The Decemberists

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The Decemberists
The Decemberists auf dem Sasquatch! Music Festival, 2006
The Decemberists auf dem Sasquatch! Music Festival, 2006
Allgemeine Informationen
Genre(s) Indie-Folk, Indie-Rock, Folk-Rock, Indie-Pop
Gründung 2001
Website www.decemberists.com
Aktuelle Besetzung
Colin Meloy
Gitarre
Chris Funk
Jenny Conlee-Drizos
Nate Query
Schlagzeug, Melodica
John Moen
Ehemalige Mitglieder
Bass
Jesse Emerson
Schlagzeug, Gesang
Ezra Holbrook
Schlagzeug, Gesang
Rachel Blumberg
Gitarre
David Langenes
Violine, Gesang
Petra Haden
Bratsche, Gitarre, Keyboard, Gesang
Lisa Molinaro

The Decemberists ist eine US-amerikanische Indie-Folkband aus Portland, Oregon, deren Name sich auf die Dekabristen und die Stimmung bezieht, die im Dezember herrscht.[1] Ihre erste EP 5 Songs veröffentlichten sie 2001. Das aktuelle Album The King Is Dead erschien am 14. Januar 2011 in Deutschland und am 18. Januar in den Vereinigten Staaten.

Musikalischer Stil[Bearbeiten]

Jenny Conlee am Akkordeon

Die Lieder der Band reichen von Pop, über instrumentale Balladen bis hin zu druckvollem Rock. The Decemberists benutzen häufig Instrumente wie Akkordeon, Hammond-Orgel, Wurlitzer Electric Piano, und E-Kontrabass. Die Songtexte erzählen meist eher eine Geschichte, als einen Einblick in die Gefühlswelt der Band und vor allem des Leadgitarristen und Songwriter Colin Meloy zu geben. Gute Beispiele sind My Mother Was a Chinese Trapeze Artist von der ersten EP 5 Songs und The Mariner's Revenge Song vom Album Picaresque. Die Geschichten der Songs sind zum Teil skurril (The Sporting Life), episch (The Tain) und dunkel (Odalisque). Zudem werden oft historische Ereignisse aus der ganzen Welt erzählt. Zu Beginn ihrer Karriere wurden sie deswegen von Kritikern mit Neutral Milk Hotel verglichen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

2000: Gründung[Bearbeiten]

The Decemberists gründeten sich im Jahr 2000, nachdem Colin Meloy die Band Tarkio aus Missoula, Montana verließ und nach Portland, Oregon zog. In Portland lernte er Nate Query kennen, der ihn mit Jenny Conlee bekannt machte (Conlee und Query spielten vorher zusammen in einer Band). Zusammen schrieben sie die Musik zu einem Stummfilm. Zuvor traf Meloy bei einem seiner Soloauftritte Chris Funk. Funk war ein Fan von Tarkio und spielte auf den ersten beiden Decemberists Platten als Gast die Pedal-Steel-Gitarre. Erst mit der dritten Veröffentlichung wurde Funk offizielles Mitglied. Der erste Schlagzeuger der Band Ezra Holbrook wurde nach Castaways and Cutouts von Rachel Blumberg ersetzt. 2001 veröffentlichte die Band ihr erstes Album 5 Songs selber. An dem Tag vor den Studioaufnahmen spielte die Band mehrere Stunden in einem McMenamins Hotel um genug Geld für die Produktion zu verdienen. Diese Aufnahmen dienten als erstes Demo Tape und die fünf Lieder darauf wurden in unter zwei Stunden aufgenommen.

2003–2005: Kill Rock Stars[Bearbeiten]

Nach der Veröffentlichung ihres ersten kompletten Albums Castaways and Cutouts bei Hush Records, unterschrieb die Band beim Kill Rock Stars Label. Nach dem Re-Release von Castaways and Cutouts erschien 2003 Her Majesty the Decemberists. 2004 wurde The Tain veröffentlicht, ein 18,5 Minuten langer Song basierend auf der irischen Mythe Táin Bó Cúailnge. Das letzte Album bei Kill Rock Stars, Picaresque, wurde in einer Kirche aufgenommen und erschien am 25. März 2005.

