Caprarola

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Caprarola
Wappen
Caprarola (Italien)
Caprarola
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Viterbo (VT)
Koordinaten: 42° 20′ N, 12° 14′ O42.327512.236666666667520Koordinaten: 42° 19′ 39″ N, 12° 14′ 12″ O
Höhe: 520 m s.l.m.
Fläche: 57 km²
Einwohner: 5.513 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einw./km²
Angrenzende Gemeinden Canepina, Carbognano, Nepi, Ronciglione, Vallerano, Vetralla, Viterbo
Postleitzahl: 01032
Vorwahl: 0761
ISTAT-Nummer: 056015
Volksbezeichnung: Caprolatti
Schutzpatron: Sant'Egidio

Caprarola ist eine Gemeinde mit 5513 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Viterbo in der italienischen Region Latium.

Ansicht von Caprarola

Geographie[Bearbeiten]

Caprarola liegt 57 km nordwestlich von Rom und 21 km südöstlich von Viterbo. Der Ort liegt am Südostabhang der Monti Cimini östlich des Vicosees, dessen Nordhälfte zum Gemeindegebiet gehört. Auch der größte Teil des 1982 eingerichteten Riserva Naturale del Lago di Vico gehört zum Gemeindegebiet. Die Monti Cimini sind ein vor 4,5 Millionen Jahren vulkanisch entstandenes Mittelgebirge. Der Vicosee liegt in einer erloschenen Caldera. Nach den letzten Eruptionen vor ca. 100.000 Jahren füllte sich der Krater nach und nach sowohl mit Grund- als auch mit Regenwasser. Die Monti Cimini und damit auch Caprarola gehören zu den Gebieten mit dem meisten Niederschlag im Latium (bis 850 mm im Jahr).[2]

Caprarola ist Mitglied der Comunità Montana dei Cimini. Es trägt die Bandiera Arancione ein Qualitätssiegel im Bereich Tourismus und Umwelt des TCI.

Die Nachbargemeinden sind Canepina, Carbognano, Nepi, Ronciglione, Vallerano, Vetralla und Viterbo.

Verkehr[Bearbeiten]

Caprarola wird von der Provinzstraße SP 1 Via Cimina, einem Teil der Via Francigena von Viterbo nach Monterosi (Via Cassia) erschlossen. Es hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Civitavecchia-Orte die 1994 stillgelegt wurde, allerdings nach einem Beschluss der Region Latium vom 6. Februar 2009 wiederhergestellt werden soll.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Caprarola wurde im 10. Jahrhundert erstmals erwähnt. Im Mittelalter war es zwischen den Grafen Di Vico und d’Anguillara strittig. Mit der Gründung des Herzogtums Castro wurde von der Familie Farnese mit der Befestigung des Grenzortes begonnen. Kardinal Alessandro Farnese ließ ab 1559 auf den Fundamenten der Festung die Villa Farnese errichten. Dabei wurde auch der Ort komplett umgebaut und axial auf die Villa ausgerichtet.

Der Name Caprarola leitet sich von der italienischen Bezeichnung für Ziegenstall her.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 5.151 5.591 5.501 5.798 5.654 4.657 4.913 5.197

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Alessandro Cuzzoli wurde 2001 zum Bürgermeister gewählt und im Mai 2006 im Amt bestätigt. Sein Mitte-rechts-Bündnis stellt auch mit 11 von 16 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Auf der Kuppe eines Hügel im Ort steht die Villa Farnese, die von Giacomo Barozzi da Vignola zwischen 1559 und 1573 für den Kardinal Alessandro Farnese erbaut wurde.
  • Die Basilika della Madonna della Consolazione wurde 1526 erbaut und von Vignola vergrößert.
  • Die ehemalige Karmeliterkirche Santa Teresa wurde 1619-23 im Auftrag von Kardinal Odoardo Farnese durch Girolamo Rainaldi errichtet.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

In Caprarola werden Haselnüsse der Sorte Tonda Gentile Romana DOP.[4] angebaut. Im Juni 2008 fand in Caprarola der 7. Internationale Haselnuss-Kongress mit Teilnehmern aus 25 Ländern statt.[5]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanno Hahn: Paul Bril in Caprarola - (Zur Malerwerkstatt des Vatikan und ihren Ausstrahlungen 1570 bis 1590). In: Miscellanea Bibliothecae Hertzianae. Roma 1961. Anton Schroll, München 1961. ISBN 3-7031-0163-6.
  • Christoph Henning: Latium. Das Land um Rom. Mit Spaziergängen in der Ewigen Stadt (= DuMont Kunst-Reiseführer). 3. aktualisierte Auflage. DuMont, Köln 2006, ISBN 3-7701-6031-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Homepage des Naturreservats Vicosee (italienisch)
  3. Pressemitteilung der Region Latium am 6. Februar 2009 (italienisch)
  4. Amtsblatt der Europäischen Union Verordnung (EG) Nr. 510/2006 pdf
  5. 7. Internationale Haselnuss-Kongres

Weblinks[Bearbeiten]