Groß Gerungs

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Groß Gerungs
Wappen von Groß Gerungs
Groß Gerungs (Österreich)
Groß Gerungs
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Zwettl
Kfz-Kennzeichen: ZT
Fläche: 105,8 km²
Koordinaten: 48° 34′ N, 14° 57′ O48.57416666666714.957777777778675Koordinaten: 48° 34′ 27″ N, 14° 57′ 28″ O
Höhe: 675 m ü. A.
Einwohner: 4.539 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 43 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3920, 3921, 3924
Vorwahl: 02812
Gemeindekennziffer: 3 25 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 18
3920 Groß Gerungs
Website: www.gerungs.at
Politik
Bürgermeister: Maximilian Igelsböck (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
17
3
3
2
17 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Groß Gerungs im Bezirk Zwettl
Allentsteig Altmelon Arbesbach Bad Traunstein Bärnkopf Echsenbach Göpfritz an der Wild Grafenschlag Groß Gerungs Großgöttfritz Gutenbrunn Kirchschlag Kottes-Purk Langschlag Martinsberg Ottenschlag (Niederösterreich) Pölla Rappottenstein Sallingberg Schönbach (Niederösterreich) Schwarzenau Schweiggers Waldhausen Zwettl-NiederösterreichLage der Gemeinde Groß Gerungs im Bezirk Zwettl (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Groß Gerungs ist eine Stadtgemeinde mit 4539 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Zwettl in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Groß Gerungs liegt im Waldviertel in Niederösterreich etwa 20 km westlich von Zwettl. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 105,88 Quadratkilometer. 38,72 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 40 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Aigen (40)
  • Albern (46)
  • Antenfeinhöfe (27)
  • Blumau (20)
  • Böhmsdorf (91)
  • Dietmanns (98)
  • Egres (57)
  • Etlas (16)
  • Etzen (132)
  • Frauendorf (82)
  • Freitzenschlag (118)
  • Griesbach (261)
  • Groß Gerungs (1124)
  • Groß Meinharts (128)
  • Haid (75)
  • Harruck (104)
  • Häuslern (48)
  • Heinreichs (79)
  • Hypolz (69)
  • Josefsdorf (32)
  • Kinzenschlag (61)
  • Klein Gundholz (58)
  • Klein Reinprechts (27)
  • Klein Wetzles (102)
  • Kotting Nondorf (52)
  • Marharts (43)
  • Mühlbach (43)
  • Nonndorf (105)
  • Ober Neustift (239)
  • Ober Rosenauerwald (425)
  • Oberkirchen (48)
  • Preinreichs (50)
  • Reitern (24)
  • Schall (23)
  • Schönbichl (85)
  • Siebenberg (50)
  • Sitzmanns (110)
  • Thail (252)
  • Wendelgraben (43)
  • Wurmbrand (137)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Aigen, Albern, Blumau, Böhmsdorf, Dietmanns, Eggress, Etlas, Etzen, Frauendorf, Freitzenschlag, Griesbach, Großgerungs, Großmeinharts, Haid, Harruck, Häuslern, Heinreichs, Hypolts, Josefsdorf, Kleingundholz, Kleinreinprechts, Kleinwetzles, Kottingnondorf, Marharts, Mühlbach, Nonndorf, Oberkirchen, Oberneustift, Oberrosenauerwaldhäuser, Preinreichs, Schönbichl, Siebenberg, Sitzmanns, Thail, Wendelgraben und Wurmbrand.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Großpertholz Großschönau
Langschlag Nachbargemeinden Zwettl
Liebenau (OÖ) Arbesbach Rappottenstein

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im 11./12. Jahrhundert gehörte der Ort zum Stammgebiet der Kuenringer. Dort wo heute das Ödenschlößl steht, wurde 1160 eine Burg errichtet, die später zum Schloss ausgebaut wurde, aber nach 1600 verfiel. 1619 im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort von kaiserlichen Truppen gebrandschatzt. 1430 zum Markt ernannt, wurde die Gemeinde 1983 schließlich zur Stadt erhoben.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Maximilian Igelsböck, Amtsleiter Andreas Fuchs.
Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 25 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 17, SPÖ 3, Liste Grüne 3, FPÖ 2.

