Schwerzenbach

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Dieser Artikel behandelt eine Schweizer Gemeinde. Zum österreichischen Unternehmer und Altertumsforscher siehe Carl von Schwerzenbach.
Schwerzenbach
Wappen von Schwerzenbach
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Usterw
BFS-Nr.: 0197i1f3f4
Postleitzahl: 8603
UN/LOCODE: CH SWB
Koordinaten: 692222 / 24905147.385838.660002443Koordinaten: 47° 23′ 9″ N, 8° 39′ 36″ O; CH1903: 692222 / 249051
Höhe: 443 m ü. M.
Fläche: 2,64 km²
Einwohner: 4743 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1797 Einw. pro km²
Website: www.schwerzenbach.ch
Ansicht vom Loorenkopf auf das Industriegebiet von Schwerzenbach, Volketswil im Hintergrund

Ansicht vom Loorenkopf auf das Industriegebiet von Schwerzenbach, Volketswil im Hintergrund

Karte
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Schwerzenbach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Uster des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Gold ein schwarzer Querbach, belegt mit einem silbernen Fisch

Ein eigenes offizielles Wappen führt die Gemeinde erst seit den Bemühungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich und deren Wappenkommission Anfang der 1930er Jahre. 1932 zeigte der Stempel der Gemeinderatskanzlei noch den Zürcher Schild. Nach langer Suche fand man das alte Siegel des Gemeindeammanns von 1844. Es zeigt auf blauem Grund einen waagrechten schwarzen Bach mit einem silbernen Fisch und gab die Vorlage für das heutige Wappen ab.

Geographie[Bearbeiten]

Die nördlich des Greifensees befindliche Gemeinde liegt östlich der Stadt Zürich im Zürcher Oberland. Der Chiemlibach durchquert Schwerzenbach und mündet in den Fluss Glatt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Mittelalter gehörte Schwerzenbach zur Herrschaft Greifensee, die den Grafen von Rapperswil gehörte und später an die Herren von Landenberg und die Grafen von Toggenburg überging. 1402 übernahm der Zürcher Stadtstaat die gesamte Herrschaft Greifensee und damit auch Schwerzenbach. Seit dem Untergang des Alten Zürich in der Revolution von 1798 ist Schwerzenbach eine eigene Gemeinde im Kanton Zürich. Sie gehörte zuerst zum Distrikt Uster, ab 1815 zum Oberamt Greifensee und ist seit 1831 Teil des Bezirks Uster.

Die Legende des heiligen Einhard berichtet von einem Schwerzenbacher Lokalheiligen, der bei der alten Kirche begraben sein soll. 1444, im Alten Zürichkrieg, zerstörten die Schwyzer die Kirche. Das Recht den Pfarrer einzusetzen, die sogenannte Kollatur der Kirche Schwerzenbach stand bis ins Jahr 1834 dem Kloster Einsiedeln zu, obwohl die Gemeinde schon 1524 zum reformierten Glauben gewechselt hatte. 1812 wurde die Kirche abgerissen und 1813 die heutige Kirche eingeweiht.

Bis ins 17. Jahrhundert lebten die meisten Schwerzenbacher ausschliesslich von den Erzeugnissen der Landwirtschaft, ab dem 18. Jahrhundert zusätzlich von der in Heimarbeit betriebenen Spinnerei und Weberei. Zur Ansiedlung von Industrie kam es trotz der 1856 eröffneten Bahnstation nicht. Einzig ein Seidenfabrikationsgeschäft etablierte sich. Schwerzenbach war daher bis vor vier Jahrzehnten ein Bauerndorf.

Ansicht von der Glatt
Schwerzenbach - Glatt IMG 6536.jpg
Der Ausfluss der Glatt aus dem Greifensee
Der Greifensee bei Schwerzenbach, im Hintergrund das benachbarte Städtchen Greifensee

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Nähe zur Stadt Zürich und zu Uster führt nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Bauboom, der das ursprünglich nur 400 Einwohner zählende Dorf auf über das zehnfache anwachsen liess. Im Verlaufe des Baubooms verlagerte sich das Zentrum vom alten Dorfkern bei der Kirche zur Bahnstation in Richtung Volketswil.

Ab dem 1. August 2012 wird Schwerzenbach mit der Neubau-Siedlung "Im Vieri" voraussichtlich 488 neue Bewohner erhalten.[2]

Kirchen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2011 gehörten 35,2 Prozent der Bevölkerung zur Evangelisch-reformierten Kirche und 28,2 Prozent zur Römisch-katholischen Kirche.[3]

Die evangelischen Freikirchen sind in Schwerzenbach durch die spanisch-sprachige «Iglesia Cuerpo de Cristo de Remar Internacional» vertreten, die zugleich als internationales sozialdiakonisches Hilfswerk tätig ist.[4]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Schwerzenbach ist durch die S-Bahn Zürich mit folgenden Linien angebunden:

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Benno Hüppi (SVP Stand 2009).

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Die permanenten Kontakte erfolgen auf drei Ebenen:

  • Exekutive: Gemeinderat Schwerzenbach und Stadtrat Aizpute
  • Organisation: Partnerschaftsverein Pro Aizpute in Schwerzenbach und Freunde von Schwerzenbach in Aizpute
  • Persönlich: Es hat sich ein Netz von direkten persönlichen Kontakten ausgebildet

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Martin Gubler: Kunstdenkmäler der Schweiz Band 66 "Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster" Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 1978 ISBN 3-7643-0991-1 S. 510–521.
  • Beat Frei: Schwerzenbach. Eine lange Geschichte. Gemeinde Schwerzenbach, Schwerzenbach 2004, ISBN 3-03-300285-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwerzenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Kanton Zürich, Gemeinde Schwerzenbach, Privater Gestaltungsplan „im Vieri“, Planungsbericht gemäss Art. 47 RPV, (PDF, 10S.; 154 kB), auch: imvieri.ch.
  3. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012)
  4. http://www.remar.ch/intro/Iglesia___Gemeinde.html (abgerufen am 29. Februar 2012).
  5. Artikel über die Gemeindepartnerschaft auf der Homepage Schwerzenbachs abgerufen am 25. Februar 2014