Die totale Erinnerung – Total Recall

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Dieser Artikel behandelt den Film mit Arnold Schwarzenegger. Für die Neuverfilmung siehe Total Recall (2012), für das gleichnamige Festival siehe Festival des nacherzählten Films.
Filmdaten
Deutscher Titel Die totale Erinnerung – Total Recall
Originaltitel Total Recall
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1990
Länge 113 Minuten
Altersfreigabe FSK 16 (Neuprüfung)
Stab
Regie Paul Verhoeven
Drehbuch Ronald Shusett,
Dan O’Bannon,
Gary Goldman basierend auf der Kurzgeschichte Erinnerungen en gros von Philip K. Dick
Produktion Andrew G. Vajna,
Mario Kassar,
Buzz Feitshans
Musik Jerry Goldsmith
Kamera Jost Vacano
Schnitt Frank J. Urioste
Besetzung

Die totale Erinnerung – Total Recall ist ein Science-Fiction-Film des niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven aus dem Jahr 1990 mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle. Der Film basiert auf der Kurzgeschichte Erinnerungen en gros von Philip K. Dick.

Handlung[Bearbeiten]

Der Bauarbeiter Douglas Quaid führt im Jahre 2084 ein befriedigendes, aber sonst ereignisloses Leben mit seiner attraktiven Ehefrau Lori. Doch Quaid träumt intensiv von einem anderen Leben auf dem Mars. In diesen Träumen taucht immer wieder eine brünette Frau auf, mit der ihn ein besonders intimes Verhältnis zu verbinden scheint.

Angeregt von einer Werbung beschließt er, die Dienste von REKALL Inc. in Anspruch zu nehmen. REKALL verspricht seinen Kunden, künstliche Erinnerungen einzupflanzen, die nicht von echten zu unterscheiden sind. Obwohl der Kunde vorher darüber informiert wird, dass das „Erlebte“ nicht real ist, sollen die „Erinnerungen“ dieselben Emotionen wie echte Erlebnisse auslösen. Trotz einer Warnung seines Arbeitskollegen Harry vor der Gefahr einer Lobotomie will sich Quaid die Erinnerung an einen Urlaub auf dem Mars einpflanzen lassen, zu dem er schon immer eine Affinität verspürte. Der Verkäufer kann ihn zudem überzeugen, zusätzlich das Ego-Trip-Paket zu wählen, bei dem er als Geheimagent agieren kann, der schließlich den Planeten rettet.

Mitten in der Implantierung dieser Erinnerung treten jedoch Probleme auf, da bei Quaid anscheinend schon vorher eine Erinnerungsmodifikation vorgenommen wurde. Quaid wird daher aus REKALL verwirrt und ohne Erinnerung an seinen Besuch entlassen. Plötzlich ist in Quaids Leben nichts mehr wie vorher: Mehrere Männer, angeführt von Harry, greifen ihn auf offener Straße an und versuchen, ihn zu töten. Quaid tötet im Gegenzug seine Angreifer, ohne dass er wissentlich jemals ein Kampftraining absolviert hat. Er flieht zu seiner Frau Lori, doch auch diese ist auf einmal hinter seinem Leben her. Er kann Lori überwältigen und erfährt von ihr ansatzweise, dass sein bisheriges Leben nur aus künstlich implantierten Erinnerungen besteht und somit eine einzige Lüge ist.

Als neue Verfolger auftauchen, kann Quaid gerade noch mit der Metro entkommen. Auf seiner Flucht steigt er in einem Hotel ab, in dem ihn ein Fremder kontaktiert, der sich als Geheimagent vom Mars zu erkennen gibt und ihm einen Koffer mit Geld, Waffen, Ausrüstung und falschen Ausweisen zuspielt. Ebenfalls in dem Koffer ist eine Videobotschaft: ein Mann, der wie Quaid aussieht und sich als Hauser vorstellt, fordert ihn darin auf, zum Mars zu reisen. Hauser habe als Geheimagent auf dem Mars gearbeitet, bis er schließlich aus Liebe zu einer Frau die Seiten gewechselt habe und seitdem gegen den Mars-Gouverneur Vilos Cohaagen arbeitet, der auf dem roten Planeten wie ein Diktator herrscht. Hauser erfuhr bei seiner Arbeit einige Geheimnisse, die Cohaagen gefährlich werden können. Als man sein Doppelspiel entdeckte, wurde Hausers Gedächtnis gelöscht und er selbst auf der Erde mit falscher Identität unter Beobachtung gestellt.