Im März 2005 veröffentlichten The Decemberists das selbst produzierte Musikvideo zu Sixteen Military Wives über BitTorrent, was zuvor noch keine Band getan hatte.[3] Im selben Monat wurde der Band ihr Fahrzeug mitsamt Merchandise-Artikeln und Ausrüstung gestohlen.[4] Auf der Website der Band wurde eine Spendenaktion gestartet. Zudem gab es mehrere eBay-Auktionen bei denen CDs von Colin Meloy Sings Morrissey und Zeichnungen von Carson Ellis verkauft wurden. Andere Künstler wie Lea Krueger, The Shins oder The Dandy Warhols unterstützten die Band ebenso wie die Martin Guitar Company, die Instrumente als langfristiges Darlehen offerierte. Anfang April wurde das gestohlene Fahrzeug zwar gefunden, aber die Ausrüstung im Wert von 40.000 US-Dollar blieb verschollen.[5]

2005: Capitol Records[Bearbeiten]

Am 12. Dezember 2005 gab Colin Meloy gegenüber Pitchfork Media bekannt, dass die Band beim Major-Label Capitol Records unterschrieben hat und ein neues Album im April 2006 von Tucker Martine und Christopher Walla (Death Cab for Cutie) produziert wird.[6] The Crane Wife erschien am 3. Oktober 2006. An diesem Tag traten The Decemberists in der Late Night with Conan O'Brien Show und spielten O Valencia!, die erste Single des Albums. Die dazugehörige Tour (The Rout of the Patagons Tour) startete am 17. Oktober 2006 in der Heimatstadt der Band Portland, Oregon im Crystal Ballroom. Die Vorgruppe war Lavender Diamond (gegen Ende der Tour Alasdair Roberts). Die Hörer des National Public Radio wählten The Crane Wife zum Album des Jahres 2006.[7]

2006: Greenscreen Musikvideo[Bearbeiten]

Ende November 2006 veranstaltete die Band einen Wettbewerb (Green Screen Challenge), bei den deren Fans ein Musikvideo zum Song O Valencia! mithilfe von Greenscreen-Aufnahmen der Bandmitglieder erstellen sollten. Der US-amerikanische Komiker Stephen Colbert kritisierte dies, da es sich um ein Plagiat seiner Idee handele und rief sein Publikum auf, ihn ebenfalls in das Video einzubauen.[8]

2007: A Bit of Grass-Stain Does Not a Ruined Pair of Jeans Make Tour[Bearbeiten]

Im Juli 2007 gingen The Decemberist mit einem kompletten Orchester auf Tour, allerdings nur für fünf Termine. Am 7. Juli spielte die Band zusammen mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra im historischen Hollywood Bowl.[9] Außerdem gab es ein kostenloses Konzert im Millennium Park (Chicago) mit dem Grant Park Symphony Orchestra.

Am 6. Oktober 2007 sagten The Decemberists wegen der Krankheit eines Bandmitglieds die verbleibenden Termine ihrer Europatour ab. Am 1. November wurde ebenfalls die ausstehenden 28 Konzerte der Long and Short of It Tour abgesagt.[10]

2008: Always the Bridesmaid[Bearbeiten]

The Decemberists und Barack Obama

Die Band spielte am 18. Mai 2008 bei einer Wahlkampfveranstaltung von Barack Obama im Tom McCall Waterfront Park in Portland. Zwischen dem 14. Oktober und dem 2. Dezember 2008 erschien unter dem Namen Always the Bridesmaid eine dreiteilige 12"-Single Serie mit jeweils zwei neuen Songs. Ebenfalls gingen sie in dem Zeitraum auf eine kurze Tour und spielten einen Tag vor den US-Wahlen in der Late Night with Conan O’Brien Show.

2009: The Hazards of Love[Bearbeiten]

Das Album The Hazards of Love erschien am 24. März 2009 bei Capitol Records. Eine Woche vorher, am 17. März, wurde das Album bei iTunes zum Download angeboten. Zuvor war es möglich The Rake's Song kostenlos herunterzuladen. Während Meloys Solotour 2008 spielte er einige neue Songs des Albums. Produziert wurde The Hazards of Love von Tucker Martine.[11]

