Widder (Sternbild)

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Sternbild
Widder
Legende
Karte Sternbild Widder
Karte des Sternbilds Widder
Lateinischer Name Aries
Lateinischer Genitiv Arietis
Kürzel Ari
Rektaszension 146371h 46m 37s bis 329423h 29m 42s
Deklination 2102148+10° 21′ 48″ bis 2311317+31° 13′ 17″
Fläche 441 deg²
Rang 39
Vollständig
sichtbar
90° Nord bis 51° Süd
Beobachtungszeit
für Mitteleuropa
Herbst
Anzahl der Sterne
heller als 3 mag
2
Hellster Stern
(Größe)
Hamal (2,01)
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)

Der Widder (lateinisch Aries, Symbol Aries.svg, Unicode ) ist ein Sternbild der Ekliptik.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Sternbild Widder, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann

Der Widder ist ein kleines, doch markantes Sternbild. Er liegt südlich des unauffälligen Sternbildes Dreieck (Triangulum) und westlich der Fische (Pisces). Die helleren Sterne α (Hamal), β (Sheratan) und γ (Mesarthim) bilden eine gebogene Linie.

Geschichte[Bearbeiten]

Stich des Sternbildes Widder

Im Altertum, vor mehr als 2.000 Jahren, lag der Frühlingspunkt, der Schnittpunkt des Himmelsäquators mit der Ekliptik, im Widder. Aufgrund der Präzessionsbewegung der Erdachse verschiebt sich der Frühlingspunkt langsam westwärts. Um Christi Geburt lag er mit Datum 23. März[1] auf der Grenze zwischen Widder und Fische, um später in das Sternbild Fische zu wandern. Das Tierkreiszeichen Widder geht auf dieses Sternbild zurück. In der heutigen Zeit durchläuft die Sonne alljährlich vom 19. April bis zum 14. Mai das Sternbild des Widders.

Das nicht mehr gebräuchliche Sternbild Nördliche Fliege ist heute Teil des Widders.

Mythologie[Bearbeiten]

Früheste Erwähnung findet das Sternbild im 3. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien und wurde dort MUL.LÚHUN.GÁ, Ackerbauer / Ackerbesteller genannt.

Das Sternbild Widder geht auf die Sage vom goldenen Vlies aus der griechischen Mythologie zurück. Der mythische König Athamas bestimmte seinen ältesten Sohn, Phrixos, zu seinem Nachfolger. Dessen Stiefmutter Ino wollte allerdings ihren eigenen Sohn auf dem Thron sehen. Um Phrixos aus dem Weg zu räumen griff sie zu einer List. So ließ sie die Saat, die für das nächste Jahr bestimmt war, verderben. Als im nächsten Jahr eine Missernte einsetzte, ließ sie Athamas einen angeblichen Orakelspruch überbringen. Demnach könne eine Hungersnot lediglich dadurch abgewendet werden, indem man Phrixos den Göttern opfere. Als der unglückliche Athamas das Opfer darbringen wollte, erschien ein Widder mit einem goldenen Fell. Phrixos sprang mit seiner Schwester Helle auf den Rücken des Tieres, das mit den Beiden davon flog. Allerdings verlor Helle den Halt und stürzte ins Meer.

Phrixos erreichte Kolchis am Schwarzen Meer und opferte den Widder auf dessen Bitte. Der Widder wurde zum Dank an den Himmel versetzt. Das Fell des Tieres, das goldene Vlies, wurde in einem heiligen Hain aufbewahrt.

Die Argonautensage erzählt den dann folgenden Raub des Vlieses durch Jason.

