Weitra

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weitra
Wappen von Weitra
Weitra (Österreich)
Weitra
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gmünd
Kfz-Kennzeichen: GD
Fläche: 52,66 km²
Koordinaten: 48° 42′ N, 14° 54′ O48.70083333333314.895555555556562Koordinaten: 48° 42′ 3″ N, 14° 53′ 44″ O
Höhe: 562 m ü. A.
Einwohner: 2.713 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 52 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3970
Vorwahl: 02856
Gemeindekennziffer: 3 09 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
3970 Weitra
Website: www.weitra.gv.at
Politik
Bürgermeister: Raimund Fuchs (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
15
4
2
15 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Weitra im Bezirk Gmünd
Amaliendorf-Aalfang Bad Großpertholz Brand-Nagelberg Eggern Eisgarn Gmünd Großdietmanns Großschönau Haugschlag Heidenreichstein Hirschbach Hoheneich Kirchberg am Walde Litschau Moorbad Harbach Reingers Schrems St. Martin Unserfrau-Altweitra Waldenstein Weitra NiederösterreichLage der Gemeinde Weitra im Bezirk Gmünd (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Rathausturm und Kirche
Blick auf Rathausturm und Kirche
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Rathausplatz
Stadttor in Weitra

Weitra (tschechisch Vitoraz) ist eine österreichische Stadtgemeinde im Bezirk Gmünd in Niederösterreich mit 2713 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Sie führt den Beinamen Kuenringerstadt.

Geografie[Bearbeiten]

Weitra liegt im Waldviertel in Niederösterreich im Tal der Lainsitz. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 52,53 Quadratkilometer. 42,23 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Großwolfgers (175)
  • Oberbrühl (60)
  • Oberwindhag (54)
  • Reinprechts (183)
  • St. Wolfgang (108)
  • Spital (207)
  • Sulz (57)
  • Tiefenbach (53)
  • Unterbrühl (19)
  • Walterschlag (79)
  • Weitra (1652)
  • Wetzles (105)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Brühl, Großwolfgers, Oberwindhag, Reinprechts, St. Wolfgang, Spital, Sulz, Walterschlag, Weitra und Wetzles.

Nachbargemeinden:

Unserfrau-Altweitra Großdietmanns
Moorbad Harbach Nachbargemeinden Schweiggers Waldenstein
St. Martin Bad Großpertholz Großschönau

Geschichte[Bearbeiten]

1201 gründete der Kuenringer Hadmar II. die Burgstadt Weitra. Den Kern der Bevölkerung bildeten Ackerbürger. Seit 1296 war die Stadt im Besitz der Habsburger. 1582 schenkte Rudolf II. Wolf Rumpf Freiherrn vom Wielroß Burg und Stadt Weitra; nach dessen Tod fiel es 1607 an die Familie Fürstenberg, die bis 1848 die Grundherrschaft innehatte und immer noch Eigentümer des Schlosses und des dazugehörigen Großgrundbesitzes in der Umgebung ist.

Die Herrschaft Weitra gehörte ursprünglich nach Böhmen, doch wurde sie nach dem Tode Ottokar II. Přemysl von den Habsburgern beansprucht und die Stadt von den Kuenringern konfisziert, da diese Ottokar unterstützt hatten. Hinzu kamen lokale Unglücksfälle wie etwa Feuersbrünste 1651 und 1672. Weitra war seit dem 14. Jahrhundert bekannt für seine Bierbrauereien, von denen es in der Blütezeit 22 gab, heute sind es noch zwei. Später kam, ausgehend von der Weberei, wie in der gesamten Region Waldviertel die Textilindustrie dazu.

Im Grenzland gelegen, verlor Weitra nach dem Ersten Weltkrieg den in Südböhmen gelegenen Teil seines Hinterlandes. Besonders spürbar wurde dies durch den Eisernen Vorhang nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Randlage sowie der Umstand, dass es auch in der Vergangenheit nicht gelungen war, die Stadt an das hochrangige Verkehrsnetz anzuschließen und Industrie anzusiedeln (auch wenn 1903 der südliche Ast der Waldviertler Schmalspurbahnen von Gmünd nach Groß-Gerungs eröffnet worden war), wirkte sich nachteilig auf die wirtschaftlichen Verhältnisse aus.

1959 wurde die Kuenringerkaserne eröffnet, sodass Weitra Garnisonsstadt wurde.

1967 wurden Brühl und Wetzles eingemeindet, 1971 Großwolfgers, Reinprechts, Spital und St. Wolfgang.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

96,1 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 1,3 % evangelisch. Andere Religionsgemeinschaften kommen nicht über 0,5 % hinaus. Ohne religiöses Bekenntnis sind 1,8 %.

Politik[Bearbeiten]

  • Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Raimund Fuchs, Vizebürgermeisterin ist Petra Zimmermann-Moser, Amtsleiter ist Friedrich Winkler.
  • Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 21 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: L.ÖVP 15, SPÖ 4, WIR 2.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Teil der alten Stadtmauer mit Durchgang zum Kirchenplatz
  • Rathausplatz mit alten Bürgerhäusern (besonders Sgraffitohaus Rathausplatz 4) und Dreifaltigkeitssäule
  • Schloss Weitra mit Schlosstheater
  • Stadtbefestigung
  • Stadtpfarrkirche Peter und Paul
  • Wallfahrtskirche St. Wolfgang
  • Rundfunksender Wachberg
  • Alte Textilfabrik: Museum
  • Schlossmuseum

Parks:

  • Promenadenwege entlang der Stadtmauer
  • Gabrielental: Spazier- und Wanderweg beiderseits der Lainsitz
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weitra

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wesentliche Wirtschaftszweige sind Land- und Forstwirtschaft sowie Sommerfremdenverkehr. Weitra ist Sitz einer Brauerei, der Bierwerkstatt Weitra, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann, aber seit dem Jahr 2003 zur Privatbrauerei Zwettl gehört. Der Name des gebrauten Bio-Bieres ist "Hadmar" - nach dem Gründer von Weitra. Diese Biersorte wurde anlässlich der Landesausstellung im Jahr 1994 kreiert, die in Weitra stattfand.

Im Jahr 2001 gab es 159 Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, 178 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (Stand 1999). Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1190. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 42,16 Prozent.

Verkehr[Bearbeiten]

Zug der Schmalspurbahn am Bahnhof Weitra

Weitra liegt an der Gmünder Straße B 41 von Gmünd nach Freistadt und ist nördlicher Endpunkt der von Grein kommenden Greiner Straße B 119 bzw. der Straßenverbindung nach Zwettl.

Der Regelbetrieb auf der Waldviertler Schmalspurbahn wurde Ende Mai 2001 eingestellt; die Strecke wird noch als Museumsbahn touristisch genützt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Personen mit Beziehung zur Stadt:

  • Klara Hitler (1860–1907), Mutter Adolf Hitlers, wurde in Spital geboren
  • Wilhelm Szabo (1901–1986), Lehrer, österreichischer Dichter und Lyrikübersetzer, zählt zu den bedeutendsten österreichischen Dichtern des 20. Jahrhunderts; zum ehrenden Andenken an seine herausragenden Verdienste wurde die Wilhelm-Szabo-Straße in Weitra nach ihm benannt
  • Ludwig Knapp, war 1944 Besitzer eines Sägewerkes, in dem er mit Genehmigung 24 Juden beschäftigte, die er damit vor der sicheren Deportation bewahrte; er wurde von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern ausgezeichnet
  • Peter Florian (* 1964), österreichischer Künstler, lebte von 1964 bis 1979 in Weitra. Anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt (1983), zeigte er über 80 Arbeiten im Schloss Weitra.

Bundesheer[Bearbeiten]

In Weitra findet in der Lehrkompanie[2] der Kuenringer Kaserne mehrmals jährlich der Chargenkurs bzw. der Kurs 1 der Einjährig-Freiwilligen statt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Burgen,Stifte und Schlösser Regionen Waldviertel, Donauraum, Südböhmen, Vysočina, Südmähren ISBN 978-3-9502262-2-5, S. 138 f

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weitra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Panzerstabsbataillon 3. Website des Österreichischen Bundesheeres. Abgerufen am 3. Februar 2012.