Scharnstein

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Scharnstein
Wappen von Scharnstein
Scharnstein (Österreich)
Scharnstein
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Gmunden
Kfz-Kennzeichen: GM
Fläche: 47,84 km²
Koordinaten: 47° 54′ N, 13° 58′ O47.90027777777813.960833333333488Koordinaten: 47° 54′ 1″ N, 13° 57′ 39″ O
Höhe: 488 m ü. A.
Einwohner: 4.737 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 99 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4644
Vorwahl: 07615
Gemeindekennziffer: 4 07 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 13
4644 Scharnstein
Website: www.scharnstein.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Raffelsberger (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(31 Mitglieder)
14 ÖVP, 13 SPÖ, 4 FPÖ,
Lage der Marktgemeinde Scharnstein im Bezirk Gmunden
Altmünster Bad Goisern Bad Ischl Ebensee Gmunden Gosau Grünau im Almtal Gschwandt Hallstatt Kirchham Laakirchen Obertraun Ohlsdorf Pinsdorf Roitham St. Konrad (Oberösterreich) St. Wolfgang im Salzkammergut Scharnstein Traunkirchen Vorchdorf OberösterreichLage der Gemeinde Scharnstein im Bezirk Gmunden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Scharnstein (1848–1976 Viechtwang) ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Gmunden im Traunviertel mit 4737 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geografie[Bearbeiten]

Scharnstein liegt im Herzen des Almtals auf um die 450 m ü. A. Höhe

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,1 km, von West nach Ost 10,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 47,8 km². 54,8 % der Fläche sind bewaldet, 36 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kirchham Vorchdorf Pettenbach
St. Konrad Nachbargemeinden Steinbach am Ziehberg (Bez. Kirchdorf a.d.K.)
Gmunden Grünau im Almtal

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Dorf (709)
  • Mühldorf (1409)
  • Scharnstein (1281)
  • Viechtwang (1340)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dorf, Mühldorf I und Viechtwang.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptstraße mit Schloss
Ruine der Burg Scharnstein, 1538 abgebrannt
Neues Schloss in Scharnstein

Die Grafen von Rebgau begannen um 1120 mit dem Bau der Burg Scharnstein. 1204 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung.

Bereits 1492 erwarb der kaiserliche Pfleger auf Wildenstein, Christoph Jörger zu Reut, von Sigmund Graf Schaunberg die Burg Alt-Scharnstein samt dem Landgericht auf dem Moos, die er jedoch schon wenige Jahre später wieder an Kaiser Maximilian I. verkaufte. Im Jahr 1538 brannte die Burg aus Fahrlässigkeit ab. Johann Fernberger verwendete das Geld nicht für den Wiederaufbau der Burg, sondern für den Bau des Pfleghauses (Schafferleithen). 1584 erwarben die Jörger, namentlich Helmhart VIII. Jörger, die Herrschaft Scharnstein und errichteten ein mächtiges Schlossgebäude neben dem bereits bestehenden Pfleghaus, das neue Amtshaus an der Schafferleiten, und gründeten ab 1585 auch die ersten Sensenhämmer an der Alm.

In der Gegenreformation wurden 1621 alle Besitzungen der für die Verbreitung der protestantischen Lehre in Oberösterreich mit vollem Einsatz und schließlich mit offenem Widerstand eingetretenen Jörger konfisziert; die Herrschaft Scharnstein wurde 1625 dem Kloster Kremsmünster verkauft.

Die Herrschaft Scharnstein unterstand ab 1625 dem Stift Kremsmünster. Während der Napoleonischen Kriege wurde die Region mehrfach von französischen Truppen besetzt, blieb aber immer ein Teil des Landes Österreich ob der Enns.

Ab 1848, mit Schaffung der Ortsgemeinden nach der Revolution, hieß die Gemeinde Viechtwang, nach dem heutigen Ortsteil. Noch im 19. Jahrhundert war Scharnstein die größte Sensenproduktionsstätte der Monarchie. 700 Beschäftigte erzeugten täglich 4.000 Sensen und 5.000 Sicheln.

Im Jahre 1901 wurde die Almtalbahn von Wels nach Grünau im Almtal fertiggestellt, und somit war Scharnstein über den Schienenverkehr erreichbar geworden. Seit 1918 gehört Scharnstein zum Bundesland Oberösterreich. 1932 wurde Scharnstein zum Ort erhoben.

Im Jahr 1967 erwarb Harald Seyrl, ein österreichischer Historiker, das Schloss vom Stift Kremsmünster und begann mit Arbeiten zur Rettung der historischen Substanz, die mittlerweile weitgehend abgeschlossen sind.

Im Jahr 1976 wurde der Gemeindename wieder auf Scharnstein geändert.

Das Jahr 1987 brachte das Ende der 400 Jahre währenden Scharnsteiner Sensenerzeugung. Im Jahr 2004 wurde die Gemeinde Scharnstein anlässlich ihres 800 jährigen Bestandes von LH Dr. Josef Pühringer zur Marktgemeinde erhoben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 4309 Einwohner. 2001 dann 4539 Einwohner und im Jahr 2011 4731 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Gmunden.

