss und das Flugzeug mit seiner Rumpfunterseite über die Landebahn schleifte. Aufgrund der Schäden wurde die Maschine als Totalverlust abgeschrieben. Personen wurden nicht verletzt.[8]
  • Am 29. März 1979 stürzte eine mit 21 Passagieren und drei Besatzungsmitgliedern besetzte Fairchild F-27 (CF-QBL) infolge einer Triebwerksexplosion kurz nach dem Start in Quebec City ab. Die Besatzung und 14 Fluggäste kamen bei dem Absturz ums Leben.[9]

Eingesetzte Flugzeuge[Bearbeiten]

(ohne Flugzeuge der Tochtergesellschaften)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. World Airline Colours, Feltham 1985
  2. a b c Flight International, 1973, Canadian regional – Quebecair (PDF)
  3. a b The Canadian Encyclopedia [1]
  4. Flight International 19. Mai 1969 (PDF)
  5. jp airline-fleets international, Edition 85/86
  6. jp airline-fleets international, Edition 87/88
  7. Flight International, 7. November 1987 (PDF)
  8. Aviation Safety Network, Quebecair Flug 714 [2]
  9. Aviation Safety Network, Quebecair Flug 255 [3]

Weblinks[Bearbeiten]