Shades of Grey

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Shades of Grey (Begriffsklärung) aufgeführt.

Shades of Grey (Originaltitel: Fifty Shades of Grey) ist eine erotische Roman-Trilogie der britischen Autorin E. L. James aus den Jahren 2011–2012.

Die Trilogie schildert die Beziehung zwischen der 21-jährigen Studentin Anastasia Steele und dem sechs Jahre älteren Unternehmer und Milliardär Christian Grey. Bekannt wurde die Romanreihe durch die Schilderung von BDSM-Praktiken. Der erste Band führte die Bestseller-Listen in mehreren Ländern an, darunter die der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs. In Deutschland hat sich die Trilogie über 5,7 Millionen Mal verkauft.[1] Weltweit wurden mehr als 70 Millionen Exemplare der Trilogie verkauft,[2] der erste Roman gilt dabei als das schnellste jemals verkaufte Taschenbuch des Vereinigten Königreichs, noch vor den Harry-Potter-Taschenbüchern.[3] Kritiker rezensierten den ersten Band meist negativ.

Handlung des ersten Bandes[Bearbeiten]

Die 21-jährige Literaturstudentin Anastasia Steele (Ana) lernt bei einem Interview den 27-jährigen Unternehmer und Milliardär Christian Grey kennen und fühlt sich gleich von ihm angezogen. Nach und nach übernimmt Christian die Kontrolle über Anas Gefühlswelt. Als sie ihn näher kennenlernt, erfährt sie, dass seine sexuellen Neigungen Bondage, Dominanz und Sadismus beinhalten und dass kalte Gefühle, Verwahrlosung und Gewalt in seiner Kindheit ihn zutiefst traumatisiert haben. Sie lässt sich immer mehr auf seine BDSM-Spiele ein und hofft letztendlich auf eine tiefere Beziehung und mehr Nähe. Nach und nach merkt Christian, der sich zuerst entschieden gegen seine Gefühle zur Wehr setzt, dass er mehr für sie empfindet als eine bloße Dominanz.

Entstehung[Bearbeiten]

E. L. James veröffentlichte Fifty Shades of Grey zunächst ab 2009 unter dem Titel The Master of the Universe als Fan-Fiction zu Stephenie Meyers Twilight Saga auf Fanfiction-Webseiten unter dem Pseudonym Snowqueens Icedragon, die Protagonisten waren ursprünglich Edward Cullen und Bella Swan.

Nach Kritik an den Details von BDSM-Praktiken, die von Dominanz und Unterwerfung, spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz oder Fesselungsspielen handeln, entwarf E. L. James die Fortsetzungsgeschichten und veröffentlichte sie auf ihrer eigenen Webseite unter FiftyShades.com. Später änderte die Autorin die Namen ihrer Hauptfiguren in Anastasia Steele und Christian Grey und löschte die Geschichte auf FiftyShades.com.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Die überarbeitete Version erschien als E-Book und ab Mai 2011 als Taschenbuch erstmals unter dem Titel Fifty Shades of Grey, herausgegeben von dem Independent-Verlag The Writer’s Coffee Shop in Australien.

Der zweite Band Fifty Shades Darker wurde im September 2011 veröffentlicht, der dritte, Fifty Shades Freed, folgte im Januar 2012. The Writer’s Coffee Shop verfügte nur über ein geringes Marketing-Budget und stützte sich weitgehend auf Besprechungen auf Literaturblogs – der Verkauf der Romane wurde dann durch Mundpropaganda verstärkt.[4]

Am 3. April 2012 brachte der Knopf Verlag in den USA Fifty Shades of Grey auf den Markt. Zwei Wochen später erschienen die beiden Folgebände. Um mit der enormen Nachfrage Schritt zu halten, ließ der Verlag wöchentlich bis zu 950.000 Exemplare der drei Romane nachdrucken. Bis Ende Mai 2012 wurden über zehn Millionen Bücher der Trilogie in den USA verkauft.[5] Anfang Juli 2012 belief sich die Zahl der in den USA verkauften Exemplare bereits auf über 20 Millionen.[6]

Die deutschsprachige Übersetzung des ersten Bandes erschien am 9. Juli 2012 unter dem Titel Shades of Grey im Goldmann Verlag.

Rezeption[Bearbeiten]

Die englischsprachige journalistische Kritik fand für den 1200-Seiten-Roman den Begriff „Mommy porn – Fantasie-Exzesse von Frauen für Frauen geschrieben“.[7]

In den deutschen Feuilletons wird durchgängig das literarische Niveau kritisiert[8][9][10][11][12][13] und die Bücher mit Begriffen wie „Kitsch“[14] und „Arztroman ohne Doktor“[15] belegt.

In einem Essayband, der 2013 bei Suhrkamp erschien, schreibt die israelische Kultursoziologin Eva Illouz über die gesellschaftlichen Aspekte in Shades of Grey. Sie fragt, warum das Buch, das zu gleichen Teilen sehr konservative und ein paar quasi-feministische Botschaften enthält, bei Frauen solchen Erfolg habe. Ihr Ansatz war: „Lasst uns selbst diesen ziemlich vulgären Feminismus ernst nehmen, den das Buch bereithält. Und vor allem: Lasst uns das Vergnügen ernst nehmen, das Menschen bei der Lektüre empfinden.“ Dabei sieht sie den Erfolg darin begründet, dass moderne Beziehungen von Unsicherheit geprägt sind und D/s beziehungsweise SM ein „Weg ist, von Unsicherheit geprägte Geschlechtsidentitäten zu restabilisieren – in einer Zeit, in der die Unsicherheit stärker geworden ist, in der viel weniger klar ist, wer was zu tun hat, was es bedeutet, ein Mann oder eine Frau zu sein. Mit SM können Sie diese Rollen so stabilisieren, dass Sie mit der sexuellen Freiheit kompatibel werden.“[16] Die Beziehung der Protagonisten ist „die eines sexuellen Spieles, bei dem die Regeln klar festgelegt wurden und beide Parteien diesen Regeln zugestimmt haben. […] Was bedeutet es, in einer Beziehung einen Vertrag abzuschließen? Wie frei sind Menschen in Beziehungen?“ Sie kommt zum Schluss, dass in Shades of Grey philosophische Fragen gestellt, nicht zwangsläufig beantwortet werden.[16]

Verfilmung[Bearbeiten]

Im März 2012 konnten sich Universal Pictures und Focus Features die Rechte an der Trilogie sichern.[17]

Im Juni 2012 verkündete das Produktionsstudio Smash Pictures seine Absicht, eine Porno-Adaption der Trilogie mit dem Titel Fifty Shades of Grey: A XXX Adaptation zu veröffentlichen. Als Veröffentlichungsdatum wurde der 10. Januar 2013 genannt. Im November 2012 reichte Universal Pictures Klage gegen Smash Pictures ein mit der Begründung, dass der Film Urheberrecht verletze und nicht als Porno-Parodie gedreht wurde. Das Verfahren endete mit einem außergerichtlichen Vergleich.

Am 3. September 2013 unterrichtete Erika Leonard die Presse über die Besetzung der Hauptrollen. Charlie Hunnam wurde für die Rolle des Christian Grey und Dakota Johnson für die Rolle der Anastasia Steele angekündigt.[18] Am 13. Oktober 2013 zog sich Hunnam allerdings wieder vom Projekt zurück.[19] Im Oktober 2013 wurde bekannt, dass der irisch-britische Schauspieler Jamie Dornan die Rolle des Christian Grey übernimmt.[20] Als Regisseurin wurde Sam Taylor-Wood verpflichtet.

Soundtrack[Bearbeiten]

Seit Mitte September 2012 ist der Soundtrack (EMI Classics) zur Buchtrilogie in Deutschland erhältlich. Klassische Musik spielt im Buch eine Rolle und die Autorin selbst hat die Stücke für das Album ausgewählt.[21]

Bibliographie[Bearbeiten]

  • Fifty Shades of Grey (2011), dt.: Shades of Grey – Geheimes Verlangen, Übersetzung: Andrea Brandl und Sonja Hauser, Goldmann Verlag, München 2012, ISBN 978-3-442-47895-8
  • Fifty Shades Darker (2011), dt.: Shades of Grey – Gefährliche Liebe, Übersetzung: Andrea Brandl und Sonja Hauser, Goldmann Verlag, München 2012, ISBN 978-3-442-47896-5
  • Fifty Shades Freed (2012), dt.: Shades of Grey – Befreite Lust, Übersetzung: Andrea Brandl und Sonja Hauser, Goldmann Verlag, München 2012, ISBN 978-3-442-47897-2

Hörbücher[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Goldesel der Belletristik, zeit.de
  2. Fifty weeks of ‘Fifty Shades of Grey’, washingtonpost.com (15. März 2013), abgerufen am 16. März 2013
  3. 'Mummy porn' Fifty Shades Of Grey outstrips Harry Potter to become fastest selling paperback of all time Artikel auf dailymail.co.uk (18. Juni 2012), abgerufen am 13. Februar 2013
  4. Fesselnde Lektüre – Rezension von Marie Dové Schweizer Tagesanzeiger vom 13. März 2012, abgerufen am 20. Juni 2012
  5. Fifty Shades Trilogy Tops 10 Million Sold In: Publishers Weekly vom 22. Mai 2012. Abgerufen am 11. Juli 2012.
  6. Carolyn Kellogg: 50 Shades of Grey series hitting the 20 million mark in sales In: Los Angeles Times vom 9. Juli 2012. Abgerufen am 14. Juli 2012.
  7. Thomas Kielinger: Lob und Tadel für die Pornofizierung der Gesellschaft. Die Welt, Die Literarische Welt, 30. Juni 2012, S. 2
  8. Buchbesprechung in der Zeit, Knallharte Zweisamkeit: „unerträglich mädchenhafter Tagebuchstil“.
  9. Feuilleton der FAZ: Eine literarische Magersuchttherapie
  10. WAZ: „Mütterporno“ ohne sprachliche Höhepunkte
  11. Neue Zürcher Zeitung: Auch schlechter Sex verkauft sich gut: „Die Bücher sind erbärmlich schlecht geschrieben, die Handlungsmuster so repetitiv wie das sprachliche Arsenal“.
  12. Berliner Zeitung, Porno-Bestseller: Zuckerhut und Peitsche: „Ein SM-Roman in SMS-Sprache“
  13. Clemens J. Setz im Interview im Wiener Standard: „Es ist schade um jeden Satz. Leblose Sprache, falsche Bilder, absurdes Millionärsverführungszeug“.
  14. gofeminin, 50 Shades of Grey: So ist der Teil 3: „Im letzten Teil der Trilogie werden alle Register gezogen, um die Geschichte zu einem unfassbar kitschigen Ende zu führen“.
  15. Die österreichische woman, Fifty Shades of Grey 3: Leseprobe: „Ihre Buchtrilogie ist eine Art Arztroman ohne Doktor, aber dafür mit Doktorspielchen“.
  16. a b tageszeitung: „Ich bin für Nerds!“ – Interview mit Eva Illouz, 13. Juli 2013
  17. Fleming, Mike. "Universal Pictures and Focus Features win Fifty Shades of Grey", Deadline.com vom 26. März 2012, abgerufen am 11. Oktober 2012.
  18. "Hauptdarsteller stehen fest", n-tv online, 3. September 2013, abgerufen am 3. September 2013
  19. „Fifty Shades of Grey“: Charlie Hunnam spielt doch nicht Christian Grey Focus online vom 10. Oktober 2013
  20. 50 Shades of Grey: Erste Bilder Jolie.de, abgerufen am 27. November 2013
  21. "50 Shades Of Grey": EMI Classics präsentiert Soundtrack Musikmarkt.de vom 10. August 2012, abgefragt am 11. Oktober 2012.