Bahnhof Zürich Oerlikon

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Zürich Oerlikon
Zürich Oerlikon Gebäude.JPG
Der Gebäudemittelteil von 1914 sowie der östliche Anbau von der Strassenseite, anschliessend Technikgebäude
Daten
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Perrongleise 6
Abkürzung ZOER
IBNR 8503006
Lage
Stadt Zürich
Kanton Zürich
Staat Schweiz
Koordinaten 683497 / 25191847.4127777777788.545Koordinaten: 47° 24′ 46″ N, 8° 32′ 42″ O; CH1903: 683497 / 251918
Höhe (SO) 442 m
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in der Schweiz
i7i12i13i15i15i16i18i20

Der Bahnhof Zürich Oerlikon (442 m ü.M.) ist der achtgrösste Bahnhof der Schweiz, einer der 13 SBB-Bahnhöfe auf dem Gebiet der Stadt Zürich und liegt im gleichnamigen Quartier Oerlikon. Zurzeit wird er umgebaut und vergrössert von 6 auf 8 Gleise und bekommt eine eigene unterirdische Einkaufspassage.[1]

Der Bahnhof der bis 1934 unabhängigen Gemeinde Oerlikon gehört zu den ältesten der Schweiz und ist bis heute einer der wichtigsten Punkte im Schweizer Schienennetz. Praktisch alle Züge, die Zürich in die Richtungen Norden und (Nord-)Osten verlassen, müssen Oerlikon passieren. Der Bahnhof ist deswegen eines der Nadelöhre im Grossraum Zürich.

Acht Linien der S-Bahn Zürich verkehren über Oerlikon und von dort in vier verschiedene Richtungen (Seebach, Glattbrugg, (Opfikon)-Flughafen oder Wallisellen). Ebenfalls verkehren drei Tramlinien sowie diverse Buslinien ab dem Bahnhof Oerlikon.

Geschichte des Aufnahmegebäudes[Bearbeiten]

Im Jahre 1855 wurde durch die NOB der Betrieb mit einem provisorischen Gebäude in Form eines erweiterten Güterschuppens aufgenommen. Es war ein Entwurf von A. Beckh, Bauleitung durch Jakob Friedrich Wanner.[2]

Am 1. Mai 1865 erhielt die Station unter der NOB ihr definitives Gebäude, nach einem Entwurf von Jakob Friedrich Wanner, der auch den Bau leitete. Das provisorische Gebäude wurde zuvor nach Oberglatt verlegt.[3]

Während zwischen dem 4. Dezember 1912 und Frühjahr 1914 das Bahnhofsgebäude umgebaut wurde, war ein Provisorium im Betrieb. Die Bauherrin des Umbaus war die SBB-Kreisdirektion III, die Bauleitung lag bei K. Strasser und M. Steiner. Das Gebäude ist mit diesen letzten Umbauten bis heute erhalten.[4]

Mit der Zeit wurden beidseitig freistehende, moderne Gebäude angebaut. Im Westen gegen den ehemaligen Güterumschlagbereich entstanden Verkaufsräume und gedeckte Veloabstellplätze, im Osten Technikräume. In den Technikräumen befindet sich seit einem Umbau in den 1990er-Jahren anstelle des alten Stellwerks das Fernsteuerzentrum Oerlikon.

Eröffnungsdaten der Strecken[Bearbeiten]

  • 27. Dezember 1855 Oerlikon – Wallisellen – Winterthur durch die Schweizerische Nordostbahn (NOB)
  • 26. Juni 1856 Oerlikon – Wipkingen – Zürich durch die NOB
  • 1. Mai 1865 Oerlikon – Glattbrugg – Bülach durch die Bülach-Regensberg-Bahn (BR)
  • (15. Oktober 1877 Wettingen – Seebach – (Umgehung des Bahnhofs Oerlikon) – Opfikon – Kloten – Winterthur durch die Schweizerische Nationalbahn (SNB))
    Konkurskurve/"Kriegsschlaufe"
  • 1. Juni 1881 Oerlikon – Opfikon durch die NOB
  • 1. Juli 1909 Oerlikon – Seebach durch die SBB
    Stilllegung der Kriegsschlaufe bis 1939
  • 1. Juni 1969 Zürich Oerlikon – Zürich Altstetten durch die SBB (Käferberglinie)
  • 30. September 1979 Zürich Oerlikon – Zürich Flughafen – Bassersdorf durch die SBB (Flughafenlinie)
  • 15. Juni 2014 Dritte Doppelspur Zürich Oerlikon - Zürich HB durch die SBB (Durchmesserlinie)

