Steven Wilson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Steven Wilson auf einem Blackfield-Konzert
Wilson auf dem Strawberry Fayre in Cambridge (1997)

Steven John Wilson (* 3. November 1967 in Hemel Hempstead, Hertfordshire) ist ein britischer Musiker. Wilson spielt diverse Instrumente und ist autodidaktisch erlernter Produzent, Toningenieur, Gitarrist und Keyboarder.

Am besten bekannt als Gründer, Sänger, Gitarrist und Songwriter der Progressive-Rock-Band Porcupine Tree, deren Alben Deadwing (2005) und Fear of a Blank Planet (2007) vom Classic Rock Magazine zum jeweiligen Album des Jahres gekürt wurden, ist Wilson auch in vielen anderen Bands und Projekten involviert, die weit über die Genre-Grenzen des Progressive Rock hinausgehen. Unter anderem sind das Bass Communion (Ambient, Drone), Blackfield (Pop-Rock), No-Man (Art-Pop) sowie Incredible Expanding Mindfuck (Krautrock, oft abgekürzt zu I.E.M.). Außerdem pflegt er eine Solokarriere unter eigenem Namen.

Als Produzent umfassen seine Referenzen unter anderem Opeth, Orphaned Land,[1] Fish, Anja Garbarek, Marillion, King Crimson, Emerson Lake & Palmer und Paatos. Sein eigenes Label Headphone Dust verlegt Kleinstauflagen von Tonträgern.

Inhaltsverzeichnis

Biografie [Bearbeiten]

Steven Wilson mit Aviv Geffen während der Blackfield-Europatournee 2004

Bereits mit elf Jahren begann Wilson, eigene Musik zu komponieren. Nach und nach erweiterte er sein privates Studio No Man’s Land, lernte Gitarre und Keyboard und produzierte eine Reihe von Tapes. Zunächst war die Band No-Man mit Tim Bowness sein erfolgreichstes Projekt, für das er seinen ersten Plattenvertrag erhielt. Aus einer Laune heraus entstand Porcupine Tree, eigentlich ein Soloprojekt Wilsons, für das er eine Biografie erfand, die von verlorengegangenen Tapes einer legendären Band erzählt. Diese „wieder aufgefundenen“ Tapes fielen Richard Allen, damals bei Delerium Records, in die Hände und Wilson bekam einen zweiten Plattenvertrag. Inzwischen ist Porcupine Tree seine weitaus erfolgreichste Band.

Soloarbeiten [Bearbeiten]

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[2]
Insurgentes
  DE 81 20.03.2009 (1 Wo.)
Grace for Drowning
  DE 22 14.10.2011 (2 Wo.)
  AT 40 14.10.2011 (1 Wo.)
  CH 54 09.10.2011 (1 Wo.)
  UK 34 08.10.2011 (1 Wo.)
Get All You Derserve
  DE 52 12.10.2012 (1 Wo.)
The Raven That Refused to Sing (And Other Stories)
  DE 3 15.03.2013 (… Wo.)
  AT 23 15.03.2013 (… Wo.)
  CH 62 03.03.2013 (… Wo.)
  UK 28 09.03.2013 (… Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung

Coverversion [Bearbeiten]

Zwischen 2003 und 2010 wurde eine Serie von sechs 2-Track-CD-Singles unter eigenem Namen veröffentlicht. Dabei beinhaltet jede CD eine Coverversion und einen Steven-Wilson-Originalsong. Die Auswahl der Coversongs ist sehr unterschiedlich: Die CDs beinhalten Songs von der kanadischen Sängerin Alanis Morissette, der schwedischen Popgruppe ABBA, der Rockband The Cure, dem schottischen Songwriter Momus, Prince und dem schottischen Singer-Songwriter Donovan. Als finale CD-Single wurde "Cover Version VI" in einer limitierten Box mit leeren Plätzen für die vorherigen fünf Singles veröffentlicht.

Insurgentes [Bearbeiten]

Im November 2008 zuerst als limitierte Deluxe-Mailorder-Version verfügbar, veröffentlichte Wilson im Februar 2009 Insurgentes, das erste Album unter seinem eigenen Namen. Es ist benannt nach der Avenida de los Insurgentes, der längsten Hauptstraße von Mexico City. Mit dem Namen Insurgentes (dt. Rebellen, Aufständische) spielt Wilson auf seine Art und Weise Musik zu machen und auf die Gestaltung seiner Musikkarriere an.[3] Wilson bezeichnet es als die bisher „experimentellste Song-basierte Musik“, die er gemacht hat. Als Haupteinflüsse nennt er Post-Punk Shoegazing (á la Joy Division und The Cure). Er bezeichnet es außerdem als sehr Drone- und Noise-orientiert.[4] 2010 wurde der gleichnamige Film "Insurgentes" von Lasse Hoile veröffentlicht, der die Entstehungsgeschichte des Albums dokumentiert. Neben Wilson kommen auch Musiker wie Mikael Akerfeldt (Opeth) und Aviv Geffen (Blackfield) zu Wort.

