Tim Bendzko

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tim Bendzko (2012)

Tim Bendzko (* 9. April 1985 in Berlin) ist ein deutscher Singer-Songwriter. Überregionale Bekanntheit erreichte er mit seinem Lied Nur noch kurz die Welt retten und als Gewinner des Bundesvision Song Contest.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Tim Benzdko wurde 1985 in Berlin-Kaulsdorf geboren und wuchs im Bezirk Köpenick auf.[1] Er besuchte ein Sportgymnasium und begann, sich vor allem für Fußball zu interessieren. Beim 1. FC Union Berlin rückte er bis in die B-Jugend auf.[2] Nach eigener Aussage beendete er seine Karriere, da primär die Leistung und nicht der Spaß am Fußball im Vordergrund gestanden habe.[1] Außerdem litt Tim Bendzko an einem irreparablen Meniskusschaden.[3] Seine musikalische Karriere begann im Alter von 11 Jahren mit Unterricht an der Gitarre,[4] mit 16 Jahren schrieb er eigene Stücke.[5] Nach dem Abitur begann er ein Studium der Evangelischen Theologie und nichtchristlicher Religionen an der Freien Universität Berlin, das er allerdings nach fünf Semestern ohne Abschluss beendete.[1] Danach war er zeitweise als Auktionator im Autohandel tätig.

2009 bewarb sich Tim Bendzko beim Talentwettbewerb Söhne gesucht der Söhne Mannheims und gewann den Platz als Pendant von Xavier Naidoo.[1] Gemeinsam mit den Söhnen Mannheims spielte er 2009 in der Berliner Waldbühne vor 20.000 Zuschauern, wenig später erhielt er einen Plattenvertrag bei Sony Music Entertainment.[6] Seinen musikalischen Durchbruch erreichte er im Juni 2011 mit seinem Debütalbum Wenn Worte meine Sprache wären, das auf Platz vier der deutschen Charts einstieg.[7] Die Single Nur noch kurz die Welt retten hielt sich 47 Wochen in den Charts und wurde später mit Platin-Status ausgezeichnet, ebenso wie das Album.[8] Man attestierte Bendzko, er treffe mit seinen Soul-Balladen „überraschend einen Nerv unserer Zeit“.[9] Er habe eine „weiche, markante Stimme“.[10] Für seine Leistungen wurde Tim Bendzko mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt er 2011 den Bambi in der Kategorie Newcomer sowie die 1Live Krone für die beste Single.[11][12] Mit dem Lied Wenn Worte meine Sprache wären vertrat Tim Bendzko das Land Berlin beim Bundesvision Song Contest.[1] Er gewann den Wettbewerb vor Konkurrenten wie beispielsweise Bosse feat. Anna Loos.[13] Im Januar 2012 begann seine erste größere Tournee, die in Offenbach am Main ihren Anfang nahm.[9] Zuvor war er im Vorprogramm von Elton John zu sehen und begleitete Joe Cocker auf dessen Tournee Hard Knocks.[5] Tim Bendzko erhielt den ECHO in der Kategorie Newcomer National,[14] außerdem vertrat er Deutschland bei den MTV Europe Music Awards 2012 als bester deutscher Act.[15] Im Mai 2013 veröffentlichte er sein zweites Album Am seidenen Faden mit „gefühligem, selbstgedichteten deutschen Pop“.[16]

Obwohl das Album den ersten Platz und die Single Am seidenen Faden den elften Platz der deutsche Charts erreichte,[17] konnte er bisher nicht an den kommerziellen Erfolg seines ersten Albums anknüpfen, obwohl es mittlerweile mit Platin ausgezeichnet wurde. Die Bewertungen des Werks fielen gemischt bis kritisch aus.[18][19] 2013 folgten diverse weitere Konzerte, unter anderem erneut in der Berliner Waldbühne.[20] Die Veranstaltung war Auftakt seiner zweiten Tournee Ich steh nicht mehr still,[21] die im Frühjahr 2014 durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Luxemburg führen wird.[22] Im Dezember desselben Jahres stockte er sein zweites Album um zwölf weitere Lieder auf und veröffentlichte es als sogenannte Limited Re-Edition.[23] Am seidenen Faden – Unter die Haut wurde nach eigenen Angaben mehrheitlich im Studio, sondern zu Hause produziert.[24] Es enthielt mit Give A Little das erste englischsprachige Stück von Tim Bendzko, außerdem Beiträge anderer Künstler wie beispielsweise Xavas.[25] Die erste Single Unter die Haut ist ein Duett mit Cassandra Steen.[26] Vor den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi schrieb er für Maria Höfl-Riesch den Song Gewinnen, welcher nach den Spielen als Single veröffentlicht werden soll.[27]

