Gmünd (Niederösterreich)

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Gmünd
Wappen von Gmünd
Gmünd (Niederösterreich) (Österreich)
Gmünd (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gmünd
Kfz-Kennzeichen: GD
Fläche: 25,18 km²
Koordinaten: 48° 46′ N, 14° 59′ O48.76666666666714.983333333333485Koordinaten: 48° 46′ 0″ N, 14° 59′ 0″ O
Höhe: 485 m ü. A.
Einwohner: 5.324 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 211 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3950
Vorwahl: 02852
Gemeindekennziffer: 3 09 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schremser Straße 6
3950 Gmünd
Website: www.gmuend.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Beer (seit 2012) (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(29 Mitglieder)
15
12
2
15 12 
Von 29 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Gmünd im Bezirk Gmünd
Amaliendorf-Aalfang Bad Großpertholz Brand-Nagelberg Eggern Eisgarn Gmünd Großdietmanns Großschönau Haugschlag Heidenreichstein Hirschbach Hoheneich Kirchberg am Walde Litschau Moorbad Harbach Reingers Schrems St. Martin Unserfrau-Altweitra Waldenstein Weitra NiederösterreichLage der Gemeinde Gmünd (Niederösterreich) im Bezirk Gmünd (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Gmünd ist die Bezirkshauptstadt des Bezirkes Gmünd im nordwestlichen Waldviertel in Niederösterreich mit 5324 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Gmünd ist das wirtschaftliche, kulturelle und touristische Zentrum des oberen Waldviertels. Gmünd (tschechisch Cmunt genannt) ist ein wichtiger Bahn- und Straßenübergang an der Grenze zur Tschechischen Republik nächst dem Naturpark Blockheide.

Gmünd ist eine Mitgliedsgemeinde der Kleinregion Waldviertler StadtLand.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Rapšach (CZ), Nová Ves nad Lužnicí (CZ) Brand-Nagelberg Schrems
České Velenice (CZ) Nachbargemeinden Hoheneich
Großdietmanns Waldenstein

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Breitensee (177)
  • Gmünd (4622)
  • Grillenstein (155)
  • Großeibenstein (223)
  • Kleineibenstein (194)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Böhmzeil, Breitensee, Eibenstein, Gmünd und Grillenstein.

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Gmünd (Niederösterreich)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 9,6 12,0 18,3 22,8 27,0 30,0 31,6 31,2 27,3 22,4 15,2 10,8 Ø 21,6
Min. Temperatur (°C) -16,1 -14,1 -9,4 -4,1 0,2 4,4 6,8 5,6 1,6 -3,1 -7,3 -13,6 Ø −4
Temperatur (°C) -2,2 -1,0 2,6 7,4 12,5 15,8 17,5 16,8 12,8 7,8 2,8 -0,7 Ø 7,7
Niederschlag (mm) 29,0 37,0 41,4 47,3 76,2 96,5 97,5 85,2 53,5 37,7 38,6 33,5 Σ 673,4
Sonnenstunden (h/d) 2,0 2,9 4,1 5,8 7,2 7,7 8,0 7,8 5,8 4,3 2,0 1,7 Ø 5
T
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m
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9,6
-16,1
12,0
-14,1
18,3
-9,4
22,8
-4,1
27,0
0,2
30,0
4,4
31,6
6,8
31,2
5,6
27,3
1,6
22,4
-3,1
15,2
-7,3
10,8
-13,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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c
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a
g
29,0
37,0
41,4
47,3
76,2
96,5
97,5
85,2
53,5
37,7
38,6
33,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Wettermesstation Gmünd (Klimadaten von 1951 bis 2011)

Geschichte[Bearbeiten]

Kupferstich von Gmünd 1672 (G. M. Vischer)
Baualterplan der Stadt Gmünd

Die Stadt liegt am Zusammenfluss (Gemünde) der Lainsitz und des Braunaubaches, wovon sich ihr Name ableitet. Sie wurde im Grenzvertrag von 1179 zwischen Böhmen und Österreich als concurus duorum rivulorum genannt. Die Besiedlung dieses Gebietes ist in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts einzuordnen.

Das Stadtschloss entstand im 16. Jahrhundert und ist umgeben von einem englischen Park.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 wurde südlich der Stadt ein Flüchtlingslager für Vertriebene aus Galizien errichtet. Bis zu 30.000 Flüchtlinge waren dort beherbergt, bis das Lager 1919 seine Pforten schloss. Dort entstand später die Gmünd II genannte Neustadt.

Eine wichtige Wende in der Wirtschaftsgeschichte der Stadt war die Erbauung der Franz-Josefs-Bahn von Wien nach Prag und Budweis, die 1869 eröffnet wurde. In Gmünd befand sich mit der großzügig angelegten Werkstätte das betriebliche Zentrum der Franz-Josefs-Bahn, als Bahnknotenpunkt erlangte es zusätzliche Bedeutung. Dort verzweigten sich die beiden Streckenäste über Tábor nach Prag und Budweis, und ab 1900 war Gmünd auch Ausgangspunkt der Waldviertler Schmalspurbahnen. Von 1907 bis 1916 verkehrte in Gmünd außerdem die Oberleitungs-Automobillinie Gmünd, der erste Oberleitungsbus Österreichs.