Distanzen zu den nächstgelegenen Bahnhöfen[Bearbeiten]

Linienführung und Gleislage[Bearbeiten]

Zürich Oerlikon.png

Der Bahnhof besteht aus 6 Bahnsteiggleisen. Westlich befinden sich die Tunnels der beiden Linien Richtung Zürich HB. Schon im Bahnhof teilen sich die ostwärtsführenden Linien.

Östlich führende Gleise[Bearbeiten]

  • Die Gleise 1 und 2 führen nur Richtung Wallisellen
  • Die Gleise 3–6 führen ins Oberhauser Riet, wo sich die Gleise in die Doppelspuren zum Flughafen, nach Opfikon, nach Glattbrugg und die Einspurstrecke nach Seebach verzweigen. Seit dem Bau der Flughafenlinie und dem Ausbau der Gleisanlage im Oberhauser Riet sind die Gleise wie folgt ausgelegt:
    • Gleis 3 und 4 dienen der Flughafenlinie und werden vor allem von (durchfahrenden) Schnellzügen genutzt
    • Gleis 5 und 6 bilden die Doppelspur nach Glattbrugg. Von den beiden Gleisen kann die einspurige Abzweigung nach Seebach befahren werden, kurz darauf folgt die kreuzungsfrei ausgelegte Abzweigung der Doppelspur nach Opfikon (– Kloten)

Westlich führende Gleise[Bearbeiten]

Erweiterungen für die Durchmesserlinie[Bearbeiten]

Seit der Teileröffnung der Durchmesserlinie im Jahr 2014 verfügt der Bahnhof Oerlikon über 3 Doppelspuren nach Zürich HB, folglich reichen die 6 Geleise des Bahnhofs nicht mehr aus; der Bahnhof wird zurzeit um zwei Gleise (7 und 8) erweitert, welche sich im Nordwesten an das bestehende Gleis 6 anschliessen werden. Der Bahnhof erhält auch eine eigene unterirdische Einkaufspassage mit Platz für rund 30 Geschäfte.[5] Zudem wurde die Gleisanlage wie folgt erweitert: [6]

  • Der Weinbergtunnel der Durchmesserlinie mündet in eingleisigen Tunnelausfahrten, von denen die westliche zwischen den beiden Gleisen der Wipkingerlinie liegt.
  • Im Gleisfeld zwischen den Tunnelausfahrten und dem Bahnhof entstand ein neues Entflechtungsbauwerk mit einer eingleisigen Unterwerfung.

Um Platz für die beiden zusätzlichen Gleise zu schaffen, musste ab 22./23. Mai 2012 das ehemalige Verwaltungsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon um 60 Meter nach Westen verschoben werden.[7][8]

Ab Dezember 2015 werden mit der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn insgesamt 12 verschiedene S-Bahnen durch den Bahnhof Oerlikon verkehren. Es handelt sich um die neuen Linien S3 (Wetzikon-Zürich HB-Bülach), S9 (Uster-Zürich HB-Schaffhausen), S15 (Rapperswil-Zürich HB-Niederweningen), S19 (Dietikon-Zürich HB-Effretikon) und S21 (Regensdorf-Zürich HB). Ebenfalls neu wird die S14 nach Affoltern am Albis verlängert und die S5 hält nicht mehr am Bahnhof Oerlikon, sie verkehrt neu von Päffikon via Zürich HB nach Zug. Zudem ist geplant, dass weitere InterRegio-Linien und InterCitys im Bahnhof halten.[9]

Zughalte[Bearbeiten]

S-Bahn Zürich[Bearbeiten]

Seit Einführung der S-Bahn Zürich sind die S-Bahn-Züge die Hauptverkehrsträger im Bahnhof Zürich Oerlikon.

Alle Linien verkehren grundsätzlich täglich und ganztägig im Halbstundentakt (mit ändernden Endpunkten), einzig die S 2 verkehrt ab 21:00 Uhr nur im Stundentakt.

Fernverkehr[Bearbeiten]

Jeweils täglich bis 21:00 Uhr bedienen zwei InterRegio-Linien den Bahnhof:

Ausserdem wird der Bahnhof durch eine RegioExpress-Linie bedient:

Zudem hält nach Mitternacht noch ein ICN-Zug in Oerlikon.

Nachtzüge[Bearbeiten]

Es verkehren drei Nachtzüge ab Oerlikon.

Unfälle[Bearbeiten]

1932 – Auffahrkollision[Bearbeiten]

17. Dezember 1932 – Bei dichtem Nebel wurde auf dem Einfahrgleis eine Dampflokomotive vergessen. Auf diese fuhr ein Eilzug auf, es gab 5 Tote und 55 Verletzte. Bei der Lokomotive des Eilzuges handelte es sich um die Ae 3/6 I Nr. 10640, bei der vergessenen Dampflokomotive um die Eb 3/5 Nr. 5831. Beide schwerbeschädigten Lokomotiven wurden wieder hergerichtet und nicht ausrangiert.

1992 – Flankenfahrt[Bearbeiten]

8. August 1992 – Ein Doppelstockzug der Linie 5 der S-Bahn Zürich fuhr an einer Weiche im Bahnhof Zürich-Oerlikon einem Intercity Romanshorn - Genf, der mit 65 km/h entgegenkam, in die Flanke. Eine Person wurde getötet, acht verletzt. Ursache war, dass ein haltzeigendes Signal übersehen wurde. Zwar wurde der Zug am Signal zwangsgebremst, jedoch reichte der Durchrutschweg nicht aus. Die SBB führten das Zugbeeinflussungssystem ZUB ein, damit die Züge bei einem Halt zeigenden Signal in jedem Falle rechtzeitig halten.

2003 – Flankenfahrt[Bearbeiten]

24. Oktober 2003 – Gegen 17.40 Uhr fuhr im Bahnhof Zürich-Oerlikon der Schnellzug 1629 Zürich - Konstanz dem Schnellzug 2583 Schaffhausen - Zürich in die Flanke. Eine Reisende wurde getötet, 32 verletzt. Aufgrund eines fälschlicherweise geschlossenen Bremshahns zwischen dem ersten und zweiten Wagen waren die übrigen Wagen des Zuges nach Konstanz ungebremst, und der Zug konnte nicht rechtzeitig im Bahnhof halten. Die Prüfung der Bremsleitung wurde verschärft.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Oerlikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
  1. Quelle Tiefbauamt Kanton Zürich oder Übersicht http://www.zvv.ch/opencms/export/sites/default/common-images/content-image-gallery/medien-bilder/Grafik_Bahnhof_Oerlikon.pdf
  2. Stutz, Seite 101
  3. Stutz, Seite 164
  4. Stutz, Seiten 248–249
  5. Quelle Tiefbauamt Kanton Zürich oder Übersicht http://www.zvv.ch/opencms/export/sites/default/common-images/content-image-gallery/medien-bilder/Grafik_Bahnhof_Oerlikon.pdf
  6. FactSheet der SBB zur Erweiterung d. Bhf. Oerlikon
  7. Medienereignis in Zürich Oerlikon: MFO-Gebäude wird verschoben aus Cabo Ruivo, abgerufen am 23. Mai 2012
  8. Dossier des Schweizer Fernsehens, abgerufen am 23. Mai 2012
  9. Quelle ZVV 4.Teilergänzungen http://www.4-teilergaenzungen.ch
  10. amtl. Unfallbericht zur Flankenfahrt vom 24. Okt. 2003 (PDF; 4,2 MB)