True Lies – Wahre Lügen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert den Film von James Cameron (1994); der Film von Atom Egoyan (2005) wird unter Wahre Lügen erläutert.
Filmdaten
Deutscher Titel True Lies – Wahre Lügen
Originaltitel True Lies
True lies de.svg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1994
Länge 135 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie James Cameron
Drehbuch James Cameron;
Originaldrehbuch La Totale!: Claude Zidi, Simon Michaël, Didier Kaminka
Produktion Stepanie Austin, Lawrence Kasanoff, Rae Sanchini, Robert Shriver
Musik Brad Fiedel
Kamera Russell Carpenter
Schnitt Conrad Buff, Mark Goldblatt, Richard A. Harris
Besetzung

True Lies – Wahre Lügen ist ein US-amerikanischer Film von James Cameron aus dem Jahr 1994 mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle. Der Film ist eine Neuverfilmung der französischen Komödie La Totale.

Der Film handelt von einem Geheimagenten, der seinen Beruf vor seiner Familie geheim halten muss. Seine Frau ist von der (vorgespielten) Biederhaftigkeit ihres Mannes gelangweilt und lässt sich mit einem Schürzenjäger ein, der ihr vorspielt, Geheimagent zu sein. Im Zuge der weiteren Filmhandlung wird die Familie in eine reale Auseinandersetzung mit arabischen Terroristen verwickelt. Der Film kostete ca. 110 Millionen US-Dollar und spielte weltweit etwa 379 Millionen Dollar ein. Der Film startete am 18. August 1994 in den deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film handelt von dem Computerverkäufer Harry Tasker und seiner Frau Helen. Dem Anschein nach führen sie zusammen mit ihrer pubertierenden Tochter Dana ein ganz normales Familienleben: Harry arbeitet als Handelsvertreter und ist viel unterwegs; Helen arbeitet als Rechtsanwaltsfachangestellte und Hausfrau.

In Wirklichkeit ist Harry Tasker jedoch ein Top-Agent einer hoch geheimen Bundesorganisation zur Terrorbekämpfung, genannt „Omega Sector“, die auf so strikter Geheimhaltung besteht, dass nicht einmal seine Frau von seiner wahren Tätigkeit weiß. Zurzeit arbeitet Harry an der Verfolgung der Kunsthändlerin und eiskalten Psychopathin Juno Skinner, die gemeinsame Sache mit Terroristen macht. Sie wird von einer arabischen Terroristenorganisation dafür bezahlt, mehrere nukleare Sprengköpfe aus den Beständen der ehemaligen Sowjetunion ins Land zu schmuggeln, um damit die USA bedrohen zu können. Harry hat bereits heftige Zusammenstöße mit der Organisation zu verzeichnen, doch deren Anführer, Salim Abu Aziz, schafft es, ihm zu entkommen.

Währenddessen fühlt sich Helen durch die häufige Abwesenheit von Harry so sehr vernachlässigt, dass sie nach Abenteuern zu verlangen beginnt und sich zu einer Affäre mit einem Gebrauchtwagenhändler versucht sieht, der sich wiederum selbst als Geheimagent ausgibt, um sich leichter an Frauen heranmachen zu können. Dies löst zusätzliche Verwicklungen aus, als Harry die Mittel seiner Organisation nutzt, um den vermeintlichen Agenten aus dem Weg zu räumen und seine Ehefrau zurückzugewinnen; er organisiert ein Täuschungsmanöver, in dem er seine Frau mit der Verwanzung eines angeblichen Waffenhändlers beauftragt. Dieser Auftritt wird allerdings durch die Terroristen abrupt unterbrochen und beide werden entführt.

Die Terroristen finden durch ungeschickte Äußerungen Helens heraus, dass sie Harrys Frau ist, und Helen erfährt dabei umgekehrt, dass Harry ein Spion ist. Nachdem Helen die Information über das Doppelleben ihres Mannes verarbeiten konnte, finden sie und Harry während einer Selbstbefreiungsaktion wieder zueinander. Die meisten Terroristen werden bei ihrer Flucht getötet, die Überlebenden jedoch versuchen, mit einigen Atombomben von den Florida Keys zu entkommen, wo sie eine als Demonstration zünden wollen. Harrys Kollegen treffen mit Hubschraubern ein. Da die Bombe bereits gegen Entschärfung gesichert wurde, muss Harry die Insel verlassen und verfolgt den Rest der Terroristen, die mit Helen entkommen konnten. Militärflugzeuge eines in der Nähe befindlichen Flugzeugträgers zerstören die Brücke des Overseas Highway vor den Lastkraftwagen der Terroristen, wobei die meisten Mitglieder ihres Konvois und Juno Skinner den Tod finden; Harry gelingt es im letzten Moment, seine Frau zu retten.

