Vandana Shiva

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Vandana Shiva während einer Podiumsdiskussion auf dem Evangelischen Kirchentag 2007 in Köln

Vandana Shiva (Hindi: वन्दना शिवा, Vandanā Śivā; * 5. November 1952 in Dehradun) ist eine indische Wissenschaftlerin und soziale Aktivistin.[1] Für ihr Engagement in den Bereichen Umweltschutz, biologische Vielfalt, Frauenrechte und Nachhaltigkeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Ihr wurde 1993 der Right Livelihood Award – inoffiziell auch alternativer Nobelpreis genannt – verliehen, weil sie die Themen Frauen und Ökologie in den Mittelpunkt des Diskurses um moderne Entwicklungspolitik gestellt hat. Sie ist unter anderem Mitglied des Club of Rome und der Internationalen Organisation für eine Partizipatorische Gesellschaft (IOPS).[2]

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Schulzeit[Bearbeiten]

Vandana Shiva wurde in Dehradun im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh (mittlerweile Uttarakhand) geboren. Ihr Vater war ein ehemaliger Militär- und Forstbeamter und ihre Mutter eine ehemalige Lehrerin, die sich der Landwirtschaft zuwandte.[3][4] Von ihren Eltern erfuhr sie die Liebe zur und Achtung vor der Natur.[4] Shiva ist nach eigenen Angaben mit Tigerbabys aufgewachsen und hat auf Elefanten den Wald erkundet.[5]

Shiva besuchte zunächst die „St Mary’s School“ in Nainital und danach den „Convent of Jesus and Mary“ in Dehradun. Schon zu dieser Zeit äußerte sie den Wunsch, Wissenschaftlerin werden zu wollen. Ihr damaliges Vorbild war Albert Einstein.[4] Shiva erhielt als Schülerin ein Begabten-Stipendium, das auch Kurse in Harvard einschloss.

Studienzeit und Berufsweg[Bearbeiten]

Vandana Shiva studierte Physik und Naturwissenschaften an der Panjab University in Chandigarh mit dem Master-Abschluss (M. Sc.) und ließ sich 1973/74 als Kerntechnikerin am Forschungszentrum Bhabha Atomic Research Centre bei Bombay an einem experimentellen Brutreaktor ausbilden, wandte sich dann aber nach eigenen Aussagen davon ab, als sie sich mit den Gefahren der radioaktiven Strahlung näher befasste.[6] Sie wandte sich der Theoretischen Physik und Wissenschaftsphilosophie zu, erwarb 1977 ihren Master-Abschluss an der University of Guelph in Philosophie[7][8] und wurde an der University of Western Ontario 1978 in Wissenschaftstheorie über Grundlagenfragen der Quantenmechanik promoviert (Ph. D., Titel der Dissertation: Hidden variables and locality in quantum theory).[9][10]

Vandana Shiva auf einer Veranstaltung für gentechnikfreie Landkreise in Bayern (Veranstalter: zivilcourage.ro) in Rosenheim, Februar 2009

Sie engagierte sich in den 1970er Jahren in der ersten indischen Umweltbewegung, der Chipko-Bewegung. Diese Bewegung wurde mehrheitlich von indischen Frauen getragen und richtete sich gegen die kommerzielle Abholzung von Wäldern und die damit verbundene Zerstörung der Lebensgrundlagen. Eingesetzte Mittel waren zum Beispiel Umarmen der Bäume oder Anketten an diese, um die Abholzung zu verhindern. Die Bewegung erreichte, dass die Regierung Kredite zur Verfügung stellte, mit denen die örtlichen Gemeindewälder erhalten werden konnten.[11]

Nach ihrem Studium in Kanada kehrte sie nach Indien zurück. Ihr Tätigkeitsgebiet war dort die interdisziplinäre Forschung von Technik, Umwelt und Politik am „Indian Institute of Science“ und am „Indian Institute of Management“ in Bangalore,[4][12] wo sie eine Professorenstelle innehatte.[5]

1981 erhielt Shiva vom indischen Umweltminister den Auftrag, die Folgen des Bergbaus in Dehradun zu untersuchen. In diesem Zusammenhang griff sie auf ihre alten Kontakte zur Chipko-Bewegung zurück, die sich mittlerweile auch für die Berge engagierte.[9]

Ihre Entscheidung, der wissenschaftlichen Arbeit und Umweltbelangen den Vorrang vor physikalischen Studien einzuräumen, begründet Shiva mit dem Wert für andere. In der Beschäftigung mit der Physik sieht Shiva nur für sich selbst einen Mehrwert, von ihren wissenschaftlichen und umweltbezogenen Aktivitäten würden viele Menschen und auch nachfolgende Generationen profitieren.[13]

Gründungen[Bearbeiten]

The Research Foundation for Science Technology and Ecology[Bearbeiten]

1982 begründete sie das Institut „The Research Foundation for Science Technology and Ecology“ (RFSTN) in Dehra Du, das sie auch aktuell leitet. Es ist eine Organisation, die sich der Erforschung einer nachhaltigen Entwicklung in der Landwirtschaft in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und sozialen Organisationen widmet.[4][14]

Shiva versucht ihr Fachwissen vor allem dafür einzusetzen, die mit internationalen Wirtschaftsorganisationen und staatlichen Stellen wenig vertrauten Einheimischen vor einer Übervorteilung zu schützen.

Navdanya[Bearbeiten]

1991 rief Shiva die Organisation Navdanya ins Leben. Navdanya bedeutet „Neun Saaten“ oder „Neun Samen“ und steht symbolisch für den Schutz von biologischer und kultureller Vielfalt des Saatgutes.[15] Die Organisation ist ein Netzwerk lokaler Gemeinden und Organisationen in Indien und gilt als Pionier einer Bewegung zur Sicherung und Bewahrung von regionalem Saatgut traditioneller Nahrungspflanzen. Navdanya sammelt und sichert regionale Sorten und baut sie auf der Versuchsfarm im nordindischen Dehradun am Fuß des Himalaya an. Navdanya beabsichtigt damit traditionelle Sorten vor dem Aussterben zu bewahren, biologische Anbaumethoden zu fördern, die Bauern vor Abhängigkeit von patentiertem Saatgut oder Hybridsamen zu schützen, die Bevölkerung mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen und lokale Märkte zu stärken. Zu diesem Zweck errichtete Navdanya bisher 34 Saatgutbibliotheken in dreizehn indischen Staaten. Parallel bietet Navdanya weiterbildende Maßnahmen für Bauern an, die zur biologischen Anbauweise wechseln wollen. Daneben installiert die Organisation in Indien Vertriebswege für biologisch angebaute Produkte.[16] Mehr als 70.000 Bauern haben sich als Mitglieder Navdanya angeschlossen.[17] Mit dem Königreich Bhutan, das 2011 beschlossen hat, seine Landwirtschaft zu 100% auf biologischen Anbau umzustellen, besteht eine Kooperation. Navdanya schult bhutanesische Landwirte hinsichtlich biologischer Landwirtschaft sowohl in Bhutan als auch auf der Navdanya-Farm.[18]

Bija Vidyapeeth[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 gründete Vandana Shiva Bija Vidyapeeth, eine internationale Hochschule für nachhaltiges Leben. Die Schule ist bei der Navdanya-Farm gelegen. Konzeptionelles Vorbild ist das in Großbritannien ansässige Schumacher College, mit dem eine enge Kooperation besteht und dessen Leiter, Satish Kumarface, die Gründung von Bija Vidyapeeth maßgeblich unterstützt hat. Die angebotenen Kurse haben mehrheitlich Themen wie Biodiversität, biologische Bewirtschaftung und Earth democracy zum Inhalt. Die Philosophie von Gandhi wird ebenso behandelt wie die Frage nach der Bedeutung der Menschenrechte angesichts einer von Großunternehmen dominierten wirtschaftlichen Globalisierung.[19]

Schwerpunkte des Wirkens[Bearbeiten]

Ökofeminismus[Bearbeiten]

Vandana Shiva hat den globalen ökofeministischen Diskurs maßgeblich mitgeprägt und dazu mehrere Veröffentlichungen vorgelegt. Ihre einflussreichste Schrift ist Staying Alive. Women, Ecology and Development (1988). Nach einer empirischen Studie über die Wirkungen der westlichen landwirtschaftlichen Entwicklungsstrategien in Indien, die sie geleitet hat, argumentiert Shiva, dass es eine Fehlenwicklung sei, die auf mehreren falschen, männlich dominierten Annahmen basiere und des Weiblichen beraubt sei.[20] Zusammen mit Maria Mies untersuchte sie in Ecofeminism (1993; deutsch: Ökofeminismus. Beiträge zur Praxis und Theorie, 1995) den Zusammenhang von patriarchaler Geschaft und Umweltzerstörung. [21]

Die Rolle der ökologischen Bewegung sieht Shiva darin, die Natur und deren Rechte ernstzunehmen. Dies bedeutet für sie, den Wert der Natur nicht länger am finanziellen Wert, den diese für einige männliche Vertreter der Industrie darstellt, auszurichten. Für die Verbindung von Ökologie und Feminismus bearbeitet Shiva zum einen die Frage, in welcher Form männlich geprägte Werte zu ökologischer Zerstörung, Militarismus und Ausbeutung beitragen. Zum anderen formuliert sie spezifisch weibliche Werte für den Umgang mit der Welt. Nach der Theorie des Ökofeminismus gemäß Shiva basieren patriarchalische Gesellschaften seit Jahrtausenden auf hierarchischen Strukturen, wobei Konkurrenz ein wichtiges Prinzip ist. Erfolg wird hier nicht in dem Wert für das Gemeinwohl gesehen, sondern bemisst sich im individuellen Machtzuwachs, welcher repressive Kontrollmechanismen zu seiner Absicherung benötigt.[22] Im Bereich der Gentechnik übernehmen nach Shiva männlich geführte Unternehmen zunehmend Kontrolle über das Leben an sich. Sie interpretiert diesen Prozess als Kolonisierung von Pflanzen, Tieren und Menschen wie auch der Zukunft und führt ihn auf patriarchalische Werte zurück. Vandana Shiva fordert in diesem Zusammenhang eine neue Definition des Machtbegriffes ein. Sie stellt dem männlich geprägten Begriff von ‚Macht‘, der auf die „aggressive Überwindung, Dominanz und Beherrschung ausgerichtet ist“, einen Begriff von Macht als innere Macht entgegen, der allen Formen der Unterdrückung eine klare Absage erteilt, auf Ermutigung ausgerichtet ist und nicht um des eigenen Vorteils willen die Vernichtung des anderen in Kauf nimmt.[22]

Unabhängig davon weist Vandana Shiva deutlich auf das Ungleichgewicht zwischen dem Frauenanteil an Aktiven und deren Repräsentation in Führungspositionen der ökologischen Bewegung hin.[23]

Beitrag zur Globalisierungsdebatte[Bearbeiten]

Hier sieht Shiva speziell den Einsatz zur Erhaltung der Biodiversität und die Verhinderung des Missbrauchs von Biopatenten als entscheidende Themen an. Ihre Kritik: „Frauen und Natur wurden durch die industrielle Revolution auf die Rolle als Lieferanten von menschlichem und natürlichem Rohmaterial reduziert“. Als Globalisierungskritikerin engagiert sich Shiva vor allem gegen die Monopolstellung transnationaler Wirtschaftsunternehmen, die aus ihrer Sicht versuchen, zunehmend Einfluss auf die indische Landwirtschaft zu nehmen. Sie sieht die hier engagierten Bauern in der Tradition Mahatma Gandhis. Der Slogan „Quit India“, der ursprünglich den englischen Kolonisatoren galt, wird nun von ihnen auf internationale Gentech-Firmen wie Cargill, Monsanto oder Ricetec übertragen. Sie kritisiert: „Manches westliche Unternehmen erinnert mich an einen Arzt, der einen Kaiserschnitt vornimmt und behauptet, er habe auch das Kind gemacht“. Sie führt aus, dass die großen Handelsnationen ihr Patentdenken nun auch auf die sogenannte Dritte Welt übertragen wollen, und zwar auf Pflanzen, die es dort schon immer gab: „Heute müssen sie nicht mehr so tun, als wollten sie mit Gentechnologie das Hungerproblem der Welt lösen, heutzutage wollen sie die Weltmarktherrschaft.“ Über ihr Institut The Research Foundation for Science Technology and Ecology war Shiva gemeinsam mit der International Federation of Organic Agriculture und anderen Bewegungen durch einen Einspruch beim Europäischen Patentamt (EPA) gegen die Patenterteilung der Firma Grace auf Öl des Samens des Niembaums erfolgreich. 2005 wies das EPA nach einem Widerspruch der Firma die Patentierung endgültig zurück.[24] Shiva setzt sich insbesondere für die Entstehung basisdemokratisch aufgebauter Organisationen innerhalb der globalen Zivilgesellschaft ein.[25] Sie entwickelte als Alternative zur neoliberalen Globalisierung ihr Konzept der Erd-Demokratie, das auf zehn Prinzipien gründet und im Wesentlichen davon ausgeht, dass alle Spezies, Völker und Kulturen einen inneren Wert besitzen, den es zu respektieren gilt.[26]

Landwirtschaftliches Konzept[Bearbeiten]

Ihre intensivere Beschäftigung mit der Landwirtschaft führt Shiva auf zwei Ereignisse im Jahr 1984 zurück. Zum einen nennt sie die religiösen Aufstände im landwirtschaftlich ausgerichteten Bundesstaat Punjab, die zahlreiche Todesopfer forderten. Shiva sah diese Aufstände in einer ökologischen und kulturellen Entwurzelung begründet, die sie auf die Grüne Revolution zurückführt Die Strategie der Grünen Revolution sei gewesen, Dritte-Welt-Bauern in den Weltmarkt für Düngemittel, Saatgut und Pestizide einzubinden. Hierdurch seien die gewachsenen Verbindungen zum Boden und innerhalb der Gemeinschaft brüchig geworden.[27][13] Als anderen Auslöser benennt Shiva die Katastrophe von Bhopal, bei der eine Chemiefabrik der US-amerikanischen Firma Union Carbide, die Pestizide produzierte, mehrere Tonnen Giftgas freisetzte, an deren Folgen Zehntausende starben.[27][13]

Shivas Kritik an der Grünen Revolution in Indien richtet sich unter anderem darauf, dass diese eine Kommerzialisierung der Landwirtschaft bedeutete und mit kultureller Desintegration einhergehe. Eine Folge hiervon ist für sie die Entstehung von krankheitsanfälligen Monokulturen und Hybridpflanzen. Saatgut, ehemals „kostenloses Allgemeingut“, sei zu einer Handelsware umgewandelt worden, worüber die Kleinbauern keine Kontrolle mehr hätten.[27]
Das einheimische Saatgut in freier Verfügbarkeit der indischen Dorfgemeinschaften zu bewahren sowie die Landwirtschaft chemiefrei zu gestalten und lokal zu verorten sind wesentliche agropolitische Ziele Shivas. Die Landwirtschaft muss ihrer Meinung nach Gemeinschaftsbesitz sein. Multinationale Konzerne in der Rolle als Eigentümer der Landwirtschaft lehnt sie ab.[13].[13]

Funktionen[Bearbeiten]

Shiva ist zusammen mit Jerry Mander, Edward Goldsmith, Ralph Nader und Jeremy Rifkin Vorsitzende des International Forum on Globalization.[28] Shiva ist Mitglied des Club of Rome und des Exekutivkomitees des Weltzukunftsrates. Neben ihrem sozialen Engagement berät Shiva die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen.[29]

Vandana Shiva ist Botschafterin der Klimaschutzorganisation 350.org [30].

Kontroversen[Bearbeiten]

Ökofeminismus[Bearbeiten]

Die Richtung des von Shiva geprägten Ökofeminismus wird hinsichtlich seiner Auffassung vom Verhältnis der Frau zur Natur, d.h. der Annahme einer besonderen und privilegierten Beziehung zwischen Frauen und Natur, unter anderem von C. Jackson und Christiane Thorn als essentialistisch kritisiert.[31]In ihrem Buch Prophets Facing Backward: Postmodern Critiques of Science and Hindu Nationalism in India (2003) sieht Meera Nanda Probleme in grundlegenden Ideen des Ökofeminismus und ihrer Anwendung in Indien, die die Natur mit einer nährenden Mutter gleichsetzen, ohne die Unterdrückungen, die für Frauen mit diesen Traditionen verbunden waren, offenzulegen. Indem Shiva die Moderne als Teil eines imperialistischen Westens charakterisiere, fordere sie von Frauen in der Dritten Welt eine Aufrechterhaltung dieser Traditionen. Die besonders von Shiva und Mies propagierten Lösungen von Problemen der Grünen Revolution verwehrten Frauen den Zugang zu Grundrechten wie Lebensunterhalt und Vermögen.[32] In seinem Review des Buches kritisiert Clifford Geertz, dass Meera Nanda die sozialen Wurzeln der Probleme in Indien außer Acht lasse und den Indern die moderne Wissenschaft als einzig befreienden Weg empfehle.[33]

Gentechnikdebatte[Bearbeiten]

Wie verschiedene andere Aktivisten äußerte Shiva die kontrovers diskutierte Auffassung, dass transgene Baumwolle über höhere Preise und jährliches Nachkaufen des Saatguts[34] tausenden indischen Bauern Verschuldung gebracht und sie in den Selbstmord getrieben habe. Der Politikwissenschaftler Ronald Herring kritisiert, dass Shiva die Fehlinformation verbreitet habe, die Bt-Baumwolle von Monsanto basiere auf der Terminatortechnologie.[35] Herring argumentiert, die Aktivist/innen der Operation Cremate Monsanto, deren prominenteste Sprecherin Shiva sei, gehörten zu einer auf die westliche Medienöffentlichkeit ausgerichteten, urbanen Aktivistenklasse. Diese habe die Interessen der indischen Farmer vom globalen Anti-GVO-Diskurs abgeleitet – und damit im Ergebnis verkannt –, während empirische Erkenntnisse vor Ort ignoriert worden seien.[36] Mit dem Kasseler Bürgerpreis, Glas der Vernunft, wurde Shiva unter anderem für ihr Engagement gegen Gentechnik geehrt. Die Jury hob die Unterstützung Shivas für Graswurzel-Organisationen der grünen Bewegung in Afrika, Asien, Lateinamerika, Irland, Schweiz und Österreich hervor [37]

Einsatz für traditionelle und organische Landwirtschaft in Indien[Bearbeiten]

Das Time-Magazin zeichnete Vandana Shiva mit dem Titel Hero for the Green Century zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im Jahr 2002 aus und bewertete sie damit als eine der wichtigsten Persönlichkeiten, die zur Erhaltung des Planeten beitragen. Die Jury honorierte damit vor allem den Einsatz Shivas für unabhängiges Saatgut.[38] Auf diese Auszeichnung nahm das libertäre Liberty Institute India Bezug und verlieh ihr den „Bullshit Award for Sustaining Poverty“, da Shiva durch ihre Positionen zur Verfestigung der Armut im Süden beitrage.[39] Insbesondere wurde kritisiert, dass sie der Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnend gegenübersteht und sich für traditionell ökologische Formen der Landwirtschaft einsetzt. Diese hätten in der Vergangenheit – d.h. bis zum Beginn der Grünen Revolution – regelmäßig zum Hungertod eines Zehntels der indischen Bevölkerung geführt.

Den Titel dieses Negativ-Preises griff der Dokumentarfilm „Bullshit“ auf, der im Rahmen einer zweijährigen Dokumentation das Wirken von Vandana Shiva im Spannungsfeld von „Bullshit award“ und des Positivpreises „Hero of our Times“ beschreibt.[40][41]

Filme über Shiva[Bearbeiten]

  • PeÅ Holmquist und Suzanne Khardalian: Bullshit. 2005. 73 Minuten.[42]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Vandana Shiva mit dem Save the World-Award

Ehrendoktorwürden[Bearbeiten]

Shiva erhielt Ehrendoktorwürden von der Universität von Paris, University of Western Ontario, Universität Oslo,[49] dem Connecticut College,[50] der University of Toronto,[51] University of Victoria[52] und der University of Guelph.[53]

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten]

Weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vandana Shiva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vandana Shiva, Encyclopedia Britannica
  2. Internationale Organisation für eine Partizipatorische Gesellschaft (IOPS) Abgerufen am 6. Dezember 2012.
  3. Interview von Shiva in The Progressivee
  4. a b c d e ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie: Dr. Vandana Shiva: Lebenslauf
  5. a b Brigitte Woman: Diese Frau will Indien retten (PDF; 3,1 MB)
  6. Vandana Shiva India divided: diversity and democracy under attack, S. 42
  7. Biographie anlässlich der Hopper Lecture an der University of Guelph 1993
  8. Titel der Master-Arbeit: Changes in the concept of periodicity of light, Master-These
  9. a b Fembio: Vandana Shiva
  10. in Organic (Ltd.)
  11. UNEP: Who´s Who of Woman in the Environment
  12. Laura Mazur und Louella Miles: Conversations with Green Gurus: The Collective Wisdom of Environmental Movers and Shakers. Wiley-Blackwell, Chichester 2009, ISBN 978-0-470-71431-7, S. 229 f.
  13. a b c d e Interview mit dem Abendblatt: Die Erde gehört uns allen
  14. Vandana Shiva, Encyclopedia Britannica
  15. Website von Navdanya, Eigendarstellung
  16. Attac: Navdanya: Eine kleine Bio-Insel im Ozean der Pestizide
  17. Kassel.de: Die indische Menschenrechtlerin Vandana Shiva erhält "Glas der Vernunft" September 2012
  18. Making a Commitment to Organic Agriculture. Statement on Bhutan's organic policy by Prime Minister of Bhutan, Jigmi Y. Thinley, on the importance of "Living GNH," and welcoming the partnership with Dr Vandana Shiva, 12. März 2011.
  19. Eigendarstellung bei Navdanya (PDF; 1,3 MB)
  20. Karen Warren: Ecofeminist Philosophy, Rowman & Littlefield Publishers, 2000, ISBN 978-0-8476-9299-6, S. 26
  21. Heather Eaton, Lois Ann Lorentzen: Ecofeminism and Globalization, Rowman & Littlefield 2003, ISBN 978-0-7425-2698-3, Vorwort
  22. a b Eco-World:Porträt von Shiva
  23. Humonde: Interview mit Dr. Shiva
  24. Christiane Gerstetter, Gregor Kaiser, Jutta Sindermann (Beiträge und Redaktion): Grüne Beute, Biopiraterie und Widerstand, Trotzdem Verlagsgenossenschaft, Seite 9. ISBN 3-931786-40-4
  25. Geseko von Lüpke: Zukunft entsteht aus Krise: Antworten von Joseph Stiglitz, Vandana Shiva, Wolfgang Sachs, Joanna Macy, Bernard Lietaer u.a. Riemann Verlag, Oktober 2009, ISBN 978-3-570-50112-2.
  26. Südwind-Magazin: Vandana Shiva: Erd-Demokratie; Rezension zum Buch
  27. a b c Vandana Shiva: ""Reduktion und Regeneration: Eine Krise der Wissenschaft"", in: Maria Mies - Vandana Shiva, Ökofeminismus, Beiträge zur Praxis und Theorie, Rotpunktverlag, Zürich 1995, ISBN 3-85869-122-4, Seiten 43-48 u. 154-159.
  28. Website IFG
  29. Lunapark 21 - Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie: (PDF; 3,2 MB) Interview mit Vandana Shiva
  30. Die 350 Klimabotschafter von 350.org
  31. Dagmar Vinz: Nachhaltigkeit und Gender – Umweltpolitik aus der Perspektive der Geschlechterforschung
  32. Meera Nanda: Prophets Facing Backward: Postmodern Critiques of Science and Hindu Nationalism in India. Rutgers University Press, 2003, ISBN 0-8135-3358-9, S. 245-6.
  33. Clifford Geertz. "Prophets Facing Backwards: Postmodern Critiques of Science and Hindu Nationalism in India (review)." Common Knowledge 13.1 (2007): 143-144. Project MUSE. Web. 31 Mar. 2014. http://muse.jhu.edu/
  34. Interview von Shiva zu Selbstmorden (PDF; 39 kB)
  35. Ronald Herring: Epistemic brokerage in the bio-property narrative: contributions to explaining opposition to transgenic technologies in agriculture (PDF; 178 kB). New Biotechnology, Band 27, Nr. 5, 30. November 2010, S. 614-622.
  36. Ronald J. Herring: Why Did “Operation Cremate Monsanto” Fail? In: Critical Asian Studies. Band 38, Nummer 4, 2006, Special Issue: Recovering Class—Observations from the Subcontinent, S. 467–493, doi:10.1080/14672710601073010, ("...metropolitan members of the NGO industry create and preserve livelihoods from niches enabled by brokerage: cultural capital augmented by indigeneity." (PDF; 11 KB; S. 485))
  37. Kassler Bürgerpreis und Preisträger
  38. Seeds of Self-Reliance in Time-Magazin vom 26. August 2002
  39. Green killers and pseudo-science. The Times of India, 22. September 2002.
  40. Filmbeschreibung Bullshit
  41. Schwedische Rezension
  42. Bullshit-diese Welt ist nicht zu verkaufen, bei YouTube
  43. Begründung zur Preisverleihung
  44. ethecon: Laudatio von Prof. Dr. Jürgen Rochlitz anlässlich der Verleihung des Blue Planet Award
  45. Future-ish Honor. 2010. Abgerufen am 15. Oktober 2011.
  46. 2011 Calgary Peace Prize Recipient - Dr. Vandana Shiva | Peace Studies. Ucalgary.ca. Abgerufen am 27. September 2011.
  47. Das Glas der Vernunft - Preisträger 2012 Vandana Shiva
  48. Bund Naturschutz in Bayern: Bayerischer Naturschutzpreis für Vandana Shiva, 4. Dezember 2012
  49. Honorary Degree Acceptance Speech by Vandana Shiva . Auf: Uio.no, abgerufen am 24. März 2014.
  50. Honorary Degree Recipients. Auf: Conncoll.edu, abgerufen am 24. März 2014.
  51. Vandana Shiva – Honorary Degree Ceremony. Auf: Utoronto.ca, abgerufen am 24. März 2014.
  52. Amy Smart: Environment activist Vandana Shiva receives UVic honorary degree and talks future of food. In: Times-Colonist, 26. März 2013.
  53. Four to Receive Honorary Degrees During Winter Convocation. Auf: Uoguelph.ca, 16. Februar 2012. Abgerufen am 24. März 2014.