Sein oder Nichtsein (1942)

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Filmdaten
Deutscher Titel Sein oder Nichtsein
Originaltitel To Be or Not to Be
Sein oder Nichtsein.jpg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1942
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Ernst Lubitsch
Drehbuch Edwin Justus Mayer
Produktion Ernst Lubitsch,
Alexander Korda
Musik Werner Richard Heymann
Kamera Rudolph Maté
Schnitt Dorothy Spencer
Besetzung

Sein oder Nichtsein (auch: Sein oder Nichtsein – Heil Hamlet!) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1942. Die Komödie inszenierte Ernst Lubitsch nach dem Text Noch ist Polen nicht verloren von Melchior Lengyel.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt in Warschau, 1939. Die polnischen Schauspieler eines Theaters proben eine antifaschistische Komödie, kurz bevor der Zweite Weltkrieg ausbricht. Da die polnische Regierung nicht in Konflikt mit dem Hitlerregime geraten möchte, wird das Stück vom Spielplan abgesetzt. Stattdessen spielt das Ensemble Hamlet mit Joseph Tura in der Titelrolle. Während des Monologes Sein oder Nichtsein hat die Ehefrau des Hauptdarstellers, Maria Tura, in ihrer Garderobe ein Rendezvous mit dem jungen Fliegerleutnant Stanislaw Sobinski. Zum Entsetzen des Schauspielers Tura steht der junge Offizier während des Monologes aus dem Zuschauerraum auf und geht hinaus, was Tura natürlich als Respektlosigkeit gegenüber seiner Schauspielkunst ansieht.

Während einer der Aufführungen bricht der Zweite Weltkrieg aus und Warschau wird bombardiert. Sobinski kommt nach England und fliegt in einer polnischen Schwadron der Royal Air Force. Der polnische Professor Siletsky gibt im Kreise der jungen polnischen Flieger bekannt, dass er in geheimer Mission in das besetzte Warschau reisen werde. Sobinski übergibt ihm eine Nachricht für die geliebte Maria Tura, doch macht es ihn stutzig, dass Siletsky die berühmteste Schauspielerin Warschaus gar nicht kennt, obwohl er angibt, in Warschau gelebt zu haben. Er berichtet davon seinen Vorgesetzten, und es wird klar, dass Siletsky ein Doppelagent sein muss. Da Siletsky zahlreiche Adressen von polnischen Untergrundkämpfern erhalten hat, wird Sobinski damit beauftragt, gleichfalls nach Warschau zu fliegen.

Siletsky ist mittlerweile dort angekommen und steigt im Hotel Europejski ab. Er soll sich mit dem Gestapochef Gruppenführer Ehrhardt treffen, um die Namen der Untergrundkämpfer weiterzugeben. Um dies zu verhindern, schlüpft das Ensemble des Theaters in die Rollen der deutschen Besatzer. Es beginnt eine Verwechslungskomödie voller Wort- und Spielwitz. Aus der abgesetzten Antinazi-Komödie wird ein Spiel auf Leben und Tod.

Kritiken[Bearbeiten]

  • „Der Komik mit Grauen stilvoll verquickende Film ist eine immer noch nützliche Abrechnung mit dem Führerkult und seinen Begleiterscheinungen. Einer der besten Filme von Ernst Lubitsch, der als ätzende Satire die Schergen des Nationalsozialismus als Schmierendarsteller beschreibt und die Schauspielertruppe als tragikomische Helden ehrt.“[1]
  • „Der Meister der intelligenten Komödie zeigt auch hier seine typische Handschrift.“[2]
  • „Polit-Thriller als bissig-böse Anti-Nazi-Satire. Filmklassiker.“ (Wertung: 3 ½ Sterne = außergewöhnlich).[3]
  • „»To Be or Not to Be« ist eine Meisterleistung an Sarkasmus und Ernsthaftigkeit zugleich. Es ist erstaunlich, dass nicht nur Lubitsch sondern alle Beteiligten an diesem Film im Kriegsjahr 1942 und angesichts der bis dahin bekannten Gräueltaten des Nationalsozialismus ihren Glauben an eine Zeit nach Hitler und an die Menschlichkeit, ihre Kraft und ihren Humor nicht verloren hatten. »Sein oder Nichtsein« war eben auch ein kraftvolles Zeichen der Hoffnung und ein Appell an die Bedeutung des Humors in extrem schwierigen Zeiten und für eine menschliche Zukunft.“[4]
  • „Nachdem er in Ninotschka den Kommunismus persiflierte, versuchte Lubitsch hier, die Nazis durch Lächerlichkeit zu töten. Er ist seinem Ziel dabei immerhin so nah gekommen, daß sein Witz niemals degoutant wirkt. [...] Entstehen konnte dieser Film wohl nur, weil man damals in den USA die ganze grausige Wirklichkeit noch nicht kannte; aber es spricht für den Geschmack und die künstlerische Kraft Lubitschs, daß sein Film auch in Kenntnis dieser Wirklichkeit Bestand hat.“[5]

Preise[Bearbeiten]

Der Film erhielt eine Oscarnominierung für die Musik von Werner R. Heymann.

Neuverfilmung[Bearbeiten]

1983 entstand, ebenfalls unter dem Titel Sein oder Nichtsein mit Mel Brooks in der Rolle des Frederick Bronski (Joseph Tura), Anne Bancroft in der Rolle der Anna Bronski (Maria Tura) sowie José Ferrer als Professor Siletsky eine Neuverfilmung.

Sonstiges[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997.
  2. Berliner Zeitung, Berlin.
  3. Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 738.
  4. Filmzentrale.com.
  5. Dieter Krusche: Reclams Filmführer / Mitarb.: Jürgen Labenski und Josef Nagel. - 13. neubearb. Aufl. - Philipp Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-010676-1, S. 715.
  6. josefstadt.org. Abgerufen am 25. Februar 2014.