Tim Bendzko war neben Henning Wehland und Lena Meyer-Landrut Juror bei The Voice Kids.[28] 2013 war er Teil der Initiative Liadl fürs Leiberl des FC Bayern München und Adidas, im Rahmen dessen eine neue Vereinshymne entworfen wurde.[29] Tim Bendzko ist nach eigener Aussage ein Fan des Vereins,[30] aber auch Anhänger von TSG 1899 Hoffenheim.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Tim Bendzko in der Berliner Waldbühne (August 2013)

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[40] Anmerkungen[41]
DE AT CH
2011 Wenn Worte meine Sprache wären 4
(69 Wo.)
11
(31 Wo.)
13
(41 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Juli 2011
DE: 5-fach-Gold
2013 Am seidenen Faden 1
(27 Wo.)
4
(12 Wo.)
7
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. Mai 2013
DE: 3-fach-Gold
Am seidenen Faden – Unter die Haut Erstveröffentlichung: 6. Dezember 2013

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplätze[40] Anmerkungen[41]
DE AT CH
2011 Nur noch kurz die Welt retten
Wenn Worte meine Sprache wären
2
(47 Wo.)
8
(34 Wo.)
4
(35 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Juni 2011
DE: 3-fach-Gold
Wenn Worte meine Sprache wären
Wenn Worte meine Sprache wären
5
(26 Wo.)
15
(25 Wo.)
33
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. September 2011
DE: Gold
2012 Ich laufe
Wenn Worte meine Sprache wären
47
(3 Wo.)
53
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. März 2012
Sag einfach Ja
Wenn Worte meine Sprache wären
42
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. Juli 2012
2013 Am seidenen Faden
Am seidenen Faden
11
(10 Wo.)
27
(5 Wo.)
65
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Mai 2013
Programmiert
Am seidenen Faden
32
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. August 2013
Unter die Haut (feat. Cassandra Steen)
Unter die Haut
16
(… Wo.)
60
(3 Wo.)
74
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. November 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tim Bendzko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Rebecca Schindler: „Ich verstehe meine Songs erst nach einem halben Jahr“. In: Der Tagesspiegel. 27. September 2011, abgerufen am 6. Januar 2014 (Portrait).
  2. Fan nach Noten. In: B.Z. Axel Springer, 3. August 2007, abgerufen am 6. Januar 2014 (Union Inside).
  3.  Alfred Steffen: Sagen Sie jetzt nichts, Tim Bendzko. Tim Bendzko über peinliche Bühnenposen, seine Jury-Kollegin Lena Meyer-Landrut und die neu erworbene Rennfahrer-Lizenz. In: SZ Magazin. Süddeutsche Zeitung, 2013 (sueddeutsche.de).
  4. 11 Fakten über... Tim Bendzko. Radio Regenbogen, abgerufen am 6. Januar 2014 (Stars unter der Lupe).
  5. a b c Interview: Tim Bendzko über Auftritte mit Elton John, Fußball und Musik. In: Hannoversche Allgemeine. 20. Juli 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  6. Tim Bendzko – Nur kurz die Welt retten. Radio Berlin 88,8, 3. August 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  7. Sandra Basan: Tim Bendzko schafft es in die Charts. In: Berliner Morgenpost. 31. Juli 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  8. Tim Bendzkos Karrierestart mit 2x Platin. In: SWR3. Südwestrundfunk, 19. Dezember 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  9. a b Grete Götze: Ich war jetzt schon hier. In: Frankfurter Rundschau. 17. Januar 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  10. Anna Maria Priebe: So süß, dass die Welt gerettet wird. In: Süddeutsche Zeitung. 18. November 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  11. Viel Glanz bei den Bambis 2011. In: RP ONLINE. Rheinische Post, 10. November 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  12. Tim Bendzko erhielt die 1Live Krone für die beste Single des Jahres. In: Focus Online. 9. Dezember 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  13. Berliner Tim Bendzko gewinnt. In: Frankfurter Rundschau. 