Sockel 7

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sockel 7
Sockel 7
Spezifikationen
Einführung: 1995
Bauart: SPGA-ZIF
Kontakte: 321
Busprotokoll: eigenes, Intel hat nie eine Bezeichnung eingeführt
Bustakt: Sockel 7: 50, 60, 66 MHz (inoffiziell: 75, 83 MHz)
Super Sockel 7: 95 und 100 MHz
Betriebs­spannung: Single-Voltage oder Single-/Split-Voltage, unterstützte Spannungen abhängig von Mainboard-Hersteller und unterstützten CPUs
Prozessoren: Intel Pentium (75–200 MHz)
Intel Pentium MMX (133–233 MHz)
AMD K5 (PR75–PR200)
AMD K6 (166–300 MHz)
AMD K6-2/K6-2+ (266–570 MHz)
AMD K6-III/K6-III+ (400–550 MHz)
Cyrix 6x86 (PR90–PR200)
Cyrix MII (PR300–PR433)
IDT WinChip (150–266 MHz)
und kompatible

Der Sockel 7 ist ein Prozessorsockel für den Intel Pentium und pinkompatible Prozessoren. Er wurde ursprünglich für den Pentium-150/166 geschaffen, löste aber bald darauf auch den Sockel 5 als Standard-Sockel für langsamere Pentium-CPUs ab. Der Sockel 7 war der letzte Sockel für Intels Pentium-Prozessoren der ersten Generation. Vermutlich um dem enormen Konkurrenzdruck zu entgehen, wechselte Intel mit seinem Pentium II Anfang 1997 auf den Slot 1, erklärte den Sockel 7 daraufhin zur Einsteiger-Plattform, um ihn dann schließlich 1998 im Desktop-Markt vollends der Konkurrenz zu überlassen und den Celeron zur neuen Einsteiger-CPU zu erklären.

Technisches[Bearbeiten]

Der Sockel 7 musste in seiner Geschichte mehrmals an die aktuellen Gegebenheiten „angepasst“ werden. Diese Anpassungen beziehen sich aber nicht auf die mechanische, sondern auf die elektrische Kompatibilität vieler Hauptplatinen zu der Vielzahl an CPU-Modellen verschiedener Hersteller, die zwischen 1996 und 2000 auf den Markt kamen. Die wachsende Zahl neuer CPUs erforderte zu dieser Zeit auf der Hauptplatine immer umfangreichere Einstellungsmöglichkeiten für Versorgungsspannung und Frequenz beim Betrieb von CPU-Bus und -Kern. Viele Hauptplatinenhersteller erkannten den Trend und erlaubten auf ihren Produkten bald Einstellmöglichkeiten für CPU-Modelle, die häufig noch nicht einmal angekündigt waren. Und obwohl diese Einstellungen zunächst nicht offiziell dokumentiert waren, reichten viele Hersteller die für den Betrieb modernerer CPUs benötigten Informationen auf den Support-Webseiten ihrer Produkte nach und ermöglichten es so, im Rahmen der gebotenen Möglichkeiten unter gewissen Umständen auch modernere CPUs auf älteren Hauptplatinen zu betreiben. Ein sehr beliebtes Gespann waren beispielsweise der K6-III/400 von AMD und die späten Modelle aus der T2P4-Baureihe von Asus.

Allerdings entschieden die bisher erwähnten Einstellmöglichkeiten nicht allein darüber, ob eine CPU in einem Mainboard überhaupt lief oder sogar dauerhaft stabil lief. Ausschlaggebend waren oft weitere Randbedingungen, etwa die Unterstützung durch das BIOS der Hauptplatine oder gar die maximale Belastbarkeit der verbauten Spannungsregler. So kam es durchaus vor, dass die verbauten Spannungsregler bezüglich ihrer elektrischen Kenndaten für die hohen Versorgungsströme leistungsfähiger CPUs geeignet erschienen, die Kühlung aber nicht ausreichend dimensioniert war. Auch erkannten viele BIOSe neuere oder selten verwendete CPUs nicht korrekt oder – noch schlimmer – konnten diese intern nicht derart konfigurieren, dass sie ihr volles Leistungspotenzial auszuschöpfen imstande waren. Manchmal lief ein Gespann aus CPU und Hauptplatine auch kurz an, um sich dann schließlich während des Power-On Self-Test aus nicht ersichtlichen Gründen zu weigern, den Bootvorgang fortzusetzen. Bei derartigen Problemen konnte normalerweise nur noch eine neuere BIOS-Version vom Hauptplatinenhersteller helfen – sofern dieser überhaupt eine solche anbot. Für Hauptplatinen deren Hersteller keine Unterstützung anboten, rüsteten Technik-Enthusiasten diese fehlenden Fähigkeiten teilweise in den BIOSe über sogenannte inoffizielle Patches auch selbst nach, z.B. für die K6 3+ Prozessoren.[1]

Taktfrequenzen[Bearbeiten]

Gemäß der Spezifikation erlaubt der Sockel 7 Taktfrequenzen von 50, 60 und 66 MHz. Offiziell hat Intel auch nie mehr als 66 MHz unterstützt. Viele Hauptplatinen ermöglichten aber auch die Einstellung von Taktfrequenzen höher als 66 MHz, obwohl die verwendeten Chipsätze häufig nicht dafür spezifiziert waren. Insbesondere Intels 430HX-Chipsatz erlaubte oft auch den Betrieb mit bis zu 83 MHz Bustakt. Da bei diesem Chipsatz das Taktverhältnis zwischen PCI- und CPU-Bus mit 1:2 fest vorgegeben war, wurde bei dieser Frequenz aber auch der PCI-Bus übertaktet, was der Systemstabilität manchmal abträglich war. Auch die Speicherschnittstelle arbeitete dann außerhalb der Spezifikation.

Ab 1996 entglitt Intel immer mehr die Kontrolle über den Sockel 7. Konkurrierende Chipsatz-Hersteller begannen damit, ihre Produkte auch für Bustakte jenseits der 66 MHz zu spezifizieren und asynchrone Betriebsarten zu unterstützen, um PCI-Bus und Speicherinterface nicht außerhalb der Spezifikation betreiben zu müssen. Zudem gab es immer mehr Pentium-kompatible CPUs; etwa den K5 von AMD und den 6x86 von Cyrix. Manche davon konnten dem Pentium in einigen Anwendungsgebieten durchaus das Wasser reichen und später ihre volle Leistungsfähigkeit sogar nur noch bei Bustakten von mehr als 66 MHz entfalten. Diese Entwicklung führte schließlich zu dem, was heute als Super-Sockel 7 bekannt ist und dazu, dass der Sockel 7 für Intel immer unattraktiver wurde.

Betriebsspannungen[Bearbeiten]

Boten Sockel 4 und Sockel 5 noch sehr eingeschränkte Möglichkeiten bei der Einstellung der Betriebsspannungen und orientierten diese ausschließlich an den Bedürfnissen der Intel-CPUs, so uferte die Situation beim Sockel 7 durch die zunehmende Vielfalt Pentium-kompatibler CPUs immer mehr aus. Die CPUs vieler Hersteller waren nicht mehr versorgungsspannungkompatibel zu den Intel-CPUs und mussten von Mainboard-Herstellern durch eine Vielzahl an Einstellmöglichkeiten berücksichtigt werden. Noch komplexer wurde die Sache durch Split-Voltage-CPUs mit zwei Versorgungsspannungen.

Varianten des Sockel 7[Bearbeiten]

Eine weit verbreitete Ansicht ist, dass der Sockel 7 sich von seinem Vorgänger, dem Sockel 5, durch die Unterstützung von Split-Voltage-CPUs (wie dem Pentium MMX) unterscheidet, bei denen Kern und Bus-Schnittstelle mit verschiedenen Versorgungsspannungen betrieben werden. Allerdings unterschied sich der Sockel 7 vom Sockel 5 zunächst nur durch das Vorhandensein eines weiteren, später zwei weiterer so genannter BF-Pins. Näheres dazu findet sich bei der Beschreibung des Sockel 5.

Sockel 7 mit Split-Voltage-Unterstützung[Bearbeiten]

Anfang 1997 stellte Intel mit dem Pentium MMX einen Prozessor vor, der zwei Versorgungsspannungen benötigte. Statt den neuen „Sockeltyp“ (der Sockel selbst ist mechanisch kompatibel zum Sockel 5) neu zu benennen, beließ Intel es bei der Bezeichnung Sockel 7. Von nun an musste immer dazugesagt werden, ob von einem Sockel 7 mit oder ohne Split-Voltage-Unterstützung die Rede war.

Super-Sockel 7[Bearbeiten]

Der Super-Sockel 7 ist eine mechanisch und elektrisch abwärtskompatible Erweiterung der Spezifikation des Sockel 7 mit Split-Voltage-Unterstützung. Im Grunde genommen wurden nur die Zeitvorgaben für die Signale der Bus-Schnittstelle so angepasst, dass diese auch mit 100 MHz betrieben werden konnte. Da Intel diese Erweiterung weder spezifiziert noch unterstützt hat, waren die Hersteller von Hauptplatinen für den Super-Sockel 7 auf Chipsätze von Intel-Konkurrenten angewiesen. Beliebte Super-Sockel-7-Chipsätze sind der Aladdin V von ALi und der MVP3 von VIA Technologies.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Socket 7 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jan Steunebrink: CPU Upgrade: Getting the AMD K6-2+ / K6-III+ to work on your Super Socket 7 board. (englisch) web.inter.nl.net/hcc/J.Steunebrink. 2. Juli 2008. Abgerufen am 21. Mai 2012.