South African Broadcasting Corporation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
South African Broadcasting Corporation
Senderlogo
Logo
Allgemeine Informationen
Empfang: Terrestrisch, Kabel, Satellit
Sendebeginn: 1936
Rechtsform: Öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Vollprogramm
Liste von Fernsehsendern

Die South African Broadcasting Corporation (SABC) bzw. Suid-Afrikaanse Uitsaaikorporasie (SAUK) ist die im Jahre 1936 gegründete öffentliche Radio- und Medienanstalt von Südafrika. Sie betreibt drei Fernseh- und zwanzig Radioprogramme.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Sendeturm in Johannesburg
Hauptquartier der SABC im Johannesburger Vorort Auckland Park

Die South African Broadcasting Corporation (SABC) wurde im Jahr 1936 gegründet und ersetzte die African Broadcasting Corporation (ABC), die im selben Jahr aufgelöst wurde. Sie besaß jahrelang ein Monopol und wurde von der weißen Minderheitsregierung kontrolliert. Dies führte dazu, dass ihr vorgeworfen wurde, die Apartheidsregierung zu unterstützen. Zeitweise waren die meisten leitenden Angestellten Mitglieder des Broederbond, einer Afrikaaner-Geheimorganisation. Sie war in Afrikaans auch als Suid-Afrikaanse Uitsaaikorporasie (SAUK) bekannt, obwohl diese Bezeichnung als auch die entsprechende Abkürzung von der Gesellschaft offiziell nicht mehr verwendet werden.

Im Verlauf des Ausbaus der Fernsehprogramme ging im Februar 1983 die Funktion des SABC-Generaldirektors von Riaan Eksteen, einem ehemaligen UN-Botschafter Südafrikas, an Steve de Villiers über. Der Mediensprecher der Progressive Federal Party bezeichnete diesen personellen Wechsel als den Akt zur Integration von SABC in das Staatssystem und als deren Reduzierung zum „Sprachrohr der Nasionale Party“.[3]

Bis 1979 war die SABC auch in Namibia tätig, das zu dieser Zeit unter südafrikanischer Kontrolle war. Ab diesem Jahr war dafür die South West African Broadcasting Corporation (SWABC) zuständig. Aus ihr wurde nach der Unabhängigkeit von Namibia im Jahr 1990 die Namibian Broadcasting Corporation (NBC).

Ab 1996 wurde die SABC im Hinblick auf die neuen demokratischen Veränderungen im Land umstrukturiert. Seither wird ihr vorgeworfen, im Nachrichtenbereich die regierende Partei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) zu bevorzugen. Trotzdem ist die Medienanstalt bis heute der dominierende Anbieter für Radio- und Fernsehsender.

Rundfunk[Bearbeiten]

Die SABC richtete zunächst Hörfunkdienste in den damaligen offiziellen Sprachen des Landes, Englisch und Afrikaans, auf Mittelwelle ein. Ausstrahlungen in afrikanischen Sprachen wie isiZulu, isiXhosa, Sesotho und Setswana folgten später. Im Jahre 1950 startete unter dem Namen Springbok Radio der erste private Radiosender, er sendete auf Mittelwelle in Englisch und Afrikaans. Regionale Musikstationen starteten über Ultrakurzwelle in den frühen 1960er Jahren.

Im Jahre 1966 wurde ein internationaler Sender mit dem Namen Radio RSA gestartet, der auf Kurzwelle in zwölf Sprachen, darunter Englisch, Afrikaans, Swahili, Französisch, Portugiesisch, Niederländisch und Deutsch sendete (ab 1984 noch in elf Sprachen). Er trägt heute den Namen Channel Africa.

Im Jahre 1996, nach dem Ende der Apartheid, strukturierte die SABC ihre Sender sehr stark um. Aus dem Hauptsender in englischer Sprache wurde SAfm. Außerdem wurden einige schwarze Radiosprecher eingestellt. Nach Anfangsschwierigkeiten wurde der neue Sender wieder sehr populär und zu einem Flaggschiff der neuen Demokratie. Aufgrund von Differenzen zwischen der Regierung und der Medienanstalt wurde der Sender im Jahr 2003 nochmals neu strukturiert. Unter diesen Änderungen litt der Sender allerdings sehr stark. Der Hauptsender in Afrikaans wurde 1995 in Radio Sonder Grense umbenannt.

Nach dem Ende der Apartheid erhielt die SABC verstärkte Konkurrenz durch zahlreiche neue regionale und lokale Privatradios, von denen zuvor nur wenige aus dem Ausland oder Homelands nach Südafrika einstrahlten. Zudem verkaufte die SABC in den 1990er Jahren ihre kommerziellen Regionalsender, wie Highveld Stereo/Hoëveld Stereo, Kfm und Radio Oranje.

