Simulierte Realität

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Simulierte Realität beschreibt eine hypothetische Umgebung, die als real wahrgenommen wird, aber tatsächlich eine detailreiche Simulation der Realität ist. Im Gegensatz zu dem mit heutiger Technik erreichbaren Konzept der virtuellen Realität, die leicht von realen Wahrnehmungen unterschieden werden kann, wäre eine simulierte Realität von der Realität nicht trivial unterscheidbar. Hyperrealität beschreibt postmoderne Ideen bezüglich Wahrnehmungen der Realität, die in einigen Aspekten Ähnlichkeiten mit diesem Konzept aufweisen.

Zwischen simulierter Realität und virtueller Realität besteht eher ein gradueller als ein grundsätzlicher Unterschied. Dabei spielt der Grad der Immersion eine zentrale Rolle. Bei vollständiger Immersion taucht das Subjekt so stark in die simulierte Realität ein, dass diese zur virtuellen Realität wird bzw. nicht mehr trivial zwischen den Realitäten unterschieden werden kann.

Eine alternative Bedeutung des Begriffs der simulierten Realität wurde in der Fraunhofer-Gesellschaft im Jahr 2003 als eine ihrer Leitinnovationen geprägt. Unter simulierter Realität versteht man hier den Ansatz, naturwissenschaftlich-technische Simulation und Optimierung mit modernen Visualisierungs- und Interaktionsmethoden aus der virtuellen Realität zusammenzuführen.[1]

Thematisch stark verwandt ist der sogenannte Mindfuck. Dabei wird eine als „wahr“, „real“ und „gegeben“ akzeptierte Realität aufgebrochen, und es werden völlig neue Grundmanifeste geprägt. Diese erzeugen eine kognitive Dissonanz, die in der Kunst oft absichtlich hervorgerufen wird. Die unter Immersion, virtueller Realität und simulierter Realität genannten Beispiele in Literatur und Film überlappen sich stark, obwohl der Ursprungskontext der Begriffe jeweils ein anderer ist.

Der Begriff Mindfuck entstand zu Beginn der 2000er Jahre in amerikanischen Filmforen als Reaktion auf Filme wie The Sixth Sense, Fight Club oder Mulholland Drive. Der Medienwissenschaftler und Autor Christian Hardinghaus beschreibt den Begriff nicht als ein Filmgenre, sondern als einen Effekt, den filmische oder literarische Manipulationstechniken hervorrufen können. Der Zuschauer soll dabei durch Regiekniffe so in die Irre geführt werden, dass er an seinen eigenen Sinnen zu zweifeln scheint. Dabei sei ein Mindfuck immer auf ein Medium zurückzuführen. So etwa gebe es Mindfuck-Effekte in Filmen, Büchern, Spielen, in der Bildenden Kunst oder auf Fotos. Millionenfach werden in sozialen Netzwerken Bilder geteilt, welche die Etikette Mindfuck tragen. Auf den ersten Blick nicht erkennbare Details, geben dem Foto bei näherer Betrachtung eine ganz andere Bedeutung.

Die Managementberaterin und Autorin Petra Bock versucht dagegen, Mindfuck auch in psychologischen Ansätzen zu erklären. Und zwar als Selbstsabotage in den Köpfen der Menschen und hat dazu einen Ratgeber verfasst. Sprachwissenschaftlich zurückführen lässt sich das Wort Mindfuck auf den englischsprachigen Ausdruck to fuck with somebody´s mind, was so viel bedeutet, wie jemanden den Kopf verdrehen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mindfuck: Das Coaching - Wie Sie mentale Selbstsabotage überwinden. Knaur, München 2013, ISBN 978-3-426-42147-5, 256 Seiten.
  • Mindfuck: Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können. Knaur, München 2011, ISBN 978-3-426-65507-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Simulierte Realität (PDF). Website der Fraunhofer-Gesellschaft. Abgerufen am 3. März 2013.