St. Wolfgang im Salzkammergut

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St. Wolfgang im Salzkammergut
Wappen von St. Wolfgang im Salzkammergut
St. Wolfgang im Salzkammergut (Österreich)
St. Wolfgang im Salzkammergut
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Gmunden
Kfz-Kennzeichen: GM
Fläche: 56,43 km²
Koordinaten: 47° 44′ N, 13° 27′ O47.73833333333313.448055555556548Koordinaten: 47° 44′ 18″ N, 13° 26′ 53″ O
Höhe: 548 m ü. A.
Einwohner: 2.820 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 50 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5360
Vorwahl: 06138
Gemeindekennziffer: 4 07 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 28
5360 St. Wolfgang im Salzkammergut
Website: www.st-wolfgang.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Johannes Peinsteiner (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
10 SPÖ, 12 ÖVP, 2 FPÖ,
1 BürgerListe St. Wolfgang i.S.
Lage der Marktgemeinde St. Wolfgang im Salzkammergut im Bezirk Gmunden
Altmünster Bad Goisern Bad Ischl Ebensee Gmunden Gosau Grünau im Almtal Gschwandt Hallstatt Kirchham Laakirchen Obertraun Ohlsdorf Pinsdorf Roitham St. Konrad (Oberösterreich) St. Wolfgang im Salzkammergut Scharnstein Traunkirchen Vorchdorf OberösterreichLage der Gemeinde St. Wolfgang im Salzkammergut im Bezirk Gmunden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
St. Wolfgang mit der St. Wolfgang-Kirche und dem Weißen Rössl
Blick auf den Wolfgangsee vom Weißen Rössl
St. Wolfgang und der Wolfgangsee (Video 2008)

St. Wolfgang im Salzkammergut[1] (auch Sankt Wolfgang) ist eine Marktgemeinde mit 2820 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in Oberösterreich im Bezirk Gmunden im Traunviertel. Sie liegt am Wolfgangsee im Salzkammergut und im Gerichtsbezirk Bad Ischl.

In Deutschland existiert mit Sankt Wolfgang ein gleichnamiger Ort im Landkreis Erding. Die Orte sind Partnergemeinden.

Geografie[Bearbeiten]

St. Wolfgang im Salzkammergut liegt auf 548 m Höhe im Traunviertel am Fuße des Schafberges (seit 1893 Zahnradbahn auf den 1783 m hohen Gipfel) am Nordufer des 13,5 km² großen Aber- oder Wolfgangsees in 539 m Seehöhe als Luftkurort. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 10,5 km, von West nach Ost 8,1 km. Die Gesamtfläche beträgt 56,6 km². 62,4 % der Fläche sind bewaldet, 18,0 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Ortsteile der Gemeinde sind: Aschau, Au, Bürglstein, Graben, Markt, Mönichsreith, Radau, Rußbach, Schwarzenbach, Weinbach, Windhag, Wirling. St. Wolfgang ist von seinen Nachbarorten am Seeufer durch größere Erhebungen getrennt: den 745 m hohen Bürgl bei Strobl sowie den 717 m hohen Falkenstein und den 722 m hohen Saurüssel Richtung St. Gilgen. Das Dorf ist zwischen der hügeligen Landschaft und dem See recht dicht bebaut, was St. Wolfgang einen kleinstädtischen Charme gibt. Der Ortskern wird durch einen ca. 700 m langen Tunnel unter dem östlichen Ausläufer des Kalvarienberges umfahren.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

  • Aschau (34)
  • Au (374)
  • Bürglstein (0)
  • Graben (179)
  • Mönichsreith (101)
  • Radau (308)
  • Rußbach (274)
  • Schwarzenbach (207)
  • St. Wolfgang im Salzkammergut (610)
  • Weinbach (356)
  • Windhag (201)
  • Wirling (199)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden St. Wolfgang und Wolfgangthal.