Ehemaliges Gefangenenhaus (2007)
Steinpyramide im Oktober 2006
Der ehemalige Wackelstein im Pierbichlwald

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Groß Gerungs

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die der hl. Margareta geweihte Pfarrkirche ist eine im Kern romanische Ostturmkirche aus dem 12./13. Jahrhundert, welche im 15. Jahrhundert gotisiert wurde. Im südlichen Seitenschiff befindet sich die Frauenkapelle von 1382, welche gotische Gewölbe enthält, die zur Zeit des Barock mit bemerkenswertem Stuck ausgestattet wurden.
  • Der zweigeschoßige Pfarrhof verfügt über eine nachbarocke Fassade mit Bandelwerkstuck.
  • Die beiden Häuser Nr. 68 und 69 bilden das sogenannte Ödenschlößl im Süden des Ortes und enthalten Mauerreste der alten Befestigung.
  • Die barocke Mariensäule am Hauptplatz trägt eine Rosenkranzmadonna.
  • Der Pranger stammt vom Ende des 17. Jahrhunderts.
  • An den Ausfallstraßen befinden sich mehrere sakrale Kleindenkmäler, z. B. ein spätgotischer Tabernakelbildstock von 1495 an der Straße nach Dietmanns.

Die Kraftarena[Bearbeiten]

In der Umgebung Groß Gerungs befinden sich die Steinpyramide und mehrere Geotope, die unter dem Namen „Kraftarena“ touristisch beworben werden. Allen Objekten werden geomantische Eigenschaften zugeschrieben.

  • Die beeindruckende Steinpyramide (eigentlich Stufenkegel) liegt im Neuwald bei Ober Neustift und besteht aus kreisförmigen Ebenen mit einer Gesamthöhe von 6,8 m. Der Durchmesser der untersten Stufe beträgt 16,5 m, jener der obersten 7,2 m. Wann sie erbaut wurde und welchem Zweck sie diente, ist nicht restlos geklärt.
  • Sieben Meter im Durchmesser und das imposante Gewicht von 500 Tonnen hat die Weltkugel, ein rundlicher Granit-Restling, der in seiner Form an den Globus erinnert und im Gebiet von Oberrosenauerwald Richtung Schloss Rosenau liegt.
  • Der rund 6 Meter lange Kierlingstein im Wald zwischen Böhmsdorf und Wurmbrand liegt auf vier großen Steinblöcken. Direkt auf dem Stein befindet sich eine etwa 40 cm tiefe Schale, die immer mit Wasser gefüllt ist. Diesem Wasser wird der Legende nach Heilwirkung zugeschrieben.[2]
  • Nordwestlich von Groß Gerungs bei der Ortschaft Thail befindet sich inmitten einer Baumgruppe ein auffälliger, drei Meter hoher „Opferstein“ mit einer großen Schalenbildung.
  • Im Pierbichlwald am Weg zur Klauskapelle lag ein 24 t schwerer Steinquader. Hochaufragend ruhte dieser, leicht hangwärts geneigt, auf einer riesigen Steinformation. Der Wackelstein konnte gerade noch von einer Person bewegt werden. Nachdem ein Wanderer den Stein im Oktober 2011 zum Wackeln gebracht hatte und schon heruntergestiegen war, kippte der Stein um und zerbrach in zwei Teile.[3] Der Wackelstein von Harruck, der auch als Naturdenkmal geführt wurde, war ein beliebtes Ausflugsziel.[4]

Lichtspiele Gerungs[Bearbeiten]

Das erste Groß Gerungser Kino wurde Anfang der 30er-Jahre im Gasthaus Hirsch am Hauptplatz von einem Ehepaar namens Schmidtner geführt. Frau Schmidtner spielte in den Pausen auf dem Klavier und begleitete auch öfter die gezeigten Stummfilme.

Nach einigen Jahren übersiedelte man ins Gasthaus Kapeller (später bekannt als Gasthaus Höfner). Dort übernahm Herr Franz Benda, der auch Kapellmeister und Musiklehrer war, den Betrieb. Auch er sorgte für Musikuntermalung der Stummfilme. Jeden Sonntag gab es drei Vorführungen, wochentags wurde nicht gespielt. Wurden andere Veranstaltungen wie zum Beispiel Bälle im Saal abgehalten, so mussten die Sitze des Kinos abgebaut und danach wieder aufgestellt werden.

1938 wurden schließlich die bis heute bestehenden Räumlichkeiten am Unteren Marktplatz 25 gebaut. Im neuen Kino wurden erstmals Tonfilme gezeigt, die üblicherweise der Reklame und der anschließenden Wochenschau folgten.