Grace for Drowning [Bearbeiten]

Grace for Drowning ist der umfassende Titel zweier Soloalben, Deform to Form a Star und Like Dust I Have Cleared from My Eye, die am 26. September 2011 zusammen als Doppelalbum über das Independent-Label Kscope veröffentlicht wurden.[5][6][7]

Im Zuge der Veröffentlichung von Grace for Drowning startet Steven Wilson seine erste Solotour. Mit Tourdaten im Oktober und November 2011 wird auf den Konzerten Material von Grace for Drowning und Insurgentes gespielt. Das Line-up besteht aus Marco Minnemann (Schlagzeug), Nick Beggs (Bass/Chapman Stick), Aziz Ibrahim (Gitarre), Adam Holzman (Keyboards), Theo Travis (Flöte / Saxophon) und Steven Wilson (Gesang, Gitarren, Keyboards). Als Keyboarder war ursprünglich Gary Husband eingeplant, welcher aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste.[8][9][10]

Im April und Mai 2012 wurde die Grace for Drowing-Tour mit einigen Tourdaten in Europa und Südamerika in einem zweiten Lauf fortgesetzt. Als Gitarrist wird Aziz Ibrahim im Line-up erst durch Niko Tsonev und später durch Guthrie Govan ersetzt.

The Raven That Refused to Sing (And Other Stories) [Bearbeiten]

Am 1. März 2013 wurde Wilsons drittes Soloalbum The Raven That Refused to Sing (And Other Stories), das in Los Angeles zusammen mit den Mitgliedern der Steven-Wilson-Liveband im September und Oktober 2012 aufgenommen wurde, veröffentlicht. Als Toningenieur wurde Alan Parsons engagiert.[11]

Eine Tour für 2013 wurde ebenfalls angekündigt.[12]

Ausgewählte Diskografie (Studioalben und EPs) [Bearbeiten]

Solo [Bearbeiten]

Mit Porcupine Tree [Bearbeiten]

  • 1991: On the Sunday of Life...
  • 1992: Voyage 34 (12"-Single)
  • 1993: Up the Downstair
  • 1994: Moonloop (EP)
  • 1994: Staircase Infinities (EP)
  • 1995: The Sky Moves Sideways
  • 1996: Signify
  • 1999: Stupid Dream
  • 2000: Lightbulb Sun
  • 2001: Recordings (Kompilation)
  • 2002: In Absentia
  • 2003: Futile (EP)
  • 2005: Deadwing
  • 2007: Fear of a Blank Planet
  • 2007: Nil Recurring (EP)
  • 2009: The Incident

Mit Storm Corrosion [Bearbeiten]

Mit No-Man [Bearbeiten]

  • 1993: Loveblows & Lovecries - A Confession
  • 1994: Flowermouth
  • 1996: Wild Opera
  • 2001: Returning Jesus
  • 2003: Together We're Stranger
  • 2008: Schoolyard Ghosts

Mit Blackfield [Bearbeiten]

  • 2004: Blackfield
  • 2007: Blackfield II
  • 2011: Welcome to My DNA

Als Bass Communion [Bearbeiten]

  • 1998: Bass Communion I
  • 1999: Bass Communion II
  • 2001: Bass Communion III
  • 2004: Ghosts on Magnetic Tape
  • 2005: Indicates Void
  • 2006: Loss
  • 2008: Pacific Codex
  • 2008: Molotov and Haze
  • 2011: Cenotaph

Als Incredible Expanding Mindfuck [Bearbeiten]

  • 1996: I.E.M.
  • 1999: An Escalator to Christmas
  • 2001: Arcadia Son
  • 2001: IEM Have Come for Your Children

Literatur [Bearbeiten]

  • Porcupine Tree - Stars Die, The Delerium Years: Booklet mit ausführlicher Bandgeschichte

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Steven Wilson – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen [Bearbeiten]

  1. Steven Wilson: SW mixes Orphaned Land (abgerufen am 23. April 2011)
  2. Chartquellen: DE AT CH UK
  3.  Sysyphus Verlags GmbH (Hrsg.): Steven Wilson - Der sanfte Rebell. In: eclipsed. April 2009, S. 42-43.
  4. innerviews.org: Innerviews: No-Man - Positive momentum (englisch)
  5. a b Steven Wilson: Two single albums issued together (abgerufen am 10. Mai 2011)
  6. Steven Wilson: Grace for Drowning-Ankündigung (abgerufen am 14. Juni 2011)
  7. a b Steven Wilson: Grace for Drowning-Website (abgerufen am 19. Juli 2011)
  8. Steven Wilson: Erste Solotour: Ankündigung (abgerufen am 26. Oktober 2011)
  9. Steven Wilson: Erste Solotour: Lineup-Änderung (abgerufen am 26. Oktober 2011)
  10. Steven Wilson: Erste Solotour: Tourdaten (abgerufen am 26. Oktober 2011)
  11. a b The Raven That Refused To Sing-Album-Ankündigung. Abgerufen am 5. Dezember 2012.
  12. Steven Wilson: Europa-Tourdaten für 2013 (Ankündigung) (abgerufen am 5. Dezember 2012)