Das geteilte Gmünd[Bearbeiten]

Der Bahnhof Gmünd um 1900

Infolge des Vertrags von Saint-Germain (1919) musste Österreich nach dem Zerfall der Donaumonarchie einen Teil seines Territoriums an die Tschechoslowakei abtreten, darunter auch die für Gmünd wichtigen Vororte Unter-Wielands und große Teile der Böhmzeil, die seit 1920 České Velenice heißt. Der Name bedeutet "Böhmisch Wielands" und nimmt damit nicht auf Gmünd, sondern auf den südlich gelegenen, in Österreich verbliebenen Weiler Wielands Bezug, der heute Teil der Gemeinde Großdietmanns ist. Die Staatsgrenze zwischen den beiden Städten bildet die Lainsitz.

Mit dem Verlust dieses Territoriums verlor Gmünd den Bahnhof der Franz-Josefs-Bahn und die Bahnwerkstätten. Bis 1922 wurde daher die in Österreich verbliebene Haltestelle Gmünd Stadt zu einem Bahnhof ausgebaut. Im Oktober 1938 wurden Unter-Wielands und Böhmzeil, die 1920 an die tschechoslowakische Republik abgetreten werden mussten, an die Ostmark angeschlossen und die beiden Gemeinden als Stadtteil Gmünd III unter die Führung des Gemeindeverwalters von Gmünd gestellt.

Die Volkszählung ergab, dass über 400 Personen in das ehemalige Gmünd-Bahnhof rücksiedelten.

Am 1. April 1942 erfolgte die Eingemeindung von Gmünd-Bahnhof (Verfügung des Reichsstatthalters des Reichsgaus Niederdonau). 1945 wurde dieses Gebiet mit der Wiederherstellung der Staatsgrenzen von 1920 wieder tschechoslowakisches Territorium. Wie die österreichischen Privatpersonen verlor auch die Gemeinde ihren gesamten in Česke Velenicé gelegenen Besitz, vor allem die Grundstücke und die Anlagen des Wasserwerkes. Der Lainsitzfluss und der Fischbach bildeten wieder den Grenzverlauf zwischen der Republik Österreich und der Tschechoslowakei und später Tschechiens. Die ehemals eigenständige Gemeinde Breitensee vereinigte sich 1850 mit der Gemeinde Zuggers, gehörte zwischen 1921 und 1971 der Gemeinde Eibenstein an und ist heute ein Teil des Gemeindegebietes von Gmünd. Bis zum Kommunalstrukturverbesserungsgesetz (Gemeindezusammenlegungen in Niederösterreich) im Jahr 1971 war die heutige Katastralgemeinde Eibenstein eine eigenständige Gemeinde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt Gmünd ist seit 19. November 2012 Andreas Beer, MA. Stadtamtsdirektor ist Horst Weilguni. Bis zum 8. November 2012 war Otto Opelka Bürgermeister der Bezirkshauptstadt. Er wirkte insgesamt 17 Jahre als Bürgermeister der Bezirkshauptstadt und ist somit bisher längstamtierender Stadtvater Gmünds.[2]

Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 29 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: SPÖ 15, Liste L.ÖVP 12, FPÖ 2.

Bürgermeister der Stadt Gmünd[Bearbeiten]

  • Alexander Eggerth 1894–1901
  • Alois Nigisch 1901–1905
  • Emerich Berger 1905–1908
  • Johann Hinek 1908–1911
  • Alois Ullrich 1911–1919
  • Anton Libowitzky 1919–1920
  • Lambert Pöschl 1920
  • Ladislaus Bakalar 1920–1922
  • Hans Michale 1922–1924
  • Rudolf Nowotny 1924
  • Hans Hyllan 1924
  • Ignaz Pilz 1924–1933
  • Karl Pany 1933
  • Hans Reither 1933–1934
  • Karl Henebichler 1934–1938
  • Karl Pany 1938–1939
  • Nikolaus Riedl 1939–1940
  • Hans Retinger 1940–1944
  • Josef Zabka 1944–1945
  • Karl Henebichler 1945
  • Franz Fuchs 1945–1946
  • Otto Wilhartitz 1946–1955
  • Alois Schwarzmüller 1955–1958
  • Franz Chaloupek 1958–1975
  • Johann Schaffer 1975–1988
  • Alfred Drach 1988–1995
  • Otto Opelka 1995–2012
  • Andreas Beer seit 2012

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Stadtplatz von Gmünd.
Schloss Gmünd. Zugang vom Stadtplatz zum Schlosspark.
Herz Jesu Kirche in Gmünd.
Das Palmenhaus.

