Soriano nel Cimino

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Soriano nel Cimino
Wappen
Soriano nel Cimino (Italien)
Soriano nel Cimino
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Viterbo (VT)
Koordinaten: 42° 25′ N, 12° 14′ O42.41833333333312.234166666667509Koordinaten: 42° 25′ 6″ N, 12° 14′ 3″ O
Höhe: 509 m s.l.m.
Fläche: 78,48 km²
Einwohner: 8.537 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einw./km²
Postleitzahl: 01038
Vorwahl: 0774
ISTAT-Nummer: 056048
Schutzpatron: San Nicola am 6. Dezember
Piazza Vittorio Emanuele II
Soriano
Castello Orsini

Soriano nel Cimino ist ein Ort mit 8537 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Viterbo in Italien, in der historischen Landschaft Tuszien. Es liegt 74 km nordwestlich von Rom und 18 km östlich von Viterbo.

Soriano 01.jpg

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt am Abhang der Monti Cimini, die den Rest der Caldera, den Kraterrand des erloschenen Vulkans Cimino darstellen. Der Kratersee, der Vicosee mit seinen Badestränden, ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Es ist Mitglied der Comunità Montana dei Cimini.

Geschichte[Bearbeiten]

Anstelle des heutigen Ortes stand einst die Estruskerstadt Surrina Vetus, die von den Römern zerstört wurde. Ab etwa 1000 n. Chr. gehörte der Ort einer Benediktinerabtei. Ab dem 11. Jh. lösten sich die adligen, römischen Familien der Guastapane, Pandolfi, Orsini, Colonna und schließlich ab dem 18. Jh. die Albani in der Herrschaft über Soriano ab. 1848 fielen Burg und Ort an den Heiligen Stuhl.

Ab 1278 wurde von Giovanni Gaetano Orsini, dem späteren Papst Nikolaus III., die Burg, anstelle der Benediktinerabtei, auf der Spitze des Hügels erbaut, um den sich der mittelalterliche Dorfkern entwickelte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Soriano von den Amerikanern bombardiert.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1871 1901 1921 1951 1971 1991 2001
4.936 6.183 7.139 8.538 7.114 7.767 8.185

Quelle: ISTAT

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Castello Orsini (13. Jh.) wurde von Papst Nikolaus III. (als Giovanni Gaetano Orsini geboren) erbaut.

Der Palazzo Chigi-Albani wurde ab 1561 von Ottaviano Schiratti für Kardinal Cristoforo Madruzzo im Stil der Renaissance erbaut.

Die Fontana Papacqua, 1562 entworfen von Giacomo Barozzi da Vignola, befindet sich auf einer Terrasse des Palazzo Chigi-Albani. Die Brunnenanlage besteht aus Allegorien der vier Jahreszeiten. Interessant sind vor allem die Figuren mit erotischer Symbolik, wie Ziegenböcke und Satyrn, auf die der Kardinal nach eigener Aussage besonderen Wert gelegt hatte.

Die romanische Kirche San Giorgio stammt aus dem 11. Jh.

Die klassizistische Kathedrale San Nicola di Bari wurde 1794 von Giulio Camporese gebaut.

In der Nähe von Soriano am Monte Cimino liegt ein außergewöhnlicher Findling im Kastanienwald, den schon Plinius beschrieb, da er sich trotz seines immensen Gewichts bewegen lässt.

Kultur[Bearbeiten]

Vom 15. Juli bis zum 15. August findet ein Jazz-Festival statt, „Tuscia in Jazz“.

Am ersten und zweiten Wochenende im Oktober findet in Soriano das Kastanienfest, „Sagra delle Castagne“ statt. Nach einem Umzug in historische Kostümen, messen sich die Ortsviertel dabei in Disziplinen wie Ringreiten und Bogenschießen.

Politik[Bearbeiten]

Domenico Tarantino (Mitte-links-Bündnis) wurde am 13. Mai 2001 zum ersten Mal zum Bürgermeister gewählt und 2006 im Amt bestätigt. Das Mitte-links-Bündnis stellt auch mit 11 von 16 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph Henning: Latium. Das Land um Rom. Mit Spaziergängen in der Ewigen Stadt (= DuMont-Kunst-Reiseführer). 3. aktualisierte Auflage. DuMont-Reiseverlag, Ostfildern 2006, ISBN 3-7701-6031-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Soriano nel Cimino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.