Lauscha

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel beschreibt eine Stadt in Thüringen, zu einem österreichischen Radrennfahrer siehe Robert Lauscha.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lauscha
Lauscha
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lauscha hervorgehoben
50.48138888888911.160277777778625Koordinaten: 50° 29′ N, 11° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sonneberg
Höhe: 625 m ü. NN
Fläche: 18,72 km²
Einwohner: 3871 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 207 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98724
Vorwahl: 036702
Kfz-Kennzeichen: SON
Gemeindeschlüssel: 16 0 72 011
Adresse der Stadtverwaltung: Bahnhofstraße 12
98724 Lauscha
Webpräsenz:
Bürgermeister: Norbert Zitzmann
Lage der Stadt Lauscha im Landkreis Sonneberg
Karte

Lauscha ist eine durch das Glasbläserhandwerk bekanntgewordene Stadt im thüringischen Landkreis Sonneberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Lauscha liegt im Thüringer Schiefergebirge zwischen den Städten Sonneberg, Ilmenau und Saalfeld. Die Stadt liegt in einem Seitental der Steinach unterhalb des Gebirgskamms. Der Bahnhof Lauscha liegt 611 m über NN, der südlichste Punkt an der Mündung der Göritz in die Steinach 515 m ü. NN. Der Pappenheimer Berg erhebt sich 834,5 m ü. NN.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Neuhaus am Rennweg, Lichte, Piesau, Oberland am Rennsteig, Steinach, Steinheid

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Seit 1994 gehört Ernstthal am Rennsteig nordöstlich von Lauscha zur Stadt.

[Bearbeiten] Topografie

Lauscha mit seinen schieferbeschlagenen und schiefergedeckten Häusern

Namensgebend für das Tal und die Ansiedlung war das Gewässer Lauscha, das als lutzscha (nach Jacob wahrscheinlich etwa "Wildbach“ von ahd „lūz“, mhd „lūze“, Lauschner „lunzen“, Hochdeutsch „lauern“/„lauschen“) 1366 in einem Schwarzburgischen Amtsbuch erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das klare Gebirgswasser ist als Trinkwasser und Energieträger neben der Erreichbarkeit der Rohstoffe Quarzsand (aus den Steinheider Sandsteinbrüchen), Soda (Flussmittel und Glasbinder, wurde aus gebranntem Tuffstein aus den Steinbrüchen um Weißenbrunn gewonnen, auch das Härtemittel Kalk wurde dorther bezogen) und Pottasche (Flussmittel und zum Absenken des Schmelzpunktes, aus Buchenholz selbst gesotten, ab 1755 durfte in den Ortschaften Sonneberg, Bettelhecken, Mürschnitz, Hämmern und Steinheid Asche gesammelt werden) sowie eines großen Brennholzvorkommens Voraussetzung für die Glasmacherei und war der Gründersage nach der Grund, warum sich die ersten Glasmacher hier niederließen („Lausch', a Bach!“).

Der Lauschabach bildet sich unterhalb von Ernstthal aus dem Igelshieber und dem Ernstthaler Wässerlein. Sein Weg talwärts wird durch charakterisierende Beinamen beschrieben: Die Faule Lauscha fließt noch auf der Hochfläche langsam über einen Wiesengrund, die Muntere Lauscha zwängt sich durch das enge Lauschatal. Ihre Wasserkraft wurde mehrfach genutzt: Durch die Obermühle, 1856 eine Glashütte und seit 1969 Standort der Turnhalle, durch die Dorfmühle gegenüber dem Hüttenplatz, ab 1601 gleichzeitig Schneide- und Mahlmühle, ab 1644 durch die Wiesleinsmühle, ursprünglich eine Mahlmühle, später eine Brauerei, ab 1743 durch eine Glasschleifmühle unterhalb der Wiesleinsmühle, durch die Untermühle an der Stelle eines Hochofens aus dem Jahr 1604 und die Göritzmühle, später eine Fabrik für Pharmaglas, also Behältnisse für Medikamente (die beiden letztgenannten Mühlen liegen unterhalb der Mündung des Lauschabachs an der Steinach). Seit Fertigstellung der Bahnstrecke und der Straßenverbindung von Steinach nach Neuhaus durch das ehemals sumpfige Tal Ende des vorletzten und anfangs des letzten Jahrhunderts fließt der Lauschabach größtenteils in einem unterirdischen Kanal durch die Ortsmitte. Weil dieser durch Hochwasser während der Schneeschmelze immer wieder in Mitleidenschaft gezogen worden war, waren in den letzten Jahren sehr umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. Das flickwerkartig überbaute Bachbett wurde von 2002 bis 2007 vollständig in einem Neubau gefasst. Vor der Kanalisierung führten die Verbindungswege am Hang entlang, worauf die Straßennamen Alter Weg (heute Bahnweg) und Alte Chausee hinweisen. Im Unterland mündet der Lauschabach, wieder offen geführt, in die Steinach.

Seit 1729 gehört auch das obere Tal der Steinach zum Lauschaer Revier. Es ist weitgehend unbewohnt und heute dem Tourismus vorbehalten. Hier befinden sich die Ausflugsziele Ebermannsmühle, die Rosenburg und das Erlebnisbad in der Alten Mutter. Von diesem Tal zweigt der Totenweg nach Steinheid ab, auf dem bis zur Einrichtung eines eigenen Kirchspiels 1732 die Verstorbenen transportiert werden mussten. Lange Zeit wurden durch dieses Tal Baumstämme zu einem Sägewerk in Unterlauscha geflößt. Ganz im Süden, an der Göritzmühle an der Grenze zu Steinheid und Steinach, ergießt sich der Göritzbach in die Steinach. In seiner steilen Klamm befindet sich seit 1995 das neue Lauschaer Wasserwerk.

Bahnviadukt „Nasse Telle“ im Steinachgrund

Wie es für das Thüringer Schiefergebirge typisch ist, umgeben hochflächenartige, meist mit dichtem Fichtenwald bestandene Bergrücken das tief eingeschnittene Lauschatal, an deren steil abfallende Hänge sich die engen Straßen und kleinen Gassen des Städtchens schmiegen. Dies sind im Uhrzeigersinn: unterhalb des Rennsteigs der zu Ernstthal gehörende Brehmenstall (776 m ü. NN), östlich davon der Pappenheimer Berg (834,5 m), südlich daran anschließend der Kleine (769 m) und der Große Tierberg (805 m) mit dem Schnitzerskopf. Westlich der Steinach bildet der Göritzberg (783 m) die Grenze zu Steinach und Steinheid. Zwischen dem Steinachtal und dem dort abzweigenden Lauschatal erhebt sich das Teufelsholz (745 m) mit dem Lauschenstein, einem mächtigen Schieferfelsen, auf dem 1886 die Schutzhütte Felsenhäuschen errichtet wurde. Hoch über Lauscha, an der seit dem Dreißigjährigen Krieg so genannten Kroatenwacht, schließt sich die Eller an, ein Sattel mit einem Skihang in das Tal der Steinach, der zum Steinigen Hügel (765 m) herüberführt. Westlich des Steinachtals erstrecken sich der Breite Berg (844 m) und der Zigeunerberg bis nach Steinheid. Den nördlichen Abschluss zum Rennsteig bildet die Igelskuppe (800 m). Im Oberland ragt das Köpplein (die Kupp, 781 m) mitten in das Lauschaer Stadtgebiet hinein. Hier befindet sich der Festplatz, auf dem jährlich im August die überregional bekannte Köpplein-Kirmeß (Kuppna Kerwa) abgehalten wird, bei der ein uralter Wettbewerb, das Beerkuchenessen, ausgetragen wird.

[Bearbeiten] Geschichte

Lauscha wurde durch den Bau einer Glashütte gegründet. Die Glasmacher Hans Greiner und Christoph Müller erhielten am 10. Januar 1597 vom Herzog Johann Casimir zu Sachsen-Coburg die erbliche Konzession zum Betreiben einer Glashütte im Multertiegel, d. h. dort, wo sich heute der danach benannte Hüttenplatz befindet, nachdem ein erster Ansiedlungsversuch ab 1589 unweit der heutigen Farbglashütte im damals Marktiegel ("Grenztal") genannten Henriettental noch an den Ansprüchen der dortigen Grundherren, derer von Pappenheim, gescheitert war. Für 12 Gulden Erbzins alljährlich auf Michaelis (29. September), 1 Schock Trinkgläser jährlich zur Hofhaltung und einen Preisnachlass von einem Pfennig auf alle weiteren vom Hofe gewünschten Gläser erhielten die Glasmacher Platz für die Glashütte und zwei Wohnhäuser, den Grund unterhalb der Hütte bis zum Lauschenstein, zusammen 42 Acker Wiesenrod, und den Grund zu beiden Seiten der Faulen Lauscha, zusammen 30 Acker Bauland, Acker- und Wiesenrod (insgesamt ca. 21 ha), das Fischwasser Lauscha und das Recht, eine Schneidemühle anzulegen, Vieh zu halten und im Wald zu hüten und drei weitere Wohnhäuser zu bauen, dazu Steuerfreiheit für den Tischtrunk. Das zum Betrieb der Hütte notwendige Holz bekamen sie für 4 Groschen Waldmiete für den Klafter, dazu Holz als Schneideblöcher zu 3 Hellern bzw. jedes zwölfschuhige Bloch für 18 Pfennige. Der Hüttenknecht Bock erwarb eine Hofstätte neben der Hütte am Tierberg, 1 Acker Rodeland und 5 Acker Wiesenrod. Sollte ein Glasmeister oder ein Hüttenknecht sein Haus zu verkaufen wünschen, sollte er es nicht an Fremde verkaufen, die keine Glasmacher sind. Die Forstmeister in Franken und der Schlösser zu Neustadt und Sonneberg wurden angewiesen, die Glasmeister und Hüttenknechte in ihren Rechten zu schützen.