Senderliste[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

Die Republik Südafrika war weltweit eines der letzten Länder, in denen Fernsehen eingeführt wurde. Südafrika war zwar bereits in der Vergangenheit das wirtschaftlich am besten entwickelte Land Afrikas, jedoch führten wesentlich schlechter gestellte Entwicklungsländer das Fernsehen weit früher ein. So war Südafrika beispielsweise einer der wenigen Staaten der Erde, wo die Mondlandung 1969 noch nicht live verfolgt werden konnte.

Der Grund für die Ablehnung des Fernsehens lag vor allem in den konservativen Kreisen, die das Fernsehen als Gefahr für das damalige politische und gesellschaftliche System des Landes betrachteten. Man sah das Fernsehen als gefährliches Medium, das Kinder und Jugendliche verderben würde. Außerdem sah man es als unumgänglich an, für das Fernsehen Serien und Filme aus den USA zu importieren, wo das selbstverständliche Nebeneinander von Schwarzen und Weißen zu sehen gewesen wäre sowie die (damals dominante „weiße“) afrikaanse Sprache gegenüber dem „schwarzen“ Englischen ins Hintertreffen käme. Weiter wurde befürchtet, dass durch die Ausstrahlung von Fernsehwerbung die damals benachteiligte schwarze Bevölkerung mit ihrer Lage noch unzufriedener würde, wenn ständig Waren beworben würden, welche sich diese Gruppe nie hätte leisten können.

Nach langen Diskussionen über die Einführung des Fernsehens in Südafrika wurden erst im Jahr 1975 in den Großstädten Testausstrahlungen vorgenommen. Am 6. Januar 1976 wurde der erste Fernsehsender landesweit ausgestrahlt. Die Finanzierung wird seit 1978 über eine Rundfunkgebühr gesichert. Zu Beginn wurden die Sendungen nur in Englisch und Afrikaans ausgestrahlt. Die einheimische Seifenoper The Villagers, die rund um eine Goldmine spielt, wurde sehr gut angenommen, wogegen andere nationale Produktionen wie The Dingleys als amateurhaft abgelehnt wurden.

Einziger Vorteil der späten Einführung des Fernsehens in Südafrika war, dass bereits von Anfang an in Farbe gesendet werden konnte, und man sich zumindest die teure Umstellung von Schwarzweiß in Farbe ersparte.

Im Dezember 1981 gingen zwei weitere Fernsehprogramme auf Sendung, die TV2 und TV3 genannt wurden. Sie gestalteten ihre Programme in fünf afrikanischen Sprachen des Landes. Der Hauptsender wurde ab diesem Zeitpunkt TV1 genannt und war für die Informationsbedürfnisse der weißen, farbigen und indischstämmigen Bevölkerungsgruppe konzipiert.[3]

Der dritte Sender Topsport Surplus (TSS) war hauptsächlich für Sportübertragungen gedacht. Später wurde er in National Network TV (NNTV) umbenannt. Die Sender konnten auch in den Nachbarstaaten wie Botswana, Lesotho und Swasiland empfangen werden. Außerdem half die SABC der South West African Broadcasting Corporation in Namibia 1981, einen eigenen Fernsehsender aufzubauen. Zu Beginn wurden allerdings die meisten Programmteile direkt aus Südafrika eingeflogen.

1996 strukturierte die SABC seine Fernsehsender um, damit die unterschiedlichen Sprachen besser repräsentiert werden konnten. Die neuen Sender hießen SABC 1, SABC 2 und SABC 3. Daraus resultierte eine Heruntersetzung der Afrikaans-Sendezeiten, was zur Verärgerung der Afrikaans-Gemeinde führte. Außerdem übernahm die SABC den 1984 geschaffenen Fernsehsender Bophuthatswana Broadcasting Television (Bop TV) aus dem Homeland Bophuthatswana, der in Setswana, Englisch und Afrikaans arbeitete. In den vergangenen Jahren wurde außerdem der Sender SABC Africa gegründet, der auf dem ganzen Kontinent empfangen werden kann.

Derzeit sind zwei weitere Regionalsender geplant (SABC4 und SABC5). Sie sollen in diversen afrikanischen Sprachen senden. Anders als die anderen SABC-Sender sollen sie aber nicht über Satellit empfangbar sein.

Senderliste[Bearbeiten]

1976 bis 1995[Bearbeiten]

1996 bis heute[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SABC-Unterseite der Fernsehsender
  2. SABC-Unterseite der Radiosstationen
  3. a b South African Institute of Race Relations: Survey of Race Relations in South Africa 1983. Johannesburg 1984, S. 216-217