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

14
13
4
14 13 
Von 31 Sitzen entfallen auf:

Sitzverteilung seit der Gemeinderatswahl 2009:

Bürgermeister ist Rudolf Raffelsberger von der ÖVP.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen at scharnstein.png

Beschreibung des Gemeindewappens:

Gespalten von Silber und Schwarz mit zwei aufrecht stehenden, mit den Schneiden auswärts gekehrten Pflugmessern (Sech) in gewechselten Farben; rechts ein roter, links ein goldener Bord.

Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß.

Das Wappen ist das Stammwappen der Jörger von Tollet, deren Helmhart VIII. durch sein Wirken, insbesondere als Begründer der Sensenindustrie im Almtal, für Scharnstein wirtschaftshistorische Bedeutung erlangt hat.

Das Wappen wurde 1977, nach der Änderung des Gemeindenamens zu Scharnstein, verliehen.

Regionalpolitik[Bearbeiten]

St. Konrad gehört zur Tourismusregion Almtal, der 1. Jänner 2013 gegründet wurde.[2] gegründet wurde.

Hauptort der Gemeinde: Markt Scharnstein[Bearbeiten]

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Scharnstein (Hauptort einer Marktgemeinde)
Ortschaft (Hauptort der Gemeinde)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Gmundenf8, Oberösterreich
Pol. Gemeinde Scharnstein  (KG Mühldorf I)
Koordinaten 47° 54′ 11″ N, 13° 57′ 42″ O47.90317713.96171488
Höhe 488 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 1212 (2001)
Gebäudestand 399 (2001)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 08782
Zählsprengel/ -bezirk Scharnstein-Mühldorf, Haid (40719 000,002)
Ortsch. mit Spielangerthal, Tießenbach, Schloss Scharnstein
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS

Gemeindehauptort ist der Marktort Scharnstein. Er liegt direkt an der Alm, auf einer Höhe von 488 m ü. A..

Die Ortschaft Scharnstein umfasst etwa 400 Gebäude mit etwa 1200 Einwohnern, also 14 der Gemeindebevölkerung, der überwiegende Teil im Ort selbst. Zum Ortschaftsgebiet gehören auch die Rotte Spielangerthal und die Siedlung Tießenbach am anderen Almufer, wie auch Schloss Scharnstein am Nordende des Orts.

Der Ort liegt an der B 120 Scharnsteiner Straße und hat eine Haltestelle der Almtalbahn.

Nachbarorte und -ortschaften
Haid Viechtwang (O.)
Dorf (O.) Nachbargemeinden Spielangerthal
Mühldorf (O.) Tießenbach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

  • Marktmusik Scharnstein-Redtenbacher

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sensenmuseum Geyerhammer
  • Schloss Scharnstein: Schloss Scharnstein geht auf das Jahr 1538 zurück. Heute befinden sich im Schloss zwei Museen:[3]
    • Österreichisches Kriminalmuseum und Österreichisches Gendarmeriemuseum: Im Museum wird die Geschichte der österreichischen Justiz und Sicherheitswesens vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart gezeigt. Breiter Raum ist der Geschichte des Gendarmeriewesens von 1849 bis zur Gegenwart gewidmet.
    • Museum für Österreichische Zeitgeschichte: Anhand von Objekten und Bildern wird die Entwicklung Österreichs im vergangenen Jahrhundert gezeigt.
  • Ruine Scharnstein: Die Burg wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet. Sie bestand einst aus einem Turmvorwerk, einer Vorburg, einem großen Vorratsgewölbe sowie einer Hauptburg mit Palas, Kapelle und Bergfried.
  • Sensenmuseum Geyerhammer: Das Freilichtmuseum zeigt den Übergang von der handwerklichen zur industriellen Sensenproduktion. Schmiedevorführungen mit einem Hammerschmied werden regelmäßig abgehalten.[4]
  • Sensenweg: Der Sensenweg ist ein wirtschaftshistorischer Wanderweg mit 2,4 km Länge. Der Sensenweg führt zu Produktionsstätten, Wohnhäusern und den Herrenhäusern der Hammerherren („schwarzen Grafen“).
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Scharnstein

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Um die schwer arbeitende Bevölkerung zu versorgen, entstand ein besonderes Gebäck. Von einem unbekannten Bäckermeister wurde der nur im Almtal bekannte Zwieballen entwickelt. Sein Name geht auf ein altes Maß der Sensenschmiede zurück: zwei Handballen. Den Zwieballen gibt es nur im Almtal.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Töchter und Söhne[Bearbeiten]

  • Hilde Berger (* 1946), Schauspielerin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin (Romane)
  • Wolfgang Leuthner (1744–1812), Benediktiner und Abt des Stiftes Kremsmünster
  • Gertrude Drack, Zoologin, genannt Rabengerti, die Ziehmutter des zahmen Kolkraben Kraxi (lebt in Viechtwang)[5]

Mit Scharnstein verbunden[Bearbeiten]

  • Hanna Maria Drack (1913–1988), Autorin und Lyrikerin, lebte ab 1941 in Scharnstein.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Scharnstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Portal: Salzkammergut – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Salzkammergut

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Aufbruchstimmung im Almtal. ORF Oberösterreich, abgerufen am 24. Juli 2013.
  3. Schloss Scharnstein und seine Museen
  4. Sensenmuseum Geyerhammer
  5. rabekraxi.at
Vorherige Station Almtalbahn
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