Weihnachtsbrauchtum im deutschen Sprachraum

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Dieser Artikel behandelt den Weihnachtsbrauch im deutschen Sprachraum. Für die Situation in anderen Teilen der Welt siehe Weihnachten weltweit.
Weihnachtszauber, Gemälde von Robert Weise, ca. 1908
Weihnachtsgebäck

Weihnachtsbräuche sind tradierte Bestandteile des Weihnachtsfestes. Wie alles Brauchtum sind sie regional unterschiedlich ausgeprägt und in ständigem Wandel begriffen. Ausgangspunkt ist das christliche Festgeheimnis von der Geburt Jesu Christi, doch sind teilweise alte, nichtchristliche Winter- und Lichtbräuche hinzugetreten und mit christlichen Motiven zu säkularisierten Formen verschmolzen.

Dem Weihnachtsfest am 25. Dezember geht die vierwöchige Adventszeit voraus, ursprünglich eine Fastenzeit als Vorbereitung auf Weihnachten. Je nach Konfession endet die Weihnachtszeit am 6. Januar, dem Epiphaniasfest, oder am darauffolgenden Sonntag, dem Fest der Taufe des Herrn. Heute bestimmen ursprünglich weihnachtliche Symbole, Lieder und Ausstattungsstücke jedoch bereits ab Ende November vielerorts das Straßenbild.

Geschichte der Weihnachtsbräuche[Bearbeiten]

Das weihnachtliche Brauchtum wurde in den Krippenspielen als besondere geistliche Schauspiele verchristlicht und seit dem 16. Jahrhundert in den Weihnachtskrippen dargestellt. Die szenischen Darstellungen sind erstmals im 11. Jahrhundert in Frankreich fassbar.

Das heute in Deutschland übliche Weihnachtsfest in der Familie mit Weihnachtsbaum, Weihnachtsliedern, Krippe, Geschenken und einem Gottesdienstbesuch ist eine kulturelle Ausformung der Bürgerfamilie des 19. Jahrhunderts.[1] Die volkskundliche und germanistische Forschung, u. a. die Gebrüder Grimm, vermuteten bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, diese Tradition müsse schon sehr alt sein, und versuchte, eine Kontinuität bis in das germanische Altertum zu konstruieren. So wurden die Weltenesche des germanischen Mythos oder der Mittwinterbaum als unmittelbare Vorläufer des Weihnachtsbaumes angesehen. Dies lag auch auf der Linie des Nationalsozialismus, der das Weihnachtsfest mit der germanischen und skandinavischen Jul-Tradition zu vermischen suchte. Das gilt auch für die im Figuren des Weihnachtsbrauchtums. So wurde Knecht Ruprecht vom Göttervater Oðinn abgeleitet.[2]

Bei der Erklärung der spezifischen Ausprägung des Weihnachts- und Adventsbrauchtums in Mitteleuropa darf nicht übersehen werden, dass das meiste davon in einer klimatisch von kaltem, dunklem Winter gekennzeichneten Zone entstand. Die Sehnsucht nach der Sonne, die im gewählten Zeitpunkt der Sonnenwende zum Ausdruck kommt, ist für Menschen in den Wüstengürteln der Erde kaum nachvollziehbar. Auf der Südhalbkugel fällt Weihnachten gar in den Sommer. Das muss zwangsläufig zu anderen Bräuchen führen. Der immergrüne Tannenbaum hat dort keine einschlägige Symbolkraft.

Kirchgang[Bearbeiten]

Der gemeinsame Besuch von Christvesper, Christmette oder Christnacht ist nicht nur bei den regelmäßigen Kirchgängern unter den Christen ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes. Zu diesen Gottesdiensten sind die Kirchen im deutschsprachigen Raum oft sehr gut besucht.