30. September 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  14. Ina Müller, Tim Bendzko, Casper und Jupiter Jones räumen ab. In: Focus Online. 23. März 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  15. Tim Bendzko vertritt Deutschland. In: n-tv. 15. Oktober 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  16. Tim Bendzko und sein zweites Album „Am seidenen Faden“. In: Augsburger Allgemeine. 25. Mai 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  17. Am seidenen Faden. media control, abgerufen am 6. Januar 2014 (Charts).
  18. Tim Bendzko hängt „Am seidenen Faden“. In: Focus Online. 27. Mai 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  19. Manuel Schubert: Tim Bendzko – Am seidenen Faden: Xavier Naidoo für Arme. In: Juiced. 19. Juni 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  20. Jochen Overbeck: Harmonie ist eine Strategie. In: Der Tagesspiegel. 4. August 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  21. Tim Bendzko Steht nicht mehr still. In: Telekom Musik. 15. August 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  22. VIVA präsentiert: Tim Bendzko & Band auf Tour 2014. In: VIVA. Abgerufen am 6. Januar 2014.
  23. Teresa Tropf: Tim Bendzko singt nicht gerne Weihnachtslieder. In: Hamburger Abendblatt. 5. Dezember 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  24. Tim Bendzko – „Am seidenen Faden / Unter die Haut“. In: NDR 2. Norddeutscher Rundfunk, 4. Dezember 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  25. Tim Bendzko kann auch Englisch. In: Nordkurier. 5. Dezember 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  26. Tim Bendzko feat. Cassandra Steen – „Unter die Haut“. In: BAYERN 3. Bayerischer Rundfunk, 25. November 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  27. Maria Höfl Riesch: Ein Lied von Pop-Star Tim Bendzko heißt „Gewinnen“. In: Bild. 17. Februar 2014, abgerufen am 21. Februar 2014.
  28. Talentierte Kinder, nervende Lena. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 12. April 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  29. Fans dichten mit Tim Bendzko Bayern-Song. In: Rheinische Post. 26. Juli 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  30. Tim Bendzko singt den neuen Bayern-Song. In: tz. 26. Juli 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  31. Raab-Show: Tim Bendzko gewinnt Bundesvision Song Contest. In: Spiegel Online. 30. September 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  32. Ein Ball für die Stars von morgen. In: Abendzeitung. 17. Oktober 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  33. Tränen, Lob und harsche Worte beim Bambi 2011. In: Münstersche Zeitung. 10. November 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  34. Clueso und Beatsteaks gewinnen die 1Live-Krone. In: DerWesten. Westdeutsche Allgemeine, 8. Dezember 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  35. Malte Göbel: Echo 2012, die Sieger: Adele, Rammstein, Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken, Rosenstolz, Tim Bendzko, Gotye... In: GIGA. 23. März 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  36. Jury zieht Preis für Erdoğan zurück. In: Zeit Online. 18. März 2012, abgerufen am 17. Januar 2014.
  37. MTV meint: bester deutscher Künstler. In: Gala. Gruner + Jahr, 15. Oktober 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  38. Kathrin Aldenhoff: 1Live-Krone: Hörer wählen Tim Bendzko zum besten Künstler. In: Aachener Zeitung. 7. Dezember 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  39. Tim Bendzko erhält Goldene Kamera . stern.de, 21. Januar 2014. Abgerufen am 22. Januar 2014.
  40. a b Chartquellen für Deutschland, Österreich und die Schweiz
  41. a b Auszeichnungen Tim Bendzko (Deutschland), Musikmarkt, Stand: 4. Februar 2012