Zur Nazi-Zeit waren die Kinos wichtige Propaganda-Medien für das Regime. In der Zeit der sowjetischen Besatzung wurden trotz der sowjetischen Kulturprogramme amerikanische Filme immer beliebter. Auch der romantisch verklärte Heimatfilm erlebte nach den düsteren Kriegsjahren seine Blüte. Nachdem 1947 Franz Benda plötzlich verstarb, übernahm sein Neffe Alfred Benda die Geschäfte. Gemeinsam mit seiner Frau Leopoldine führte er das Kino bis 1997. Danach blieben die Räumlichkeiten leer.

Am 21. September 2007 eröffnete der Kulturverein Yellow das Kino nach zweieinhalbmonatigen Renovierungsarbeiten wieder. Bis April 2012 wurden in monatlichem Rhythmus (mit Ausnahme Sommer- und Winterpause) Filmwochenenden veranstaltet. Seit Sommer 2012 betreuen Robert Edinger und der Jugendverein dasKonzept das Programmkino.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

  • Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 183, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 532. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2159. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,87 Prozent.
  • Einer der größten Arbeitgeber am Ort ist das Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs.
  • Groß Gerungs ist Endpunkt des südlichen Astes der Waldviertler Schmalspurbahnen, auf denen seit 2001 nur noch ein touristischer Nostalgiebetrieb geführt wird.
  • Im Ortsgebiet kreuzen einander die Greiner Straße B 119, die Weitra mit Grein verbindet, und die Böhmerwald Straße B 38, die von Horn nach Kollerschlag führt.
  • In den nächsten 15 Jahren sollen eine Umfahrung von Groß Gerungs sowie der Ausbau der Bundesstraßen 38 und 41 zwischen Zwettl und Freistadt realisiert werden, um eine komfortable Anbindung an die Mühlviertler Schnellstraße, die ebenfalls gerade gebaut wird, zu ermöglichen. Gemeinsam mit der, bereits großteils dreispurig (2+1 System) ausgebauten B 37, entsteht so eine schnelle Ost-West-Verbindung zwischen Krems, Zwettl, Groß Gerungs und Oberösterreich.

Bedeutende in Groß Gerungs geborene oder hier wirkende Menschen[Bearbeiten]

  • Joseph Böhm (1831–1893), österreichischer Botaniker und Pflanzenphysiologe, Professor an der Hochschule für Bodenkultur in Wien (vgl. auch das Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien)
  • Johann Haider (1921–1997), österreichischer Politiker (ÖVP), Nationalratsabgeordneter
  • Andreas Haider-Maurer (*1987), österreichischer Tennisspieler
  • Hermann Haneder (*1952), Präsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich (AKNÖ) und Vorsitzender des nö. Gewerkschaftsbundes (ÖGB Niederösterreich)
  • Josef Haslinger (*1955), österreichischer Schriftsteller
  • Anton Kaufmann (1890–1977), österreichischer Politiker (ÖVP), Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich
  • Othmar Knapp (1940-2008), österreichischer Politiker (ÖVP), Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich
  • Josef Maringer (1862-1950), österreichischer Politiker (CSP), Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich
  • Nikolaus Newerkla (*1974), österreichischer Cembalist, Arrangeur, Komponist und Ensembleleiter
  • Stefan Newerkla (*1972), Universitätsprofessor für Westslawische Sprachwissenschaft
  • Johannes Wohlgenannt Zincke (*1959), österreichischer Komponist, Musiker und Veranstalter

Literatur[Bearbeiten]

  •  Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle, Claudia Haas, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Katharina Packpfeifer, Eva Maria Vancsa-Tironiek, Wolfgang Vogg: Niederösterreich nördlich der Donau. In: Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch Die Kunstdenkmäler Österreichs. Anton Schroll & Co, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 326–328.
  • Franz Eppel: Das Waldviertel, seine Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen, Salzburg 1989, ISBN 3-900173-01-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Groß Gerungs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. http://kultkraftplatz.com/kierlingstein-gros-gerungs/
  3. Jürgen Zahrl: 24 Tonnen schwerer Wackelstein zerbrach, NÖN, 12. Oktober 2011
  4. Naturdenkmal in Trümmern Meldung auf ORF-online vom 11. Oktober 2011 - abgerufen am 11. Oktober 2011