Krippe[Bearbeiten]

Krippe in der Kirche von Gutenzell

Den ursprünglichsten Weihnachtsbrauch stellt die Tradition des Krippenspiels dar, das die Weihnachtsgeschichte anschaulich nachgestaltet. Um die Krippe versammeln sich die Familienmitglieder am Weihnachtsabend und gedenken der Geburt Christi. Die Geschichte der Weihnachtskrippe, die heute selbstverständlicher Bestandteil des Weihnachtsfestes ist, begann wohl schon im 13. Jahrhundert, und die Krippe ist im Gottesdienst lokal wohl schon im 11. Jahrhundert verwendet worden. In der Burgkapelle Hocheppan bei Bozen wurde um das Jahr 1200 die Geburt Jesu Christi erstmals im deutschsprachigen Raum dargestellt. Die Darstellung gipfelte dann in der Weihnachtsbescherung vor Krippe und Weihnachtsbaum.

Tannenbaum[Bearbeiten]

Hauptartikel: Weihnachtsbaum
Private Weihnachtsfeier (2008)

In Mitteleuropa wird der Weihnachtsbaum (in einigen Regionen auch Christbaum genannt) in der Kirche und Wohnung sowie auf großen Plätzen in den Ortschaften aufgestellt, und mit Lichterketten, Kerzen, Glaskugeln, Lametta, Engel- oder anderen Figuren geschmückt. Der häusliche Weihnachtsbaum bleibt oft noch lange nach Weihnachten im Zimmer stehen.

Zwei kerzengeschmückte Tannenbäume stehen seit 1621 in jedem Jahr bei den Augustinern in Neustift rechts und links der Krippe. Ursprung des Tannenbaums dürfte der Paradiesbaum der weit verbreiteten Paradiesspiele am 24. Dezember und mittelalterlicher Mysterienspiele gewesen sein. Seit etwa 1800 war der geschmückte Weihnachtsbaum in den gehobenen Bürgerhäusern von Zürich, München, Wien und Siebenbürgen zu finden. Er galt zunächst als evangelisch, bis er auch von den Katholiken allmählich übernommen wurde. Henriette Alexandrine von Nassau-Weilburg führte ihn 1816 in Wien ein. Der Krieg 1870/71 hat den Weihnachtsbaum auch in Frankreich popularisiert. 1912 stand der erste „öffentliche“ Baum in New York.

Der mit Kerzen geschmückte Christbaum ist heute zentrales Element der familiären Weihnachtsfeier. Bis ins 18. Jahrhundert hinein war er nur an Fürstenhöfen zu finden, dann in der bürgerlichen Oberschicht. Beim Kleinbürgertum wurde er nicht zuletzt dadurch populär, dass der preußische König im Krieg 1870/71 gegen Frankreich Weihnachtsbäume in den Unterständen und Lazaretten aufstellen ließ. Danach verbreitete sich der Weihnachtsbaum weiter und erhielt die heute als selbstverständlich empfundene zentrale Rolle im Zeremoniell der häuslichen Familienfeier (Kinder stehen vor der verschlossenen Tür, die Kerzen am Baum werden angezündet, die Tür wird geöffnet, gemeinsames Singen, gemeinsames Öffnen der Geschenke, gemeinsames Mahl).

Die zentrale Funktion des Weihnachtsbaumes hebt ihn prinzipiell von den früheren immergrünen Zweigen und Buchsbäumchen ab, die ein dekoratives Element unter vielen waren.

Schenken in der Weihnachtszeit: Nikolaus, Christkind, Weihnachtsmann und Wichteln[Bearbeiten]

Traditioneller Nikolaus bei der Kinderbescherung im Jexhof am 6. Dezember
Geschenke unter einem Weihnachtsbaum
Herr Winter

