Altmünster

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Dieser Artikel befasst sich mit der Marktgemeinde Altmünster am Traunsee in Österreich. Für andere Orte gleichen Namens siehe Altmünster (Begriffsklärung).
Altmünster
Wappen von Altmünster
Altmünster (Österreich)
Altmünster
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Gmunden
Kfz-Kennzeichen: GM
Fläche: 78,77 km²
Koordinaten: 47° 54′ N, 13° 45′ O47.90138888888913.751388888889442Koordinaten: 47° 54′ 5″ N, 13° 45′ 5″ O
Höhe: 442 m ü. A.
Einwohner: 9.609 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 122 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 4813 / 4814
Vorwahl: 07612 / 07618
Gemeindekennziffer: 4 07 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 21
4813 / 4814 Altmünster
Website: www.altmuenster.at
Politik
Bürgermeister: Hannes Schobesberger (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(37 Mitglieder)
10 SPÖ, 20 ÖVP, 3 FPÖ,
4 Grüne
Lage der Gemeinde Altmünster im Bezirk Gmunden
Altmünster Bad Goisern Bad Ischl Ebensee Gmunden Gosau Grünau im Almtal Gschwandt Hallstatt Kirchham Laakirchen Obertraun Ohlsdorf Pinsdorf Roitham St. Konrad (Oberösterreich) St. Wolfgang im Salzkammergut Scharnstein Traunkirchen Vorchdorf OberösterreichLage der Gemeinde Altmünster im Bezirk Gmunden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Altmünster vom Traunstein aus gesehen
Altmünster vom Traunstein aus gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Altmünster ist eine Marktgemeinde im Bundesland Oberösterreich im Bezirk Gmunden am Traunsee mit 9609 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Gmunden.

Geografie[Bearbeiten]

Altmünster liegt auf 442 m Höhe (Ort) im nördlichen Salzkammergut und gehört traditionell zum Traunviertel. Sie reicht von der westlichen Gipfelregion des Höllengebirges (Hochlecken und Brunnkogel, 1708 m) bis zum Gmundner Strandbad (Seehöhe 422 m). Der westliche Gemeindeteil hat Mittelgebirgscharakter und grenzt an die östlichen Gemeinden des Attersees. Der Hauptort Altmünster liegt direkt am Traunsee. Die beiden größten Ortschaften Neukirchen und Reindlmühl liegen im Aurachtal, oberhalb des Traunsees erstreckt sich eine ausgedehnte Wiesenlandschaft bis zu den waldreichen Erhebungen im Hinterland (Gmundnerberg, Grasberg, Richtberg). Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 14,2 km, von West nach Ost 11,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 79 km². 48,1 % der Fläche sind bewaldet, 35,4 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Bezüglich Flächenausmaß und Einwohnerzahl stellt Altmünster bereits seit langer Zeit ungefähr 1 Promill von Österreich dar.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 10 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Altmünster (2095)
  • Eben (1363)
  • Ebenzweier (443)
  • Eck (1272)
  • Gmundnerberg (535)
  • Grasberg (684)
  • Mühlbach (350)
  • Nachdemsee (530)
  • Neukirchen (1784)
  • Reindlmühl (466)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Altmünster, Eben, Ebenzweier, Gmundnerberg, Grasberg, Mühlbach, Nachdemsee, Neukirchen, Ort-Altmünster und Reindlmühl.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Aurach am Hongar Pinsdorf Gmunden (Zentrum)
Weyregg am Attersee Nachbargemeinden Traunsee (Grenze zu Gmunden)
Steinbach am Attersee Ebensee Traunkirchen

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten und halbgeteilt; rechts in Schwarz der obere Teil eines goldenen, vom Schildfuß ausgehenden Kirchturmes mit viereckigem Untergeschoß und achteckigem Obergeschoß, die Fenster schwarz geöffnet, das achteckige Spitzdach gekrönt von einem Knauf mit Wetterhahn; links geteilt durch einen blauen, schmalen Balken, oben in Gold auf grünem Hügel ein grüner, schwarzstämmiger Nadelbaum, unten von Silber und Rot dreimal gespalten.