Nachbargemeinden

Steinbach am Attersee
Sankt Gilgen Nachbargemeinden Bad Ischl
Strobl

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt von Blau und Silber; unten auf grünen Wellen eine goldene Zille, darin stehend und in das obere Feld reichend, ein Schiffer mit rotem Rock, schwarzen Beinkleidern und schwarzem Hut auf dem Kopf, mit beiden Händen ein goldenes Ruder führend; rechts oben begleitet von einem goldenen Stern. Gemeindefarben: Blau-Gelb-Grün.

Das Wappen wurde 1567 durch Kaiser Maximilian II. verliehen, nachdem die Bürgerschaft in einer Bittschrift den Abt von Mondsee ersucht hatte, sich beim Landesfürsten dafür einzusetzen. Zusätzlich zum Wappenschild wies es als Schildhalter die wachsende Gestalt des heiligen Wolfgang in bischöflichem Ornat mit Beil und Bischofsstab auf, eine Darstellung, die noch heute von der Gemeinde verwendet wird. Das Wappenmotiv verweist auf die Schifffahrt auf dem Wolfgangsee, die sowohl für die Bewohner als auch für die zahlreichen Wallfahrer von großer Bedeutung war. Der Stern könnte in diesem Zusammenhang als „Stella Maris“, also als Symbol für die Gottesmutter Maria verstanden werden.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort verdankt seinen Namen dem Heiligen Wolfgang, der um 976 als Bischof von Regensburg in seinem Eigenkloster Mondsee Zuflucht suchte. Das Kloster war 748 n. Chr. von Odilo, dem Bayernherzog aus dem Geschlecht der Agilolfinger, gegründet worden. In vielen Legenden (Beilwurf und Quellwunder am Falkenstein) sind der eigenhändige Bau der ersten kleinen Kirche am Abersee und die damit verbundenen Wunderheilungen erwähnt.

Nach der Heiligsprechung Wolfgangs 1052 trugen zahlreiche Wundertaten und Heilungen wesentlich zur Verbreitung und Bedeutung der Volksfrömmigkeit und des Wolfgangkultes bei. Das Stift Mondsee als Eigentümer dieser Region stellte sich in den Dienst der Bekanntmachung und Verbreitung dieses Ritus in und um St. Wolfgang. Ein erster romanischer Kirchenbau wurde 1183 von Papst Lucius III. bestätigt. Für das Jahr 1291 gibt es urkundliche Berichte von Wallfahrten zum Kirchlein im Wolfgangland. 1314 bis 1318 errichtete man ein großes Pilgerhaus, das im 15. Jahrhundert prächtig ausgebaut wurde, da die vielen Gläubigen aus verschiedenen Ländern darin nicht mehr genug Platz fanden. Unter den Äbten Simon Reuchlin, Benedikt Eck und Wolfgang Haberls, der 1515 den kunsthistorisch bedeutenden Pilgerbrunnen vor der Kirche aufstellte, erfuhr St. Wolfgang eine rege Bautätigkeit.

Das Gotteshaus gewann durch die Jahrhunderte vor allem durch die künstlerische Einrichtung an Bedeutung. Der 1481 fertiggestellte Flügelaltar Michael Pachers, der Barockaltar von Thomas Schwanthaler 1676 mit den Reliquien des Heiligen Wolfgang sowie der Schmerzensmann und die Kanzel des Barockbildhauers Meinrad Guggenbichler 1706 machen die Pilgerkirche zu einem außergewöhnlichen Kunstobjekt.

Der Höhepunkt der Wallfahrten war im 15. und 16. Jahrhundert erreicht, was sich auch im Kunstschaffen ausdrückte. St.Wolfgang war nach Rom, Aachen und Einsiedeln die viertgrößte Pilgerstätte seiner Zeit. 1506 erwarb Kaiser Maximilian I. das Mondseeland (die Grundherrschaft des Stifts), und 1567 verlieh Kaiser Maximilian II. dem Ort das Marktrecht mit Wappen.

