Ses Salines (Mallorca)

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Ses Salines auf der Insel Mallorca; zu anderen Bedeutungen siehe Ses Salines (Begriffsklärung).
Gemeinde Ses Salines
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Ses Salines
Ses Salines (Mallorca) (Spanien)
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Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Balearische Inseln
Insel: Mallorca
Comarca: Migjorn
Koordinaten 39° 20′ N, 3° 3′ O39.3386111111113.053611111111153Koordinaten: 39° 20′ N, 3° 3′ O
Höhe: 53 msnm
Fläche: 39,01 km²
Einwohner: 5.272 (1. Jan. 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 135,14 Einw./km²
Postleitzahl: 07638, 07640
Gemeindenummer (INE): 07059
Nächster Flughafen: Palma (Son Sant Joan / Palma de Mallorca, 36 km)
Verwaltung
Amtssprache: Katalanisch, Kastilisch Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/eigene Sprache
Bürgermeister: Sebastià Burguera (PSOE)
Adresse der Gemeindeverwaltung: C/ Major, 1
07640 Ses Salines
Webpräsenz der Gemeinde
Lage der Gemeinde
Mallorca
Lage der Gemeinde Ses Salines

Ses Salines (kastilisch Las Salinas) ist eine der 53 Gemeinden der spanischen Baleareninsel Mallorca. Sie zählt 5270 Einwohner (1. Jan. 2009). Im Jahr 2006 betrug der Ausländeranteil der Gemeinde 24,6 % (1.108), der Anteil deutscher Einwohner 6,8 % (308). Der gleichnamige Hauptort Ses Salines sieben Kilometer im Landesinneren zählt 2350 Einwohner (2009),[2] die größte Siedlung ist mit 2920 Einwohnern (2009) jedoch Colònia de Sant Jordi,[3] ein Touristenort an der Küste. Der Name der Gemeinde leitet sich von den noch heute der Salzgewinnung dienenden großen Salinen ab.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Flora und Fauna

Die Flora wird durch den Salzgehalt der Erde bedingt; es überwiegt das einheimische Immergrün, das spanische Rohr und Salzpflanzen. An den Hügel mit geringerem Salzgehalt sind Sadebäume, Pinienwälder und Rosmarin- und Zistrosensträucher zu Hause.

An den Rändern der Salzbecken hat sich im Laufe der Jahre eine eigene, höchst darwinistische Flora und Fauna gebildet. Nur wenige Pflanzen sind in der Lage, in dauerfeuchten Salzgebieten zu leben. Dazu gehören die chloridtoleranten, meist wurstig, dickfleischige Sukkulenten wie der Strauchqueller; die Sulfat-Halophyten, zu den die federige, immer leicht zerzaust wirkende Tamariske und das strauchige Salzkraut gehören, verringern ihren Stoffwechsel durch kleine Blattoberflächen.

Wider Erwarten färben sich die Salzteiche rot ein. Dies liegt am Vorkommen des Halobacteriums, einem Kleinstorganismus. Dieser enthält rote bis orangefarbene Carotinoide. Bedingt durch diese Farbstoffe verfärbt sich die Salzlake. Die Halobakterien dienen dem nur sieben Millimeter großen Salzkrebs als Nahrungsgrundlage, welcher wiederum einer Vielzahl von Sumpfvögeln wie dem Stelzenläufer, Rotschenkel und Löffelenten als Nahrung dient. An die 170 Vogelarten leben nahe der Salinen, sogar der Fischadler holt sich dort gelegentlich einen Imbiss ab.

[Bearbeiten] Naturschutz

Teile des Gemeindegebietes wurden zum Naturschutzgebiet erklärt. Innerhalb dieses Naturschutzgebietes liegt der bekannte Strand Es Trenc sowie das Landgut S’Avall, welches das größte zusammenhängende sich in Privatbesitz befindliche Landgut Mallorcas ist.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Talayots und Megalithdenkmäler, die aus der Bronzezeit stammen, sind Hinweise auf den Ursprung des Ortes. Die Salinen von Sa Vall und Colònia de Sant Jordi sind die ältesten Mallorcas. Punische Händler begannen hier bereits mit der Salzgewinnung. Das Salz war auch weiterhin für Römer, Byzantiner, Araber und Christen interessant. Die so wichtigen Salzvorkommnisse erklären auch den etymologischen Ursprung der heutigen Gemeinde.

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: INE)
1930 1940 1950 1960 1970 1981 1991 2001 2009
1555 1625 1924 2036 2231 2538 3009 3389 5270

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Plaça Major Gemeindeverwaltung

Sehenswert sind die Überreste der vor- und frühgeschichtlichen Siedlungen von Talaia Joana und die Talaiots von Na Mera, Es Mitjà Gran und Els Antigors sowie punische Relikte auf der Insel Na Guardia und Reste römischer Schiffe in der Nähe der Küste. Ferner das dicht an der Saline gelegene Festungswerk S’Estany aus dem 15. Jahrhundert, der Aussichtsturm von S’Avall aus dem 14. Jahrhundert und die neben der Gemeindekirche gelegene Festung Torre de Ca’n Bàrbara, die unter König Jakob I. militärischen Zwecken dienten. Der Leuchtturm am Cap de Ses Salines, zur Gemeinde Santanyí gehörig, als Beobachtungspunkt und Ausgang für Wanderungen und die Anlage Botanicactus, ein privat betriebener botanischen Garten mit einer riesigen Sammlung von Kakteen.

[Bearbeiten] Strände

Zum Gemeindegebiet zählen die Strände:

  • Es Carbó y Ses Roquetes
  • Es Dolç
  • Es Trenc
  • Els Estanys
  • Platja d’es Port

[Bearbeiten] Feste

  • Sant Antoni (17. Januar)
  • Sant Jordi (23. April)
  • La Fira-Espectacle de Ses Salines (1. Mai)
  • Sommerfeste von Colònia de Sant Jordi (erster Samstag und Sonntag im August)
  • San Bartomeu (24. August)
Saline nordöstlich des Strandes Es Trenc

[Bearbeiten] Wirtschaft

[Bearbeiten] Salzgewinnung

Seit 1850 betreibt ein Unternehmen die Gewinnung von Meersalz zu Speisezwecken auf industriellem Niveau. Jeweils im April wird das Meerwasser (mit rund 4,7 Gramm je Liter Salzgehalt) in quadratische Becken, sogenannte cocons von 250 Metern Kantenlänge eingelassen. Rund 130 Hektar künstlicher Salzlagunen füllen sich so jeden Frühling. 300 Hektar waren es noch vor 100 Jahren. Während des Verdunstungsprozesses im Sommer wird das Wasser mehrmals in andere Becken umgeleitet, um die Kristallisierung des Salzes feiner werden zu lassen. Von der Oberfläche wird dabei in Handarbeit das wesentlich feinere Flor de Sal „abgeerntet“, das bei Feinschmeckern sehr beliebt ist. Im September tragen Bagger die dicke Salzkruste ab. Diese wird anschließend zerkleinert in riesigen, Bergen auf Halde gelegt, bis sie gereinigt und für den Verbrauch verpackt werden. Heute werden jährlich noch rund 8000 Tonnen Tafelsalz in diesem Privatgebiet gewonnen.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Population Figures referring to 01/01/2011. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística.
  2. INE. Abgerufen am 17. November 2010 (spanisch).
  3. INE. Abgerufen am 17. November 2010 (spanisch).

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Ses Salines (Mallorca) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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