Die Stadt Gmünd hat einige historische und architektonische Sehenswürdigkeiten aufzuweisen. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Gmünder Altstadt. Die Sgraffito-Häuser am Stadtplatz stammen aus dem 16. Jahrhundert, wie sie in ähnlicher Art auch in Weitra vorhanden sind. Außerdem findet man am Stadtplatz das ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammende Alte Rathaus, die alte Schranne. Heute beherbergt es das Stadtmuseum und ein Eiscafé. Der Sitz des AMS Gmünd ist ein Frühwerk des Architekten Ernst Plischke, es steht wie viele Objekte der Altstadt unter Denkmalschutz.

Einer der größten Wohnkomplexe des Waldviertels, der sogenannte "Neubau" in der Gmünder Neustadt, wurde zwischen 1926 und 1927 errichtet. Die im sozialistischen Wohnbau Wiens tätigen Architekten Gustav Schläfrig und Hans Reiser planten diesen Wohnkomplex, der damals insgesamt 130 Wohnungen bot. Das Gebäude prägt durch die typische Bauweise des »Roten Wiens« das Stadtbild von Gmünd-Neustadt in besonderer Weise.

Erzherzog Sigismund von Österreich (1826–1891), seit 1859 Besitzer von Schloss Gmünd und begeisterter Botaniker, legte hier einen großzügigen Landschaftspark an, an dessen Südostecke er ein Gewächshaus, das so genannte Palmenhaus errichten ließ. Es dient heute, nach einer Renovierung 1981 bis 1982, als städtischer Veranstaltungssaal.

Die Stadt Gmünd ist reich an religiösen Denkmälern. Da die Stadt Sitz dreier Pfarren ist, sind auch ebenso viele Pfarrkirchen vorhanden. Die Mutterkirche der Stadt ist die Pfarrkirche St. Stephan am Stadtplatz. Die Grundmauern reichen in das 12./13. Jahrhundert zurück. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die evangelische Friedenskirche an der Bahnhofstraße errichtet. Die letzte Kirche wurde im Jahr 1953 im Stadtteil Gmünd-Neustadt fertiggestellt. Die Herz-Jesu-Kirche wird oft auch als der Dom des Waldviertels bezeichnet.

Gmünd ist Ausgangspunkt der Waldviertler Schmalspurbahnen, auf denen in den Sommermonaten und an den Adventwochenenden ein touristischer Verkehr mit Museumsbahncharakter stattfindet.

In der Nähe der Stadt befindet sich der Naturpark Blockheide.

Eine weitere Attraktion ist das Sole-Felsen-Bad.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gmünd (Niederösterreich)

Schulen[Bearbeiten]

Neben einer Volksschule und zwei Hauptschulen gibt es ein Bundesgymnasium/Bundesrealgymnasium, eine Handelsakademie, eine Handelsschule, eine Fachschule für wirtschaftliche Berufe sowie einen Aufbaulehrgang für wirtschaftliche Berufe. Am Landesklinikum Waldviertel Gmünd besteht die Ausbildungsmöglichkeit für den medizinisch-technischen Fachdienst.

Seit 2006 wird auch ein externer Fachhochschullehrgang der Fachhochschule Krems angeboten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich Sarreguemines (deutsch Saargemünd)
  • Mitglied von "Gmünder in Europa"

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gmünd ist Sitz zahlreicher Betriebe. Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 430, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 51. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 bei 2.336. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 41,34 Prozent. Mit über 50.000 Nächtigungen pro Jahr[3] liegt Gmünd nicht nur vor der Partnerstadt Gmünd in Kärnten, sondern auch vor Top-Adressen wie Attersee.

Sole-Felsen-Bad[Bearbeiten]

Ende 2006 wurde in Gmünd das Sole-Felsen-Bad eröffnet. Es erfreut sich seither sehr großer Beliebtheit. Im Sole-Felsen-Bad gibt es Sole-Bäder mit verschiedenen Solekonzentrationen. Außerdem gibt es verschiedenste Angebote an Saunen (z.B Finnische-Sauna).

2010 wurde neben dem Sole-Felsen-Bad ein neues Hotel eröffnet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Bildhauer Carl Hermann (* 28. Oktober 1918 in Wolfgruben Wies; † 11. November 1986 in Gmünd Fuchsstein) lebte von 1945 bis zu seinem Tode in Gmünd.

Erzherzog Sigismund von Österreich (1826–1891) lebte zwischen 1859 und 1891 in Gmünd und brachte sich als Wohltäter für zahlreiche Organisationen für die Bevölkerung der Region ein. Er ist im Mausoleum am Gmünder Friedhof begraben.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniel Lohninger (Hrsg.), Martina Hermann, Viktoria Neunteufel, Harald Winkler: Gmünd. Chronik einer Stadt. Gmünd 2008.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Otto Opelka legte sein Amt als Bürgermeister der Stadt Gmünd zurück. In: Kurier. 8. November 2012.
  3. Nächtigungs-Rekord in Gmünd. In: Niederösterreichische Nachrichten. 8. November 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gmünd (Niederösterreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien