Don Johnson

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Don Johnson (Mai 1986)

Donald Wayne „Don“ Johnson (* 15. Dezember 1949 in Flat Creek, Missouri) ist ein US-amerikanischer Schauspieler und Sänger.

Schauspiel[Bearbeiten]

1968 bis 1983[Bearbeiten]

1968 erhielt Johnson sein erstes Engagement in einem Rock-Musical namens Your Own Thing am American Conservatory Theatre in San Francisco. Kurz darauf war er einer der Kandidaten in der auf ABC laufenden Fernseh-Flirt-Show The Dating Game. 1969 erhielt er die Hauptrolle des Smitty in Sal Mineos „off-Broadway-Stück“ Fortune and Men's Eyes.

Sein Leinwanddebüt gab Johnson ein Jahr später mit The Magic Garden of Stanley Sweetheart. Erste, kurze Aufmerksamkeit errang er 1975 durch die Hauptrolle des Vic in dem Science Fiction Kultfilm A Boy and His Dog, für den er im gleichen Jahr mit dem Saturn Award als bester Hauptdarsteller von der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films ausgezeichnet wurde.

An diesen ersten Erfolg konnte Johnson in den nächsten Jahren nicht anknüpfen. Alleine fünf Serien mit ihm wurden nach der Pilot-Folge wieder abgesetzt.

1984 bis 1989[Bearbeiten]

Don Johnson (1989)

Bekannt wurde er durch seine Rolle als Polizist James „Sonny“ Crockett in der amerikanischen Fernsehserie Miami Vice (1984–1989). Seine Rolle als Sonny Crockett brachte ihm unter anderem eine Emmy- (1986) und zwei Golden-Globe-Nominierungen (1986/87) ein. In der Kategorie „bester männlicher Hauptdarsteller“ gewann er 1986. In Deutschland landete er bei der Wahl zum Bravo Otto als „TV Star männlich“ 1987 auf Platz eins, in den beiden darauffolgenden Jahren belegte er Rang zwei.

Ende der 1980er Jahre war Johnson einer der berühmtesten Schauspieler weltweit. Diesen Erfolg wollte er im klassischen Kino-Film fortsetzen, auf den er sich in den folgenden Jahren konzentrierte.

1990 bis 2001[Bearbeiten]

Nachdem Johnson während der Arbeit bei Miami Vice bis 1989 kaum Kinofilme gedreht hatte - es waren insgesamt nur drei seit 1984: Cease Fire (1985), Sweet Hearts Dance mit Susan Sarandon und Jeff Daniels im Jahr 1988, sowie Dead Bang (1989) - wandte er sich anschließend dem Filmgenre zu. The Hot Spot (1990) wurde kein kommerzieller Erfolg. Auch die Filme Paradise (1991) und Blondinen küsst man nicht (1993) mit seiner damaligen Frau Melanie Griffith waren nicht erfolgreich; ebenso der topbesetzte, doch gefloppte Action-Thriller Harley Davidson & The Marlboro Man (1991) – unter anderem mit Mickey Rourke.

Johnson wandte sich in den folgenden Jahren wieder mehr dem Fernsehen zu. In der Krimi-Serie Nash Bridges (1996–2001) spielt er den gleichnamigen Polizisten und löst mit seinem Kollegen Joe Dominguez, gespielt von Cheech Marin, in San Francisco verschiedene Kriminalfälle. Die Serie wurde ein kommerzieller Erfolg. Mit der Komödie Tin Cup, in der Johnson den Antagonisten von Kevin Costner spielt, gelang ihm 1996 auch wieder ein kleiner Erfolg mit einem Kinofilm. Im gleichen Jahr erhielt Johnson für seine Verdienste einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

seit 2002[Bearbeiten]

2003 war Johnson in dem Fernsehfilm Word of Honor (zusammen mit John Heard und Jeanne Tripplehorn) wieder zu sehen. Nach einem weiteren Jahr Abstinenz hatte er 2005 die Hauptrolle des Grant Cooper in der unter anderem von Jerry Bruckheimer produzierten Serie Just Legal inne. Allerdings wurde die Serie nach nur einer Staffel wieder eingestellt. Nach dem ausgebliebenen Erfolg mit der o. g. Anwaltsserie drehte Johnson 2006 den Familienfilm Moondance Alexander und den italienischen Thriller Bastardi. Von Januar bis Ende März 2007 spielte Johnson den Nathan Detroit am Londoner West End Theatre in dem Musical Guys and Dolls. Von April bis Anfang Mai 2007 hielt er sich für Dreharbeiten zum zweiten Teil der Komödie Lange Flate Ballær 2 in Norwegen auf. Er spielte dort einen Admiral Burnett. 2010 spielte er neben Danny Trejo mit der Figur des texanischen Rassisten Von Jackson eine größere Rolle in Robert Rodriguez' Actionfilm Machete. Im Film Django Unchained (2013) spielt Don Johnson den Plantagenbesitzer Big Daddy.

Musik[Bearbeiten]

Erste Versuche[Bearbeiten]

Schon als kleiner Junge sang Johnson im Kirchenchor. Im Soundtrack zu einem seiner ersten Filme, The Harrad Experiment, sang Johnson die Titel Wait for Me bzw. It's Not Over. Er veröffentlichte des Weiteren noch eine Single mit dem Titel Anna Korina, die kein kommerzieller Erfolg war.

Debütalbum Heartbeat (1986)[Bearbeiten]

Auf dem Zenit seines Erfolges mit der Serie Miami Vice (s. o.) wurde im Herbst 1986 Johnsons erstes Album mit dem Titel Heartbeat auf den Markt gebracht.

Die gleichnamige erste Singleauskopplung bescherte ihm internationale Top Ten Platzierungen in den Charts. Schließlich wurden noch das Lied Heartache Away sowie die Ballade Voice on a Hotline veröffentlicht. Ausschließlich bei der Maxi-Single-Version zu Heartache Away findet sich mit Streetwise ein Lied wieder, das nicht auf dem Album ist, allerdings in einer gleichnamigen Episode der dritten Staffel von Miami Vice verwendet wurde. Whoopi Goldberg und Olivia Brown sangen hierbei die Background Vocals ein.

Mit Barbra Streisand nahm Johnson 1988 das Duett Till I Loved You auf.

In der letzten Folge von Miami Vice (Letzter Auftrag / Freefall; Staffel fünf, Episode 112+113), im Jahr 1989, steuerte Johnson mit No Way Out ein von Tim Truman – dem für die Musikauswahl der letzten Staffel verantwortlichen Mann – produziertes Lied bei. Kurz darauf stellte sich heraus, dass das Lied aufgrund rechtlicher Probleme nicht auf Johnsons zweitem Album, welches noch im selben Jahr herausgebracht werden sollte, erscheinen durfte. Bis heute ist es daher unveröffentlicht.

Let it Roll (1989)[Bearbeiten]

Im Sommer 1989 erschien Johnsons zweites Studioalbum Let it Roll, auf dem er - mit Ausnahme des dem Album den Namen gebenden Liedes - eher langsame Töne einschlägt. Wahrscheinlich aufgrund des Endes von Miami Vice in Übersee „ungehört“, schafft es das Album in die europäischen Top Ten.

Mit Tell It Like It Is, einem Coversong des Aaron-Neville-Klassikers von 1966, gelang Johnson sein größter musikalischer Erfolg. Zuvor war schon Other People’s Lives und zuletzt die Ballade What If it Takes All Night erschienen, bei der Barbra Streisand eine der Background-Sängerinnen war. Nur zu Promotion-Zwecken erschien außerdem noch das Duett A Better Place mit der in spanisch sprechenden Ländern bekannten Sängerin Yuri.

Die 1990er-Jahre[Bearbeiten]

In den 1990er-Jahren gab es keine neuen Stücke von Johnson. Allerdings zwei Best-of-Alben namens Collection Gold (1995) und The Essential (1997).

Privatleben[Bearbeiten]

Der Sohn eines Farmers erlebte mit elf Jahren die Scheidung seiner Eltern und zog zusammen mit seiner Mutter und seinen vier Geschwistern nach Wichita im US-Bundesstaat Kansas. Als Jugendlicher kam er mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt, darunter war eine Verurteilung wegen Auto-Tuning im Alter von zwölf Jahren. Seinen Schulabschluss machte Johnson an der Wichita South High School. Eine der Lehrerinnen entdeckte sein schauspielerisches Talent und verschaffte ihm ein Theaterstipendium an der University of Kansas.[1]

Johnson, der wegen seiner Drogenprobleme und Scheidungen immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien erregte, hat fünf Kinder: den Sohn Jesse Johnson[2] mit der Schauspielerin Patti D’Arbanville, die ebenfalls als Schauspielerin tätige Tochter Dakota Johnson[3] mit der Schauspielerin Melanie Griffith, sowie die Tochter Atherton Grace Johnson und die Söhne Jasper Breckenridge-Johnson und Deacon Johnson[4][1] mit seiner Frau Kelley Phleger. Mit Griffith war Johnson zweimal verheiratet. Erstmals heirateten sie 1976 und ließen sich im selben Jahr wieder scheiden. Ein zweites Mal waren sie von 1989 bis 1996 miteinander verheiratet.

Sport[Bearbeiten]

1987 startete Don Johnson erstmals als Beifahrer in der Amerikanischen Powerboat-Liga APBA Offshore World Cup und wurde dann 1988 selbst Weltmeister in der Outboard Performance Craft-Klasse.[5][6] Er versuchte 1989 den Titel zu verteidigen, und zog sich dann Ende der Saison aus dem Powerboatsport zurück.[7]

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[8]
Heartbeat
  DE 3 19.01.1987 (27 Wo.)
  AT 3 15.02.1987 (22 Wo.)
  CH 7 18.01.1987 (17 Wo.)
  US 17 xx.xx.1987 (27 Wo.)
Let it Roll
  DE 2 03.07.1989 (24 Wo.)
  AT 23 15.10.1989 (6 Wo.)
  CH 6 09.07.1989 (15 Wo.)
Singles[9]
Heartbeat
  DE 6 01.12.1986 (19 Wo.)
  AT 3 01.02.1987 (14 Wo.)
  CH 6 01.02.1987 (11 Wo.)
  UK 46 11.10.1986 (5 Wo.)
  US 5 23.08.1986 (15 Wo.)
Heartache Away
  DE 31 23.02.1987 (12 Wo.)
  AT 22 01.06.1987 (6 Wo.)
  US 56 22.11.1986 (11 Wo.)
Till I Loved You (Love Theme from Goya) (mit Barbra Streisand)
  DE 26 19.12.1988 (9 Wo.)
  UK 16 05.11.1988 (7 Wo.)
  US 25 22.10.1988 (12 Wo.)
Tell It Like It Is
  DE 2 03.07.1989 (22 Wo.)
  AT 13 15.09.1989 (12 Wo.)
  CH 6 09.07.1989 (15 Wo.)
  UK 84 24.06.1989 (3 Wo.)
Other People's Lives
  DE 57 23.10.1989 (12 Wo.)

Alben[Bearbeiten]

  • 1986: Heartbeat
  • 1989: Let it Roll

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1995: Collection Gold
  • 1997: The Essential

Singles[Bearbeiten]

  • 1986: Voice on a Hotline
  • 1986: Heartbeat
  • 1987: Heartache Away
  • 1988: Till I Loved You (mit Barbra Streisand)
  • 1989: Tell It Like It Is
  • 1989: Other People's Lives
  • 1989: A Better Place (mit Yuri)
  • 1989: What If it Takes All Night

Filmografie[Bearbeiten]

Synchronstimme[Bearbeiten]

Don Johnsons Standardstimme für die deutschsprachige Synchronisation verleiht ihm Reent Reins.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Don Johnson – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b RP-Online: Die Höhen und Tiefen des Don Johnson. Auf: www.rp-online.de, abgerufen am 7. Dezember 2012.
  2. Patti's Biography. Abgerufen am 7. Dezember 2012.
  3. Dailymail: Baby's first big role! Melanie Griffith and Don Johnson's daughter Dakota promotes star turn in Fox sitcom. Auf: www.dailymail.co.uk, 27. August 2012, abgerufen am 7. Dezember 2012.
  4. Spielfilm – Internetseite: Die wilden Jahre sind vorbei – Don Johnson wieder Papa. Auf: www.spielfilm.de, 10. Juni 2002, abgerufen am 7. Dezember 2012.
  5. NY-Times: Yachting; Powerboat Final Plans Grueling Course With Safety in Mind. Auf: www.nytimes.com, 9. November 1987, abgerufen am 18. November 2012.
  6. NY-Times: 1988: THE YEAR IN SPORTS; The Winners of Individual and Team Championships. Auf: www.nytimes.com, 26. Dezember 1988, abgerufen am 18. November 2012.
  7. NY-Times: YACHTING; Star of TV and Powerboating. Auf: www.nytimes.com, 15. Oktober 1989, abgerufen am 18. November 2012.
  8. Chartdiskografie Alben / Billboard 200
  9. Chartdiskografie Singles