Im Zuge der Gegenreformation wurde die Wallfahrt noch einmal neu belebt. Doch die Bedeutung des Wallfahrtsortes wurde durch die Reformen des Kaisers Joseph II. stark eingeschränkt; 1791 wurde das Kloster Mondsee ganz aufgelöst.

Neues Aufleben und einen großen Aufschwung für St. Wolfgang brachte die nahegelegene sommerliche Kaiserresidenz in Bad Ischl (1829 bis 1916). Große Anziehung übte der See mit Schifffahrt und Schafbergbahn auf die Gäste aus Nah und Fern aus. Berühmte Malerpersönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts trugen zur internationalen Bekanntheit des Ortes bei und hinterließen ihre Spuren. Am 8. November 1930 hatte das Lustspiel Im weißen Rössl am Wolfgangsee Premiere in Berlin. Dieses für St. Wolfgang zum Welterfolg führende Volksrevuestück zog die Filmgrößen aus aller Welt nach St. Wolfgang. Um 1930 gab es sogar Flugverkehr von Berlin nach St. Wolfgang – die Landung erfolgte vor dem Grand Hotel mit einem Wasserflugzeug.

Das Wolfgangland war wirtschaftlich seit frühester Zeit ein Bauernland mit einem sich durch die Wallfahrt um die Kirche entwickelnden handwerklichen Ortskern, der durch die touristische Entfaltung und Erschließung einen fortschrittlichen Aufschwung nahm.

1873 begann mit dem ersten Raddampfer Kaiser Franz Josef das technische Zeitalter auf dem Wolfgangsee.

St. Wolfgang, das seit dem 16. Jahrhundert dem österreichischen Teilerzherzogtum Österreich ob der Enns zugerechnet wurde, gehört seit 1918 zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 wurde Oberösterreich wiederhergestellt. 1951 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde von St. Wolfgang in St. Wolfgang im Salzkammergut.[4]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Johannes Peinsteiner von der ÖVP.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2708 Einwohner, 2001 dann 2797 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Wolfgang im Salzkammergut

Tourismus[Bearbeiten]

St. Wolfgang wurde im Nachkriegsösterreich mit seinem Umland zu einer bekannten Fremdenverkehrslandschaft, verlor aber seit den 1990er Jahren wieder an Bedeutung. Trotz der attraktiven Lage in der seen- und waldreichen Salzkammergutlandschaft zählt St. Wolfgang heute nicht mehr zu den großen Touristikgemeinden in Österreich. Durch Gründung der Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft (WTG) 1998 wurden die drei Orte am See, St.Gilgen, Strobl und St.Wolfgang zu einer Vermarktungseinheit zusammengeschlossen. Die negative Entwicklung der Wolfgangseeregion konnte dadurch aber nicht verhindert werden. 1990 wurden am Wolfgangsee noch 1.300.000 Nächtigungen gezählt, im Jahr 2012 verzeichnete man 814.251 Übernachtungen laut Jahresbericht der WTG. Geschäftsführer der WTG ist seit ihrer Gründung Hans Wieser.

St. Wolfgang ist der Endpunkt des europäischen Pilgerwegs Via Nova, der in Metten (Niederbayern)[5] und in das europäische Netz der Weitwanderwege eingebunden ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Pfarl: Überlegungen zur Frühgeschichte von St. Wolfgang am Abersee. In: Oberösterreichische Heimatblätter 47(1993)4, S. 253-272 (Digitalisat; PDF; 3,2 MB)
  • Peter Pfarl: „Der Wolfgangweg. Von Regensburg über Altötting nach St. Wolfgang am Wolfgangsee.“ Tyrolia, 2013, ISBN 978-3-7022-3257-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Wolfgang im Salzkammergut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt in der Aufstellung der Gemeinden der oberösterreichischen Landesregierung im Internet und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3. Land Oberösterreich: Wappen der Gemeinde St.Wolfgang i.Skgt.
  4. 42. Kundmachung der o. ö. Landesregierung vom 8. Oktober 1951
  5. www.pilgerweg-vianova.eu