Ein holzbefeuerter Hüttenofen

Der Glasofen der Hütte hatte auf jeder Seite jeweils 6 Stände, die an der Westseite hatte die Familie Müller inne, die auf der Ostseite die Familie Greiner. Durch Vererbung und durch das Einheiraten der Familie Böhm 1691 wuchsen die Anteile an den Werkstätten aber schnell an. Im Dreißigjährigen Krieg blieb das junge Dorf von Kriegshandlungen verschont, doch führte der wirtschaftliche Niedergang im Umland zu einer Hungersnot, die die Lauschaer fast zur Aufgabe ihrer Siedlung zwang. Die jüngeren, nicht erbberechtigten Söhne der Glasmeister errichteten in der Umgebung immer wieder neue Glashütten, um die herum neue Ansiedlungen entstanden. Nachgewiesen sind derartige Gründungen der Gemeinden Schmalenbuche (1607, heute Neuhaus am Rennweg), das selbst zum Ausgangspunkt mehrerer Gründungen um Alsbach (1711), auf dem Herrenberg und dem Wurzelberg wurde, der späteren Gemeinde Grumbach (1615), Piesau (1623), Klein-Tettau (1661), und der 1838 wieder verlassenen Ansiedlung Glücksthal (1736). Lauschaer Glasmeister belebten 1616 die verlassene Glashütte in Bischofsgrün wieder, siedelten sich 1648 in Stützerbach an und gründeten 1698 eine Glashütte An der Sieglitze. So wurde Lauscha zur Mutterglashütte der Glasproduktion im Thüringer Wald. Auch in Lauscha und in Steinach (1862) entstanden noch weitere Glashütten; 1720 eine Stuhlglashütte für Fadenglaskelche im Henriettenthal, das von den Pappenheimern 1621 wie alle Gräfenthaler Besitzungen an Sachsen-Altenburg verkauft worden und durch Weitervererbung zwischenzeitlich an Sachsen-Saalfeld gefallen war und das erst 1946 gemeinsam mit der Obermühle nach Lauscha eingemeindet wurde. Ernstthal am Rennsteig wurde 1707 ebenfalls von Lauschaer Glasmeistern durch den Bau einer Glashütte gegründet. Die Köhlersiedlung Igelshieb (wahrscheinlich nach einem Waldbrand um 1624 entstanden und 1740 von Lauscha abgetrennt und nach Neuhaus eingepfarrt) und die Porzellanmanufaktur in Limbach (1751) sind weitere Gründungen, die mit der aufblühenden Glasindustrie in der Region um Lauscha in Zusammenhang stehen.

Mitte des 18. Jahrhunderts boten die Glashütten nicht mehr genug Arbeit für die schnell wachsende Ortschaft (1781 hatte Lauscha 490, 1871 dann schon 2.228 Einwohner), neue Einkommensquellen mussten erschlossen werden. Zwischen 1730 und 1770 importierte der Glasbläser Greiner Habekuk (Sixer) die Glaswarenherstellung in Heimarbeit vor der Lampe aus dem Rheinland nach Lauscha. Allmählich kam der Glasschmuck auf, um 1762 hohlgeblasene Perlen, die bald in großen Mengen verkauft wurden, dann auch gläserne Figuren und Tiere. 1847 erfand ein Lauschaer Glasbläser gläsernen Schmuck für den Weihnachtsbaum. Schon im darauffolgenden Jahr wurden die ersten Weihnachtskugeln in verschiedenen Größen über den Eigenbedarf hinaus angefertigt, wie ein erhaltenes Auftragsbuch beweist. Aus diesen entwickelten sich die verspiegelten Christbaumkugeln, die bis 1860 alle großen Sonneberger Spielzeugkontore und -verlagshäuser in ihr Sortiment aufgenommen hatten. Um 1880 exportierte sie Frank Winfield Woolworth erstmals in die USA, um 1900 bestellte er für seine Kaufhauskette schon ca. 200.000 Stück Kugeln und figürlichen Christbaumschmuck.

Aus der Glasmalerei entwickelte sich die Porzellanmalerei, als sich Johann Karl Ens, der in der Markgräflichen Porzellanmanufaktur in Bruckberg das Porzellanmalerhandwerk erlernt und bei Johann Gotthelf Greiner in Limbach gearbeitet hatte, in Lauscha niederließ. Lauschaer Porzellanmaler waren an den Gründungen der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur 1760, der Wallendorfer Porzellanmanufaktur 1764 und der Porzellanmanufaktur in Rauenstein 1783 beteiligt. Auch die Manufakturen in Ilmenau (1777) und in Großbreitenbach (1779), die Porzellanfabriken Kloster Veilsdorf (1760, 1797) und in Hüttensteinach (1817) sind mit ihrem Wirken verknüpft. In Lauscha selbst war die Herstellung kunstvoll bemalter Pozellan-Pfeifenköpfe bedeutsam. Der bekannteste Porzellanmaler war Friedrich Karl Ens (* 1802; † 5. November 1865), der 1837 in die Pozellanmalerei Günther Greiner & Georg Greiner Wilhelm Sohn eintrat (nun Fa. Ens & Greiner), in Igelshieb seine eigene Werkstatt einrichtete und Anteile an der Volkstedter Porzellanmanufaktur erwarb.