Himmelsobjekte[Bearbeiten]

Sterne[Bearbeiten]

B
F
Namen
m
M
Lj
Spektralklasse
101α 13 Hamal, Elnath 2,01 0,48 66 K2 III
102β 6 Sheratan 2,64 1,33 60 A5 V
2cc 41 Bharani 3,61 0,16 160 B8 V
103γ1,2 5 Mesarthim 3,88 0,8 204 A1
104δ Botein 4,35 0,79 168 K2 III
5 HD 20644 4,47 −2,0 640 K2 II-III
5 39 4,52 0,8 180 K1 III
105ε 48 4,63 −0,13 293 A2 V
5 35 4,65 −0,6 370 B3 V
111λ 9 4,79 1,73 133 F0 V
106ζ 58 4,87 −0,22 340 A1 V
5 14 4,98 0,0 340 A1 V
110κ 12 5,03 1,23 187 A2m
109ι 8 5,09 −1,44 660 G2 Ib
119τ2 63 4,87 0,14 340 K3 III
5 38 5,17 2,25 125 A7 III
107η 17 5,23 2,83 98 F5 V
116π 42 5,26 −1,02 600 B6 V
119τ1 61 5,27 −0,48 462 B5 IV
5 53 6,13 −0,69 750 B1 V

α Arietis ist mit einer scheinbaren Helligkeit von 2,01m der hellste Stern im Widder. Er ist 66 Lichtjahre entfernt und besitzt den 15-fachen Durchmesser und die 90-fache Leuchtkraft unserer Sonne.
Der Name Hamal ist arabischen Ursprung und bedeutet „Widder“. Mitunter wird er auch als Elnath bezeichnet, arabisch „der mit dem Horn Stoßende“.

Der zweithellste Stern, β Arietis, ist 60 Lichtjahre entfernt. Es handelt sich um ein enges Doppelsternsystem, das mit optischen Teleskopen nicht beobachtet werden kann. Erst spektroskopische Untersuchungen zeigten, dass sich zwei Sterne in einem Abstand von 1,2 AU auf extrem exzentrischen Bahnen um einen gemeinsamen Schwerpunkt bewegen.
Der arabische Name Sheratan, „die zwei Zeichen“, bezieht sich darauf, das β und γ Arietis in der Antike den Punkt der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche markierten.

53 Arietis ist ein 750 Lichtjahre entfernter, bläulich-weißer Stern. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 6,13m ist er in einer dunklen Nacht gerade noch mit bloßem Auge sichtbar. Messungen der Eigenbewegung zeigten, dass sich der Stern mit einer außerordentlich hohen Geschwindigkeit von 100 km/s bewegt. Er gehört wie AE Aurigae im Fuhrmann und μ Columbae in der Taube der Klasse der Runaway-Sterne (Ausreißer) an. Möglicherweise waren diese Sterne einst Mitglieder eines Mehrfachsternsystems und wurden infolge einer Supernovaexplosion oder durch das nahe Vorbeiziehen eines anderen Systems vor zwei bis drei Millionen Jahren aus der Orion-Assoziation herausgeschleudert.

Doppelsterne[Bearbeiten]

Die Doppelsterne sind:

System m Abstand
γ 4,6 / 4,7 / 9 7,7/221″
λ 4,9 / 7,4 37,4″
ε 5,2 / 5,5 1,4″
τ1 5,4 / 7,9 / 8,4 0,15 / 0,67″
10 5,9 / 7,3 1,3″
1 6,2 / 7,4 2,8″

γ Arietis (Mesarthim) ist ein Mehrfachsternsystem in 150 Lichtjahren Entfernung, bestehend aus drei Sternen, die um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. In einem kleinen Teleskop sind zwei weiß leuchtende, etwa gleich helle Sterne auffällig. In einem weiteren Abstand 221 Bogensekunden ist die leuchtschwache dritte Komponente sichtbar.

Veränderliche Sterne[Bearbeiten]

Veränderliche Sterne:

Stern m Periode Typ
τ1 5,26 bis 5,32 Bedeckungsveränderlicher Stern

τ1 Arietis ist ein 462 Lichtjahre entfernter bedeckungsveränderlicher Stern.

Messier- und NGC-Objekte[Bearbeiten]

Messier- und NGC-Objekte:

Messier (M) NGC sonstige m Typ Name
680 Galaxie
772 Galaxie

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach damaligem julianischen Kalender

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aries – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien