Acquapendente

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Acquapendente
Wappen
Acquapendente (Italien)
Acquapendente
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Viterbo (VT)
Koordinaten: 42° 45′ N, 11° 52′ O42.74472222222211.865420Koordinaten: 42° 44′ 41″ N, 11° 51′ 54″ O
Höhe: 420 m s.l.m.
Fläche: 120 km²
Einwohner: 5.607 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einw./km²
Postleitzahl: 01021
Vorwahl: 0763
ISTAT-Nummer: 056001
Volksbezeichnung: Aquesiani
Schutzpatron: Sant'Ermete
Website: Acquapendente

Acquapendente ist eine Gemeinde mit 5607 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Viterbo in der italienischen Region Latium.

Acquapendente

Geographie[Bearbeiten]

Acquapendente ist die nördlichste Gemeinde der Region Latium. Es liegt auf einer Anhöhe oberhalb des Tals des Paglia. Das östliche Gemeindegebiet wird vom Naturreservat Monte Rufeno eingenommen, das durch Wälder mit Eichen und Kastanien bestimmt wird. Das Reservat hat eine reiche Flora und Fauna. Selbst Wölfe wurden gesichtet.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 190 bis 750 m s. l. m.

Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 2 (mittel gefährdet).[2]

Ortsteile von Acquapendente sind Torre Alfina und Trevinano. Es grenzt an die Nachbargemeinden Allerona (TR), Castel Giorgio (TR), Castel Viscardo (TR), Grotte di Castro, Onano, Proceno, San Casciano dei Bagni (SI), San Lorenzo Nuovo und Sorano (GR).

Verkehr[Bearbeiten]

Acquapendente liegt 128 km nördlich von Rom, 52 km nordwestlich von Viterbo und 12 km nördlich des Bolsenasees. Es liegt an der Strada Statale SS 2 Via Cassia, die Rom mit Siena und Florenz verbindet. Der nächste Bahnhof liegt in 28 km Entfernung in Orvieto.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Acquapendente ist altes etruskisches und römisches Siedlungsgebiet, wie aus zahlreichen Artefakten der näheren Umgebung hervorgeht. Der Ort selbst wurde jedoch zum ersten Mal im 9. Jahrhundert nach Christus im Zusammenhang mit einer Burg Farisa bzw. Arisa an der Via Francigena erwähnt. 964 wurde der Name Acquapendente(m) das erste Mal in einem Dokument von Kaiser Otto I. erwähnt. Der Stadtname („Hängende Wasser“) bezieht sich auf die zahlreichen kleinen Wasserfälle der Umgebung, aus denen sich der Paglia speist, der die örtliche Grenze zwischen Latium und der Toskana bestimmt.

Die Stadt gehörte später zur Toskana. An der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert war sie Teil des Gebietes von Siena. Ab 1499 gehörte der Ort zum Kirchenstaat.

Acquapendente stand ursprünglich unter der kirchlichen Jurisdiktion von Orvieto. Nach dem Untergang des Herzogtums Castro wurde der Bischofssitz von Castro 1649 nach Acquapendente verlegt. 1986 wurde das Bistum in das Bistum Viterbo eingegliedert. Seit 1991 ist Acquapendente Titularbistum.

Die Stadt ist Mitglied der Cittaslow, einer 1999 in Italien gegründeten Bewegung zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten durch Umweltpolitik, Infrastrukturpolitik, urbane Qualität, Aufwertung der autochthonen Erzeugnisse, Gastfreundschaft, Bewusstsein und landschaftliche Qualität. Außerdem gehört sie zur Comunità Montana Alta Tuscia Laziale.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1871 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 5.983 5.607 6.231 6.655 6.930 7.141 6.041 5.886 5.788

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Alberto Bambini (PD) wurde im Mai 2011 zum zweiten Mal zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-Links-Bündnis stellt auch mit 8 von 12 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Torre Barbarossa
  • Basilica San Sepolcro (1149), Konkathedrale des Bistums Viterbo
  • Der Torre Barbarossa ist das letzte Überbleibsel der Stauferburg aus dem 12. Jahrhundert
  • Kirche San Francesco (12. Jahrhundert)
  • Kirche Sant' Agostino (16. Jahrhundert)
  • Palazzo Viscontini (1581), mit beeindruckender manieristischer Fassade

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph Henning: Latium. Das Land um Rom. Mit Spaziergängen in der Ewigen Stadt (= DuMont-Kunst-Reiseführer). 3. aktualisierte Auflage. DuMont-Reiseverlag, Ostfildern 2006, ISBN 3-7701-6031-2.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Italienischer Zivilschutz
  3. Consultazione dati. In: ARCHIVIO STORICO DELLE ELEZIONI. Ministero dell'Interno (Italienisches Innenministerium), abgerufen am 27. Februar 2014 (italienisch).

Weblinks[Bearbeiten]

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