In einem Post im Rolling Stone Blog „Rock 'n' Roll Daily“ gab die Band mehr Informationen zum neuen Album preis.[12] Die Arbeit am Album begann damit, dass Meloy, der immer schon fasziniert war vom britischen Folk Revival der 1960er, eine Kopie von Anne Briggs EP The Hazards of Love (1966) hörte. Da es auf der EP keinen Song mit dem Albumtitel gibt, machte sich Meloy daran einen zu schreiben. Schnell stellte er jedoch fest, dass daraus etwas viel größeres wurde. The Hazards of Love handelt von Margaret, ihrem Liebhaber, dem Formwandler William, einer magischen Königin und einem kaltblütigen, lüsternden Wüstling, der sich in The Rake's Song mit schauriger Erleichterung daran erinnert, wie er dazu gekommen ist „so einfach und frei“ zu leben. Becky Stark (Lavender Diamond) und Shara Worden (My Brightest Diamond) singen die beiden weiblichen Hauptrollen, während Jim James (My Morning Jacket), Robyn Hitchcock und Rebecca Gates (The Spinanes) in einigen Nebenrollen zu hören sind. Die Songs des Albums variieren von Charakter zu Charakter, so gibt es z.B. die ruhige Akkordionballade Isn't It a Lovely Night? aber auch das stark rocklastige Lied The Queen's Rebuke/The Crossing.

Am 27. April spielten The Decemberists eine gekürzte Version des Songs The Wanting Comes in Waves/Repaid bei The Colbert Report. Am 19. Mai 2009 startete im Hollywood Palladium, Los Angeles die A Short Fazed Hovel Tour. Im ersten Teil eines Konzerts spielt die Band The Hazards of Love komplett am Stück. Im zweiten Teil spielen sie verschiedene Songs aus ihren Vorgängeralben.

Unter dem Titel Here Come the Waves: The Hazards of Love Visualized erschien am 1. Dezember ein animiertes Video des ganzen Albums, exklusiv bei iTunes.[13]

2011: The King Is Dead[Bearbeiten]

The Decemberists arbeiteten einen Großteil des Jahres 2010 an ihrem neuen Album. Am 4. September 2010 spielten sie zusammen mit Neko Case und Bob Dylan beim Bumbershoot Arts and Music Festival in Seattle. Dort präsentierten sie zum ersten Mal drei neue Songs. Das Album The King Is Dead erschien am 17. Januar 2011. Bei sieben Songs wirkte Gillian Welch, bei drei Peter Buck von R.E.M. mit. Zum ersten Mal schaffte es ein Album der Decemberists an die Spitze der US-Charts.[14]

Die Band beabsichtigt, ein Musical zu schreiben. Regie soll Michael Mayer führen, der bereits mit Green Day das Broadway-Musical American Idiot umgesetzt hat. Laut Colin Meloy könnte das Stück von Minenarbeitern in Butte, Montana handeln.[15]

2014/15: What a Terrible World, What a Beautiful World[Bearbeiten]

Nach einer längeren Kreativpause begann die Band im Jahr 2014 an einem neuen Album zu arbeiten.[16] Dieses trägt den Namen What a Terrible World, What a Beautiful World und soll am 20. Januar 2015 veröffentlicht werden.[17] Make You Better, die erste Single des Albums, erschien am 3. November 2014.

Artwork[Bearbeiten]

Alle Albencover wurden von Colin Meloys Frau Carson Ellis gezeichnet.

Mitglieder[Bearbeiten]

Aktuell[Bearbeiten]

Ehemalige[Bearbeiten]

  • Jesse Emerson (E-Bass) – Her Majesty the Decemberists
  • Ezra Holbrook – 5 Songs und Castaways and Cutouts (Schlagzeug, Backing Vocals), The Crane Wife (Backing Vocals)
  • Rachel Blumberg (Schlagzeug, Gesang) – Her Majesty the Decemberists, Billy Liar, The Tain und Picaresque
  • David Langenes (Gitarre)
  • Petra Haden (Violine, Gesang) – Picaresque, Tochter des Jazz-Kontrabassisten Charlie Haden, ebenfalls bei der Picaresque Tour.
  • Lisa Molinaro (Bratsche, Gitarre, Keyboards, Gesang) – bei den The Crane Wife Touren

Gäste[Bearbeiten]

  • Laura VeirsDuett bei Yankee Bayonet (The Crane Wife und der The Long and Short of It Tour)
  • Shara Worden – Duett bei Yankee Bayonet Liveauftritten 2007. Außerdem singt sie die Waldkönigin auf dem Album The Hazards of Love, sowie während der A Short Fazed Hovel Tour
  • Becky Stark – sie singt Margaret auf The Hazards of Love und ebenfalls während der A Short Fazed Hovel Tour
  • Gillian Welch – Duett bei Down by the Water und anderen Songs auf The King Is Dead
  • Sara Watkins – Während der Popes of Pendarvia World Tour zwischen Januar und März 2011[18]