Martin Luther hat die vorher auch in seinem Hause übliche Bescherung am Nikolaustag (es gibt Haushaltsrechnungen aus dem Hause Luther über Geschenke für das Gesinde und die Kinder zu St. Nikolaus aus dem Jahre 1535 und 1536) auf den Heiligabend verlegt, da die evangelische Kirche keine Heiligenverehrung kennt. Evangelischer Gabenbringer war nun nicht mehr hl. Nikolaus, sondern der „Heilige Christ“, wie Luther das Jesuskind nannte. Aus dieser Abstraktion entstand in Thüringen, auch andernorts, das engelsgleiche Christkind. Es erscheint seit dem 17. Jahrhundert in den weihnachtlichen Umzugsbräuchen, in denen Maria, Josef und das Jesuskind durch die Straßen zogen – wie heute vielerorts die Sternsinger –, begleitet von weiß gekleideten Mädchen mit offenem Haar als Engel, angeführt von dem verschleierten „Christkind“. Nach 1800 wurde aus Knecht Ruprecht, ursprünglich der strafende Begleiter von Nikolaus und Christkind, allmählich der Weihnachtsmann.

1930 brachten dem Deutschen Atlas der Volkskunde zufolge der Weihnachtsmann (vorwiegend im evangelischen Norden und Nordosten) und das Christkind (vorwiegend im Westen und Süden und in Schlesien) die Geschenke. Die Grenze verlief zwischen Westfalen und Friesland, Hessen und Niedersachsen und Thüringen und zwischen Bayern und Thüringen, ging durch Südthüringen, südliches Sachsen bis nach Schlesien. Im 18. Jahrhundert war es noch ganz anders gewesen: Der Nikolaus hatte in katholischen Gebieten die Geschenke gebracht, das Christkind in evangelischen. Mit zunehmender Beliebtheit des Weihnachtsfestes und des Christkindes wurde der Geschenktermin auch in den katholischen Gebieten vom Nikolaustag auf Heiligabend verschoben, das Christkind übernommen.

Der Weihnachtsmann ist eine synkretistische Gestalt, die Elemente aus Nikolaus, Knecht Ruprecht und dem rauhen Percht in einer entdämonisierten Form vermischt. Eine Zeichnung von Moritz von Schwind im Münchner Bilderbogen Nr. 5 von 1848 unter dem Titel „Herr Winter“ - der allerdings von den Menschen gemieden wird - gilt als frühe Darstellung, jedoch ist sie nicht die einzige. Ältere Schilderungen liegen in dichterischer Form aus Nordamerika vor, hier „Santa Claus“ genannt. Die Kleidung, die in Deutschland erst nach 1945 überwiegend rot dargestellt wird, übernahm er von Knecht Ruprecht, den wallenden Bart von gängigen Gott-Vater-Vorstellungen. Im Brauchtum für Kleinkinder bringt er die Geschenke, bösen Kindern jedoch eine Rute.

Die nordische Sagengestalt des Nisse (von dänisch Niels für Nikolaus), deutsch adaptiert als Wichtel, erinnert mit ihrer roten Mütze an den Weihnachtsmann. Davon abgeleitet ist der Brauch des Wichtelns in der Vorweihnachtszeit, in dem man sich gegenseitig und anonym in zufälliger Zuordnung von Schenkendem und Beschenktem beschenkt.

Die bereits im Altertum bekannten Geschenke zu Neujahr lebten bis weit in 20. Jahrhundert hinein fort, lokal sogar bis heute, als Geldgratifikationen an Postboten, Zeitungsfrau, Müllabfuhr usw. Laut Börsenblatt wurden 2007 auch ein Fünftel der innerfamiliären Weihnachtsgeschenke in Form von Gutscheinen oder Geld weitergereicht.[3] Die Weihnachtsbescherung geht jedoch auf die Nikolausbescherung zurück. Als „Lüttenweihnachten“ bezeichnet man das Schmücken eines Weihnachtsbaumes für Tiere im Wald mit Futter.

Weihnachtssingen[Bearbeiten]

Beim Quempassingen ertönen Weihnachtslieder wie Stille Nacht, heilige Nacht. Am Heiligen Abend oder in manchen Ländern früh nach der Christmette am 1. Weihnachtsfeiertag findet die Bescherung statt. Auch im häuslichen Kreise wird am Heiligabend und am 1. und 2. Festtag viel gesungen und musiziert. Mit dem 2. Festtag tritt mehr Ruhe und Besinnlichkeit ein.

In einer Zeit zurückgehender Kenntnisse von Volksliedern und Kirchenliedern gehören bei vielen Menschen im deutschsprachigen Raum deutsche Weihnachtslieder zum Restbestand des traditionellen deutschsprachigen Liedguts, bei dem sie noch mitsingen können.

Weihnachtsessen[Bearbeiten]

Zu Weihnachten gehört meist ein aufwendiges Weihnachtsmahl am ersten Feiertag, für das bestimmte Speisen typisch sind, wie etwa die Weihnachtsgans oder der Weihnachtskarpfen sowie das speziell für die Weihnachtszeit hergestellte Weihnachtsgebäck. In manchen Regionen gibt es am Heiligen Abend traditionell Gerichte wie Eintopf oder Würstchen mit Kartoffelsalat.

Weitere Bräuche in der Weihnachtszeit[Bearbeiten]

Zu den eher weniger besinnlichen Weihnachtsbräuchen gehört das Erzählen von tradierten Gruselgeschichten (teilweise ironischer Natur, wie Schneemänner am Lagerfeuer; oder auch nicht, wie Der Mann mit dem Kopf unter dem Arm) beispielsweise während des Wartens auf die Bescherung im Vorzimmer am Heiligabend. Das scheint sich vor allem in Nord- und Nordostdeutschland zu finden. Im alpenländischen Brauchtum im Dezember und Januar spielen Perchten, winteraustreibende Gestalten, eine Rolle.

Ein weiterer Brauch am Heiligen Abend ist der Christklotz, auch „Weihnachtsscheit“ oder „Christblock“ genannt.

Im Berchtesgadener Land prägt das Christkindlschießen der Weihnachtsschützen die letzte Woche vor Heiligabend. Sie schießen jeden Tag um 3 Uhr Nachmittag von ihren Standplätzen aus - am Heiligabend zusätzlich vor der Christmette.

„Christbaumkugel“ in Gurkenform

Ein aus den Vereinigten Staaten (re)importierter, vorgeblich alter deutscher Brauch bezieht sich auf einen essiggurkenförmigen Christbaumschmuck. Die „Weihnachtsgurke“ wird noch vor der „Bescherung“ verdeckt am Christbaum befestigt. Die Beschenkten, meistens noch Kinder oder Jugendliche, suchen vor dem Geschenkeöffnen den Baum nach dem verborgenen Schmuckstück ab. Wer als erstes die „Gurke“ findet, erhält ein besonderes, zusätzliches Geschenk. Seit 2009 findet sich dieser Christbaumschmuck in Form von Gewürzgurken (wieder) auf den deutschen Weihnachtsmärkten. Die Glasbläsereien bieten drei unterschiedliche Größen an, um den Schwierigkeitsgrad an das Alter der Kinder anzupassen.[4][5]

Lichterecke aus Oberwiesenthal

Ab dem Einbruch der Dunkelheit werden in der Adventszeit zahlreiche Wohnungsfenstern durch Schwibbögen erleuchtet. Dieser Brauch entstand im 18. Jahrhundert in den Erzgebirgischen Bergbaugebieten und breitet sich zunehmend in den angrenzenden Ländern aus.

Die Deutsche Post gibt jedes Jahr zu Weihnachten Sondermarken heraus. Auch die Schweizerische Post hat verschiedenen Weihnachtsbräuchen eine eigene Briefmarken-Serie gewidmet. Die Serie lief von 2005 bis 2007; Motive waren unter anderem das Sternsingen, der Adventskranz, der Weihnachtsbaum oder die Geschenke.

Vielerorts haben sich in der Vorweihnachtszeit Weihnachtsmärkte etabliert, auch Christkindlesmarkt oder Glühweinmarkt genannt. Sie sind geprägt von Verkaufsständen für Weihnachtsartikel und Geschenke, Glühweinständen und in zunehmender Zahl Verpflegungsstationen.

In einigen Gemeinden Tirols gibt es den Brauch des Christkindleinzugs, bei dem Kinder als Christkind, Hirten und Engel gekleidet sind.[6]

Puritanische Weihnachtsenthaltung[Bearbeiten]

Die reformierten Kirchen glaubten, das Weihnachtsfest entspringe heidnischem Brauch und sei mit der katholischen Kirche verbunden und lehnten es daher grundsätzlich ab. So wurden 1550 in Genf alle nichtbiblischen Feiern verboten, worüber es zu schweren Konflikten kam. Johannes Calvin war da weniger streng. John Knox verbot 1560 alle kirchlichen Feste, so auch das Weihnachtsfest in Schottland. Daran hielten sich die schottischen Presbyterianer bis in das 20. Jahrhundert hinein. Auch die Quäker und die Puritaner des 17. Jahrhunderts lehnten Weihnachten als Feiertag ab und gingen wie auch sonst ihren Geschäften nach. Das englische Weihnachtsfest umfasste in jener Zeit nicht nur den Gottesdienst, sondern auch Gelage, Besäufnis, Tanz und Glücksspiel. 1647 erließ das Parlament ein Verbot derartiger Feste. Das führte zu Straßenkrawallen zwischen Befürwortern und Gegnern des Weihnachtsfestes.[7] Nach 1660 wurde das Festverbot nicht mehr angewendet. Erst in neuester Zeit haben sich die Vorschriften den Verhaltensmustern ihres kulturellen Umfeldes angepasst. Im 19. Jahrhundert nahm das Weihnachtsfest in England einen bedeutenden Aufschwung, möglicherweise unter dem Einfluss des Prinzen Albert aus Deutschland, den Königin Viktoria geheiratet hatte. Auch in den USA verlief die Entwicklung ähnlich. In Gegenden, in denen überwiegend Presbyterianer, Mennoniten, Quäker und Puritaner leben (Neuengland, Pennsylvanien), gab es bis ins 19. Jahrhundert hinein kein Weihnachtsfest. Weiter im Süden behielten die englischen Siedler seit dem 17. Jahrhundert ihre anglikanischen Bräuche bei. Die niederländischen Siedler hatten ihren Sinterklaas (Nikolaus) nach New York mitgebracht. Aus ihm wurde später der Santa Claus.

Übernahme von Weihnachtsbräuchen durch Nicht-Christen[Bearbeiten]

Judentum[Bearbeiten]

In einigen jüdischen Haushalten, die als Minderheit in einer christlichen Umgebung leben, kommt es vereinzelt vor, „Weihnukka“ zu feiern. Dabei werden zum Chanukka-Fest beispielsweise Tannenbäume in Wohnzimmern aufgestellt und mit Kugeln geschmückt, in die Davidssterne eingraviert sind.[8]

Islam[Bearbeiten]

In einigen muslimischen Haushalten kommt zu Weihnachten eine Gans auf den Tisch, und die Kinder bekommen Geschenke. Da die Geburt Jesu Christi im Koran ausführlich beschrieben wird, ist den Muslimen der Ursprung des Weihnachtsfests nicht fremd. [9]

Verlagerung von Weihnachtsbräuchen in die Adventszeit[Bearbeiten]