1835 fertigte Ludwig Müller-Uri erstmals ein künstliches Menschenauge aus Glas in bis dahin ungekannter Qualität an. Die Lauschaer Kunstaugen revolutionierten die Versorgung derjenigen Patienten, welche durch Unfall, Krankheit oder Krieg ein Auge verloren hatten. Bei der Fabrikation massiver Tieraugen aus Glas erfand sein Schwiegersohn Johann Christian Simon Carl Greiner (es a'lt Vetterla) 1848 die Märbelschere, ein Gerät zur Produktion von Glasmurmeln, die sich Elias Greiner 1849 als "künstliche Achat- und Edelsteinkugeln" patentieren ließ. Elias Greiner-Vetter-Sohn begründete 1853 die heutige Farbglashütte (Seppenhütte), ursprünglich als Märbelhütte. Bald schon lieferte sie die Halbfabrikate, Glasstäbe und Glasröhren, für die Heimindustrie. 1856 folgten ihr die Gründung der Glashütte Louis Robert Greiner-Bock & Co (Schlotfegerhütte) etwas unterhalb der Farbglashütte und etwas oberhalb auf dem ehemaligen Sachsen-Saalfeldischem Gebiet die Gründung der Glashütte Obermühle. Hatten die Heimarbeiter anfangs Öl- und ab 1850 Paraffinlampen benutzt, deren Flamme sie schon um 1820 mit Hilfe eines Blasebalges verstärkten, konnten sie mit dem Bau der Gasanstalt gegenüber dem späteren Bahnhof 1867 leistungsfähigere Gasgebläse verwenden und damit Kryolithglas für die Augenprothetik (1868) und andere Farbglasmischungen verarbeiten, die sich dünnwandiger, vielfältiger und filigraner formen lassen. 1923 beteiligte sich die Gemeinde am Ferngaswerk Neustadt und stellte auf die weniger aufwändige und weniger krisenanfällige Fernversorgung um. Im gleichen Jahr wurde Lauscha an das Elektrizitätsnetz angeschlossen.

Historischer Wasserkran im Bahnhof Lauscha

Als 1801 die „Saalfelder Chaussee“ nach Neuhaus, 1825 die Straße nach Steinach, 1886 die Bahnstrecke nach Sonneberg und 1913 schließlich die Bahnstrecke nach Neuhaus und Wallendorf freigegeben wurden, eröffnete dies den Zugang zu den Spielzeugmetropolen, den Überseehäfen und den Märkten der Welt. Der Glasapparatebau, die Herstellung medizinischer Instrumente und Behälter, die Glasspinnerei von „Feenhaar“, dem Vorläufer der Glasfaser (um 1890), die Entwicklung der Glühlampe, der Leucht- und der Elektronenröhre, die technische und die chemische Glasindustrie nahmen ihre Anfänge. Diese spiegelten sich teilweise in der Produktpalette der Fa. Johann Georg Schneider (Schneidershütte) wider, dem späteren Glasfaserwerk auf einem vom Eisenbahnbau zuvor als Schotterwerk genutzten Gelände am 1906 eingemeindeten Köpplein, die 1920 – 1924 den Betrieb aufnahm. Sie war die letzte Hüttenneugründung in Lauscha, der 1923 noch das Glaswerk Brehmenstall in Ernstthal folgte.

Die erste Schule von 1768 wurde 1851 durch ein neues Schulhaus ersetzt, das später wiederum die Gewerbliche Berufsschule beherbergte und in dem seit 1903 das Museum untergebracht ist. 1862 wurde die Poststation errichtet, 1868 die „neue Schule“, das heutige Rathaus, und 1875 eine Telegrafenstation. 1889 besuchte der Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen die Glasbläsergemeinde, die wirtschaftlich aufstrebte, die aber auch immer wieder von Epidemien, wie Pocken, Scharlach, Masern, Ruhr und Keuchhusten, heimgesucht wurde. Auch das deutsche Kaiserhaus schätzte den Lauschaer Christbaumschmuck als überkonfessionelles Symbol nationalen Brauchtums im jungen Deutschen Reich. 1897 wurde die Bahnhofschule (ab 1949 „Goethe-Schule“), 1906 die Kirchwegschule eingeweiht. Seit 1902 hat Lauscha eine eigene Trinkwasserversorgung und eine Freiwillige Feuerwehr, die 1938/39 ein Löschgerätehaus bekam. Die erste Dorfglashütte wurde 1905 abgerissen und machte einem entstehenden Ortskern Platz, der 1911 durch den Bau der evangelischen Kirche, die an der Stelle eines hölzernen Vorgängerbaus hoch über der Ortsmitte mit den kleinen, beschieferten Häusern thront, sein heutiges malerisches Aussehen erhielt.

Glasbläserwerkstatt aus Lauscha, um 1930 (Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt)