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben
Picaresque
  US 128 09.04.2005 (2 Wo.)
The Crane Wife
  US 35 21.10.2006 (17 Wo.)
The Hazards of Love
  UK 50 04.04.2009 (1 Wo.)
  US 14 04.04.2009 (13 Wo.)
The King Is Dead
  DE 41 28.01.2011 (3 Wo.)
  AT 52 28.01.2011 (2 Wo.)
  CH 58 30.01.2011 (2 Wo.)
  UK 24 29.01.2011 (3 Wo.)
  US 1 05.02.2011 (… Wo.)
We All Raise our Voices to the Air
  US 78 31.03.2012 (… Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung

Alben[Bearbeiten]

Live-Alben[Bearbeiten]

EPs[Bearbeiten]

  • 2001: 5 Songs
  • 2005: The Tain
  • 2006: Picaresqueties
  • 2006: Connect Sets (exklusiv für Sony Connect)
  • 2006: Live from SoHo (exklusiv für iTunes)
  • 2011: Long Live the King

Singles[Bearbeiten]

  • 2004: Billy Liar
  • 2005: Sixteen Military Wives
  • 2007: O Valencia!
  • 2007: The Perfect Crime #2
  • 2008: Always the Bridesmaid: Volume I
  • 2008: Always the Bridesmaid: Volume II
  • 2008: Always the Bridesmaid: Volume III
  • 2009: The Rake's Song
  • 2010: Down by the Water
  • 2010: January Hymn/Row Jimmy
  • 2011: This Is Why We Fight
  • 2012: Calamity Song
  • 2012: One Engine (vom Soundtrack des Films Die Tribute von Panem – The Hunger Games)
  • 2014: Make You Better

DVDs[Bearbeiten]

  • 2007: The Decemberists: A Practical Handbook
  • 2009: Here Come the Waves: The Hazards of Love Visualized

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gene Armstrong: On Behalf of Orangina: The Decemberists perform their dramatic, literary alt-rock, with orange soda in tow. Tucson Weekly, 17. Juni 2004, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch): „But the name also "... is an allusion to the month of December and imagining the drama and melancholy of winter."“
  2. Jesse Jarnow: Out of the aeroplane into the sea. Salon, 16. September 2003, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  3. Katie Dean: Rockers Flex BitTorrent's Muscle. Wired, 23. März 2005, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  4. Decemberists Shipwrecked By Pirates. CMJ, 22. März 2005, archiviert vom Original am 5. Februar 2009, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  5. Pete Hunt: Rogue of the Week: Thieves Who Took the Decemberists' Gear. Willamette Week, 23. März 2005, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  6. The Decemberists sign to Capitol Records. Punknews, 13. Dezember 2005, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  7. NPR Listeners Pick the Best CDs of 2006. NPR, 11. Dezember 2006, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  8. Dave Mahe: Video: Stephen Colbert Vs. The Decemberists. Pitchfork, 30. November 2006, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  9. Decemberists Get Orchestra Treatment On Tour. Billboard, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  10. Illness Ends Decemberists Tour. The New York Times, 5. November 2007, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  11. Rachael Maddux: Decemberists' Colin Meloy talks Hazards of Love. Paste, 16. November 2008, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  12. In the Studio: The Decemberists Return With Fairy-Tale Album. Rolling Stone, 18. November 2008, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  13. Tom Breihan: Decemberists Turn The Hazards of Love Into Animated Film. Pitchfork, 19. November 2009, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  14. Rezension im Musikexpress, 6. Januar 2011, abgerufen am 2. Oktober 2012.
  15. Jillian Mapes: The Decemberists in Talks to Write Stage Musical. Billboard, 8. Dezember 2010, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).
  16. Alex Stills: The Decemberists join Boston Calling lineup. In: The Boston Globe. John W. Henry, 20. März 2014, abgerufen am 20. März 2014 (englisch).
  17. Zoe Camp: The Decemberists Share "Make You Better" From New Album What a Terrible World, What a Beautiful World. In: Pitchfork. Pitchfork Media, 3. November 2014, abgerufen am 13. November 2014 (englisch).
  18. The Decemberists. The Decemberists, 4. Januar 2011, abgerufen am 5. Dezember 2013 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Decemberists – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien