Surya Shekhar Ganguly

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Surya Shekhar Ganguly, 2011

Surya Shekhar Ganguly (* 24. Februar 1983 in Kalkutta) ist ein indischer Schachgroßmeister und sechsmaliger indischer Einzelmeister.

Leben[Bearbeiten]

Surya Shekhar Ganguly wuchs als Sohn des Astrologen Pankaj Ganguly im westbengalischen Kolkata auf. Er besuchte dort die Goodricke Chess Academy. Sein einflussreichster Schachlehrer war Abhijit Majumdar, sein erster Verein der Alekhine Chess Club. Ganguly hat einen Abschluss des Scottish Church College. Seit Dezember 1999 arbeitet er für Indian Oil. 2005 erhielt er den Arjuna Award in der Kategorie Schach.

Schacherfolge[Bearbeiten]

Einzelmeisterschaften[Bearbeiten]

1991 gewann er in Trivandrum die indische U10-Meisterschaft. Schon als Elfjähriger konnte er gegen einen Schachgroßmeister gewinnen, und zwar gegen Grigori Serper beim Goodricke Open 1995. Bei Jugendweltmeisterschaften verschiedener Altersklassen hatte er meist eine positive Bilanz und landete in den oberen Rängen, konnte aber keine gewinnen.

Bei der Weltmeisterschaftsausscheidung in Moskau schied er 2001 in der ersten Runde gegen Alexander Chalifman im Tie-Break aus. Bei der asiatischen Einzelmeisterschaft im August 2001 in Kolkata wurde er Dritter, ebenso 2002 bei der Juniorenweltmeisterschaft U20 in Panaji. 2003 gewann er das Zonenturnier in Dhaka mit 9,5 aus 11 und konnte sich damit erneut für eine Weltmeisterschaft qualifizieren, er verlor jedoch in Tripolis 2004 in der ersten Runde gegen Peter Heine Nielsen. 2005 gewann er das 7. Insurance & Leasing-Turnier in Dhaka, 2006 gewann er den ONGC Cup in Hyderabad, Indien, im August 2007 wieder ein Zonenturnier in Dhaka. Im März 2008 gewann er das International Open in Sydney vor Zhang Zhong. Das Parvnath Open in Neu-Delhi gewann er im Januar 2009. Fünfmal hintereinander konnte er die indische Einzelmeisterschaft gewinnen: 2004, 2005 und 2006 jeweils punktgleich im Tie-Break vor Chanda Sandipan, 2007 endlich mit einem halben Punkt Vorsprung. 2008 gewann er punktgleich im Tie-Break vor dem Internationalen Meister K. Rathnakaran, 2009 (im Dezember 2008 gespielt) mit einem halben Punkt Vorsprung. Im Januar 2009 gewann er das 7. Parsvnath International Open Chess Tournament in Neu-Delhi. Die asiatische Einzelmeisterschaft gewann er im Mai 2009 in Subic. Im November 2012 gewann er ein Open in Fudschaira vor Oleksandr Mojissejenko.[1]

Als Sekundant unterstützte er Alexei Schirow. Zuletzt sekundierte er Viswanathan Anand bei der Schachweltmeisterschaft 2008 gemeinsam mit Rustam Kasimjanov, Peter Heine Nielsen und Radosław Wojtaszek.[2]

Mannschaftsmeisterschaften[Bearbeiten]

Er nahm für die indische Nationalmannschaft an sechs Schacholympiaden teil (2000 bis 2010) mit einem positiven Gesamtergebnis von 30,5 Punkten aus 53 Partien (+21, =19, −13).[3] Bei der asiatischen Mannschaftsmeisterschaft 2003 in Jodhpur erhielt die indische Nationalmannschaft mit ihm an Brett Zwei die Silbermedaille. Die Asienmeisterschaft 2005 in Isfahan gewann Indien mit ihm an Brett Drei, wobei Ganguly zusätzlich für sein Ergebnis von 7 aus 8 bei einer Elo-Performance von 2716 eine individuelle Goldmedaille erreichte. Bei der Asienmeisterschaft 2008 in Visakhapatnam belegte Indien den zweiten Platz, wobei er eine individuelle Silbermedaille für sein Ergebnis von 5,5 aus 7 am zweiten Brett erhielt. Beim dritten Platz der indischen Mannschaft bei der Mannschaftsweltmeisterschaft 2010 in Bursa hatte er eine Elo-Leistung von 2804. Bei der Asienmeisterschaft 2010 in Guangzhou belegte Indien mit ihm am dritten Brett den dritten Platz.

Mit dem Verein PSPB wurde er 2007 am ersten Brett indischer Mannschaftsmeister. Seit 2008 spielt er auch in der 1. spanischen Liga, und zwar gemeinsam mit P. Harikrishna und Parimarjan Negi für den C.A. Solvay. In Griechenland spielt er seit 2013 für SA Chania.

Titel und Rating[Bearbeiten]

Im November 2000 wurde ihm der Titel Internationaler Meister verliehen, seit Februar 2003 trägt er als achter Inder den Titel Schachgroßmeister. Die Normen hierfür erreichte er bei der Asiatischen Einzelmeisterschaft 2001, bei der indischen Einzelmeisterschaft 2002 in Nagpur und bei der 35. Schacholympiade 2002 in Bled. Seine Elo-Zahl beträgt 2646 (Stand: November 2013), seine bisher höchste war 2672 von März bis Juni 2010. Damals lag er auf dem 55. Platz der FIDE-Weltrangliste.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ganguly gewinnt in Fudschaira. Artikel auf chessbase.de vom 22. November 2012
  2. Interview mit Viswanathan Anand vom 4. November 2008 von Martin Breutigam
  3. Schacholympiaden Gangulys auf olimpbase.org (englisch)