Mit der Gründung der Glasbläsergenossenschaft des Meininger Oberlandes e.G. 1907 auf Initiative des Sozialdemokraten Eduard Wagner schufen sich die Glasbläser ein Gegengewicht zu den Sonneberger Verlegern, die bis dahin den Vertrieb der Glaswaren uneingeschränkt beherrschten und Preise und Absatz kontrollierten und beeinflussten, wodurch die Heimarbeiter von ihnen vollkommen abhängig waren. Der Genossenschaft gelang in den schwierigen Zeiten des Ersten Weltkrieges (Lauscha beklagte 221 Gefallene) und der Weltwirtschaftskrise ein erstaunlicher wirtschaftlicher Erfolg. Durch ihre guten Ergebnisse beim Export erhielt die Glaswarenproduktion weiteren Auftrieb, auch die Gewinnmargen stiegen. Diese sollten ausdrücklich der Verbesserung der Lebensbedingungen der Glasbläser zugute kommen. Auf dieser Grundlage konnten die SPD- und die KPD-Fraktion im Gemeinderat trotz tiefer Zerwürfnisse untereinander karitative Maßnahmen beschließen, um die Folgen von Krieg und Inflation für die notleidende Bevölkerung abzumildern. Mit Unterstützung ihrer Hilfsorganisationen, der Arbeiterwohlfahrt und der Roten Hilfe Deutschland, organisierten sie Kindererholungstransporte nach Westfalen, nach Altona und nach Nürnberg für die durch Mangelernährung, die beengten Wohnverhältnisse und die anstrengende Mitarbeit in den Kleinstbetrieben gesundheitlich angegriffenen Kinder der Glasbläserfamilien. Schon 1873 hatte sich der Konsumverein gegründet, um die Versorgungssituation der Gemeinde zu verbessern.

Anfang der dreißiger Jahre wurde durch den wachsenden Einfluss der NSDAP in Coburg und in Sonneberg die Arbeit der Genossenschaft immer mehr erschwert. Ende 1932 musste sie Konkurs anmelden. Unmittelbar nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 wurden vorwiegend kommunistische Gemeinderatsmitglieder, unter anderem Gustav Huhn, Max Leipold (Metten), Franz Müller-Deck (Decken Franz) und Paul Greiner-Pachter, verhaftet und im Konzentrationslager Nohra interniert. Die Gewerkschafter Wilhelm Böhm, Max Greiner-Bär und Robert Müller mussten sich der täglichen Meldepflicht unterwerfen. Nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wurden wieder Max Leipold, Albin Bäz (Bäzen Fried) und Elias Böhm-Hennes verhaftet und interniert. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 121 Militärinternierte aus Italien sowie Frauen und Männer aus Russland, der Ukraine, den Niederlanden, Frankreich und Polen Zwangsarbeit bei Dipl.-Ing. Starke und bei Elias Greiner-Vetters Sohn in Lauscha, in der Glashütte Brehmenstall und bei der Firma Gebrüder Anschütz in Ernstthal am Rennsteig verrichten.[2] Nach 1939 wurde kein Christbaumschmuck mehr hergestellt. Erst nach dem Krieg nahmen die ersten Familienbetriebe die Fertigung wieder auf. Kurz vor Kriegsende, am 12. April 1945, sprengte der „Volkssturm“ eine kleine Straßenbrücke, die Eichhornsbrücke in Unterlauscha, um die heranrückenden amerikanischen Truppen aufzuhalten, die in der Nacht zuvor von den umliegenden Bergen aus das Nachbarstädtchen Neuhaus unter Artilleriebeschuss genommen hatten. Der Versuch einer Straßensperrung blieb aber ohne Erfolg. Die Brücke konnte erst 1953 im Rahmen des NAW wieder instandgesetzt werden.

Am 3. Juli 1945 zog die Rote Armee im südlichen Thüringen ein. Lauscha gehörte damit zur Sowjetischen Besatzungszone, ab 1949 zur DDR und ab 1952 zum Kreis Neuhaus am Rennweg im Bezirk Suhl. 1953 wurde Lauscha zum Erholungsort. Die Glasproduktion wurde in einer Handwerksgenossenschaft (1948) und in Volkseigenen Betrieben organisiert, 1946 im VEB Glaswerke Lauscha, ab 1981 die Kunstglasbläserei im VEB Glaskunst, die Produktion von Christbaumschmuck im VEB Glasschmuck und die Herstellung von Glasfasern, Dämmstoffen, retroreflektierender Beschichtungen für Verkehrszeichen (LAPILLI) und anderen Produkten der technischen und der chemischen Glasindustrie im VEB TRISOLA. In den sechziger Jahren wurde im VEB Neonbeleuchtungswerk mit viel Handarbeit und Augenmaß Leuchtreklame aus Neonröhren angefertigt. 1965 baute die PGH „10. Jahrestag“ die ehemalige Glashütte Louis Robert Greiner-Bock & Co um, 1979 nahm der damalige VEB Farbglaswerk an der Stelle der alten Farbglashütte einen modernen Neubau in Betrieb. Die devisenträchtige Glasschmuckherstellung wurde zeitweise auf eine maschinelle Großproduktion umgestellt. Dabei gelang in Lauscha die Konstruktion einer Anlage (KUBLA), mit der Glaskugeln ohne Naht und ohne Abstriche an der nach wie vor herausragenden Qualität produziert werden konnten, allerdings blieben Verspiegelung, Verzierung und Verpackung weiterhin Handarbeit. Viele Lauschaer arbeiteten aber auch im Umland, insbesondere in dem aus einem Telefunken-Werk hervorgegangenen VEB Röhrenwerk „Anna Seghers“, dem späteren VEB Mikroelektronik Neuhaus in Neuhaus am Rennweg, das nach 1990 abgewickelt wurde. In Lauscha kam es nach der Wiedervereinigung zu einer Rückbesinnung auf die traditionelle Herstellung des Glasschmucks. Heute wird hier der gläserne Christbaumschmuck wieder in originaler Handwerkskunst mit teilweise über 100 Jahre alten Verfahren, Formen und Werkzeugen gefertigt.

[Bearbeiten] Politik

Die Stadt Lauscha ist ein Kleinzentrum im Landkreis Sonneberg. Lauscha und die Nachbarstadt Steinach planen, sich im Zuge einer Gemeindereform zu Steinach-Lauscha zusammenzuschließen. Der geplante gemeinsame Ortsname wurde 2007 durch einen Losentscheid auf neutralem Boden in der Bergmannsklause zwischen Steinach-Lauscha und Lauscha-Steinach entschieden. Wegen Unstimmigkeiten über die Finanzausstattung liegen diese Pläne allerdings derzeit auf Eis.

[Bearbeiten] Stadtrat

Der Rat der Stadt Lauscha besteht aus 16 Stadträten. Der Bürgermeister hat eine zusätzliche Stimme inne.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
CDU 22,9 4 16,6 3 39,5 6
Alternative für Lauscha (AfL) 20,8 3 43,7 7 - -
Die Linke/Freie Wähler 19,4 3 19,6 3 22,4 4
SPD 18,4 3+1 11,9 2+1 31,2 5+1
DVU 11,8 2 8,3 1 6,9 1
Demokratische Bürgerliste (DBL) 6,8 1 - - - -

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bei der Wahl des Bürgermeisters am 7. Mai 2006 erhielt kein Kandidat die erforderliche Mehrheit. Bei der Stichwahl am 21. Mai 2006 wurde Norbert Zitzmann, Kandidat der SPD, mit 52,8 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Der Kandidat von CDU und AfL Swen Otto erhielt 47,2 % der Stimmen.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Lauscha unterhält Partnerschaften mit den beiden deutschen Städten Heubach (Ostalbkreis) und Küps (Landkreis Kronach).

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen zeigt ein stilisiertes Glasstück, eine typisch Lauschaer Arbeit, wie sie mundgeblasen und frei geformt beim Arbeiten vor der Lampe entsteht, in Form eines silbern konturierten Hirsches, der vor einem roten Grund über einen grünen, mit Christbaumkugeln geschmückten Weihnachtsbaum springt. Dieses Signet war von 1907 bis 1932 das gemeinsame Markenzeichen der Mitglieder der Glasbläsergenossenschaft des Meininger Oberlandes für Lauschaer Glaswaren, unter dem sie weltweite Bekanntheit erlangten. Damals war es farblos. Man findet es oft noch als Golddruck auf weißem oder hellgrauen Verpackungskarton ausgeführt. 1921 erklärte es der Gemeinderat zum Lauschaer Ortswappen. Dabei wurden die vormaligen Wappenfarben des Landes Thüringen hinzugefügt. Mit der Verleihung des Stadtrechts am 1. Januar 1958 wurde das Wappen zum Stadtwappen. Seit 1906 hatte der Gemeinderat die Erlangung des Stadtrechtes angestrebt. Zu dieser Zeit war Lauscha (ohne Ernstthal) auf 5.516 Einwohner angewachsen (1905), 1958 zählte die Stadt sogar rund 6.500 Einwohner und begrüßte jährlich etwa 80.000 Tages-, davon bis zu 6.000 Urlaubsgäste.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Lauschaer Glaskunst und Christbaumschmuck

Lauscha ist die Geburtsstadt des gläsernen Christbaum- und Weihnachtsschmuckes. Dieser verhalf der Stadt und ihren Glasbläsern zu weitreichendem Ansehen. Zahlreiche Glasgeschäfte und -galerien ziehen sich durch den ganzen Ort. Viele Glasbläser lassen sich bei ihrer Arbeit beobachten. Mit ihrer über 150-jährigen Hüttengeschichte ist die Farbglashütte das Herz der Glasbläserstadt Lauscha. Hier werden auch heute noch in Handarbeit Röhren und Stäbe für das weiterverarbeitende Kunsthandwerk gefertigt. Deren Entstehungsprozess können Besucher miterleben. Im Glaszentrum Lauscha kann die Studioglashütte besichtigt werden.

Das Museum für Glaskunst Lauscha sammelt, dokumentiert, erforscht und präsentiert das Thüringer Glas in seiner gesamten zeitlichen und thematischen Breite: vom späten Mittelalter bis heute, vom frühen Waldglas über Glasperlen, Glasaugen, Spielzeug und technischem Glas bis zum Kunsthandwerk und zur Glaskunst der Gegenwart. Der Kern der Sammlung geht auf eine Ausstellung aus dem Jahr 1897 anlässlich der Lauschaer 300-Jahr-Feier zurück. 1903 wurde das Museum in der 1851 erbauten „zweiten Schule“ als Ortsmuseum eröffnet, 1929 endgültig zum Spezialmuseum umstrukturiert.

In Lauscha befindet sich auch die Berufsfachschule Glas. Hier lernen Auszubildende zur Glasbläserin und zum Glasbläser mit den Fachrichtungen Glasgestaltung, Christbaumschmuck und Kunstaugenherstellung. Schon 1923 wurde die Berufsschule eingerichtet, die wiederum ihren Ursprung in einer Zeichen- und Modellierschule aus dem Jahr 1881 hat. 1936 bezog sie das heutige Gebäude in der Bahnhofstraße.