Das Wappen wurde 1952 zugleich mit der Markterhebung verliehen. Es zeigt den markanten Turm der Pfarrkirche, der gleichzeitig den Ortsnamen symbolisiert. Der Baum verweist auf die Forstwirtschaft und Holzindustrie in der Gemeinde, der blaue Balken auf die Lage am Traunsee. Die weiß-roten Pfähle sind dem Landeswappen entnommen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Als geschichtlich gesichert gilt, dass der Raum Altmünster kontinuierlich seit der Bronzezeit besiedelt ist. Dies beweisen verschiedene Funde im Bereich des Brennbühels (Schotterterrasse am Fuße des Gmundnerberges, die Pfahlbaureste im Bereich des Gmundner Strandbades und ein römischer Grabstein, der in der Pfarrkirche zu sehen ist.)

Nach der Volkszugehörigkeit dürfte es sich zuerst um Illyrer, dann aber um Kelten und Römer gehandelt haben. Die bayrische Landnahme (Anfang 8. Jahrhundert) ist durch die urkundliche Erwähnung der Abtei Trunseo (Schenkungsurkunde aus dem Jahre 909 n. Chr.), durch den Turm der Pfarrkirche, einen romanischen Taufstein in der Pfarrkirche selbst und durch einige alte Hausnamen gesichert.

Altmünster wird erstmals im Jahr 909 als Standort eines monasterium namens „Trunseio“ erwähnt. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Mittelalter und Neuzeit bis zum Jahre 1849 sind gekennzeichnet durch die Grundherrschaften. Münster (so die alte Bezeichnung) war politisch weitgehend auf die Herrschaft Ort und kirchlich auf Pfarre Altmünster ausgerichtet.

Altmünster ist seit 1850 selbständige Gemeinde, die damals 4000 Einwohner zählte. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. Am 9. Juni 1952 erfolgte die Erhebung zur Marktgemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Hannes Schobesberger von der ÖVP. Hugo Scheuba (ÖVP) war mit 28 Jahren im Amt der längstdienende Bürgermeister Altmünsters.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Altmünster liegt an der Bundesstraße 145 (Salzkammergut Straße), die Altmünster mit Gmunden, Vöcklabruck und Bad Ischl verbindet. Auf einer Landstraße, die durch das Gemeindegebiet von Altmünster verläuft, kann über die Taferl-Klause und die Taferlhöhe Steinbach am Attersee erreicht werden.

Busverbindungen: In Altmünster verkehren mehrere Postbus-Linien, wodurch von Altmünster die nächstliegenden Städte Gmunden und Bad Ischl erreichbar sind. Weiters besteht durch die ÖBB eine Busverbindung sowohl in Richtung Bad Ischl als auch in Richtung Attnang-Puchheim.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Bahnhof Altmünster

Der Bahnhof Altmünster am Traunsee ist ein Durchgangsbahnhof an der Salzkammergutbahn. In Altmünster halten Regionalzüge und Regionalexpress-Züge der Relation Attnang-Puchheim - Stainach-Irdning. Es gibt Direktverbindungen nach Linz und eine Kurswagenverbindung nach Wien Westbahnhof.

Zur Zeit der Eröffnung der Salzkammergutbahn gab es nur eine Halte- und Ladestelle namens „Ebenzweier“. Im Jahr 1897 wurde die Betriebsstelle zum Bahnhof aufgewertet und umbenannt „Ebenzweier-Altmünster“. Im Jahr 1947 erhielt dieser Bahnhof seinen heutigen Namen.[3]

Das heute noch genutzte Empfangsgebäude wurde 1902 erbaut. Im Gebäude sind eine Wartehalle, ein besetzter Fahrkartenschalter und das Stellwerk untergebracht. Die Gleisanlage besteht aus Durchfahrgleis, Ausweichgleis, einem einseitig angeschlossenen Ladegleis sowie einem Anschlussgleis zu einem Sägewerk direkt am Bahnhof. Am Durchfahrgleis liegt ein Seitenbahnsteig (Hausbahnsteig), das Kreuzungsgleis ist mit einem niedrigen Mittelbahnsteig erschlossen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
1869 bis 2001[4]
Jahr Bevölkerung Jahr Bevölkerung
1869 4.778 1939 6328
1880 4.683 1951 7383
1890 4.742 1961 7348
1900 4.951 1971 7921
1910 5.244 1981 8556
1923 5.329 1991 9067
1934 5.917 2001 9445

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 9067 Einwohner, 2001 dann 9445 Einwohner.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Altmünster

Pfarrkirche Altmünster: Die älteste Pfarre im Bereiche des jetzigen Dekanates Gmunden ist Altmünster, früher einfach Münster genannt. Wahrscheinlich errichteten die Agilolfinger Herzoge zu Anfang des 8. Jahrhunderts zur Förderung der geistigen und materiellen Kultur an der Ufergegend des Traunsees ein Mönchskloster und weihten die Kirche dem heiligen Ordensstifter Benedikt. Doch hatte die Abtei keinen langen Bestand, da sie wohl 920 von den herandrängenden Magyaren zerstört wurde. Nach der Schlacht auf dem Lechfeld 955 kehrten die flüchtigen Einwohner in ihre Ortschaften zurück, und es erstand auch Münster wieder, zwar nicht mehr als Abtei, sondern als Pfarre. Münster war eine Großpfarre und umfasste als Mutterpfarre das Gebiet ihrer späteren Tochterpfarren Traunkirchen, Goisern, Hallstatt, Gmunden mit Ohlsdorf und Laakirchen, auch Schörfling und St. Georgen im Attergau. In einer alten Urkunde aus dem Jahre 1236 wird Münster „antiquissima parochia monasterialis“ (alte Pfarrei Münster) genannt. Aber schon im 12. Jahrhundert bildeten sich aus dem alten Seelsorgesprengel Münster die selbständigen Pfarren Traunkirchen, Ohlsdorf, Schörfling, St. Georgen im Attergau. Nur Pinsdorf verblieb als Filiale bei Altmünster.

Das Lehensrecht über Altmünster hatten zunächst die steirischen Markgrafen inne, dann ging es auf die Herren von Ort über. Albert von Veldsperg und seine Gemahlin Gisela von Ort, die Letzte ihres Stammes, stifteten im Jahre 1269 das Nonnenkloster Imbach ((1782 aufgehoben)) in Niederösterreich und inkorporierten diesem Kloster die Pfarrei Altmünster, sodass die Nonnen von Imbach das Patronats- und Präsentationsrecht über Münster hatten.

Im Jahre 1764 brachte der Fürstbischof von Passau Leopold Ernst Graf von Firmian um 6000 fl diese Rechte an sich. Die dem hl. Benedikt geweihte spätgotische Hallenkirche wurde um 1470/80 errichtet. Den Mittelpunkt des Hochaltares bildet das Gemälde „Der Tod des hl. Benedikt“ von Joachim von Sandrart. In der Allerheiligenkapelle befindet sich der Allerheiligenaltar aus Sandstein aus dem Jahr 1518. Der Altar zeigt eine vielfigurige Reliefgruppe von Heiligen in einer Renaissanceumrahmung.

Filialkirche Reindlmühl: Die Kirche wurde in den Jahren 1955–1956 nach Plänen von Gottfried Nobl errichtet und ist dem hl. Josef geweiht. Gottfried Nobl war von 1959–2005 Linzer Dombaumeister. Im Jahr 1977 wurde hinter der Kirche eine Kapelle als Aufbahrungshalle gebaut.

Schloss Traunsee
Schloss Ebenzweier
Straße vom Gmundnerberg in Richtung Grasberg. Im Hintergrund die Schlafende Griechin

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Thomas Bernhards Haus „Krucka“ am Grasberg

Personen mit Bezug zum Ort[Bearbeiten]

  • Thomas Bernhard (1931-1989), Schriftsteller, kaufte 1971 das Haus Grasberg 98, genannt die „Krucka“, und lebte und arbeitete dort zeitweise
  • Elisabeth Lanz (* 1971), Schauspielerin, wuchs im SOS-Kinderdorf auf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altmünster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Land Oberösterreich: Wappen der Gemeinde Altmünster
  3. Salzkammergutbahn online, abgerufen am 16. Februar 2010
  4. Gemeindedaten Altmünster (Statistik Austria) (PDF; 35 kB).