Quaid kann seine Häscher schließlich abschütteln und in Verkleidung auf den Mars gelangen. Dort begegnet er Personen, die ihn als Hauser wiedererkennen. Unter anderem findet er über seine Identität als Hauser Anschluss an eine Rebellengruppe, die gegen Cohaagen kämpft. Auf einen Hinweis seines Alter Egos Hauser hin trifft er die Untergrundkämpferin Melina, die der brünetten Frau aus seinen Träumen gleicht.

Im weiteren Verlauf taucht Quaids „Ehefrau“ Lori wieder auf und versucht zusammen mit Dr. Edgemar, einem Arzt von REKALL, ihn davon zu überzeugen, dass er noch immer in dem Gehirn-Labor von REKALL auf der Erde sei und sich noch im Koma befinde. Er müsse nur eine Pille als Medium einnehmen, um aus diesem Koma zu erwachen. Quaid fällt beinahe auf die beiden herein, kann den Arzt jedoch enttarnen und tötet daraufhin ihn und Lori. Ob es sich bei den Ereignissen nun doch um eine Simulation handelt oder nicht, bleibt offen.

Quaid und Melina fliehen in das Mutantenviertel Sektor G, in dem die Rebellen ihr Hauptquartier aufgeschlagen haben. Mit Hilfe des Rebellenführers Kuato kann sich Quaid wieder an das Geheimnis erinnern, dessentwegen er verfolgt wird. Kurz darauf werden Quaid und Melina jedoch von Cohaagens Truppen gefangen genommen.

Cohaagen eröffnet ihm, dass er in Wirklichkeit (als Hauser) immer noch in seinem Auftrag handelt. Cohaagen ließ ihm die Erinnerung an das fiktive Leben Douglas Quaids zusammen mit einem unwiderstehlichen Drang zum Mars als falsche Erinnerung ins Gehirn einpflanzen, um ihn dazu zu bringen, zum Mars zu reisen und so – unfreiwillig – die Marsrebellen zu enttarnen. Cohaagen will um jeden Preis verhindern, dass die Widerstandsbewegung hinter ein unglaubliches Geheimnis kommt: Bei Minenarbeiten wurde eine gigantische Höhle entdeckt, die bis auf den Eiskern des Planeten hinabreicht. In diese Höhle haben Außerirdische vor langer Zeit (die Wissenschaftler schätzen einen Zeitraum von über 500.000 Jahren) einen riesigen Reaktor gebaut, der in der Lage ist, einen Teil des Eiskerns zu schmelzen und so Sauerstoff freizusetzen. Sollte die Existenz dieser Maschine bekannt und zur Produktion von Luft aktiviert werden, wäre Cohaagens an die Kontrolle der Atemluft gebundene Herrschaft über die Marsbevölkerung beendet.

Kurz bevor Hausers Identität zurück in sein Gehirn implantiert werden kann, können Quaid und Melina jedoch fliehen. Nun ruft Cohaagen den Notstand aus und dreht dem Sektor G die Luft ab, um Quaid zur Aufgabe zu zwingen. Quaid und Melina können nach dem finalen Kampf gegen Cohaagen und seine Handlanger jedoch den Reaktor aktivieren und so eine Atmosphäre auf dem Mars herstellen. Melina und Quaid werden durch die vom Alien-Reaktor produzierte Luft in letzter Minute gerettet; Cohaagen stirbt zuvor qualvoll an der explosiven Dekompression seines Körpers.

Der Film endet mit einer Einstellung von Quaid und Melina auf einem Berg. Melina sagt, sie könne das Geschehene nicht glauben, es wäre wie ein Traum. Quaid antwortet, er habe den furchtbaren Gedanken, es könnte alles tatsächlich nur ein Traum sein. Melina fordert ihn auf, sie schnell zu küssen, bevor er aus diesem Traum wieder aufwache. Der Film endet mit einem romantischen Kuss, welcher solange zu sehen ist, bis die Sonne durch die Wolken bricht und alles überstrahlt.

Kritiken[Bearbeiten]

„Seine tricktechnischen Leistungen sind die einzige Originalität des inhaltlich epigonalen und uninspirierten Films, der die wirre Erlösergeschichte um falsche Identitäten lediglich ausbreitet, um eine rabiate Action-Maschinerie zu entfesseln.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„So lässt der Film verschiedene Lesarten zu und empfiehlt sich zur nochmaligen Ansicht. Während dieser offenbaren sich plötzlich neue Details und vermeintliche Logikschwächen (die es zuhauf gibt) ergeben in ihrer Funktion den Status Quo zu hinterfragen plötzlich einen Sinn. […] Die zynischen Comedy-Elemente sind nicht zu übersehen. Nebst inhaltlicher Tiefe überzeugt „Total Recall“ gerade auch als eine der schrägsten und makabersten Science-Fiction-Komödien aller Zeiten.“

Filmstarts[2]

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, der Film sei „blutig, aber chic“ („bloody yet chic“), wobei er die Regie von Paul Verhoeven lobte. Berardinelli lobte ebenfalls die Leinwandpräsenz von Arnold Schwarzenegger.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde 1991 für die besten Toneffekte und für den besten Ton für den Oscar nominiert. Eric Brevig und Rob Bottin erhielten bei der Oscar-Verleihung 1991 für die visuellen Effekte einen Special Achievement Award.

Der Film gewann 1991 den Saturn Award in zwei Kategorien, darunter als bester SF-Film, und wurde in sieben weiteren Kategorien für den Saturn Award nominiert – darunter Arnold Schwarzenegger, Rachel Ticotin, Paul Verhoeven und Jerry Goldsmith. Er wurde ebenfalls 1991 wegen der visuellen Spezialeffekte für den BAFTA Award nominiert.

Jerry Goldsmith gewann für seine Filmmusik 1991 den BMI Film Music Award.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film basiert auf der Kurzgeschichte Erinnerungen en gros des amerikanischen Science-Fiction-Autors Philip K. Dick. Wie bei vielen anderen Verfilmungen seiner Geschichten (z. B. Blade Runner oder Minority Report) geht aber auch in dieser der psychologische Ansatz weitgehend verloren. Die Suche nach der Wirklichkeit ist in der Kurzgeschichte erheblich wichtiger. Hier werden auch nicht die Mars-, sondern die Erdenbewohner gerettet. Die Figur Cohaagens sowie der meisten anderen Filmfiguren kommen in Dicks Kurzgeschichte nicht vor.

In Starship Troopers spielten Michael Ironside, Dean Norris und Marshall Bell nach Total Recall in einem weiteren Film Verhoevens mit.

Trivia[Bearbeiten]

Die Anfangsszenen (auf der Erde) wurden unter anderem in Mexiko-Stadt in der Metrostation Chabacano und Universidad (Flucht in die Metro) und der Glorieta Insurgentes (Taxifluchtszene) gedreht.

Altersfreigaben[Bearbeiten]

Aufgrund drastischer Darstellung von Gewalt erhielt der Film in Deutschland ursprünglich eine Altersfreigabe ab 18 Jahren und wurde zudem am 28. März 1991 indiziert. Im August 2011 wurde die Originalfassung wieder von der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen[4][5] und am 19. August 2011 von der FSK ab 16 Jahren freigegeben.[6]

Die Urversion des Films war noch blutiger und gewalttätiger und musste, um überhaupt die Freigabe R-Rated in den Vereinigten Staaten zu erlangen, gekürzt werden. Diese Fassung ist nie erschienen und eine Veröffentlichung ist nicht geplant.

Es existiert auch eine um etwa zwei Minuten gekürzte Fassung mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren, die regelmäßig im deutschen Free-TV ausgestrahlt wird.

Fortsetzungen und Neuverfilmung[Bearbeiten]

Für das Fernsehen wurde ab 1998 eine Serie namens Total Recall 2070 produziert, die sich lose an dem Film orientierte. Sie wurde nach einer Staffel abgesetzt.

2001 entstand unter der Regie von Jeffrey Schwarz die 30-minütige Dokumentation Imagining Total Recall, die einen Blick hinter die Kulissen und exklusive Interviews bietet. Dieses Making-of wurde erstmals 2001 auf der amerikanischen Special-Limited-Edition-DVD veröffentlicht.

In der Neuverfilmung Total Recall spielt Colin Farrell die Rolle des Douglas Quaid.[7] Kinostart in Deutschland war der 23. August 2012.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die totale Erinnerung – Total Recall im Lexikon des Internationalen Films
  2. – Total Recall in Filmstarts
  3. James Berardinelli: Total Recall. A movie review by James Berardinelli.
  4. Total Recall bekommt ungeschnitten FSK 16-Freigabe (Schnittberichte.com). Abgerufen am 15. Oktober 2013.
  5. Indizierungen August 2011 (Schnittberichte.com). Abgerufen am 15. Oktober 2013.
  6. Freigabebescheinigung. Abgerufen am 15. Oktober 2013.
  7. Several New Total Recall Stills Remind You that There's No Mars
  8. Total Recall, abgerufen am 24. Juli 2012.