In der Vorweihnachtszeit lädt die Glasbläserstadt Lauscha ihre Besucher zu einem Weihnachtsmarkt der besonderen Art ein. Der Lauschaer Kugelmarkt hat sich inzwischen zu dem originellsten Spezialmarkt für Christbaumschmuck in Deutschland entwickelt. An zwei Wochenenden im Advent verwandelt sich die ganze Innenstadt in eine Fußgängerzone.

Seit 1993 wird die Lauschaer Glaskunst durch eine Glasprinzessin repräsentiert. Anlässlich der Eröffnung des zweiten Kugelmarkt-Wochenendes übernahm am 6. Dezember 2008 die 13. Hoheit das gläserne Zepter.

[Bearbeiten] Dialekt

In Lauscha wird ein sehr eigener, im Wortschatz dem Itzgründischen nahestehender, durch seine melodische Klangfärbung von ihm aber deutlich unterschiedener fränkischer Dialekt gesprochen, dessen unverwechselbare Grundzüge auch in der Alltagssprache noch eine große Rolle spielen. Die oft vermuteten altböhmischen oder ilmthüringischen Ursprünge der Lauscher Mundart sind nie nachgewiesen worden und auch nicht nachvollziehbar. Da die ersten Lauschaer, Hans Greiner und Christoph Müller, nachweislich zuvor in der Glashütte in Langenbach im Schleusegrund gearbeitet und dort mit ihren Familien gelebt hatten, ist als Ursprung wohl eher ein frühes östliches hennebergisches Idiom anzunehmen, das möglicherweise durch die Herkunft der Glasmacher aus dem Schwäbischen und dem Böhmischen, vielleicht auch aus den Niederlanden, beeinflusst wurde.

In seiner reinen Form ist der Lauschaer Dialekt u. a. durch das Werk des unvergessenen Mundartdichters "Blaachs Erwin" Erwin Müller-Blech überliefert. Aber auch heute wird noch gerne in Mundart - dann eher in einer für hochdeutsche Hörer etwas besser verständlichen volksmundlichen Umgangssprache - gesprochen, gedichtet und gesungen. Einige ursprüngliche Begriffe sind allerdings aus dem Sprachgebrauch fast oder ganz verschwunden. In Ernstthal am Rennsteig, in Neuhaus am Rennweg und bei den anderen erhaltenen Tochterglashütten werden durch die Dialekte der Nachbarregionen, das Thüringische und das Oberfränkische, vor allem in der Aussprache beeinflusste und überformte Varianten des "Lauschner" gesprochen.

Der Lauschaer Dialekt weist noch Sprachgepflogenheiten des 18. Jahrhunderts auf, was sich durch die Abgeschiedenheit der Bergregion erklärt. So ist der Gruß „Diener!“ eine Verkürzung des damals gebräuchlichen „Ergebenster Diener!“, ähnlich der latinisierten Variante "Servus!", die in Bayern verwendet wird. Dem Mittelhochdeutschen entstammen der charakteristische Diphthong eu [œʏ̯], der in Lauscha wie in einer kleinen unterfränkischen Region in der Nähe von Würzburg wie das niederländische ui gesprochen wird, und das „leere“ End-l (Eule = Aüe'l); dem Fränkischen entstammen weitere Vokal- und Konsunantenverschiebungen, wie die Verwendung sowohl eines besonders geschlossenen, o-lautigen als auch eines extrem offenen a, und grammatikalische Besonderheiten, wie die Verwendung des Partizips II anstelle des Infinitivs: „Konnsta nochnd gefohr?“ „Naa.“. Interessanterweise dient der a-Laut auch zur Unterscheidung des Artikels das (dos) von der Nebensatzeinleitung „dass…“ („dess…“). Ebenfalls aus der abgeschiedenen Lage und der Geschichte Lauschas erklärt sich die Eigenheit, in der Umgangssprache durch Verniedlichungen (Endsilbe -la) und mit viel Ironie jede Art von Obrigkeitshörigkeit von vorneherein abzulehnen: „…Wer nie gespürt den Lauschaer Spott, der rühme sich einer Gnade von Gott!… “

Das bekannteste Sprachbeispiel zum Üben: Es Heerla socht zom Frääla: „Drontn im Hauseern onterm Neern licht a Bendaschlääche'l“.

Auf eine preußische Namensreform geht die Verwendung der wohl einzigartigen Lauschaer Doppelnamen, besonders in Verbindung mit den Familiennamen der Nachfahren der Stadtgründer Müller und Greiner, aber auch mit anderen in Lauscha verbreiteten Nachnamen zurück. Zur Unterscheidung der Familien wurden die Nachnamen durch die gebräuchlichen Spitznamen der Namensträger, die Verwandtschaftsverhältnisse, Berufe oder Eigenschaften umschreiben, ergänzt. In der Umgangssprache werden diese oder neu erfundene Spitznamen heute noch verwendet.

Im Ortsteil Ernstthal lebte und wirkte die bekannte in Hochdeutsch über Südthüringer Motive schreibende Autorin Wally Eichhorn-Nelson (Rauh ist der Kammweg).

[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten

  • Lauschner Knölla (ähnlich den Thüringer Klößen)
  • Radiokranz (ein spezieller Kranzkuchen aus Teig mit Kartoffeln, Mehl und Nüssen bzw. Mandeln)
  • Flockzamet (Kartoffelbrei)
  • Schnippe'lsopp (Gemüsesuppe)
  • Mellichstöcksuloot (Löwenzahnsalat)
  • Dätscher (Kartoffelpuffer)
  • Gelüng (Suppe aus Herz, Leber, Lunge, Milz, dazu gibt es Zamet)
  • Schwemmbrüh' (Pilzsuppe)

(Siehe auch Broschüre: Lauter Lauschner Leibgerichte, Herausgeber: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Lauscha, 1996, mit vielen Rezepten)

[Bearbeiten] Musikalisches

Der Lauschaer Galopp ist ein weithin bekanntes Musikstück. Bemerkenswert ist auch der Lauschenstein-Jodler. Traditionell gibt es in Lauscha mehrere Chöre und verschiedene Musikensembles, bis hin zur altgedienten Rockband "Bromm Oss". Eine weitere Band aus Lauscha, die auch einige eigene Lieder auf Lauschaer Dialekt schreibt, ist die Band HOK ("hääß oddr koo'lt"). Auftrittsorte sind das Kulturhaus im ehemaligen "Hotel Böhm" von 1911 am Hüttenplatz und die Festbühne am Lauschensteinbrunnen auf dem Teufelsholz, 1953 erbaut.

[Bearbeiten] Sport

Neben dem Fußball (FSV 07 Lauscha mit der Sportanlage auf dem Tierberg) spielt der Wintersport in Lauscha eine zentrale Rolle. Der Wintersportverein 08 Lauscha e.V. sorgt für hervorragend präparierte Loipen für Wintergäste und für Langläufer mit sportlichen Ambitionen. Die markanteste Sportstätte ist aber die moderne Sprungschanzenanlage im Henriettental, mitten im Ort gelegen. Der ehemalige Bundestrainer Reinhard Heß, der Vizeweltmeister im Skifliegen Axel Zitzmann und der Deutsche Meister und zweimalige Weltcup-Sieger Andre Kiesewetter erlernten hier das Skispringen. Die Marktiegel-Schanze wurde am 28. November 1911 mit einem ersten Sprunglauf eingeweiht, nach dem Zweiten Weltkrieg von 1953 bis 1958 in Eigenleistung wieder aufgebaut und bis heute mehrfach modernisiert. Zur Schanzenanlage gehören neben der großen K92-Schanze (HS 102) noch jeweils eine K47-, K27-, K16- und K10-Schanze. Von der Saison 1993/94 bis 2004/05 wurden auf der Anlage regelmäßig Interkontinentalcup- bzw. Continentalcup-Skispringen ausgetragen, seit 2005/06 finden hier FIS-Cup-Wettbewerbe statt.

Auch die Lauschaer Schachsportler sind überregional erfolgreich. Nach Auflösung der Spielgemeinschaft Katzhütte-Lauscha spielen sie seit der Saison 2007/08 für den SV Motor Katzhütte-Oelze.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Lauscha ist von der Glasindustrie geprägt. Deren Kernstück ist die Farbglashütte Lauscha. Die Weiterverarbeitung des Glases erfolgt in der ortsansässigen Heimindustrie. Die Stadt ist für den dort produzierten Christbaumschmuck weltweit bekannt. Weiterhin nennenswert ist in Lauscha die Produktion von Microglasfasern mit einem Durchmesser von 0,33-5,0 µm der Firma Lauscha Fiber International GmbH.

Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen.

[Bearbeiten] Verkehr

Bahnhof Lauscha

Lauscha liegt an der Landstraße 1149, abgehend von der Bundesstraße 281 durch Neuhaus am Rennweg Richtung Steinach nach Sonneberg. Über die Anschlussstelle Eisfeld-Nord und ab 2011 auch über Neustadt/Sonneberg ist die A 73 zu erreichen.

Die Stadt verfügt über zwei Bahnhöfe an der Eisenbahnstrecke Sonneberg-Neuhaus. Der 1886 errichtete und 1912 – 1914 in seine heutige Form umgebaute Bahnhof Lauscha ist ein Spitzkehrenbahnhof – die Züge können nach beiden Zielorten nur in südlicher Richtung aus dem Bahnhofsbereich ausfahren. Nach minutenlanger Fahrt um den Berg Teufelsholz herum über das Bahnhofsviadukt, durch den Lauschensteintunnel und über das Viadukt Nasse Telle - erst mit Blick in das Steinach-, dann in das Lauschatal - wird die Haltestelle Oberlauscha erreicht. Für sportliche Läufer ist es eine Herausforderung, die Bahn auf geradem, aber steil ansteigendem Weg durch die Stadt zu überholen.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Ludwig Müller-Uri

[Bearbeiten] Ehrenbürger

  • Reinhard Heß, Skispringer, ehemaliger Cheftrainer der deutschen Skisprungnationalmannschaft (* 13. Juni 1945 in Lauscha; † 24. Dezember 2007 in Bad Berka)
  • Gerhard Bürger, Geschäftsführer der Farbglashütte und der Lauscha Fiber International GmbH
  • Eberhard Robke, Geschäftsführender Gesellschafter der Glaswerk Ernstthal GmbH

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 284, ISBN 3-88864-343-0

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Lauscha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen