Gosau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gosau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gosau
Wappen von Gosau
Gosau (Österreich)
Gosau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Gmunden
Kfz-Kennzeichen: GM
Fläche: 113,4 km²
Koordinaten: 47° 35′ N, 13° 32′ O47.58333333333313.533333333333767Koordinaten: 47° 35′ 0″ N, 13° 32′ 0″ O
Höhe: 767 m ü. A.
Einwohner: 1.762 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 16 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 4824, 4825
Vorwahl: 06136
Gemeindekennziffer: 4 07 06
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gosau 444
4824, 4825 Gosau
Website: www.gosau.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Gamsjäger (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
15 SPÖ, 8 ÖVP, 2 FPÖ
Lage der Gemeinde Gosau im Bezirk Gmunden
Altmünster Bad Goisern Bad Ischl Ebensee Gmunden Gosau Grünau im Almtal Gschwandt Hallstatt Kirchham Laakirchen Obertraun Ohlsdorf Pinsdorf Roitham St. Konrad (Oberösterreich) St. Wolfgang im Salzkammergut Scharnstein Traunkirchen Vorchdorf OberösterreichLage der Gemeinde Gosau im Bezirk Gmunden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Gosau, gegen den Gosaukamm
Gosau, gegen den Gosaukamm
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Gosau ist eine Gemeinde mit 1762 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013) in Oberösterreich im Bezirk Gmunden im Traunviertel, und bildet das Gosautal, ein Seitental des oberen Trauntals am Hallstätter See. Die Region liegt im Inneren Salzkammergut, am Rande des UNESCO-Weltkulturerbes Hallstatt-Dachstein Salzkammergut. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Bad Ischl.

Lage und Landschaft[Bearbeiten]

Gosau liegt weit gestreut am Gosaubach im Salzkammergut, in einem durch den Gosauzwang versperrten Seitental des Trauntals, mit Mündung in den Hallstättersee. Das Gosautal, das vollständig von der Gemeinde eingenommen wird, verläuft in einer Talschlucht ostwärts, wendet sich dann südostwärts und weitet sich zu einer Talmulde, dem Gosauer Becken, die den Hauptsiedlungraum bildet. Vom Ort Gosau aus führt über die hintere Talenge eine Straße hinauf zum Vorderen Gosausee. Dort bietet sich eine schöne Sicht auf den Dachstein, wo das Gosauer Hintertal mit dem Hinteren Gosausee in südwestlicher Richtung genau auf den Hauptstock des Dachsteinmassiv zuläuft.

Die Talregion bildet eine Subregion der Oberösterreichischen Raumeinheit Salzkammergut-Talungen, die Bergräume gehören zu den Salzkammergut-Voralpen. Den Nordrand des Tals bilden HochkalmbergRußberg der Osterhorngruppe, den Südraum die Plassengruppe und Schwarzkogelgruppe als Vorberge des Dachsteingebirges. Die, landschaftlich dominierende Grenze im Westen bildet der Gosaukamm (Donnerkogel 2055 m, Großwand 2415 m), vorgelagert die Zwieselalm, an dessen Nordausläufer (Hornspitze) der Pass Gschütt als Übergang in das Salzburgische Lammertal den einfachsten Zugang zur Talung darstellt. Der Gosauszwang ist aber heute durch die B 166 erschlossen, die von Gosauzwang am Hallstättersee über Gosau – Paß Gschütt – Rußbach – Abtenau – Annaberg zur Tauernautobahn bei Niedernfritz in den Ennspongau verläuft.

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 13,1 km, von West nach Ost 17,4 km. 58,9 % der Fläche sind bewaldet. Der Hauptort Gosau liegt auf 767 m Höhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus einer Katastralgemeinde (08675), und (taleinwärts) aus den Weilern Klaushof, Bärnau, Jagerbauer, Vordertal !547.5873105513.555630547.5873113.55563725, Grafner, Ramsau, Ortschaft Gosau, Auer, Kirchschlag, Steinermühle, Mittertal !547.5672005513.523400547.567213.5234511, Ötscheranger, Kranabet, Hintertal !547.5901605513.656918547.5901613.656918511 mit Gosauschmied

Der zuständige Gerichtsbezirk ist Bad Ischl.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Rußbach am Paß Gschütt Sbg. Bad Goisern am Hallstättersee
Abtenau Sbg.

Annaberg-Lungötz Sbg.
Nachbargemeinden Hallstatt
Filzmoos Sbg. Ramsau am Dachstein Stmk.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Tal um Gosau wurde im 13. Jahrhundert von Mönchen aus dem Stift St. Peter in Salzburg besiedelt. Die erste urkundliche Nennung Gosaus erfolgte im Jahr 1231. Die meisten lebten von Waldwirtschaft und lieferten das Holz nach Hallstatt für die Salzgewinnung. Viele Landwirte betrieben eine Alm. Diese Almen sind heute noch größtenteils erhalten.

Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

1781 gründete sich eine evangelische Toleranzgemeinde, die 1784 ein Bethaus errichtete[1].

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

Nach Erlass des Protestantenpatents wurde 1869 eine neue Kirche errichtet[1].

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Gosau gehört zu den wenigen evangelischen Gemeinden in Österreich. Ca. 71 % der Einwohner sind evangelisch A.B.

Durch die Abgeschiedenheit des Tales hat sich der Protestantismus hier über die Zeit der Gegenreformation erhalten (Kryptoprotestantismus).[2] Als im Habsburgerreich die allgemeine Wehrpflicht eingeführt wurde, kamen im Tal über viele Generationen keine „Buben“ mehr zur Welt (sie erhielten alle weibliche Vornamen), um dem Waffendienst zu entgehen und so den Glauben beibehalten zu können. Erst durch das Toleranzpatent Josefs II. von 1781 wurde den Protestanten rund um den Dachstein ihre Religionsausübung wieder teilweise ermöglicht. Das Protestantenpatent Franz Josefs stellte sie mit den Katholiken weitgehend gleich.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1942 Einwohner, 2001 dann 1949, und 2010 waren es 1864 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Gerhard Gamsjäger von der SPÖ.

Wappen[Bearbeiten]

Offizielle Beschreibung des 1979 verliehenen Gemeindewappens: In Blau drei silberne Spitzen, deren mittlere bis zum Schildrand reicht, darin ein roter Ammonit.

Die silbernen Spitzen stehen für die den Ort prägenden Berge, insbesondere das Dachsteinmassiv und den Gosaukamm. Der Ammonit bezieht sich auf die Versteinerungen aus den Gosauschichten, der Ablagerungen des Gosaumeeres, für die der Ort namensgebend ist.[3]

Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Blau.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Früher lebten die Einwohner vorwiegend von der Forstwirtschaft und vom Salzbergbau im Nachbarort Hallstatt. Auch die Weidewirtschaft zur Selbstversorgung und der Schleifsteinabbau spielten in früheren Jahrhunderten eine Rolle. Heute spielt der Tourismus in der Skiregion eine Hauptrolle.

Tourismus und Fremdenverkehr[Bearbeiten]

Die Tourismusgemeinde Gosau gehört zum Tourismusverband Inneres Salzkammergut in der Ferienregion Dachstein Salzkammergut am Fuße des Dachsteins (2996 m ü. A.). Der Blick vom Vorderen Gosausee auf den östlichsten Gletscher der Alpen ist weithin bekannt. Mit der regelmäßigen Anwesenheit des kaiserlichen Hofes im Salzkammergut begann auch der Tourismus in der Region. Während im Sommer zahlreiche Wanderer und Mountainbiker unterwegs sind, trifft man im Winter hauptsächlich Skifahrer und Langläufer, Skitourengeher und Schneeschuhwanderer an. 142 Pistenkilometer, 64 Liftanlagen, 60 km Langlaufloipe (45 klassisch, 15 km skating) machen das Skigebiet Dachstein-West zum größten Oberösterreichs. 150 Betriebe erzielen rund 200.000 Nächtigungen jährlich. Nicht nur der Sport lockt viele Gäste ins Gosautal, sondern auch die Natur, unter anderem der Gosaukamm (höchster Gipfel Große Bischofsmütze mit 2.458 m), sowie das traditionsreiche Handwerk, Kultur und Brauchtum.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

2010/2011 verfilmte der österreichische Regisseur und Drehbuchautor Julian Roman Pölsler in Gosau den Roman Die Wand von Marlen Haushofer mit Martina Gedeck in der Hauptrolle. Der gleichnamige Film wurde von Coop99 und Starhaus Filmproduktion hergestellt und hatte seine Premiere zur Berlinale 2012.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Josef Ackerl (* 1946), Politiker
  • Hubert Königswieser, Gemeindearzt in Gosau
  • Josef Pühringer (* 1949), Politiker, Landeshauptmann Oberösterreichs
  • Hans-Peter Schmaranzer, Bürgermeister von Gosau
  • Jakob Hammerl, katholischer Pfarrer, Gosau

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gosau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Gosau – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Entstehung der Pfarrgemeinde. Evangelisches Pfarramt Gosau AB, abgerufen am 19. Oktober 2012.
  2.  Elisabeth Mansfeld, Universität Wien (Hrsg.): Juristische Aspekte der Ketzerverfolgung im Erzherzogtum Österreich in der Regierungszeit Karls VI.. Dissertation. Wien März 2008, II. Die österreichischen Erblande 2.2. Das Land ob der Enns, S. 136–147 (pdf, othes.univie.ac.at).
  3. Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs (5. Nachtrag 1977-1979). In: Oberösterreichische Heimatblätter, Heft 3/4, 1980, S. 122 (PDF; 2,5 MB)
  4. Nachruf auf den Verfassungsrichter Karl Spielbüchler auf nachrichten.at