Eine deutliche Veränderung des Brauchtums ist im Advent seit dem 20. Jahrhundert zu beobachten. Wurde er ursprünglich als Fastenzeit begangen, wird in der Gegenwart ein Teil des Brauchtums des Weihnachtsfestes bereits in der Adventszeit ausgelebt. Ein bedeutender Bestandteil dessen sind die in den meisten deutschsprachigen Stadtzentren verbreiteten Weihnachtsmärkte, die teilweise bis ins Mittelalter reichende Traditionen aufweisen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Maurice Baumann, Roland Hauri (Hrsg.): Weihnachten – Familienritual zwischen Tradition und Kreativität. Kohlhammer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-17-020560-4 (Praktische Theologie heute. Band 95).
  • Christopher Durston: Puritan Rule and the Failure of Cultural Revolution 1645–1660. In: Christopher Durston, Jeaquelin Eales: The Culture of English Puritanism 1560–1700; Basingstoke: Macmillan, 1996; ISBN 0-333-59746-X. New York: St. Martin’s Press, 1996; ISBN 0-312-15801-7.
  • Michael Kotsch: Weihnachten. Herkunft, Sinn und Unsinn von Weihnachtsbräuchen. Jota, Hammerbrücke 2003, ISBN 978-3-935707-15-2.
  • Ulrich Riemerschmidt: Weihnachten. Kult und Brauch – einst und jetzt. Hamburg: v. Schröder 1962, 19672 (Ein Beispiel für falsche Traditionszuschreibungen).
  • Dietmar Sauermann (Hrsg.): Weihnachten in Westfalen um 1900. Berichte aus dem Archiv für Westfälische Volkskunde. 2. Aufl. 1979 (Volltext als PDF)
  • Wolfgang Schneider, Torsten Seegert: Pommersche Weihnacht: Rückblick & Wiederentdeckung in einer besinnlichen Zeit, mit der Film-DVD Rummelsburger Quempas. Heimat-Bild-Verlag, Gifhorn 2012; ISBN 978-3-942926-17-1.
  • Ingeborg Weber-Kellermann: Das Weihnachtsfest. Eine Kultur- und Sozialgeschichte der Weihnachtszeit. Bucher, Luzern 1987, ISBN 3-7658-0273-5.
  • Gerhard Kaufmann, Torkild Hinrichsen u. a.: Thüringen: "Das gläserne Paradies": eine Ausstellung des Altonaer Museums; die Tradition der Herstellung von gläsernem Christbaumschmuck in der Art von Lauscha, Begleitschrift zur Ausstellung im Altonaer Museum November 1996, ISBN 3927637297, 9783927637290.
  • Torkild Hinrichsen: Weihnachten in Norddeutschland, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum, 1999 (zur Ausstellung im Altonaer Museum Hamburg 1999), ISBN 9783880429215.
  • Torkild Hinrichsen: Das ist die liebe Weihnachtszeit, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum, 2007 (zur Ausstellung im Altonaer Museum Hamburg 2007), ISBN 978-3-89876-360-8.
  • Torkild Hinrichsen: Im Schatten des Glanzes, Das Weihnachtsfest der Weihnachtslosen, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum, 2012 (zur Ausstellung im Altonaer Museum Hamburg 2012), ISBN 978-3-89876-576-3.
  • Paul Selk: Mittwinter und Weihnachten in Schleswig-Holstein. Eine volkskundliche Darstellung, Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co., Heide, 1972, ISBN 3804201156.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ingeborg Weber-Kellermann: Das Weihnachtsfest. Eine Kultur- und Sozialgeschichte der Weihnachtszeit. Bucher, Luzern/Frankfurt/M 1978, S.223. ISBN 3-7658-0273-5
  2. Riemerschmidt 1962, S.27.
  3. Börsenblatt. 27. Dezember 2007.
  4. Weihnachtsseite mit Beschreibung der Gurken-Christbaumkugel
  5. Glasbläserei, die unter anderem „Christbaumgurken“ herstellt
  6. Christkindleinzug in Innsbruck
  7. Durston/Eales 1996 S. 210 ff.
  8. Zentralrat der Juden in Deutschland: „Happy Weihnukka“ auf Russisch.
  9. Wie wird Weihnachten in anderen Kulturen gefeiert? In: Die Zeit. 7. Dezember 2009.