Aziz und der Rest seiner Leute nehmen unterdessen Harrys Tochter Dana als Geisel und verschanzen sich mit dem letzten verbliebenen Sprengkopf in einem Hochhaus in Miami. Harry fliegt mit einem Senkrechtstarter des Typs Harrier AV-8B zum Entführerversteck; Dana kann währenddessen den Zündungsschlüssel der Bombe an sich bringen und flieht auf das Dach des Hochhauses. Aziz folgt Dana auf das Dach und weiter auf einen Baukran; bevor Dana aber in den Tod stürzen kann, schwebt ihr Vater mit dem Harrier unter sie und fängt sie auf. Beim anschließenden Zweikampf mit Harry auf dem Harrier rutscht Aziz vom Flugzeugrumpf und bleibt an einer Luft-Luft-Lenkwaffe AIM-9 Sidewinder des Harriers hängen, die Harry auf einen Hubschrauber der Terroristen abfeuert und damit den Rest der Bande ausschaltet.

Einige Zeit später. Helen wurde inzwischen bei „Omega Sector“ als aktive Agentin aufgenommen. Diese Maßnahme kittet ihre Ehe mit Harry, und die beiden arbeiten nun als feste Partner zusammen, wobei sie bei ihrem neuesten Auftrag dem Gebrauchtwagenhändler, der nicht von seiner Masche lassen kann, wiederbegegnen und ihm eine heilsame Lektion erteilen.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Arnold Schwarzenegger machte James Cameron auf die französische Komödie La Totale! aufmerksam. Genaugenommen ist True Lies ein Remake von La Totale!.
  • Der Film war James Camerons Ersatzprojekt für eine mit Michael Biehn in der Hauptrolle geplante Spider-Man-Verfilmung, für die Cameron aber noch nicht die nötigen technischen Voraussetzungen sah.
  • Jamie Lee Curtis führte den Helikopter-Stunt an ihrem Geburtstag selbst aus. Sie musste Regisseur Cameron erst überzeugen, und beschrieb den Stunt später als einen der aufregendsten Momente ihres Lebens.
  • Die Nahaufnahmen, in denen Schwarzenegger in dem Düsenjäger am Hochhaus zu sehen ist, wurden mit einem 1:1-Modell des Harrier gedreht, der an einem Kran aufgehängt war.

Kritiken[Bearbeiten]

Der Autor Jack Shaheen äußerte in einer 2001 veröffentlichten Analyse von über 900 Hollywoodfilmen (Buch Reel Bad Arabs: How Hollywood Vilifies a People) hinsichtlich des Bedienens antiarabischer Klischees die These, 'True Lies' gehöre zu den „schlimmsten“ Top-Five.

„Ein mit ungeheurem Aufwand gestalteter Actionfilm, der sich über das Genre und seine Effekte lustig machen will, was ihm vor allem mit einer James-Bond-Parodie und einem ins Absurde übersteigerten, technisch abenteuerlich perfekten Ende durchaus gelingt. Dazwischen gibt es aber ebensoviel Routine wie Leerlauf, vor allem auch viele überflüssige Brutalitäten, denen zahllose Klischee-Terroristen zum Opfer fallen. Vorzüglich ist das Spiel der Hauptdarstellerin, die den Wandel zur Abenteurerin glaubhaft macht und mit subtilen Details das sexistische Spiel der männlichen (Agenten-)Welt ironisch unterwandert.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

„Wie immer im irren Actionüberbietungswettlauf mit sich selbst, zeigte der spätere "Avatar"-Regisseur Cameron hier zum ersten Mal, dass er auch Komödien kann. Fazit: Lässig, lustig, laut: Arnie in Bestform“

Cinema[3]

Fortsetzung[Bearbeiten]

Ursprünglich war eine Fortsetzung des Films in Planung, diese wurde jedoch für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt, da Arnold Schwarzenegger sich auf seinen Wahlkampf um den Gouverneursposten in Kalifornien konzentrierte und nach dem Sieg keine weiteren Hauptrollen annehmen konnte.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar[4]

Golden Globes[4]

  • 1995: Auszeichnung für Jamie Lee Curtis in der Kategorie Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Comedy/Musical

Saturn Awards[4]

  • Auszeichnung für James Cameron als Bester Regisseur
  • Auszeichnung für Jamie Lee Curtis als Beste Darstellerin
  • Auszeichnung für die Besten Spezialeffekte

Literatur[Bearbeiten]

Daniela Langer: I married Rambo. In: Eckhard Pabst: Mythen – Mütter – Maschinen. Das Universum des James Cameron. Verlag Ludwig, Kiel 2005, ISBN 3-933598-71-0, S. 112–120.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 73 kB) der FSK, abgerufen am 23. April 2012
  2. True Lies – Wahre Lügen im Lexikon des Internationalen Films
  3. True Lies – Wahre Lügen auf cinema.de
  4. a b c True Lies – Awards